- Patente zeigen einen Stahlrohrrahmen mit abnehmbaren Halterungen für Motor oder Akkupaket
- Der Benziner soll aus C125, Monkey oder Grom stammen, die Elektroversion einen Motor in der Schwinge nutzen
- Die originale CT50 Motra kam 1982 mit 4,5 PS (3,3 kW) und sechs Gängen auf den Markt
Honda hat in seiner Geschichte einige ungewöhnliche Motorräder gebaut. Dazu zählen die NR750 mit ovalen Kolben, die DN-01 mit hydraulischem Antrieb und der faltbare Motocompo. In diese Reihe gehört auch die CT50 Motra von 1982. Das kleine Motorrad erinnerte optisch an Militärfahrzeuge und Baumaschinen und war für schwere Lasten abseits der Straße gedacht. Verkauft hat sich die Motra damals schlecht. Trotzdem ist sie heute gesucht, und nun könnte Honda sie in moderner Form zurückbringen.

Was zeigen die Honda-Patente zur neuen Motra?
Die Patente zeigen eine neue Motra mit schlichtem Stahlrohrrahmen, die sich entweder mit Benzinmotor oder mit Elektroantrieb bauen lässt. Die Entwicklungsabteilung von Honda soll an diesem Nachfolger arbeiten.
Der Kern der Idee ist ein gemeinsamer Rahmen für beide Antriebsarten. Über abnehmbare Halterungen wird an dieselbe Stelle entweder ein Motor mit Getriebe oder ein Akkupaket geschraubt. Optisch bleibt die neue Motra so nüchtern und robust wie das Original. Ob und wann daraus ein Serienmodell wird, geht aus den Patenten nicht hervor.
Welche Motoren könnte die neue Honda Motra bekommen?
Für die Benzinversion ist der Einzylinder samt Getriebe aus der C125, der Monkey oder der Grom vorgesehen. Die Elektroversion bekommt stattdessen ein Akkupaket und einen Elektromotor in der Schwinge.
Benziner aus C125, Monkey und Grom
Der Einzylinder dieser drei Modelle ist ein direkter Nachfahre des Motors, der schon in der ersten Motra saß. Beide gehen auf die Super Cub zurück. Damit schließt sich technisch ein Kreis von über 40 Jahren.
Elektroantrieb mit Motor in der Schwinge
In der Elektroversion fällt die normale Schwinge weg. An ihre Stelle tritt eine Schwinge mit eingebautem Motor, die nach den Zeichnungen stark der Lösung aus dem Elektroroller CUV e: ähnelt. Weil dieser Roller in Leistung und Preis etwa auf dem Niveau der C125 Super Cub liegt, dürften sich auch die beiden Motra-Varianten in diesen Punkten kaum unterscheiden. Konkrete Daten zu Leistung, Reichweite oder Akku nennt Honda bisher nicht.

Warum setzt Honda auf eine gemeinsame Plattform für Benzin und Strom?
Eine gemeinsame Plattform erlaubt es, je nach Nachfrage Verbrenner oder Elektromodell zu bauen, ohne zwei komplett getrennte Fahrzeuge zu entwickeln. Damit folgt Honda einem Weg, den viele Autohersteller bereits gehen.
In der Autobranche haben viele Firmen zunächst ganz auf reine Elektrofahrzeuge gesetzt und Modelle von Grund auf um Motor und Akku herum entwickelt. Verbrennungsmotoren halten sich aber länger als erwartet. Deshalb gibt es inzwischen immer mehr Fahrzeuge, die mit beiden Antrieben angeboten werden. Die Motra-Patente übertragen dieses Prinzip auf ein kleines Motorrad.
Was bleibt vom Design der alten Motra?
Der kantige Stil, die dicken Ballonreifen wie bei einem Quad und die Gepäckträger vorne und hinten sollen erhalten bleiben. Das gilt für beide Antriebsvarianten.
Die neue Motra würde damit ihren Charakter als Lastesel behalten. Auf den Trägern lässt sich Gepäck festzurren, und das spielzeugartige Aussehen hebt sie deutlich von üblichen Kleinmotorrädern ab.
Was war die Honda CT50 Motra von 1982?
Die CT50 Motra war ein 50-Kubik-Freizeitmotorrad, das Honda für Ausflüge, Camping und Arbeit im Gelände gebaut hat. Sie kam am 10. Juni 1982 in Japan auf den Markt, einen Tag nach ihrer Vorstellung.
Der Name soll sich aus den Wörtern Motorcycle und Truck zusammensetzen, im Japanischen „Torakku“. Laut Honda stand bei der Entwicklung die Ladefähigkeit im Mittelpunkt. Die Motra hatte große Gepäckträger aus Stahlrohr vorne und hinten. Der vordere Träger war fest am Rahmen montiert und nicht am Lenker, damit sich das Motorrad auch beladen stabil lenken ließ. In Japan durften 50-Kubik-Motorräder allerdings höchstens 30 kg (66 lbs) Zuladung tragen.
Mit der Motra wuchs Hondas Angebot an 50-Kubik-Freizeitmotorrädern auf sieben Modelle in zehn Varianten. Der Preis lag bei 165.000 Yen, nach heutigem Wechselkurs circa 930 Euro / 1.040 US-Dollar. Nach heutiger Kaufkraft entspricht das rund 2.235 Euro / 2.500 US-Dollar. Angeboten wurde sie in zwei Farben: einem militärisch wirkenden Grün namens Popo Green und dem Gelb Maize Yellow, das eher an Baumaschinen erinnert.
