- Nacht auf den 2. September 2026: Laut Medienberichten Vollgasfahrten und Wheelies in der Via Bazzani nahe der Umgehungsstraße, auch während Lkw die Strecke passierten
- Treffpunkte werden über Social Media verabredet, Zuschauer filmen und veröffentlichen die Videos
- Bereits 2023 sorgten Videos von der Statale 45 mit Tempo 150 in Kurven und Kreisverkehren gegen die Fahrtrichtung für Aufsehen
Die Sommernächte in der Peripherie von Piacenza sind derzeit alles andere als ruhig. Die Stadt liegt in der italienischen Region Emilia-Romagna, rund 70 Kilometer südöstlich von Mailand. Laut Medienberichten reißen Scheinwerfer und aufheulende Motoren die Anwohner aus dem Schlaf, wenn Motorradfahrer auf den Ausfallstraßen gegeneinander antreten. Die Rennen werden nicht spontan gefahren, sondern vorher in sozialen Netzwerken verabredet. Dabei geht es nicht nur um die Fahrer selbst: Auch das Publikum wird eingeladen, sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Was ist in der Nacht auf den 2. September in Piacenza passiert?
In der Nacht auf den 2. September 2026 kam es im Gebiet Montale nahe der Umgehungsstraße von Piacenza laut Medienberichten zu illegalen Motorradrennen. Vorbeifahrende Autofahrer hörten den Motorenlärm und meldeten, dass in der Via Bazzani mit Vollgas und Wheelies gefahren wurde.
Die Rennen liefen dabei nicht auf einer abgesperrten Strecke, sondern auf einer Straße, die weiter für den normalen Verkehr offen war. Lokale Medien berichten, dass die Fahrer auch dann weitermachten, als Lkw die Strecke passierten. Am Straßenrand verfolgte eine große Zahl junger Zuschauer das Geschehen, feuerte die Fahrer an, filmte die Aktionen und stellte die Videos anschließend in soziale Netzwerke.
Die Abläufe folgen dabei laut Medienberichten immer demselben Muster: Auf die Fahrten mit Wheelies, Spurwechseln und Überholmanövern folgt die Feier im Netz, mit Videos als Beleg für die eigene Leistung. Für die Anwohner bedeutet das nicht nur Lärm in der Nacht, sondern auch die Sorge, dass ahnungslose Verkehrsteilnehmer in die Aktionen geraten könnten.
Sind das in Piacenza wirklich Rennen?
Ob in der Via Bazzani tatsächlich Rennen im eigentlichen Sinn gefahren wurden, lässt sich aus den Berichten nicht eindeutig ableiten. Die geschilderten Wheelies sprechen eher für ein Vorführen des eigenen Könnens vor Publikum als für einen Wettkampf um die schnellste Zeit.
Bei einem Rennen geht es darum, eine Strecke so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Ein Wheelie kostet dabei Zeit: Solange das Vorderrad in der Luft ist, kann der Fahrer weder voll beschleunigen noch die Linie sauber halten. Wer wirklich gegeneinander antritt, lässt das Vorderrad deshalb unten. Dass in den Berichten aus Piacenza Wheelies und Rennen in einem Atemzug genannt werden, deutet darauf hin, dass es sich weniger um organisierte Wettfahrten handelt als um ausgelassenes Fahren und Stunts vor Zuschauern, die das Ganze filmen.
Für die Bewertung ändert das wenig. Wheelies, Spurwechsel und Vollgasfahrten auf einer für den Verkehr offenen Straße sind in jedem Fall illegal und gefährlich, unabhängig davon, ob dabei jemand gegen die Uhr oder gegen andere Fahrer fährt. Der Begriff Rennen, wie er in der Berichterstattung verwendet wird, beschreibt damit eher die Wahrnehmung der Anwohner als das, was auf der Straße tatsächlich abläuft.

Warum sind illegale Motorradrennen in Piacenza kein neues Problem?
Die Region um Piacenza war bereits im Sommer 2023 wegen riskanter Motorradvideos in den Schlagzeilen, damals ging es um die Statale 45 zwischen Piacenza und Genua. Die Strecke durch die Val Trebbia gilt mit ihren hunderten Kehren unter Motorradfahrern als eine der schönsten Straßen Norditaliens und zieht seit Jahren auch Fahrer an, die sich nicht an die Regeln halten.
