- Alle Classic-TT-Rennen finden jetzt zwischen Samstag, 22., und Dienstag, 25. August statt
- Mike Browne fuhr im Formula One 127,551 mph und damit die schnellste Runde der Woche
- Historic Junior und Junior 600 wurden von drei auf zwei Runden gekürzt
Die Classic TT 2026 hat eine schwierige erste Woche hinter sich. Regen, gestrichene Sessions und verschobene Startzeiten haben dafür gesorgt, dass die Fahrer erst ab Mittwoch überhaupt nennenswerte Streckenzeit bekamen. Am Freitagabend zog der Veranstalter dann die Konsequenz und stellte den gesamten Rennplan um. Statt an drei über die Woche verteilten Renntagen wird jetzt an vier aufeinanderfolgenden Tagen gefahren. Sportlich hat sich in dieser Zeit trotzdem ein klares Bild ergeben: In fast jeder Klasse gibt es einen Fahrer, der sich deutlich abgesetzt hat.

Warum wurden die Rennen der Classic TT vorgezogen?
Der Veranstalter reagiert auf die Wettervorhersage für die kommende Woche. Nach den offiziellen Angaben verschlechtern sich die Bedingungen ab Mittwoch, dem 26. August, deutlich, mit Regen, starken Niederschlägen und Wind bis mindestens Freitag, dem 28. August.
Der Zeitraum zwischen Samstag und Dienstag gilt dagegen als das günstigste Fenster, das derzeit zur Verfügung steht. Der Veranstalter spricht von der besten verfügbaren Gelegenheit, das restliche Programm von Manx Grand Prix und Classic TT noch komplett zu absolvieren. Die Entscheidung fiel nach Auswertung eines speziellen Wettergutachtens und in Abstimmung mit den Zuständigen für Sicherheit, Medizin, Streckenposten und Straßensperrungen.
Warum nicht abgewartet wurde, begründet der Veranstalter ebenfalls: Ein Zuwarten bis Mittwoch hätte bedeutet, die verbliebenen Renngelegenheiten erst dann zu verlieren, wenn das schlechte Wetter bereits da ist. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht. Jede Session bleibt vom Wetter, vom Streckenzustand und von den Sicherheitsvorgaben abhängig, und weitere Änderungen sind ausdrücklich möglich.
Wann finden die Rennen der Classic TT jetzt statt?
Alle fünf Rennen der Classic TT verteilen sich jetzt auf Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag. Ursprünglich waren die Renntage Montag, der 24., Mittwoch, der 26., und Freitag, der 28. August.
Am Samstag, dem 22. August, schließen die Straßen um 9:30 Uhr. Um 10:15 Uhr gibt es eine Qualifying-Runde für alle Klassen, um 13:45 Uhr eine zweite. Dazwischen und danach laufen die Rennen des Manx Grand Prix. Das Historic Junior der Classic TT startet um 16:45 Uhr über zwei Runden.
Der Sonntag, 23. August, gehört komplett der Classic TT. Die Straßen schließen um 12:45 Uhr, um 13:30 Uhr startet das Formula One über drei Runden, um 15:30 Uhr folgen Lightweight und Ultra-Lightweight in einem gemeinsamen Rennen über drei Runden.
Am Montag, dem 24. August, wird zweimal gesperrt. Nach den beiden Manx-Grand-Prix-Rennen startet um 14:45 Uhr das Historic Senior über drei Runden. Ab 17 Uhr sind die Straßen kurz frei, bevor sie um 18 Uhr erneut schließen. Um 18:30 Uhr folgt das Junior 600 über zwei Runden.
Der Dienstag, 25. August, bringt den Abschluss. Um 10:15 Uhr startet das Senior Classic TT über vier Runden, um 12:30 Uhr folgen die TT-Rewind-Parade und die Classic-Sidecar-Parade, um 13:45 Uhr die Parade zu Ehren von John McGuinness und dessen 30 Jahren auf der Insel.
Zwei Rennen wurden dabei verkürzt. Historic Junior und Junior 600 gehen nur noch über zwei statt drei Runden. Der Veranstalter begründet das mit der verfügbaren Streckenzeit und mit den nötigen Reserven im Ablauf.

Wer ist im Formula One am schnellsten?
Mike Browne. Der Ire fuhr am Freitagnachmittag auf der Kawasaki des Teams Electric Van Company 127,551 mph und damit die schnellste Runde der gesamten Woche.
