- Michael Dunlop fährt Honda Fireblade statt Ducati Panigale V4 R in der Superbike-Klasse, in der Superstock-Klasse eine BMW
- Alle drei Sessions am Montag liefen als ungezeitete freie Trainings, das geplante erste Qualifying fand nicht statt
- Davey Todd fehlt wegen Verletzungen vom Daytona 200, Peter Hickman ist nach seinem 225-km/h-Sturz 2025 zurück im Feld
Die Tourist Trophy 2026 hat am Montag bei Sonnenschein und optimalen Bedingungen mit den ersten freien Trainings auf dem Mountain Course begonnen. Michael Dunlop sorgte gleich für die erste große Geschichte, als er statt der angekündigten Ducati Panigale V4 R mit einer Honda Fireblade in der Superbike-Klasse antrat. Newcomer, Supersport- und Sidecar-Piloten absolvierten ihre Sessions ohne Zwischenfälle.
- Michael Dunlop fährt Honda Fireblade statt Ducati Panigale V4 R in der Superbike-Klasse, in der Superstock-Klasse eine BMW
- Alle drei Sessions am Montag liefen als ungezeitete freie Trainings, das geplante erste Qualifying fand nicht statt
- Davey Todd fehlt wegen Verletzungen vom Daytona 200, Peter Hickman ist nach seinem 225-km/h-Sturz 2025 zurück im Feld
Die TT 2026 läuft vom 25. Mai bis zum 6. Juni auf dem 60,7 Kilometer langen Snaefell Mountain Course. Die Veranstaltung bringt in diesem Jahr einige Neuerungen mit: Die bisherige Supertwin-Klasse wurde zur Sportbike-Klasse umgewandelt, ein zusätzlicher dritter Ruhetag wurde in die Qualifikationswoche eingefügt und insgesamt stehen sieben statt bisher sechs Qualifying-Sessions zur Verfügung. Dass der Auftakt gleich eine der meistdiskutierten Personalien der diesjährigen TT klären würde, hatte so allerdings kaum jemand erwartet.

Wie verliefen die Newcomer-Runden auf dem Mountain Course?
Die Strecke wurde planmäßig am Vormittag gesperrt, und gegen 10:45 Uhr Ortszeit gingen die Newcomer auf ihre geschwindigkeitskontrollierten Akklimatisierungsrunden. Bei den Solofahrern waren es Gary McCoy und Rhys Stephenson, die den Mountain Course erstmals unter Wettbewerbsbedingungen kennenlernten. McCoy, ein erfahrener Fahrer aus Cookstown in Nordirland und ehemaliger Oliver’s-Mount-Champion, hatte eigentlich schon 2025 sein TT-Debüt geben wollen, war aber nach einem Unfall beim North West 200 für den Rest der Saison ausgefallen.
Bei den Seitenwagen absolvierten Jamie Hanks mit Beifahrer Jonathan Kirk sowie Andrew Miller, Ben Gale und Rob Coppock ihre Debütrunden. Als erfahrene Führungsfahrer begleiteten Richard „Milky“ Quayle und John Barton die Solo-Newcomer über die Strecke, während Greg Lambert und Andrew Haynes die Sidecar-Debütanten durch die 37,73 Meilen lange Runde lotsten. Die Newcomer kommen zwar formell als TT-Debütanten, einige von ihnen kennen den Mountain Course allerdings bereits vom Manx Grand Prix und sind daher keine völligen Neulinge auf der Strecke.
Was passierte in den Supersport- und Sportbike-Sessions?
Um 11:03 Uhr Ortszeit begann das erste ungezeitete freie Training für alle Klassen. Michael Dunlop ging als erster Fahrer überhaupt auf die Strecke, zunächst auf der SC Project Paton in der Sportbike-Konfiguration. Nach nur einer Runde wechselte der 33-fache TT-Sieger auf die MD Racing/Scars Racing Ducati. Dieses Vorgehen ist bei Dunlop nicht ungewöhnlich, denn er nutzt die freien Trainings traditionell, um verschiedene Maschinen zu bewegen und sich auf dem Mountain Course einzurichten.

In der Supersport-Klasse war Michael Browne auf der Yamaha des Boyce Precision Engineering/Russell Racing Teams der erste Fahrer auf der Strecke. Browne geht in diesem Jahr erstmals auf einer Yamaha YZF-R9 an den Start, was für die Maschine eine Premiere auf dem Mountain Course darstellt. Direkt hinter ihm folgten Dean Harrison auf der Honda Racing UK Maschine und Ian Hutchinson für BE/RK Racing. Harrison war beim North West 200 zuletzt in starker Form und beschrieb sein aktuelles Leistungsniveau im Vorfeld als das beste seiner Karriere. Hutchinson wiederum fährt 2026 erstmals für ein neues Team und hat den Wechsel auf Ducati-Maschinen vollzogen.
