- Bekannter 799-cm³-LC8c-Reihentwin, 95 PS (70 kW) und 87 Nm für Europa, international 105 PS, A2-Drosselung möglich
- Neue WP-Bremsanlage, verstellbares WP-Fahrwerk und Pirelli Diablo Rosso IV serienmäßig
- Verkaufsstart ab Ende Juli 2026 zum Preis von 8.699 Euro, Demo-Modus entfällt
Die KTM 790 Duke kehrt zum Modelljahr 2027 in überarbeiteter Form zurück und führt damit das Konzept fort, das die Marke seit jeher als „Scalpel“, also als Skalpell, beschreibt. Statt einer komplett neuen Plattform setzen die Entwickler aus Mattighofen auf zahlreiche Detailverbesserungen an Ergonomie, Fahrwerk und Bremsen. Optisch rückt das Naked Bike näher an die größeren Schwestermodelle 990 Duke und 1390 Super Duke R, technisch bleibt vieles vertraut. Im Markenprogramm besetzt die 790 Duke die Lücke zwischen Einstiegssegment und V2-Flaggschiff und gilt als eine der tragenden Säulen der KTM-Modellpalette in Europa.

Was ist neu an der KTM 790 Duke 2027?
Die wichtigsten Neuerungen betreffen Optik, Fahrwerk, Bremsen und Ergonomie. Der Antrieb bleibt unverändert, dafür wandern eine neue WP-Bremsanlage, ein serienmäßig einstellbares Fahrwerk und Pirelli-Reifen ins Serienpaket.
Optisch orientiert sich die neue Generation am aktuellen Designstil der oberösterreichischen Naked Bikes. Zu den auffälligsten Änderungen zählen eine neu entwickelte Scheinwerfereinheit mit Tagfahrlicht außen und zentralem Hauptscheinwerfer, überarbeitete Verkleidungselemente, eine größere Frontverkleidung sowie ein neu gestalteter Kraftstofftank. Der Endschalldämpfer legt die frühere Bananenform ab und sitzt nun höher. Auch der Heckrahmen wurde neu gestaltet, das frühere zentrale Rücklicht weicht seitlich integrierten Leuchten mit Blinkern. Der Motorblock ist jetzt schwarz lackiert, was zum erwachseneren Auftritt beiträgt.
Trotz des kräftigeren Auftritts sank das Gewicht. KTM gibt eine Reduktion um zwei Kilogramm an, das fahrfertige Gewicht liegt damit bei rund 185 Kilogramm (408 Pounds). Etwa zwei Kilogramm wurden allein beim Bodywork eingespart.
Welchen Motor hat die KTM 790 Duke 2027?
In der 790 Duke 2027 arbeitet weiterhin der bekannte LC8c-Reihenzweizylinder mit 799 cm³ Hubraum. Der Euro-5+-konforme Twin leistet in Europa 95 PS (70 kW) bei 8.000 U/min und stellt 87 Nm Drehmoment bei 8.000 U/min bereit.
International nennt KTM zusätzlich eine offene Version mit 105 PS bei 9.500 U/min. Für den europäischen Markt wird jedoch ausschließlich die 95-PS-Variante angeboten, weil sich diese sauber für den A2-Führerschein drosseln lässt. Die Kraft wird über ein Sechsganggetriebe und eine 520er-X-Ring-Kette ans Hinterrad geleitet. Eine mechanisch betätigte Anti-Hopping-Kupplung gehört ebenso zur Ausstattung. Der CO2-Ausstoß liegt bei 108 g/km, gekühlt wird der Motor flüssigkeitsgekühlt über einen Wasser-Öl-Wärmetauscher. Eine neu konstruierte Auspuffanlage mit überarbeitetem Schalldämpfer sorgt für den akustischen Feinschliff. Der Einlass sitzt unter der Sitzbank und erzeugt beim Beschleunigen ein deutlich hörbares Ansauggeräusch.

Welches Fahrwerk und welche Bremsen verbaut KTM?
Die 790 Duke 2027 erhält ein überarbeitetes WP-Fahrwerk mit serienmäßiger Verstellbarkeit und eine komplett neu entwickelte WP-Bremsanlage. Beide Komponenten zählen zu den größten technischen Neuerungen des Modells.
An der Front arbeitet eine 43 Millimeter starke WP-APEX-Upside-down-Gabel in Open-Cartridge-Bauweise mit 150 Millimeter Federweg. Über die Split-Function-Technologie lassen sich Druck- und Zugstufendämpfung getrennt einstellen. Am Heck kommt ein gasunterstütztes WP-APEX-Monotube-Federbein mit 170 Millimeter Federweg zum Einsatz, das sich in Zugstufendämpfung und Federvorspannung anpassen lässt. Ein neues 5-Klick-Einstellsystem mit Drehreglern soll die Abstimmung deutlich vereinfachen. Bei der Vorgängerin waren Teile dieser Einstellmöglichkeiten nur gegen Aufpreis erhältlich.
Die Bremsanlage stammt erstmals vollständig von der KTM-Hausmarke WP und ersetzt das zuvor zugelieferte System. Vorn greifen zwei radial montierte Vierkolben-Bremssättel auf 300-Millimeter-Scheiben zu, hinten verzögert ein Einkolben-Bremssattel an einer 240-Millimeter-Scheibe. Dazu kommt eine radiale Bremspumpe. KTM nennt für das selbst entwickelte System eine gesteigerte Bremswirkung bei geringerem Handkraftaufwand sowie eine linear ansteigende Bremscharakteristik. Serienmäßig sind außerdem ein WP-Lenkungsdämpfer sowie neue, verstellbare Brems- und Kupplungshebel. Als Erstbereifung montiert KTM nun Pirelli Diablo Rosso IV.
Wie sitzt man auf der neuen 790 Duke?
KTM hat das Ergonomiedreieck aus Lenker, Sitzbank und Fußrasten neu abgestimmt. Der Fahrer rückt näher an den Tank, der Lenker steht gerader, und die Fußrasten wandern sieben Millimeter nach hinten sowie zwei Millimeter nach oben.
Das Ergebnis ist nach Herstellerangaben mehr Last auf dem Vorderrad und ein direkteres Feedback der Front, besonders beim Einlenken und in schnellen Richtungswechseln. Die Sitzhöhe bleibt bei 825 Millimeter, die schmaler gestaltete Front und der neu geformte Tank sollen den Bodenkontakt erleichtern und für besseren Knieschluss sorgen. Die Sitzbank fällt flacher aus, bietet aber mehr Polsterung. Sehr große Fahrer könnten den Kniewinkel durch die nach hinten versetzten Fußrasten als sportlicher empfinden. Der Tank fasst rund 13,5 Liter, die Bodenfreiheit beträgt 186 Millimeter, der Radstand liegt bei 1.475 Millimeter, der Lenkkopfwinkel bei 66 Grad und der Nachlauf bei 98 Millimeter. Gerollt wird auf 17-Zoll-Alugussrädern in den Dimensionen 3,5 Zoll vorn und 5,5 Zoll hinten.

