- Motor: 457-cm³-Reihenzweizylinder aus dem Aprilia-Baukasten, rund 47 bis 48 PS (circa 35 kW), zulassungsfähig für die Führerscheinklasse A2
- Markenname: „The Trip 500″ beziehungsweise „Il Viaggio Cinquecento“, von Piaggio als Marke angemeldet
- Möglicher erster Auftritt: Messe EICMA 2026, ein offizielles Datum fehlt bislang
Moto Guzzi steht seit Jahrzehnten für den längs eingebauten, luftgekühlten V2 mit quer zur Fahrtrichtung stehenden Zylindern. Genau dieses Markenzeichen rückt nun in den Hintergrund, denn die Traditionsmarke aus Mandello del Lario arbeitet an einem Einstiegsmodell, das auf einen kompakten Reihenzweizylinder setzt. Der Antrieb stammt von Konzernschwester Aprilia, beide Marken gehören zur Piaggio-Gruppe. Aktuelle Erlkönigaufnahmen zeigen einen Prototyp, der nach mehrjähriger Entwicklung offenbar nahe an der Serienversion liegt.
Was steckt hinter der Moto Guzzi The Trip 500?
Die The Trip 500 ist ein geplantes Einsteiger-Naked-Bike von Moto Guzzi mit einem 457-cm³-Reihenzweizylinder aus dem Aprilia-Regal. Erste getarnte Prototypen wurden bereits Anfang 2024 fotografiert und zunächst Aprilia zugeschrieben, weil der Reihentwin so untypisch für Moto Guzzi ist. Mehrere Markenanmeldungen von Piaggio samt eines Logos mit Moto-Guzzi-Schriftzug legen inzwischen nahe, dass das Modell tatsächlich unter der Marke mit dem Adler erscheint. Damit würde der aus den Aprilia-Modellen RS 457 und Tuono 457 bekannte Antrieb erstmals unter einer anderen Konzernmarke zum Einsatz kommen.
Welcher Motor kommt in der The Trip 500 zum Einsatz?
Angetrieben wird die The Trip 500 von einem 457-cm³-Reihenzweizylinder mit rund 47 bis 48 PS (circa 35 kW), der die Vorgaben der Führerscheinklasse A2 erfüllt. Dieser Motor wurde im Spätsommer 2023 mit der Aprilia RS 457 eingeführt und basiert im Wesentlichen auf dem Triebwerk der Aprilia RS 660, das sich vereinfacht auf die hintere Zylinderbank der RSV4 zurückführen lässt. Gefertigt wird der Antrieb im indischen Piaggio-Werk in Baramati bei Pune, wo bereits die 457er-Aprilia-Modelle vom Band laufen. Auf derselben Plattform sollen mittelfristig weitere Modelle entstehen, darunter ein kleineres Adventure-Bike der Marke Aprilia. Für Moto Guzzi wäre es der erste regulär verkaufte Reihentwin der Markengeschichte, denn Reihenmotoren gab es bei den Italienern in den 1930er-Jahren ausschließlich im Motorsport.
Warum verlässt Moto Guzzi den traditionellen V2?
Der Wechsel auf den Reihentwin ist vor allem eine Kostenfrage, weil der aufwendig konstruierte Längs-V2 für das Segment unter 500 Kubik zu teuer wäre. Der Hubraumbereich zwischen 350 und 500 cm³ gewinnt in westlichen Märkten in allen Kundenschichten an Bedeutung, während die klassischen Märkte insgesamt schrumpfen. Gleichzeitig rücken der indische und der chinesische Zweiradmarkt in den Fokus, die gemeinsam rund 80 Prozent des Weltmarktes ausmachen. Für eine mit zuletzt etwa 15.000 verkauften Einheiten vergleichsweise kleine Marke wäre ein günstiges Modell aus indischer Fertigung ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von den angestammten Märkten. Andere traditionsreiche Hersteller gehen diesen Weg seit Jahren: KTM lässt Einsteigerbaureihen in Indien bei Bajaj fertigen, BMW kooperiert für seine Modelle unter 500 Kubik mit TVS, und Triumph produziert seine 400er-Reihe ebenfalls in Indien. Damit ordnet sich die The Trip 500 in einen breiteren Branchentrend ein, der die A2-Klasse zum strategischen Schlüsselsegment der kommenden Modelljahre macht.
Wie unterscheidet sich das Fahrwerk von der Aprilia RS 457?
