- Marquez bestand am Dienstag den medizinischen Check in Madrid und reiste am Mittwoch nach Mugello
- Michele Pirro ersetzt den verletzten Alex Marquez bei Gresini, Cal Crutchlow wird als Zarco-Ersatz getestet
- In der WM-Wertung liegt Marquez mit 85 Punkten Rückstand auf Platz neun
Zwei Wochen nach seiner Doppeloperation nimmt Marc Marquez das Wochenende des Großen Preises von Italien in Angriff. Der 33-jährige Spanier hatte sich beim Highsider im Sprint des Frankreich-GP in Le Mans am 9. Mai den fünften Mittelfußknochen des rechten Fußes gebrochen und wurde einen Tag später in Madrid gleich doppelt operiert. Neben der Stabilisierung der Fußfraktur wurde ein bereits länger geplanter Eingriff an der rechten Schulter vorgezogen, bei dem eine beschädigte Schraube aus einer früheren Operation im Jahr 2019 entfernt wurde. Diese Schraube drückte auf den Radialnerv und hatte Marquez vor allem beim Fahren der Desmosedici immer wieder Probleme bereitet.

Wie kam es zu der Schulterverletzung von Marc Marquez?
Die Schraube in der rechten Schulter war seit Marquez‘ schwerem Crash mit Marco Bezzecchi beim Grand Prix von Mandalika im Oktober 2025 beschädigt. Bei diesem Unfall hatte sich der Ducati-Pilot einen Korakoidbruch und Bänderschäden zugezogen. Die primäre Verletzung wurde damals erfolgreich behandelt, doch die verbogenen Schrauben blieben zunächst an Ort und Stelle. Erst als die dadurch verursachten Nervenschmerzen zu Saisonbeginn 2026 wiederholt auftraten, stand eine Korrektur-Operation auf dem Plan. Die erzwungene Pause nach der Fußfraktur in Le Mans bot den passenden Zeitpunkt, beide Eingriffe zusammenzulegen.
Was sagt Marquez zu seinem Comeback in Mugello?
Marquez formulierte seine Erwartungen am Mittwoch bewusst zurückhaltend. „The recovery is progressing as planned, I’ve gone back to training normally over the last few days and I will be on track mainly to test my actual feelings and physical condition aboard the Desmosedici GP“ (Die Genesung verläuft wie geplant, ich habe in den vergangenen Tagen wieder normal mit dem Training begonnen und werde hauptsächlich auf die Strecke gehen, um mein tatsächliches Gefühl und meine körperliche Verfassung auf der Desmosedici GP zu testen), erklärte der neunfache Weltmeister. Weiter sagte er: „Both surgeries went well, but we are proceeding with all due caution and with the final medical checks at the track“ (Beide Operationen sind gut verlaufen, aber wir gehen mit der gebotenen Vorsicht vor und werden die abschließenden medizinischen Untersuchungen an der Rennstrecke durchführen lassen).
Der finale Medical Check durch MotoGP-Arzt Angel Charte ist für Donnerstag in Mugello angesetzt. Erst danach erhält Marquez die offizielle Rennfreigabe. Nach einer positiven Voruntersuchung am Dienstag in Madrid bei seinen Vertrauensärzten war der Champion bereits am Mittwoch nach Italien gereist.

Wie fit ist Marquez wirklich?
Auf seinen Social-Media-Kanälen postete Marquez Videos, die ihn beim Gewichtheben mit dem rechten Arm zeigen. Allerdings war er dabei nicht auf einem Motorrad zu sehen, weder auf einer Motocross-Piste noch auf einer asphaltierten Rennstrecke. Die Schmerzen im Radialnerv der rechten Schulter sollen laut Berichten nur in bestimmten Momenten aufgetreten sein, und zwar immer am Lenker seines MotoGP-Bikes. Ob die Schulter den besonderen Belastungen auf dem Autodromo Internazionale del Mugello standhält, wird sich erst im Laufe des Wochenendes zeigen. Die toskanische Hochgeschwindigkeitsstrecke mit ihren langen Kurven und starken Bremszonen gilt als eine der physisch anspruchsvollsten im gesamten MotoGP-Kalender.