Diese Runde lag 0,498 Sekunden über der Klassenbestmarke von Bruce Anstey aus dem Jahr 2017, die bei 127,496 mph steht. Da Qualifying-Zeiten nicht in die offizielle Rekordliste einfließen, bleibt der Rekord formal bestehen. Ein Signal ist die Zeit trotzdem, denn Browne war damit 8,2 Sekunden schneller als Jamie Coward, der auf der Greenall Racing Kawasaki 126,572 mph erreichte.
Dahinter folgen David Johnson mit 125,278 mph und Michael Dunlop mit 125,191 mph auf der Suzuki GSX-R 750 SRAD von Team Classic. Shaun Anderson, der am Mittwoch noch die schnellste Zeit gesetzt hatte, kam auf 123,638 mph, Conor Cummins auf 123,411 mph.
Auffällig ist der Kurvenverlauf der Woche. Am Mittwoch führte Anderson mit 122,822 mph, am Donnerstag übernahm Nathan Harrison mit 124,721 mph, am Freitag zog Browne davon. Harrison selbst hatte am Freitag Pech: Er war bis Glen Helen der Schnellste, verlor dann auf dem Weg nach Ballaugh mehr als anderthalb Minuten und stand am Ende bei 113,569 mph.
Dunlop und McGuinness bestimmen die klassischen Klassen
Im Lightweight hat sich Michael Dunlop von Tag zu Tag gesteigert. Am Mittwoch fuhr er auf der Honda von Milenco by Padgetts Motorcycles nur eine einzelne Runde mit 111,875 mph und lag damit hinter Browne, Stuart Hall und Paul Jordan. Am Donnerstag verbesserte er sich auf 116,470 mph, am Freitag auf 117,596 mph. Der Abstand zu Paul Jordan auf der Laycock Racing Yamaha betrug zuletzt gut drei Meilen pro Stunde.
Im Historic Senior gehört die Woche John McGuinness. Auf der Paton des Teams Winfield steigerte er sich von 101,061 mph am Mittwoch über 111,750 mph am Donnerstag auf 113,092 mph am Freitag. Auch diese Runde lag nur knapp neben dem Klassenrekord. McGuinness selbst sprach von hervorragenden Bedingungen auf der Strecke. Zweitschnellster war am Freitag Mike Browne mit 111,163 mph auf der Norton von Peter Lodge Racing, seiner ersten Runde der Woche in dieser Klasse.
Im Historic Junior führt Dean Harrison. Der siebenfache TT-Sieger kam auf der Honda von Craven Classic Racing und Ted Woof auf 104,373 mph und lag damit vor Paul Jordan mit 103,232 mph und Jamie Coward mit 102,404 mph. Auch Harrison blieb nur knapp über dem Klassenrekord.
Bemerkenswert bleibt die Zahl der Doppelstarter. Browne, Dunlop, Jordan und Coward tauchen jeweils in mehreren Klassen weit vorne auf, teils auf völlig unterschiedlichen Maschinen.

Was bringen die neuen Klassen Junior 600 und Ultra-Lightweight?
Beide Klassen sind 2026 neu im Programm der Classic TT und haben jeweils einen klaren Favoriten hervorgebracht. Im Junior 600 ist das Joe Yeardsley, im Ultra-Lightweight Joe Loughlin.
Yeardsley fuhr am Freitag auf der Yamaha von Tony Leach Joinery als Erster in der Klasse eine Runde über 120 mph, konkret 120,143 mph. Das waren 20,9 Sekunden Vorsprung auf Barry Furber mit 117,963 mph. Zuvor hatten Michael Russell auf der Yamaha YZF-R6 von Complete Plumbing Solutions am Mittwoch mit 114,500 mph und am Donnerstag mit 117,194 mph die Bestzeiten gesetzt. Wie eng die Klasse zu Beginn war, zeigt der Mittwoch: Russell lag dort nur 0,332 Sekunden vor Brian McCormack.
Im Ultra-Lightweight steigerte sich Loughlin auf der Kawasaki von G2 Technical Services von 105,657 mph über 108,552 mph auf 110,310 mph. Der Ire war vor dieser Woche seit seinem TT-Debüt 2022 nicht mehr auf dem Mountain Course gefahren. Hinter ihm folgen Joey Thompson mit 106,847 mph und Harley Rushton mit 105,170 mph. Paul Cassidy, am Mittwoch noch Schnellster, blieb am Freitag ohne Verbesserung an der Spitze.