Die Supersport- und Sportbike-Sessions verliefen ohne größere Zwischenfälle. Zwei TT-Neulinge mussten allerdings vorzeitig aufgeben: Lewis Arrowsmith stieg bei Sulby Bridge ab, Ryan Whitehall beendete seine Session bei Glen Vine. Beide sind Absolventen des Manx Grand Prix und hatten sich über ihre Erfolge dort für den TT-Start qualifiziert. Auch das anschließende Sidecar-Training lief ohne Probleme.
Warum fährt Dunlop in der Superbike-Klasse nicht die Ducati V4 R?
Die wohl meistdiskutierte Geschichte des Trainingstags betraf Michael Dunlops Maschinenwahl in der Superbike-Klasse. Der Rekordsieger hatte vor der Saison eine 2026er Ducati Panigale V4 R entgegengenommen und diese beim offiziellen BSB-Test in Oulton Park im April sogar auf der Strecke bewegt. Beim North West 200 erschien er allerdings bereits mit einer Honda CBR1000RR-R Fireblade. Am ersten TT-Trainingstag bestätigte sich: Dunlop fährt die Superbike-Klasse auf einer Fireblade im Auftrag von Hawk Racing.
In einem offiziellen Statement erklärte Dunlop, dass es sich bei der Ducati um eine „full WSBK Ducati V4R version“ handle, die sehr spät beim Team eingetroffen sei. Das Projekt brauche mehr Entwicklungszeit. „We are looking forward to working along with Ducati so we can put the project in a good place and get testing done before we get it to the roads in the future.“ („Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ducati daran zu arbeiten, das Projekt in eine gute Position zu bringen und die Tests abzuschließen, bevor wir es in Zukunft auf die Straßenrennen bringen.“)
Davey Todd, der die TT 2026 wegen seiner Verletzungen vom Daytona 200 verpasst, kommentierte Dunlops Entscheidung im offiziellen TT-Livestream: „I don’t think you can ever fully confirm, even the day before the TT, what bike Michael will be riding. There was a lot of hype about him riding the new Ducati V4. And, whatever’s happened with that, he’s ended up deciding not to ride it and to pull out a Honda Fireblade instead.“ („Ich glaube nicht, dass man jemals endgültig bestätigen kann, selbst am Tag vor der TT, auf welchem Motorrad Michael fahren wird. Es gab einen großen Hype darum, dass er die neue Ducati V4 fährt. Und was auch immer damit passiert ist, er hat sich am Ende entschieden, sie nicht zu fahren und stattdessen eine Honda Fireblade herauszuholen.“)
Todd ergänzte, Dunlop habe seine persönliche Bestzeit am Mountain Course auf der Fireblade gefahren, konkret 135,970 mph (218,8 km/h im Durchschnitt) im Jahr 2024. Beim Superbike-Rennen 2024 hatte Dunlop auf der Honda bis zum letzten Boxenstopp geführt, bevor ein Problem beim Visierwechsel ihn die Siegchancen kostete. In der Superstock-Klasse setzt Dunlop auf eine BMW, in der Supersport-Klasse auf die Ducati Panigale V2 von Scars by MD Racing. Mit der V2 hatte er 2025 beide Supersport-Rennen der TT gewonnen und Ducati damit die ersten TT-Siege seit 30 Jahren beschert.
Welche Fahrer fehlen bei der TT 2026 und wer ist zurück?
Der prominenteste Ausfall im Fahrerfeld betrifft Davey Todd, der nach schweren Verletzungen beim Daytona 200 Rennen in den USA für die gesamte TT als medizinisch nicht startfähig erklärt wurde. Todd hatte 2025 das Superbike-Rennen gewonnen und war als einer der Topfavoriten gehandelt worden. Er war als Teil des offiziellen BMW-Motorrad-Werksteams gemeinsam mit Peter Hickman vorgesehen.

Hickman selbst ist dagegen zurück im Feld. Der 16-fache TT-Sieger und Inhaber des absoluten Rundenrekords (135,452 mph, aufgestellt 2018) hatte bei der TT 2025 bei Geschwindigkeiten jenseits der 225 km/h einen schweren Sturz erlitten und sich Nervenschäden zugezogen. Er tritt 2026 mit dem 8TEN BMW Team in den 1000-ccm-Klassen an, dazu auf Trooper Triumph in der Supersport-Klasse und auf House of Swan Yamaha in der Sportbike-Klasse. Die Frage, ob Schulter, Arm und Vertrauen bereits wieder auf dem nötigen Niveau sind, wird sich erst im Laufe der Trainingswoche beantworten lassen.