Marquez selbst sprach das Thema direkt an: „Mugello is an incredible track, to be honest also a very demanding one, but the support of all the Ducatisti will be an extra motivational booster to do well“ (Mugello ist eine unglaubliche Strecke, ehrlich gesagt auch eine sehr anspruchsvolle. Aber die Unterstützung aller Ducatisti wird ein zusätzlicher Motivationsschub sein, um gut abzuschneiden).
Was bedeutet die Pause für Marquez‘ WM-Chancen?
Durch den verpassten Sonntag in Le Mans und das komplette Rennwochenende des Katalonien-GP ist Marquez in der Weltmeisterschaft auf den neunten Platz mit 57 Punkten abgerutscht. Der Rückstand auf WM-Leader Marco Bezzecchi (Aprilia) beträgt mittlerweile 85 Punkte. Auch Teamkollege Pecco Bagnaia steht nur auf Rang acht. Für das Ducati Lenovo Team ist die bisherige Saison 2026 alles andere als nach Plan verlaufen, denn weder Marquez noch Bagnaia konnten in diesem Jahr bisher einen Grand-Prix-Sieg einfahren.
Ein Defizit von 85 Punkten aufzuholen wäre für Marquez historisch. Sein größter Rückstand, den er im Verlauf einer Saison noch in einen Titelgewinn verwandelte, lag bei 37 Punkten im Jahr 2017 gegenüber dem damaligen Yamaha-Piloten Maverick Viñales. Unmöglich ist ein Comeback in der WM-Wertung nach sechs von voraussichtlich 22 Rennwochenenden allerdings nicht.

Ducati feiert 100 Jahre mit Sonderlackierung
Mugello ist nicht nur der Schauplatz für Marquez‘ Comeback, sondern auch das Ducati-Heimspiel. Passend dazu feiert der italienische Hersteller am Rennwochenende sein hundertjähriges Bestehen. Am Donnerstag werden Marquez und Bagnaia eine Sonderlackierung für den Grand Prix am Sonntag präsentieren, wie es schon im Vorjahr Tradition war. In der vergangenen Saison hatte Marquez in Mugello sowohl den Sprint als auch das Hauptrennen gewonnen.
Bagnaia blickt trotz einer schwierigen Phase nach vorne. „The Italian GP at Mugello is always a special moment of the season. There isn’t much to say about the track, it’s one of the most beautiful on the calendar, one of those where going fast truly gives you that little something extra. Then there’s the support and affection of the fans, an incredible energy“ (Der Italien-GP in Mugello ist immer ein besonderer Moment der Saison. Über die Strecke muss man nicht viel sagen, sie gehört zu den schönsten im Kalender, eine von denen, auf denen schnell fahren einem dieses gewisse Extra gibt. Dazu kommt die Unterstützung und Zuneigung der Fans, eine unglaubliche Energie), sagte Bagnaia. Der Italiener hatte beim dramatischen Katalonien-GP das erste Saisonpodium für das Ducati Lenovo Team geholt, obwohl er selbst durch den Kurve-1-Unfall von Johann Zarco einen harten Einschlag an Handgelenk und Nacken erlitten hatte.
Wer ersetzt Alex Marquez und Johann Zarco?
Neben Marc Marquez‘ Comeback gibt es beim Italien-GP auch zwei prominente Ausfälle. Alex Marquez, der jüngere Bruder des Champions, verletzte sich beim Katalonien-GP in Barcelona schwer und zog sich Brüche am Schlüsselbein und an den Wirbeln zu. Er fällt mindestens für die Rennen in Mugello und am Balaton Park aus. Seinen Platz bei Gresini Racing übernimmt Ducati-Testfahrer Michele Pirro. Der 39-jährige Italiener kennt Mugello bestens aus seiner Testarbeit und früheren Wildcard-Einsätzen, bei denen er dort fünf Top-Ten-Ergebnisse einfuhr, darunter ein siebter Platz als beste Platzierung im Jahr 2019. Pirro hatte bereits beim Saisonauftakt in Thailand den verletzten Fermin Aldeguer bei Gresini ersetzt und das Wochenende auf dem 19. Platz beendet. In Mugello wird er allerdings nicht die Satellite-Spec GP25 fahren, sondern auf die GP26 von Alex Marquez steigen.