Für Zuschauer ändert sich durch die Terminverschiebung besonders bei diesen beiden Klassen etwas. Das Junior 600 findet jetzt als Abendrennen am Montag statt, das Ultra-Lightweight läuft gemeinsam mit dem Lightweight am Sonntagnachmittag.
Wie verlief die Qualifying-Woche insgesamt?
Weitgehend chaotisch. Von den geplanten Sessions kam nur ein Bruchteil zustande, und die Classic-TT-Fahrer bekamen erst ab Mittwoch verwertbare Streckenzeit.
Der Auftakttag am Sonntag endete früh, das Qualifying am Montag entfiel komplett. Am Dienstagabend wurde die Session nach wenigen Runden abgebrochen. Am Mittwochnachmittag griff der Renndirektor erstmals auf einen Reservetermin zurück, das Abendprogramm fiel wegen der Prognose aus. Am Donnerstag lief erneut nur die Nachmittagssession, der Abend wurde wegen Nässe gestrichen. Am Freitag verschob sich der Start um drei Stunden, damit die Strecke abtrocknen konnte. Ein Freitagabend-Termin stand als Reserve bereit, wurde aber nicht genutzt.
Überschattet wurde die Woche von zwei tödlichen Unfällen im Qualifying des parallel laufenden Manx Grand Prix. Im Classic-TT-Qualifying stürzte am Mittwoch außerdem Stuart Hall an Laurel Bank. Er war nach dem Sturz ansprechbar.
Die Classic TT bildet zusammen mit dem Manx Grand Prix den August-Teil der Rennsaison auf dem Snaefell Mountain Course, deren sportlicher Höhepunkt die Tourist Trophy im Frühsommer ist. Beide August-Veranstaltungen teilen sich Zeitplan, Straßensperrungen und Organisation. Ausfälle in einem Teil des Programms wirken sich deshalb sofort auf den anderen aus.
Die Classic TT selbst endet offiziell weiterhin erst am Freitag. Sollte das Rennprogramm am Dienstag abgeschlossen sein und das Wetter keine weitere Streckenaktivität zulassen, ist ein erweitertes Rahmenprogramm rund um den Mercury Club geplant, in dem auch die Ausstellung zu John McGuinness untergebracht ist. Vorgesehen sind dort Auftritte von Fahrern und Teams, Talkrunden, Podcasts und Interviews. Verbessert sich die Prognose deutlich, kann der Veranstalter zusätzliche Zeitfenster auf der Strecke nutzen.

Häufige Fragen
-
Wann endet die Classic TT 2026?
Das Rennprogramm der Classic TT 2026 soll am Dienstag, dem 25. August, abgeschlossen sein. Die Veranstaltung selbst läuft offiziell bis Freitag, den 28. August, weiter. Für die verbleibenden Tage ist ein Rahmenprogramm abseits der Strecke geplant, falls das Wetter keine Rennen mehr zulässt.
-
Welche Rennen wurden bei der Classic TT vorgezogen?
Vorgezogen wurden alle verbliebenen Rennen. Das Historic Junior läuft jetzt am Samstag, das Formula One sowie Lightweight und Ultra-Lightweight am Sonntag, das Historic Senior und das Junior 600 am Montag. Das Senior Classic TT bildet am Dienstag den Abschluss.
-
Wer war im Qualifying der Classic TT 2026 am schnellsten?
Die schnellste Runde der Woche fuhr Mike Browne im Formula One mit 127,551 mph. In den übrigen Klassen führten zuletzt Michael Dunlop im Lightweight mit 117,596 mph, John McGuinness im Historic Senior mit 113,092 mph, Dean Harrison im Historic Junior mit 104,373 mph, Joe Yeardsley im Junior 600 mit 120,143 mph und Joe Loughlin im Ultra-Lightweight mit 110,310 mph.
-
Warum wurden zwei Rennen der Classic TT verkürzt?
Historic Junior und Junior 600 gehen jetzt über zwei statt drei Runden. Der Veranstalter begründet das damit, dass das Programm innerhalb der verfügbaren Streckenzeit durchführbar bleiben muss. Zusätzlich sollen betriebliche Reserven erhalten bleiben.
-
Welche Klassen sind bei der Classic TT 2026 neu?
Neu im Programm sind das Junior 600 und das Ultra-Lightweight. Damit umfasst die Classic TT 2026 insgesamt sechs Klassen. Beide neuen Rennen wurden in der Qualifying-Woche erstmals gefahren.












