- Christof Lischka wird zum 1. Oktober 2026 Chief Technology and Product Officer (CTPO) der KTM AG.
- Er verantwortet künftig Forschung und Fahrzeugentwicklung der Marken KTM, Husqvarna und GasGas.
- Mit Stephan Reiff, Klaus Allisat und Johann von Balluseck sind bereits drei weitere ehemalige BMW-Manager bei KTM tätig.
Seit der indische Bajaj-Konzern die Kontrollmehrheit an KTM übernommen hat, ist in Mattighofen viel in Bewegung. Auffällig dabei: Mehrere prägende Köpfe der neuen Führungsmannschaft kommen aus München, genauer von BMW Motorrad. Den vorerst gewichtigsten Wechsel meldete die börsennotierte Bajaj Mobility AG am 3. Juni 2026 für ihre 100-prozentige Tochter KTM AG. Christof Lischka, bis vor Kurzem Entwicklungschef bei BMW Motorrad, rückt in den KTM-Vorstand.
Welche Rolle übernimmt Christof Lischka bei KTM?
Christof Lischka wird zum 1. Oktober 2026 Chief Technology and Product Officer der KTM AG und damit gesamtverantwortlich für Forschung und Fahrzeugentwicklung. In dieser neu geschaffenen Vorstandsposition soll er die technologische Ausrichtung der Marken KTM, Husqvarna und GasGas auch für kommende Fahrzeuggenerationen sichern. Hinzu kommt die strategische Weiterentwicklung der Produktportfolios. Ausdrücklich genannt wird zudem die Aufgabe, die Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards konsequent weiter auszubauen, ein Punkt, der bei KTM nach der jüngsten Restrukturierung erkennbar stärker in den Mittelpunkt rückt.
Welche Erfahrung bringt der neue CTPO mit?
Lischka verfügt nach Angaben seines künftigen Arbeitgebers über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Fahrzeugentwicklung. Innerhalb der BMW Group verantwortete er Führungsaufgaben in den Bereichen Fahrwerk, Fahrdynamik, Bremssysteme, Gesamtfahrzeugintegration und Entwicklungsstrategie. Seit August 2019 leitete er als Vice President Development die gesamte Motorradentwicklung von BMW Motorrad, damals trat der Maschinenbauingenieur die Nachfolge von Karl Viktor Schaller an.
Über die reine Managementlaufbahn hinaus gilt Lischka als aktiver Motorradfahrer. Er ist passionierter Offroad-Pilot, war im Motocross und in Rallyes unterwegs und privat seit vielen Jahren auf KTM-Modellen unterwegs. Zu den vom Unternehmen genannten Stationen zählen Teilnahmen an der Roof of Africa und der Abu Dhabi Desert Challenge sowie ein Höhenrekord am Nevado Ojos del Salado in Chile.
Warum verlässt Lischka BMW?
Lischka war im Frühjahr 2026 überraschend bei BMW Motorrad ausgeschieden, was zu Spekulationen über seinen nächsten Schritt führte. Der Wechsel nach Mattighofen erfolgt nach wenigen Monaten Pause. Bei BMW Motorrad wurde die Entwicklungsleitung inzwischen neu besetzt.
KTM-CEO Gottfried Neumeister hebt vor allem die Verbindung aus Fachwissen und Leidenschaft hervor. „Christof Lischka vereint genau das, was unser Unternehmen auszeichnet: tiefe technische Expertise, strategischen Weitblick und eine echte Leidenschaft für Motorräder“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Lischka kenne Entwicklung nicht nur aus der Managementsicht, sondern auch aus der Perspektive des Fahrers.
Lischka selbst betont die Nähe der Marke zu Sport und Technik. „KTM ist eine Marke, bei der Innovation, Motorsport und Emotion eng zusammengehören“, wird er zitiert. Sein Ziel beschreibt er so: „Mein Anspruch ist es, gemeinsam mit den Teams in Mattighofen Produkte zu entwickeln, die technologisch auf höchstem Niveau sind, auf der Straße und im Gelände überzeugen und unsere Kundinnen und Kunden jeden Tag aufs Neue begeistern.“
Welche weiteren BMW-Manager sind zu KTM gewechselt?
Lischka ist nicht der erste Spitzenmanager, der von München nach Mattighofen geht, insgesamt sind es bereits vier. Stephan Reiff ist seit April 2026 Chief Commercial Officer bei KTM und damit für Marketing und Vertrieb zuständig. Bei BMW Motorrad hatte er von Juli 2022 bis Ende 2025 den Bereich Kunde, Marke und Vertrieb verantwortet.
