- Dunlop gewinnt das Formula One Classic TT mit einer Rekordrunde von 129,078 mph
- Im Lightweight folgt der zweite Sieg des Tages mit 3:03 Minuten Vorsprung
- Joe Loughlin fährt mit 113,524 mph die schnellste je gefahrene 400er-Runde auf dem Mountain Course
Der Sonntag der Classic TT gehörte einem Mann. Michael Dunlop stand zweimal ganz oben auf dem Podium, einmal auf einer Suzuki, einmal auf einer Honda, und in beiden Rennen ließ er der Konkurrenz keine Chance. Dazu kam ein Renntag, an dem gleich mehrere Bestmarken fielen, teils nach langer Zeit. Wer das Formula One nur nach der ersten Runde beurteilt hätte, wäre allerdings zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen.

Wie ist das Formula One Classic TT verlaufen?
Mike Browne führte das Rennen zunächst an, doch Dunlop übernahm auf der zweiten Runde bei Glen Helen die Spitze und fuhr anschließend davon. Am Ende lagen 20,5 Sekunden zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten Jamie Coward.
Gestartet wurde das Rennen über drei Runden um 13.45 Uhr und damit eine Viertelstunde später als geplant. Über dem Mountain Course wechselten sich graue Wolken und Sonne ab. Browne war auf der Kawasaki des Teams Electric Van Company von Beginn an schnell und lag bei Glen Helen 2,2 Sekunden vor Dunlop, der die Suzuki von Team Classic fuhr. Dominic Herbertson folgte mit weiteren 2,7 Sekunden Rückstand auf Platz drei, dahinter reihten sich Coward, Nathan Harrison und David Johnson ein.
Bis Ballaugh baute Browne den Vorsprung auf 3,3 Sekunden aus, während Coward sich auf Rang drei vorschob. Dahinter blieb es eng, zwischen Platz drei und Platz sechs lagen nur zwei Sekunden. Durch die Radarfalle bei Sulby war Browne mit 175,492 mph der Schnellste. Am Ende der ersten Runde ging es zum vorgeschriebenen Boxenstopp, und Browne hatte mit 127,217 mph vier Sekunden Vorsprung auf Dunlop, der 126,739 mph erreichte.
Der Stopp entschied das Rennen. Dunlop war an der Box deutlich schneller und lag bei Glen Helen auf Runde zwei bereits 2,7 Sekunden vorn. Danach wuchs der Abstand kontinuierlich: 5,2 Sekunden in Ballaugh, 9,2 Sekunden in Ramsey, 14,3 Sekunden nach der zweiten Runde. Hinter ihm entwickelte sich der eigentliche Kampf, denn Coward arbeitete sich Stück für Stück an Browne heran und übernahm auf der Schlussrunde bei Ballaugh den zweiten Platz.
Welcher Rundenrekord fiel im Formula One?
Dunlop fuhr auf der letzten Runde 129,078 mph und übertraf damit die Bestmarke von Bruce Anstey aus dem Jahr 2017, die bei 127,496 mph stand. Der Unterschied betrug rund 13 Sekunden.
Der Rekord hatte damit neun Jahre gehalten. Auch die Siegzeit fiel deutlich besser aus als bisher, sie lag mehr als eine Minute unter der alten Marke. Bemerkenswert ist, dass gleich drei der ersten vier Fahrer die alte Rundenbestzeit unterboten: Neben Dunlop schafften das Coward mit 128,712 mph und Harrison mit 127,692 mph. Browne kam auf der Schlussrunde auf 127,477 mph und blieb als Dritter knapp darunter, mit 8,8 Sekunden Vorsprung auf Harrison. Johnson lag als Fünfter ebenfalls über 126 mph.
Für Dunlop war es der fünfte Sieg im Formula One Classic TT seit 2013. Michael Sweeney wurde Sechster, dahinter komplettierten Julian Trummer, Joe Yeardsley, Paul Williams und Barry Furber die Top Ten.

Wer schied im Formula One aus?
Das Rennen forderte zahlreiche Ausfälle, darunter mehrere Fahrer mit Podiumsambitionen. Peter Hickman erwischte es bereits nach der ersten Runde an der Box.
Schon auf der Eröffnungsrunde blieben Shaun Anderson bei Laurel Bank und der Franzose Amalric Blanc bei Greeba Castle stehen. Hickman gab seine Norton nach dem Pflichtstopp auf. Herbertson kam nicht bis ins Ziel und schied am Nook aus, was Brian McCormack auf Rang sechs vorrücken ließ. McCormack stürzte allerdings auf der letzten Runde bei Greeba Castle. Nach ersten Angaben war er ansprechbar, eine Beinverletzung war möglich. Ebenfalls auf der Schlussrunde erwischte es Conor Cummins bei Barregarrow sowie den früheren Rennsieger Rob Hodson.
Wie deutlich war Dunlops Sieg im Lightweight?
Der zweite Sieg des Tages fiel noch klarer aus. Dunlop gewann das Lightweight Classic TT auf der Honda von Milenco by Padgetts Motorcycles mit 3:03 Minuten Vorsprung auf Michael Sweeney.
Zu Beginn sah es nach einem echten Duell aus. Mike Browne, hier auf einer Yamaha von Laycock Racing unterwegs, hielt gut mit und verkürzte den Rückstand bis zum Bungalow auf 1,7 Sekunden. Dunlop fuhr mit 118,336 mph zwar die schnellste erste Runde, doch Browne kam mit 118,284 mph fast identisch daher und lag beim Boxenstopp nur eine halbe Sekunde zurück. Auch hier war Dunlop an der Box wieder klar schneller, sodass der Abstand bei Glen Helen auf Runde zwei schon 13,1 Sekunden betrug. In Ramsey waren es 16,6 Sekunden, dann kam Browne nicht mehr bis zum Bungalow und blieb an der Mountain Mile stehen.
Danach war das Rennen entschieden. Dunlop steigerte sich auf der letzten Runde auf 119,081 mph und feierte den zweiten Lightweight-Sieg in Folge. Sweeney, der im Formula One noch auf einer Kawasaki unterwegs gewesen war, fuhr hier eine Yamaha von IMS/CSC Racing auf Platz zwei. Rhys Hardisty profitierte vom Ausfall von Chris Moore bei Union Mills und stand als Dritter erstmals seit 2015 wieder auf einem Classic-TT-Podium. Weiter kamen in dieser Klasse nur Michael Grigson, Will Loder, Jeffrey Vromant und Steve Bayley ins Ziel. Paul Jordan war bereits auf der ersten Runde an der Ballaugh Bridge ausgeschieden, Dan Sayle gab an der Box auf.