John McGuinness, mit 23 TT-Siegen die Nummer drei der ewigen Bestenliste, feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges TT-Jubiläum. Die Frage, ob die TT 2026 sein letzter Auftritt auf dem Mountain Course sein könnte, begleitet den Veteranen seit mehreren Jahren.
Wie ging der Trainingstag zu Ende?
Das Superbike/Superstock-Training am Nachmittag wurde nach einem Zwischenfall in Ramsey mit der roten Flagge abgebrochen. Das für 14:15 Uhr Ortszeit geplante erste Qualifying der TT 2026 fand nicht statt, sämtliche Streckenaktivitäten wurden für den Rest des Tages eingestellt. Über die Einzelheiten des Vorfalls am Parliament Square haben wir in einem separaten Artikel berichtet: Isle of Man TT 2026: Vorfall am Parliament Square
Damit endete der erste Tag der TT 2026 bereits am frühen Nachmittag. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem der Auftakttag vorzeitig beendet wurde. 2025 hatte Regen dafür gesorgt, dass nach den Newcomer-Runden keine weiteren Sessions stattfanden.

Was steht am Dienstag auf dem Programm?
Am Dienstag soll der reguläre Qualifikationsbetrieb beginnen. Laut dem Zeitplan schließt die Mountain Road ab 16:45 Uhr Ortszeit, die gesamte Strecke wird ab 18:00 Uhr gesperrt. Die Superbike- und Superstock-Piloten sollen als erste um 18:30 Uhr auf die Strecke gehen, gefolgt von den Supersport- und Sportbike-Fahrern und den Seitenwagen. Es wäre die erste gezeitete Session der TT 2026 und damit der erste echte Leistungsvergleich zwischen den Fahrern. Die Veranstalter haben für diese Ausgabe der TT mehr Ausweichtermine eingeplant als in den Vorjahren, sodass der Verlust des ersten Tages aufgefangen werden kann.
Die Rennwoche selbst beginnt am Samstag, dem 30. Mai, mit dem RL360 Superstock TT Race 1 als erstem Rennen. Die TT 2026 ist Teil einer internationalen Straßenrennsaison, in der sich die Kräfteverhältnisse beim North West 200 Anfang Mai bereits angedeutet haben. Die Leistungen in Nordirland gelten traditionell als Gradmesser für das, was auf dem Mountain Course zu erwarten ist.
Frequently Asked Questions
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Wann fand das erste freie Training der Isle of Man TT 2026 statt?
Das erste freie Training der TT 2026 begann am Montag, dem 25. Mai, um 11:03 Uhr Ortszeit. Zuvor hatten die Newcomer ab 10:45 Uhr ihre geschwindigkeitskontrollierten Akklimatisierungsrunden absolviert. Alle drei Sessions des Tages waren ungezeitete freie Trainings.
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Welches Motorrad fährt Michael Dunlop in der Superbike-Klasse bei der TT 2026?
Michael Dunlop setzt bei der TT 2026 in der Superbike-Klasse auf die Honda CBR1000RR-R Fireblade im Auftrag von Hawk Racing. Die zuvor angekündigte Ducati Panigale V4 R benötigte laut Dunlop noch mehr Entwicklungszeit. Seine persönliche Bestzeit am Mountain Course hatte er 2024 ebenfalls auf der Fireblade aufgestellt, mit einem Schnitt von 135,970 mph.
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Warum fehlt Davey Todd bei der Isle of Man TT 2026?
Davey Todd wurde nach schweren Verletzungen beim Daytona 200 Rennen in den USA, darunter zwei gebrochene Beine, für die gesamte TT 2026 als medizinisch nicht startfähig erklärt. Er hatte 2025 das Superbike-Rennen gewonnen und galt als einer der Topfavoriten.
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Wann beginnt die Rennwoche der Isle of Man TT 2026?
Die Rennwoche der TT 2026 startet am Samstag, dem 30. Mai, mit dem RL360 Superstock TT Race 1 um 10:45 Uhr. Insgesamt sind zehn Rennen geplant, verteilt auf sechs Renntage bis zum 6. Juni. Den Abschluss bildet wie traditionell das Milwaukee Senior TT.










