- Acosta siegt mit 0,578 Sekunden Vorsprung vor Marc Marquez, Marco Bezzecchi wird Dritter vor Ai Ogura
- Alex Marquez stürzt von der Pole gestartet in der dritten Runde in Führung liegend, Jack Miller scheitert mit seinem Motorradwechsel
- In der WM führt Marc Marquez mit 374 Punkten vor Martin mit 355 und Bezzecchi mit 322
Für Marc Marquez begann der Samstag in Malaysia mit einer Nachricht, die den Titelkampf weiter in seine Richtung schob. Jorge Martin zog nach dem freien Training am Morgen zurück, sein gebrochenes Handgelenk ließ keinen Rennbetrieb zu. Der Sprint über zehn Runden wurde danach aber alles andere als eine ruhige Pflichtaufgabe. Schon in der zweiten Runde zeigten die Streckenposten die weiße Flagge, weil an einigen Stellen leichter Regen fiel. Damit durften die Fahrer an der Box auf ihr Regenmotorrad wechseln. Wer auf Slicks blieb, musste dagegen auf feuchten Flecken in Kurven einlenken, ohne zu wissen, wie viel Grip dort noch da ist. Am Ende setzte sich Acosta auf seiner Werks-KTM in diesem Nervenspiel durch.

Wie hat Pedro Acosta den Sprint in Sepang gewonnen?
Acosta wartete lange hinter dem führenden Ai Ogura und schlug erst in der achten Runde zu. Danach fuhr er sich einen kleinen Vorsprung heraus und kam mit 0,578 Sekunden vor Marc Marquez ins Ziel.
Der Spanier war von Startplatz drei ins Rennen gegangen. Dass er das Tempo für den Sieg hatte, zeigte er früh. In der zweiten Runde fuhr er mit 1:58,196 Minuten die schnellste Runde des Sprints, nur zwölf Tausendstelsekunden schneller als Alex Marquez in derselben Runde. Als der Regen einsetzte, blieb Acosta trotzdem geduldig hinter Ogura. Den ersten Angriff setzte er in der achten Runde in der Haarnadelkurve 9. Ogura konterte in Kurve 11, doch Acosta kam besser aus der Kurve heraus und holte sich die Spitze zurück. Diesmal endgültig. Während Ogura und Marc Marquez hinter ihm um Platz zwei kämpften, gewann er etwas Luft. Für die 55,43 Kilometer brauchte er 20:04,098 Minuten.
Es ist erst der zweite Sprintsieg seiner Karriere. Den ersten hatte er beim Saisonauftakt in Buriram geholt, damals allerdings erst durch eine Strafe gegen Marc Marquez. In Sepang entschied er das Rennen dagegen auf der Strecke. Ab 2027 fahren die beiden im Ducati-Werksteam zusammen.
Nach einem leichten Wochenende sah es für Acosta zunächst nicht aus. Sein Crew-Chief Paul Trevathan erzählte vor dem Start im TV-Interview, Acosta habe am Freitag überhaupt kein Gefühl für das Motorrad gehabt. Das Team arbeitete über Nacht an der Abstimmung, im Qualifying passte es dann. Nach dem Rennen lobte Trevathan vor allem die Reife seines Fahrers. Acosta habe abgewartet, bis er sicher war, dass er mehr Tempo hat, und es dann genutzt. Acosta selbst räumte ein, dass Mischbedingungen eigentlich nicht seine Stärke sind. Weil er aber nichts zu verlieren hatte und wusste, dass Marquez hinter ihm an die WM denken muss, habe er es versucht. Seinen Dank richtete er an die Mechaniker, die am Vorderbau des Motorrads gearbeitet hatten.
Ogura gegen Marquez: Ein harter Start und ein früher Sturz an der Spitze
Alex Marquez war von der Pole Position gestartet. Im Qualifying hatte er seinen Bruder mit 1:56,493 Minuten um 0,070 Sekunden geschlagen, Acosta lag nur 0,084 Sekunden hinter Marc Marquez. Auf dem langen Weg zur ersten Kurve setzte sich der Gresini-Pilot an die Spitze.