In den Videos von damals waren laut Medienberichten Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h in Kurven zu sehen, dazu Überholmanöver über die doppelte durchgezogene Linie, Überholen rechts und Slalomfahrten zwischen Autos. Aufgenommen wurde das Ganze mit Kameras am Armaturenbrett, teilweise auch aus der Luft mit Drohnen. Auf manchen Aufnahmen saßen junge Frauen auf dem Sozius, die hörbar Angst hatten. Ein Zitat aus einem der Videos lautet: „Basta, ho paura“, auf Deutsch: „Hör auf, ich habe Angst“.
Als besonders riskant galt eine Aktion am Kreisverkehr von Cernusca, den ein Fahrer entgegen der Fahrtrichtung durchfuhr. Wenige Kilometer weiter hielt er an, seine Freunde kommentierten im Video: „Hai sette vite tu“, auf Deutsch: „Du hast sieben Leben“. Die Begleiter kamen laut den Berichten aus benachbarten Regionen, vor allem aus der Lombardei, aus Mailand und Monza.
Welche Rolle spielen YouTube und TikTok bei den Rennen?
Die Videos sind laut Medienberichten kein Zufallsprodukt, sondern professionell geschnitten und Teil eines Geschäftsmodells. Von solchen Aufnahmen gebe es hunderte bis tausende, in den Kommentaren werde die Val Trebbia als „giostra“ (Karussell) oder als „pista“ (Rennstrecke) bezeichnet.
Damit erklärt sich auch, warum die täglichen Kontrollen von Carabinieri und Polstrada entlang der Statale 45 die Fahrer offenbar wenig beeindrucken. Die Reichweite im Netz ist für einen Teil der Szene der eigentliche Antrieb. Auf einigen Aufnahmen ist laut den Berichten zu sehen, wie der Tacho vor einer Kurve bis knapp an die Marke von 200 km/h klettert.
Steckt hinter den Rennen in Piacenza mehr als Adrenalin?
Ob bei den Rennen in Piacenza auch Geld im Spiel ist, ist bislang nicht belegt. In der italienischen Fachpresse wird allerdings die Möglichkeit angesprochen, dass illegale Wetten eine Rolle spielen könnten.
Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, ginge es laut dieser Einschätzung nicht mehr nur um leichtsinniges Verhalten, sondern um organisierte Kriminalität. Offizielle Stellungnahmen der Behörden zu den Vorfällen am Montale oder zu möglichen Ermittlungen liegen bislang nicht vor.
Der Fall aus Piacenza reiht sich damit in eine Serie von Berichten über illegale Motorradrennen in Italien ein, bei denen soziale Netzwerke sowohl als Treffpunkt als auch als Bühne dienen. Für die Anwohner am Stadtrand von Piacenza bleibt vorerst die Frage offen, wie lange die Nächte noch von aufheulenden Motoren geprägt sein werden.

Häufige Fragen
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Wo finden die illegalen Motorradrennen in Piacenza statt?
Die jüngsten Rennen fanden im Gebiet Montale am Stadtrand von Piacenza statt, konkret in der Via Bazzani nahe der Umgehungsstraße. Bereits 2023 war die Statale 45 zwischen Piacenza und Genua wegen riskanter Motorradvideos in den Schlagzeilen.
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Wie werden die Rennen in Piacenza organisiert?
Die Treffpunkte werden laut Medienberichten über soziale Netzwerke verabredet, dabei wird auch Publikum eingeladen. Zuschauer stehen am Straßenrand, feuern die Fahrer an, filmen die Aktionen und veröffentlichen die Videos anschließend im Netz.
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Werden in Piacenza echte Rennen gefahren?
Das ist aus den Berichten nicht eindeutig belegt. Die geschilderten Wheelies passen nicht zu einem Wettkampf um die schnellste Zeit, weil sie Zeit kosten. Wahrscheinlicher ist ausgelassenes Fahren mit Stunts vor Publikum, was auf öffentlichen Straßen aber genauso illegal und gefährlich ist.
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Was war 2023 auf der Statale 45 bei Piacenza los?
Im Sommer 2023 kursierten Videos von der Statale 45 mit Geschwindigkeiten bis 150 km/h in Kurven, Überholmanövern über die durchgezogene Linie und einem Kreisverkehr bei Cernusca, der gegen die Fahrtrichtung durchfahren wurde. Die Aufnahmen entstanden mit Kameras am Motorrad und teilweise mit Drohnen und wurden professionell geschnitten auf YouTube und TikTok veröffentlicht.
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Gibt es Hinweise auf illegale Wetten bei den Rennen?
Belegt ist das bislang nicht. In der italienischen Fachpresse wird die Möglichkeit angesprochen, dass illegale Wetten eine Rolle spielen könnten, offizielle Stellungnahmen der Behörden dazu liegen aber nicht vor.










