- Rea fuhr im Windsor Park in Belfast eine Runde um das Spielfeld, auf einer straßenzugelassenen Honda CBR1000RR-R Fireblade
- Mehr als 200 Teilnehmer legten vorher gemeinsam 120 Runden zu Fuß zurück, so weit wie von Belfast bis Daisy Lodge
- Seit 2016 sind über 176.000 Pfund zusammengekommen, bis Ende 2026 sollen es mehr als 200.000 Pfund werden
Rennstrecken wie Jerez sind das gewohnte Revier von Jonathan Rea. Dort hat er im Oktober als Testfahrer für Honda schon die nächste Generation der Fireblade bewegt. Im Clearer Twist National Stadium im Windsor Park zählten keine Rundenzeiten. Im Heimstadion der nordirischen Fußball-Nationalmannschaft in Belfast kamen an einem Sonntag im Oktober mehr als 200 Menschen aus dem nordirischen Fußball zusammen. Sie sammelten Spenden für Kinder und Jugendliche, die an Krebs erkrankt sind. Den Schlusspunkt des Tages setzte Rea mit dem Motorrad.

Warum fuhr Jonathan Rea mit dem Motorrad durch ein Fußballstadion?
Rea war das motorisierte Finale einer Benefizveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen einer Partnerschaft. Die Irish Football Association, der Fußballverband Nordirlands, und die Hilfsorganisation Cancer Fund for Children arbeiten seit 2016 zusammen.
Für seine Runde um den Rasen nutzte Rea eine Straßenversion der Honda CBR1000RR-R Fireblade. Das Superbike kennt er aus seiner Arbeit für Honda in der Superbike-WM sehr genau. Neben dem Motorsportler waren auch bekannte Gesichter aus dem Fußball dabei. Darunter waren die früheren Nationalspieler Steven Davis und Gareth McAuley sowie Michael O’Neill, der Trainer der nordirischen Männer-Nationalmannschaft.
Davis erinnerte an den Beginn der Partnerschaft im Jahr 2016. Damals spielte Nordirland bei der Europameisterschaft in Frankreich, und Mannschaft und Fans standen eng zusammen. Dieses Gemeinschaftsgefühl lebe in der Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation weiter, sagte er.
Was ist die Road to Daisy Lodge GAWA Relay?
Die Road to Daisy Lodge GAWA Relay ist eine Staffel, bei der die Teilnehmer gemeinsam 120 Runden um das Spielfeld gegangen sind. Zusammen ergibt das die Strecke von Belfast bis Daisy Lodge, dem Therapiezentrum der Hilfsorganisation in Newcastle im County Down.
GAWA steht für Green and White Army, so nennen sich die Fans der nordirischen Nationalmannschaft. Auf dem Rasen standen Spieler, Trainer, ehemalige Fußballstars, Sportler aus anderen Disziplinen, Fans und Familien. Im Mittelpunkt standen die Familien, die von der Organisation betreut werden. Sie erzählten den Teilnehmern ihre Geschichten und zeigten damit, wofür das Geld gebraucht wird.
Wie viel Geld ist für den Cancer Fund for Children zusammengekommen?
Seit dem Start der Partnerschaft 2016 hat der nordirische Fußball mehr als 176.000 Pfund (circa 211.000 Euro / 236.000 US-Dollar) gesammelt. Laut dem Bericht von RideApart ist die Summe durch die Aktion im Windsor Park auf über 180.000 Pfund (circa 216.000 Euro / 241.000 US-Dollar) gestiegen.
Das erklärte Ziel sind mehr als 200.000 Pfund (circa 240.000 Euro / 268.000 US-Dollar) bis Ende 2026. Schon im September gab es beim Nations-League-Spiel Nordirlands gegen Ungarn einen eigenen Aktionstag für die Organisation. Die Staffel im Windsor Park war der nächste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel. Weitere Spenden sind über die Spendenseite der Partnerschaft möglich.
Michael O’Neill lobte, was die Fans in den vergangenen zehn Jahren für die Organisation geleistet haben. Er verwies darauf, dass es keine staatlichen Gelder gebe und Spenden in dieser Größenordnung deshalb besonders wichtig seien.
Wobei hilft der Cancer Fund for Children betroffenen Familien?
Die Organisation unterstützt Kinder, Jugendliche und ihre Familien praktisch und emotional, sobald eine Krebserkrankung die Familie trifft. Diese Hilfe gibt es zu Hause, im Wohnort und direkt auf der Krankenhausstation.
Ein wichtiger Baustein ist Daisy Lodge. Dort können betroffene Familien kostenlos eine therapeutische Auszeit nehmen. Der Bedarf ist groß: In Nordirland erkranken nach Angaben der Organisation jede Woche etwa drei Kinder und junge Erwachsene im Alter bis 24 Jahre an Krebs.

Jonathan Rea nach dem Karriereende als Rennfahrer
Für Rea war der Auftritt in Belfast ein Heimspiel abseits der Rennstrecke. Ende 2025 beendete er seine Karriere als Stammfahrer in der Superbike-WM, in der er sechs Titel gewonnen hat. Seitdem arbeitet er als Testfahrer für Honda und entwickelt die Fireblade weiter. Mit dem Superbike, das er sonst bei Tests am Limit bewegt, fuhr er im Windsor Park eine gemächliche Ehrenrunde vor Fußballfans und Familien.