Dahinter wurde es sofort eng. Ogura auf der Trackhouse-Aprilia ging von Startplatz vier in Kurve 1 an Marc Marquez vorbei. In Kurve 2 berührten sich die beiden leicht, Marquez musste sein Motorrad aufrichten. Diese Lücke nutzte auch Acosta. Nach wenigen hundert Metern war der WM-Führende nur noch Vierter.
Alex Marquez baute seinen Vorsprung bis zum Ende der zweiten Runde auf gut eine halbe Sekunde aus. In der dritten Runde rutschte er dann in Kurve 14 weg. Er blieb unverletzt, es war der einzige Sturz des Sprints. Ob der Regen dabei eine Rolle spielte, ist offen. Die Regenflaggen wurden in dieser Phase vor allem im Bereich von Kurve 6 gezeigt, also auf einem anderen Teil der Strecke.
Ogura erbte so die Führung und hielt sie bis zur achten Runde. Danach verlor er nacheinander die Positionen an Acosta, Marc Marquez und schließlich anderthalb Runden vor Schluss auch an Bezzecchi. Als Vierter lag er im Ziel trotzdem noch 3,260 Sekunden vor dem nächsten Verfolger.

Warum ging Marc Marquez im Regen kein Risiko ein?
Marquez fuhr mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Vor dem Start hatte Ducati-Teammanager Davide Tardozzi als Ziel ausgegeben, ins Ziel zu kommen und möglichst vor Bezzecchi zu bleiben.
Tardozzi verriet im TV-Interview vor dem Sprint, dass er vor allem bei den ersten Kurven die Daumen drückt. Gerade im Sprint seien diese besonders gefährlich. Genau dort hatte Marquez mit Ogura dann auch seinen engsten Moment.
Marquez selbst erklärte nach dem Rennen im TV-Interview, dass es ein Sprint gewesen sei, in dem man leicht einen Fehler macht. Fahrer, die nicht um den Titel kämpfen, könnten mehr riskieren. Er habe das Tempo gehabt, wollte das Rennen aber bewusst nicht anführen. Wer bei einsetzendem Regen als Erster in eine nasse Stelle fährt, stürzt nach seiner Erfahrung am ehesten.
Gegen Ogura musste er Platz zwei trotzdem hart erkämpfen. Nachdem Marquez in der achten Runde an ihm vorbeigegangen war, griff Ogura in der folgenden Runde in Kurve 4 noch einmal an. Er kam beim Herausbeschleunigen aber zu weit nach außen, und Marquez stach in Kurve 5 innen wieder vorbei. Seinen 25. Sprintsieg verpasste er damit, nahm aber neun Punkte für Rang zwei mit.
Warum ging der Regenpoker für Miller und Co. nicht auf?
Der Regen blieb bis zur Zielflagge zu schwach. Wer auf Regenreifen wechselte, war auf der weitgehend trockenen Strecke viel langsamer als die Fahrer auf Slicks. Richtig heftig regnete es erst in der Auslaufrunde.
Jack Miller reagierte als Erster auf die weiße Flagge und bog in der zweiten Runde an die Box ab. Sein Pramac-Team hatte das zweite Motorrad aber noch nicht fertig. Miller wartete sichtlich wütend in der Box, verlor dabei so viel Zeit, dass ein Weiterfahren keinen Sinn mehr hatte, und stellte ab.
Nach der vierten Runde folgten Joan Mir, Iker Lecuona und Franco Morbidelli. Mir und Lecuona wählten vorne den mittleren und hinten den weichen Regenreifen, Morbidelli fuhr auf beiden Rädern die mittlere Mischung. Alle drei waren danach mehrere Sekunden pro Runde langsamer. Maverick Viñales wechselte nach der siebten Runde, seine ersten Runden auf Regenreifen waren mehr als 15 Sekunden langsamer als die der Spitze. Im Ergebnis landete das Quartett auf den Plätzen 15 bis 18, Viñales als bester von ihnen mit 1:42,843 Minuten Rückstand. Alle anderen Fahrer im Ziel waren durchgehend auf weichen Slicks vorne und hinten unterwegs.
Bezzecchi nutzte die schwierigen Bedingungen für sich. Der Aprilia-Werksfahrer beschrieb im TV-Interview, wie heftig die Zweikämpfe schon auf den ersten Metern waren. Danach habe er sich auf Platz fünf stabilisiert und gewusst, dass er für den Schluss noch Reserven hat. Als der Regen kam, sah er, dass die Fahrer vor ihm Probleme bekamen, und schloss Schritt für Schritt auf. Für einen Angriff auf Marquez kam er nach eigener Aussage zu spät, über das Podium freute er sich trotzdem.

