- Laufzeit von 2027 bis 2031, mit Option auf Verlängerung der Kernbestimmungen bis 2036
- Fester Jahresbetrag von rund 8 Millionen Euro (circa 9,2 Millionen US-Dollar) statt prozentualer Gewinnbeteiligung
- Offizielle Ratifizierung beim folgenden Rennwochenende in Brünn geplant
Lange galt der kommerzielle Rahmenvertrag der MotoGP als größte politische Baustelle der Königsklasse. Promoter und Hersteller rangen über ein Jahr lang um die finanziellen Bedingungen, mehrfach drohte ein offener Bruch. Nun ist die Blockade aufgelöst: Die Hersteller und der Serienveranstalter, die MotoGP Sports Entertainment Group, haben einer gemeinsamen Rahmenvereinbarung zugestimmt. Damit ist auch die Hängepartie auf dem Fahrermarkt beendet, denn zahlreiche Wechsel für 2027 hingen direkt von diesem Vertrag ab.

Was wurde im neuen Concorde-Abkommen der MotoGP vereinbart?
Hersteller und Promoter haben eine Rahmenvereinbarung gebilligt, die beide Seiten von 2027 bis Ende 2031 aneinander bindet. Der Vertrag enthält zusätzlich eine Option, seine zentralen Bestimmungen bis 2036 zu verlängern.
Laut Medienberichten haben sowohl die in der Herstellervereinigung MSMA organisierten Werke als auch die unabhängigen Teams der jüngsten Vertragsfassung zugestimmt. Die zähen Gespräche dauerten länger als von beiden Seiten ursprünglich erwartet. Ein wesentlicher Grund dafür war die Strategie der Hersteller, die den aktuellen Zeitpunkt als Gelegenheit sahen, möglichst gute Konditionen durchzusetzen. Beide Parteien beabsichtigen, den Vertrag beim folgenden Rennwochenende in Brünn offiziell zu ratifizieren.
Warum bekommen die Teams keine prozentuale Gewinnbeteiligung?
Eine prozentuale Beteiligung an den Einnahmen war für die Führung des Promoters eine rote Linie, weshalb es bei einem festen Jahresbetrag blieb. Am Ende einigten sich die Beteiligten auf rund 8 Millionen Euro (circa 9,2 Millionen US-Dollar), die auf mehrere Vergütungskategorien verteilt werden.
Der größte Streitpunkt war von Beginn an finanzieller Natur. Hersteller und Teams hatten darauf gedrängt, einen prozentualen Anteil an den Einnahmen der Meisterschaft zu erhalten, ähnlich dem Modell der Formel 1, die wie die MotoGP zu Liberty Media gehört. Viele Teamverantwortliche hielten dies für die fairste Lösung, um alle Beteiligten am Erfolg und am Wachstum der Serie teilhaben zu lassen. Für die beiden Geschäftsführer der MotoGP Sports Entertainment Group, Carmelo Ezpeleta und Sportdirektor Carlos Ezpeleta, kam ein solches Modell jedoch nicht infrage. Sie wollten am bisherigen Muster fester Zahlungen festhalten, die unabhängig von den Gesamteinnahmen fließen.

Was ist das Concorde-Abkommen der MotoGP?
Das Concorde-Abkommen ist der kommerzielle Rahmenvertrag zwischen dem Promoter und den Herstellern beziehungsweise Teams und gilt als das MotoGP-Pendant zur gleichnamigen Vereinbarung der Formel 1. Es regelt die gegenseitigen Rechte und Pflichten sowie die Verteilung der Einnahmen über einen festen Zeitraum.
Der Name geht auf die Formel 1 zurück. Die ursprüngliche Concorde-Vereinbarung von 1981 sollte den damaligen Machtkampf zwischen dem Automobil-Weltverband und der Vereinigung der Konstrukteure beilegen. Mit dem Einstieg von Bernie Ecclestone als Geschäftsführer kam es 1987 zur Erneuerung des Vertrags. Bis heute ist der genaue Inhalt vertraulich, bekannt ist jedoch, dass in der Formel 1 die Ausschüttung an die Platzierung gekoppelt ist. Allein der Unterschied zwischen einem vierten und einem fünften Gesamtrang soll dort mehr als zehn Millionen Euro (circa 11,5 Millionen US-Dollar) ausmachen, und die Teilnehmer erhalten in der Summe rund die Hälfte der Gewinne. Genau dieses Prinzip hatten die MotoGP-Hersteller als Vorbild im Blick, als sie sich Mitte 2025 beim Grand Prix in Tschechien zusammenschlossen und den früheren Yamaha-Direktor Lin Jarvis zu ihrem Sprecher bestimmten. An der Spitze der MSMA steht Aprilia-Geschäftsführer Massimo Rivola.
Wie kam es nach einem Jahr Streit zur Einigung?
Die Einigung ist das Ergebnis eines langen Tauziehens, das sich über mehrere Rennwochenenden hinzog und mehrfach zu eskalieren drohte. Erst nachdem der Promoter seine Strategie anpasste, näherten sich die Positionen an.
Die Verhandlungen hatten sich an den finanziellen Differenzen festgefahren. Bei einem Gipfeltreffen vor dem Großen Preis der USA in Austin im April scheiterte eine Einigung, weil die Kluft zwischen beiden Seiten zu groß war. Der damalige Vorschlag lag bereits bei rund 8 Millionen Euro (circa 9,2 Millionen US-Dollar), was einer Erhöhung von knapp einer Million Euro (circa 1,15 Millionen US-Dollar) gegenüber dem auslaufenden Vertrag entsprach. Den Teams war diese Steigerung zu gering, zumal der Promoter im Gegenzug einen deutlichen Ausbau in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Gästebetreuung verlangte. Wenig später folgte beim Spanien-Grand-Prix in Jerez ein deutliches Signal: Drei der fünf Hersteller blieben einem traditionellen Abendessen des Promoters ohne Vorankündigung fern. Daraufhin änderte der Veranstalter seine Strategie und begann, einzeln mit den Herstellern und Teams zu verhandeln. Zu den Forderungen der Hersteller zählte unter anderem mehr Mitsprache, etwa bei der Gestaltung des Rennkalenders, sowie eine Klärung der Eigentumsfrage bei den Startplätzen, die bislang dem Promoter gehören.