Auch Johann Zarco fehlt nach seinem schweren Unfall in Kurve 1 des Katalonien-GP. Der Franzose erlitt Kniebandverletzungen und einen Bruch am unteren Wadenbein und wartet noch auf den richtigen Moment für eine Operation am linken Bein. Die Suche nach seinem Ersatz gestaltete sich für das LCR-Honda-Team deutlich komplizierter. Wie Motorsport.com berichtet, testet Cal Crutchlow am Mittwoch in Misano auf der Honda, um als potenzieller Ersatzfahrer evaluiert zu werden.
Der Brite hatte seine Vollzeitkarriere in der MotoGP 2020 bei genau diesem Team beendet und dort alle drei seiner Siege in der Königsklasse errungen. Danach wechselte er als Testfahrer zu Yamaha und bestritt einzelne Grand Prix als Wildcard oder Ersatzfahrer. Sein letztes Rennen war der Japan-GP 2023, geplante Einsätze 2024 in Mugello und Silverstone scheiterten an einer Handverletzung. Dass Honda nun auf einen seit fast drei Jahren nicht mehr aktiven Rennfahrer zurückgreifen muss, verdeutlicht die angespannte Personalsituation des japanischen Herstellers. Testfahrer Takaaki Nakagami ist nach Informationen von Motorsport.com vollständig auf die Entwicklung des neuen 850-Kubikzentimeter-Prototyps für 2027 fokussiert. Aleix Espargaro wiederum erholt sich noch von einem schweren Testunfall in Sepang, der weniger als einen Monat zurückliegt.
Häufige Fragen
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Wann gibt Marc Marquez sein Comeback in der MotoGP 2026?
Marc Marquez plant sein Comeback beim Großen Preis von Italien in Mugello am Wochenende des 29. bis 31. Mai 2026. Voraussetzung ist das Bestehen des finalen Medical Checks am Donnerstag durch MotoGP-Arzt Angel Charte.
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Welche Verletzungen hatte Marc Marquez nach dem Le-Mans-Sturz?
Marquez brach sich beim Highsider im Sprint von Le Mans am 9. Mai den fünften Mittelfußknochen des rechten Fußes. Bei der anschließenden Doppeloperation am 10. Mai wurde zusätzlich eine beschädigte Schraube aus der rechten Schulter entfernt, die auf den Radialnerv drückte.
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Wie groß ist Marquez‘ Rückstand in der MotoGP-WM 2026?
Nach dem Ausfall bei zwei Rennwochenenden liegt Marquez mit 57 Punkten auf dem neunten WM-Platz. Sein Rückstand auf WM-Leader Marco Bezzecchi beträgt 85 Punkte nach sechs von 22 geplanten Rennwochenenden.
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Wer ersetzt Alex Marquez beim Italien-GP in Mugello?
Ducati-Testfahrer Michele Pirro übernimmt die GP26 von Alex Marquez bei Gresini Racing. Der 39-jährige Italiener springt für mindestens zwei Rennen ein, da Alex Marquez mit Schlüsselbein- und Wirbelbrüchen aus dem Katalonien-GP ausfällt.
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Wer fährt für Johann Zarco bei LCR Honda?
Cal Crutchlow wird am Mittwoch in Misano von LCR Honda getestet und könnte als Ersatz für den verletzten Zarco einspringen. Honda fehlen Alternativen, da Testfahrer Nakagami den 850cc-Prototyp entwickelt und Aleix Espargaro noch verletzt ist.