Bagnaia, Binder und Moreira: Wer holte die übrigen Punkte?
Fabio Di Giannantonio wurde auf der VR46-Ducati Fünfter. Pecco Bagnaia kam von Startplatz zehn gut weg, fiel im Laufe des Rennens gegenüber der Spitze aber zurück und wurde Sechster. Brad Binder machte auf der zweiten Werks-KTM acht Plätze gut und fuhr von Rang 15 auf Rang sieben. Rookie Diogo Moreira kam von Startplatz 14 als bester Honda-Fahrer auf Platz acht, nur 0,100 Sekunden vor Enea Bastianini, der den letzten Punkt holte. Johann Zarco verpasste als Zehnter die Punkteränge knapp.
Leicht war der Nachmittag für keinen Fahrer. Bei 36 Grad Luft- und 51 Grad Asphalttemperatur machte vielen auch der Zustand der Strecke zu schaffen. Der Belag in Sepang ist so abgenutzt, dass Fahrer die Bedingungen mit einer Motocross-Strecke vergleichen. Laut Trevathan nutzt sich auf diesem Asphalt neben dem Hinterreifen auch der Vorderreifen stark ab.
Wie steht die MotoGP-WM nach dem Sprint in Sepang?
Marc Marquez führt die Weltmeisterschaft mit 374 Punkten an. Jorge Martin folgt mit 355 Punkten, Marco Bezzecchi mit 322 Punkten auf Platz drei.
Vor dem Sprint hatte der Abstand zwischen Marquez und Martin noch zehn Punkte betragen, jetzt sind es 19. Martin kann am Sonntag nicht dagegenhalten. Aprilia teilte nach dem freien Training am Samstagmorgen mit, dass er den Rest des Wochenendes auslässt, um sich weiter zu erholen. Zurück auf dem Motorrad will er in Katar sein. Auch sein Markenkollege Raul Fernandez fehlt in Malaysia verletzt und hat mit 236 Punkten keine rechnerische Titelchance mehr. Theoretisch im Rennen sind noch sechs Fahrer: Marquez, Martin, Bezzecchi, Acosta mit 275 Punkten, Ogura mit 265 und Di Giannantonio mit 257.
In der Herstellerwertung ist es weiter knapp. Aprilia führt mit 516 Punkten vor Ducati mit 512.
In der MotoGP-Saison 2026 stehen nach dem Grand Prix in Sepang am Sonntag noch drei Rennwochenenden auf dem Programm: Katar am 8. November, Portimão am 22. November und das Finale in Valencia am 29. November. Weil Martin fehlt, baut Marquez seinen Vorsprung am Sonntag mit jedem Punkt weiter aus.

Häufige Fragen
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Wer hat den MotoGP Sprint in Sepang gewonnen?
Pedro Acosta hat den MotoGP Sprint in Sepang auf der Werks-KTM gewonnen. Er siegte mit 0,578 Sekunden vor Marc Marquez, Marco Bezzecchi wurde Dritter. Für Acosta war es der zweite Sprintsieg seiner Karriere.
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Warum ist Alex Marquez im Sprint in Sepang ausgefallen?
Alex Marquez stürzte in der dritten Runde in Kurve 14, während er das Rennen anführte. Er war von der Pole Position gestartet und blieb bei dem Sturz unverletzt.
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Warum hat Jack Miller in Sepang aufgegeben?
Jack Miller kam in der zweiten Runde an die Box, um auf sein Regenmotorrad zu wechseln. Sein Team hatte das zweite Motorrad aber noch nicht vorbereitet. Weil er dadurch zu viel Zeit verlor, stellte er ab.
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Wie viele Punkte Vorsprung hat Marc Marquez nach dem Sprint in Sepang?
Marc Marquez liegt nach dem Sprint mit 374 Punkten 19 Zähler vor Jorge Martin. Martin hat sich für den Rest des Wochenendes in Malaysia abgemeldet und kann am Sonntag keine Punkte holen.