Warum ist Loughlins Runde im Ultra-Lightweight besonders?
Joe Loughlin fuhr auf der Schlussrunde 113,524 mph und damit die schnellste Runde, die je eine 400er auf dem Mountain Course zurückgelegt hat. Damit fiel eine Bestmarke, die Jim Moodie 1993 aufgestellt hatte und die bei 112,40 mph lag.
Das parallel gefahrene Rennen entwickelte sich dabei lange gegen ihn. Nach der ersten Runde führte Loughlin auf der Kawasaki von G2 Technical Services mit 110,094 mph noch 9,3 Sekunden vor Paul Cassidy, Owen Monaghan folgte 1,7 Sekunden dahinter. Monaghan hatte allerdings einen größeren Tank verbaut und musste beim Pflichtstopp nicht nachtanken. Dieser Vorteil brachte ihn bei Glen Helen auf Runde zwei mit 13 Sekunden in Führung.
Loughlin holte den Rückstand danach Stück für Stück auf. Am Streckenhälfte-Punkt in Ballaugh waren es noch 11,3 Sekunden, am Ramsey Hairpin 8,8 Sekunden, zu Beginn der letzten Runde 3,2 Sekunden. Bei Glen Helen ging er vorbei und lag 2,4 Sekunden vorn, im Ziel waren es 22,3 Sekunden. Monaghan blieb als Zweiter ebenfalls über 111 mph, Cassidy wurde Dritter. Harley Rushton musste sein Motorrad ab Governor’s Dip schieben und fiel auf Rang 14 zurück. Steven Price, Tom Snow und Brandon Brinded vervollständigten die ersten sechs. Snow war mit 103,032 mph der schnellste Fahrer auf einer 125er.
Was der Renntag für die Classic TT 2026 bedeutet
Der Sonntag hat das Kräfteverhältnis der Veranstaltung deutlich verschoben. Dunlop hat innerhalb weniger Stunden zwei Rennen gewonnen, den fünften Formula-One-Erfolg seit 2013 eingefahren und einen der prestigeträchtigsten Rundenrekorde der Insel übernommen.
Auffällig ist außerdem, wie hoch das Tempo insgesamt lag. Im Formula One unterboten drei Fahrer die alte Bestmarke, im Ultra-Lightweight fiel ein Rekord aus dem Jahr 1993. Dass mehrere Fahrer an einem Tag in unterschiedlichen Klassen und auf völlig verschiedenen Maschinen antraten, gehört bei der Classic TT dazu und zeigte sich diesmal besonders deutlich an Sweeney und Browne, die jeweils in beiden Rennen am Start standen.

Häufige Fragen
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Wie lauten die Classic TT Ergebnisse im Formula One?
Michael Dunlop gewann vor Jamie Coward und Mike Browne. Der Vorsprung auf Coward betrug 20,5 Sekunden, Browne kam als Dritter ins Ziel und lag 8,8 Sekunden vor Nathan Harrison.
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Wie schnell war die Rekordrunde von Michael Dunlop?
Dunlop fuhr auf der letzten Runde des Formula One Classic TT 129,078 mph. Damit lag er rund 13 Sekunden unter der bisherigen Bestmarke von Bruce Anstey, die seit 2017 bei 127,496 mph stand.
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Wer hat das Lightweight Classic TT 2026 gewonnen?
Michael Dunlop setzte sich auf der Honda von Milenco by Padgetts Motorcycles durch. Sein Vorsprung auf Michael Sweeney betrug 3:03 Minuten, Dritter wurde Rhys Hardisty.
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Wer gewann das Ultra-Lightweight Classic TT?
Joe Loughlin gewann mit 22,3 Sekunden Vorsprung auf Owen Monaghan, Dritter wurde Paul Cassidy. Loughlin fuhr auf der Schlussrunde 113,524 mph und damit die schnellste je von einer 400er erzielte Runde auf dem Mountain Course.
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Welche Fahrer schieden im Formula One Classic TT aus?
Ausgefallen sind unter anderem Peter Hickman, Shaun Anderson, Amalric Blanc, Dominic Herbertson, Conor Cummins und Rob Hodson. Brian McCormack stürzte auf der letzten Runde bei Greeba Castle und war nach ersten Angaben ansprechbar.