Was ändert sich bei Display und Elektronik?
Die 790 Duke 2027 verzichtet auf den bisherigen Demo-Modus. Kostenpflichtige Elektronikfunktionen lassen sich damit nicht mehr für einen begrenzten Zeitraum kostenlos testen, was auf direktes Kundenfeedback zurückgeht.
Vor dem Fahrer sitzt ein 5-Zoll-TFT-Display, das eine neue Beschichtung gegen Spiegelungen erhält und dadurch bei direkter Sonneneinstrahlung besser ablesbar bleiben soll. Serienmäßig stehen drei Fahrmodi zur Verfügung, dazu kommen schräglagenabhängige Traktionskontrolle und Kurven-ABS. Funktionen wie der Track-Modus oder der Quickshifter bleiben Bestandteil optionaler Pakete. Statt eines Abo-Modells orientieren sich die elektronischen Helfer nun wieder an der Ausstattungslinie. Gesteuert wird der Motor über eine Bosch-Motorelektronik mit Ride-by-Wire.
Was kostet die KTM 790 Duke 2027 und wann kommt sie?
Die KTM 790 Duke 2027 kostet in Deutschland 8.699 Euro (rund 9.400 US-Dollar) und kommt ab Ende Juli 2026 zu den Händlern. Damit verzichtet KTM trotz der zahlreichen Änderungen auf eine Preiserhöhung.
Inklusive Liefernebenkosten von 495 Euro ergibt sich ein Gesamtpreis von 9.194 Euro (rund 9.900 US-Dollar). Angeboten wird das Modell in den Farben Orange und Schwarz, die Verfügbarkeit kann je nach Markt variieren. Preislich positioniert sich die 790 Duke damit gegen Mittelklasse-Konkurrenten wie die Yamaha MT-07, die Triumph Trident 660, die Honda CB750 Hornet und die Suzuki GSX-8S, während gleichzeitig der Abstand zur größeren 990 Duke gewahrt bleibt. Wer das Naked Bike weiter individualisieren möchte, kann auf das Sortiment an KTM PowerParts und KTM PowerWear zurückgreifen.
Die Überarbeitung reiht sich in die jüngste Modelloffensive von KTM ein, in der die Marke ihre Naked-Bike-Baureihe von der Mittelklasse bis zum Topmodell schrittweise modernisiert. Innerhalb dieser Linie übernimmt die 790 Duke die Rolle des erschwinglichen, sportlich ausgelegten Einstiegs in die Twin-Modelle.

KTM 790 Duke 2027 im Video
-
Wie viel PS hat die KTM 790 Duke 2027?
Die KTM 790 Duke 2027 leistet in Europa 95 PS (70 kW) bei 8.000 U/min und stellt 87 Nm Drehmoment bereit. International bietet KTM zusätzlich eine offene Version mit 105 PS bei 9.500 U/min an, in Europa wird jedoch ausschließlich die A2-fähige 95-PS-Variante verkauft.
-
Was kostet die KTM 790 Duke 2027?
Die KTM 790 Duke 2027 kostet in Deutschland 8.699 Euro (rund 9.400 US-Dollar). Inklusive der Liefernebenkosten von 495 Euro liegt der Gesamtpreis bei 9.194 Euro. Trotz der zahlreichen Neuerungen bleibt der Preis gegenüber dem Vorgänger unverändert.
-
Wann kommt die KTM 790 Duke 2027 auf den Markt?
Die KTM 790 Duke 2027 ist ab Ende Juli 2026 bei autorisierten Händlern erhältlich. Sie wird in den Farben Orange und Schwarz angeboten, wobei die Verfügbarkeit je nach Markt variieren kann.
-
Welche Bremsen hat die KTM 790 Duke 2027?
Die 790 Duke 2027 nutzt erstmals eine komplett von der KTM-Hausmarke WP entwickelte Bremsanlage. Vorn arbeiten zwei radial montierte Vierkolben-Bremssättel an 300-Millimeter-Scheiben, hinten ein Einkolben-Bremssattel an einer 240-Millimeter-Scheibe.
-
Wie schwer ist die KTM 790 Duke 2027?
Das fahrfertige Gewicht liegt bei rund 185 Kilogramm (408 Pounds) und damit etwa zwei Kilogramm unter dem des Vorgängers. Ohne Kraftstoff gibt KTM ein Gewicht von 167 Kilogramm an.