Während die sportliche Aprilia RS 457 einen Aluminium-Brückenrahmen besitzt, setzt die Moto Guzzi laut Erlkönigaufnahmen auf eine Stahlrohrkonstruktion mit angeschraubtem Heckrahmen. Der Motor bleibt dabei tragendes Element und nimmt die Schwinge auf. Auffällig ist ein einzelnes Federbein, das nicht zentral, sondern seitlich rechts an der Schwinge montiert ist und somit eine Neukonstruktion gegenüber dem Aprilia-Spender darstellt. Räder und Bremsanlage stammen dagegen offenbar von der RS 457, inklusive einer radial verschraubten Bremszange vorn sowie der Reifenformate 110/70-17 vorn und 150/60-17 hinten. Die Upside-down-Gabel wirkt auf den Bildern golden eloxiert, dürfte aber ein kostengünstigeres Serienbauteil aus dem Aprilia-Regal sein. Zur Einordnung des Gewichts dient die als Basis bekannte RS 457, die vollgetankt 175 kg (circa 386 lbs) wiegt; ein bestätigter Wert für die Moto Guzzi liegt nicht vor.
Design und Klang
Optisch orientiert sich der Prototyp an der V7-Reihe und teilt sich mit ihr den Scheinwerfer mit dem Moto-Guzzi-Logo auf dem Glas. Neuere Aufnahmen zeigen einen überarbeiteten LED-Scheinwerfer mit einem an den Adler angelehnten Tagfahrlicht sowie ein neu gestaltetes Heck, bei dem zwei runde Rückleuchten einer integrierten Einheit samt Blinkern weichen. Die Sitzposition wirkt aufrecht und komfortabel und damit alltagstauglicher als bei der sportlichen Aprilia. Beim Sound soll sich die Moto Guzzi deutlich von der eher hochfrequenten Tuono 457 unterscheiden und sonorer klingen. Ein leicht veränderter Krümmerverlauf und ein größerer Kühler am Prototyp deuten Berichten zufolge auf Anpassungen hin, möglicherweise ergänzt durch innermotorische Überarbeitungen. Der bauchmontierte Auspuff stammt allerdings von der RS 457, was eher für eine unveränderte Grundabstimmung des Motors spricht. Als klangliche Referenz soll den Ingenieuren die Benelli Leoncino 500 dienen.
Wie heißt das neue Einstiegsmodell wirklich?
Nach aktuellen Markenanmeldungen trägt das Modell den Namen „The Trip 500″, in italienischer Form „Il Viaggio Cinquecento“. Piaggio hat dafür mehrere Anmeldungen samt Logo mit Moto-Guzzi-Bezug eingereicht. Zuvor war über andere Bezeichnungen spekuliert worden: Im März 2024 hatte Piaggio die historische Modellbezeichnung Stornello erneut schützen lassen, die von 1961 bis 1967 für ein kleines Einzylindermodell stand und 2016 als Zusatzname einer V7-Sonderserie diente. Auch der Name Eldorado war im Gespräch, gilt aber als unwahrscheinlich, da er historisch stets am oberen Ende der Baureihe angesiedelt war.
Wann kommt die Moto Guzzi The Trip 500?
Ein offizielles Marktstartdatum gibt es bislang nicht, als möglicher erster Auftritt gilt jedoch die Messe EICMA 2026. Berichten zufolge könnten weitere Informationen, auch zum endgültigen Namen, bereits vorher folgen. Der Reifegrad der gezeigten Prototypen spricht dafür, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist, auch wenn Details an Tank, Verkleidungsteilen und Fußrastenanlage noch nicht final wirken. Als günstiges Modell unter 500 Kubik könnte die The Trip 500 sowohl in Asien als auch in Europa neue Kundengruppen erreichen.
Häufige Fragen
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Was ist die Moto Guzzi The Trip 500?
Die Moto Guzzi The Trip 500 ist ein geplantes Einsteiger-Naked-Bike mit einem 457-cm³-Reihenzweizylinder aus dem Aprilia-Baukasten. Es wäre das erste reguläre Moto-Guzzi-Modell mit einem Reihentwin statt des markentypischen Längs-V2.
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Wie viel PS hat die Moto Guzzi The Trip 500?
Der 457-cm³-Reihenzweizylinder leistet rund 47 bis 48 PS (circa 35 kW) und ist damit für die Führerscheinklasse A2 geeignet. Der Antrieb stammt aus den Aprilia-Modellen RS 457 und Tuono 457.
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Wann kommt die Moto Guzzi The Trip 500 auf den Markt?
Ein offizielles Datum steht noch aus, als möglicher erster Auftritt gilt die Messe EICMA 2026. Die fortgeschrittenen Prototypen deuten auf eine baldige Serienreife hin.
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Wo wird die Moto Guzzi The Trip 500 produziert?
Die Fertigung erfolgt voraussichtlich im indischen Piaggio-Werk in Baramati bei Pune, wo bereits die 457er-Aprilia-Modelle gebaut werden. Die indische Produktion sichert einen kostengünstigen Zugang zu den Märkten in Asien.