Welche Fahrerwechsel ermöglicht das Abkommen für 2027?
Mit dem Durchbruch beim Concorde-Abkommen können die Teams nun ihre seit Längerem vorbereiteten Personalentscheidungen für 2027 verkünden. Mehrere Wechsel und Vertragsverlängerungen sollen Berichten zufolge bereits seit Monaten feststehen, durften aber wegen der ungeklärten Vertragslage nicht offiziell gemacht werden.
Den Anfang hat Aprilia gemacht und die Verlängerung von Marco Bezzecchi bekanntgegeben. Die übrigen Vereinbarungen sind bislang nicht offiziell, dürften aber in den kommenden Tagen folgen. Als weitgehend erwartet gelten die Vertragsverlängerung von Marc Marquez bei Ducati, der Aufstieg von Pedro Acosta ins Ducati-Werksteam, der Wechsel von Fabio Quartararo zu Honda, der Wechsel von Jorge Martin zu Yamaha sowie der Wechsel von Francesco Bagnaia zu Aprilia. Da parallel ab 2027 die neue Reglement-Ära mit 850-ccm-Maschinen beginnt, fällt die Neuordnung des Fahrerfelds mit einem ohnehin tiefgreifenden technischen Umbruch der Serie zusammen.
Offene Punkte und nächste Schritte
Die Zustimmung bezieht sich zunächst auf eine Rahmenvereinbarung, mehrere Details sind noch offen. Das betrifft vor allem die konkreten Verpflichtungen, die die Teams ab dem kommenden Jahr eingehen müssen.
Die Priorität des Promoters liegt darauf, die Kommunikations- und Marketingaktivitäten der Serie zu stärken. Entsprechend wurden die Teams aufgefordert, diese Abteilungen personell und organisatorisch auszubauen. Parallel laufen weiterhin Gespräche über formale und operative Änderungen, die bereits 2027 in Kraft treten sollen. Die offizielle Unterzeichnung in Brünn gilt als nächster Schritt, bevor anschließend die unabhängigen Teams nachziehen.

Häufige Fragen
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Wie lange läuft das neue MotoGP-Concorde-Abkommen?
Das Abkommen läuft von 2027 bis Ende 2031 und bindet Hersteller, Teams und Promoter für fünf Jahre aneinander. Zusätzlich besteht eine Option, die zentralen Bestimmungen bis 2036 zu verlängern.
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Wie viel Geld erhalten die Teams durch das MotoGP-Concorde-Abkommen?
Vereinbart wurde ein fester Jahresbetrag von rund 8 Millionen Euro (circa 9,2 Millionen US-Dollar), der auf mehrere Vergütungskategorien verteilt wird. Eine prozentuale Beteiligung an den Gesamteinnahmen nach dem Vorbild der Formel 1 setzte sich nicht durch.
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Was ist das Concorde-Abkommen in der MotoGP?
Es handelt sich um den kommerziellen Rahmenvertrag zwischen dem Promoter und den Herstellern sowie Teams, der die Verteilung der Einnahmen und die gegenseitigen Rechte und Pflichten regelt. Der Begriff ist von der gleichnamigen Vereinbarung der Formel 1 abgeleitet.
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Welche Fahrerwechsel ermöglicht das Abkommen?
Der Durchbruch macht den Weg für mehrere Ankündigungen frei, die als weitgehend erwartet gelten, darunter Marc Marquez bei Ducati, Pedro Acosta im Ducati-Werksteam, Fabio Quartararo bei Honda, Jorge Martin bei Yamaha und Francesco Bagnaia bei Aprilia. Bislang offiziell ist nur die Verlängerung von Marco Bezzecchi bei Aprilia.
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Wann wird das Abkommen offiziell unterzeichnet?
Die offizielle Ratifizierung ist für das folgende Rennwochenende in Brünn geplant. Anschließend sollen die unabhängigen Teams den Vertrag ebenfalls unterzeichnen.