Technik: 49 Kubik und sechs Gänge
Angetrieben wurde die Motra von einem luftgekühlten Viertakt-Einzylinder mit 49 cm³ aus der Super-Cub-Familie. Er leistete laut Honda 4,5 PS (3,3 kW) bei 7.500 U/min und 4,5 Nm (3,3 lb-ft) bei 5.500 U/min. Gestartet wurde per Kickstarter, eine Fliehkraftkupplung nahm dem Fahrer das Kuppeln ab.
Die Besonderheit war das Getriebe. Zu den drei normalen Gängen kam ein Zusatzgetriebe mit einer langen und einer kurzen Stufe, ähnlich wie bei einem Geländewagen. Umgeschaltet wurde per Hebel. In der kurzen Stufe wurden alle drei Gänge um den Faktor 1,459 untersetzt. So sollte die Motra laut Honda Steigungen von etwa 23 Grad schaffen, das sind rund 42 Prozent.
Weitere Daten laut Honda:
- Trockengewicht: 76 kg (168 lbs)
- Sitzhöhe: 720 mm
- Tankinhalt: 4,5 Liter
- Verbrauch: 1 Liter auf 100 km bei konstant 30 km/h
- Reifen: 5.40-10 mit grobem Profil vorne und hinten
- Bremsen: Trommelbremsen vorne und hinten
Die Federbeine hinten ließen sich an das Gewicht der Ladung anpassen. Eine Anzeige zeigte die gewählte Einstellung auf einen Blick. Der Hauptständer saß weit vorne und hatte eine Sperre. Er ließ sich nur bedienen, wenn ein Hebel am linken Lenkerende gezogen wurde. So blieb das beladene Motorrad auch an einem Hang sicher stehen.
Warum war die Motra damals ein Flop?
Die Motra verfehlte das Verkaufsziel von Honda deutlich. Geplant waren 45.000 Stück pro Jahr, verkauft wurde angeblich nur rund ein Zehntel davon.
Nach 1982 und 1983 verschwand die Motra aus dem Programm. Eine offizielle Produktionszahl hat Honda nie veröffentlicht. Die Idee eines Motorrads mit offenem, sichtbarem Rahmen griff Honda später wieder auf: 2001 mit dem Zoomer, in den USA als Ruckus verkauft, und 2004 mit dem PS250, der in Nordamerika als Big Ruckus erschien. Das Zusatzgetriebe übernahm keines dieser Modelle.
Wie viel kostet eine originale Honda Motra heute?
Gebrauchte Exemplare der Motra erzielen für ein kleines Nutzfahrzeug hohe Preise. Im Jahr 2020 wurden für Motorräder, die es nach Europa geschafft hatten, ab etwa 3.000 Pfund (circa 3.550 Euro / 3.980 US-Dollar) verlangt. In den USA lagen die Forderungen eher bei 6.000 Pfund (circa 7.110 Euro / 7.960 US-Dollar).
Die Motra war für den japanischen Markt gedacht. Inzwischen wurden aber einzelne Exemplare in die USA, nach Kanada, Europa, Neuseeland und Australien eingeführt. Gerade weil damals so wenige verkauft wurden, gilt sie heute als Kultobjekt.
Wann kommt die neue Honda Motra auf den Markt?
Einen Termin für die neue Motra gibt es nicht. Honda hat das Modell bisher nicht offiziell angekündigt, es existiert nur in Patentzeichnungen.
Patente sind kein Versprechen für ein Serienmodell. Sie zeigen aber, dass Honda das Konzept ernsthaft durchdacht hat. Ob die Motra zu den neuen Motorrädern der kommenden Modelljahre gehören wird und in welchen Märkten sie angeboten würde, ist offen. Auch Preise nennt Honda noch nicht.
Häufige Fragen
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Kommt die Honda Motra zurück?
Honda hat Patente für eine neue Motra angemeldet. Eine offizielle Ankündigung oder einen Marktstart gibt es aber noch nicht. Die Zeichnungen zeigen eine Version mit Benzinmotor und eine mit Elektroantrieb.
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Welchen Motor bekommt die neue Honda Motra?
Die Benzinversion soll den Einzylinder aus C125, Monkey oder Grom nutzen. Die Elektroversion bekommt ein Akkupaket und einen Motor in der Schwinge, der dem Antrieb des Rollers CUV e: ähnelt.
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Wie viel PS hatte die originale Honda Motra?
Die CT50 Motra von 1982 leistete laut Honda 4,5 PS (3,3 kW) bei 7.500 U/min. Der 49-cm³-Einzylinder stammte aus der Super-Cub-Familie und war mit einem Getriebe mit sechs Gängen in zwei Stufen kombiniert.
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Was kostete die Honda Motra 1982?
In Japan kostete die Motra 165.000 Yen. Nach heutigem Wechselkurs sind das circa 930 Euro / 1.040 US-Dollar.
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Warum heißt die Honda Motra so?
Der Name soll sich aus Motorcycle und Truck zusammensetzen. Das passt zum Konzept, denn Honda baute die Motra als kleinen Lastesel mit großen Gepäckträgern.