Klaus Allisat übernahm mit Wirkung zum 4. Mai 2026 die Position des Vice President Sales Europe bei KTM. Bemerkenswert ist seine Vorgeschichte: Ab September 2010 leitete er Husqvarna Motorcycles, damals allerdings unter BMW-Regie, bevor die Marke später ins KTM-Portfolio überging. Johann von Balluseck ist seit Mai 2026 als Vice President Sales Rest of World für den Vertrieb außerhalb Europas verantwortlich. Für BMW Motorrad hatte er unter anderem das Geschäft in Nordamerika koordiniert.
Wie ist der KTM-Vorstand nach der Bajaj-Übernahme aufgestellt?
Mit der Bestellung von Lischka ist der Vorstand der KTM AG nach Unternehmensangaben vollständig besetzt. Dem Gremium gehören ab Oktober Gottfried Neumeister als CEO, Petra Preining als CFO, Stephan Reiff als CCO und Christof Lischka als CTPO an. Die börsennotierte Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG wird weiterhin von Neumeister und Preining geführt.
Die Personalie fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Stefan Pierer hatte im März 2025 sein Vorstandsmandat zurückgelegt, woraufhin Neumeister die alleinige operative Führung übernahm. Im November 2025 schloss Bajaj die Übernahme der Kontrollmehrheit ab, im Zuge dessen wurde die frühere Pierer Mobility AG in Bajaj Mobility AG umbenannt. Die KTM AG mit Sitz in Mattighofen bündelt nach eigenen Angaben Beteiligungen wie die KTM Sportmotorcycle GmbH, die Husqvarna Mobility GmbH, die WP Suspension GmbH und die GASGAS GmbH. Die Bajaj Mobility AG ist an der SIX Swiss Exchange und im prime market der Wiener Börse notiert.
Was bedeutet der Wechsel für die Modellpolitik von KTM?
Lischka bringt detaillierte Kenntnisse der BMW-Modellplanung mit, was die Einordnung des Wechsels über eine reine Personalie hinaushebt. Aus seiner Zeit als Entwicklungschef sind ihm die für die nächsten Jahre geplanten Modellneuheiten aus München vertraut. Gleichzeitig dürfte die Überschneidung zwischen dem BMW-Programm und den Segmenten, in denen mittlerweile auch KTM antritt, beträchtlich sein. BMW hatte sich im Offroad-Bereich zuletzt zurückgehalten, der letzte ausgesprochen geländeorientierte Vorstoß war die BMW G 450 X. Mit Lischkas Offroad-Affinität und seiner technischen Herkunft setzt KTM ein Signal, dass Fahrzeugentwicklung, Produktstrategie und Qualität im Zentrum der laufenden Neuausrichtung stehen. Das Unternehmen betont, dass Erkenntnisse aus dem Motorsport weiterhin direkt in die Serienentwicklung einfließen sollen.
Häufige Fragen
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Wann tritt Christof Lischka seine Position bei KTM an?
Christof Lischka übernimmt die Position des Chief Technology and Product Officer der KTM AG zum 1. Oktober 2026. Die Bestellung wurde am 3. Juni 2026 von der Bajaj Mobility AG bekannt gegeben.
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Welche Aufgaben hat Christof Lischka als CTPO?
Christof Lischka verantwortet die gesamte Forschung und Fahrzeugentwicklung der Marken KTM, Husqvarna und GasGas. Dazu zählen die strategische Weiterentwicklung der Produktportfolios sowie der weitere Ausbau der Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards.
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Von welchem Unternehmen wechselt Christof Lischka zu KTM?
Christof Lischka kommt von BMW Motorrad, wo er seit August 2019 als Vice President Development die gesamte Motorradentwicklung leitete. Insgesamt bringt er nach Unternehmensangaben mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Fahrzeugentwicklung mit.
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Welche weiteren ehemaligen BMW-Manager arbeiten bei KTM?
Neben Christof Lischka sind Stephan Reiff als CCO, Klaus Allisat als Vice President Sales Europe und Johann von Balluseck als Vice President Sales Rest of World zu KTM gewechselt. Damit haben insgesamt vier frühere BMW-Führungskräfte Aufgaben in Mattighofen übernommen.
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Wer gehört zum Vorstand der KTM AG?
Der Vorstand der KTM AG besteht ab Oktober 2026 aus Gottfried Neumeister (CEO), Petra Preining (CFO), Stephan Reiff (CCO) und Christof Lischka (CTPO). Die Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG wird weiterhin von Neumeister und Preining geführt.












