- Liberty Media prüft Demonstrationsrunden von MotoGP-Maschinen beim Formel-1-Lauf in Austin vom 23. bis 25. Oktober 2026
- Der Australien-GP auf Phillip Island findet am exakt gleichen Wochenende statt, deshalb stehen die Stammfahrer nicht zur Verfügung
- Offen ist bislang, wer die Kosten für Transport von Maschinen und Personal übernimmt
Liberty Media hält die kommerziellen Rechte an beiden Serien, an der Formel 1 und an der MotoGP. Damit liegt ein Gedanke nahe, den viele Motorsportfans seit Jahren äußern: beide Meisterschaften an einem Wochenende auf derselben Strecke zu erleben. Laut Medienberichten arbeitet der Rechteinhaber jetzt an einem ersten Schritt in diese Richtung, wenn auch in kleinerem Rahmen als von vielen erhofft.

Was plant die MotoGP beim Formel-1-Rennen in Austin?
Geplant sind Demonstrationsrunden von MotoGP-Maschinen während des Formel-1-Wochenendes am Circuit of the Americas. Der genaue Zeitpunkt innerhalb des Wochenendes steht noch nicht fest.
Das Formel-1-Rennen in Austin ist für den 23. bis 25. Oktober 2026 angesetzt. Die Idee dahinter ist einfach: Die Zuschauer auf der Tribüne sollen die Motorrad-Weltmeisterschaft aus nächster Nähe erleben, ohne dafür ein eigenes Ticket für ein zweites Wochenende kaufen zu müssen. Für die MotoGP ist das ein Werbeauftritt vor einem Publikum, das ohnehin schon motorsportbegeistert ist.
Der Circuit of the Americas ist für die Serie kein fremdes Pflaster. Die MotoGP hat dort bereits am 29. März 2026 ihren eigenen Lauf ausgetragen, den dritten von 22 Rennen der Saison. Marco Bezzecchi gewann vor Jorge Martín und Pedro Acosta. Ein Auftritt im Oktober wäre also der zweite Besuch der Serie in Austin innerhalb eines Jahres.
Warum fahren die Stammfahrer nicht in Austin?
Die aktuellen MotoGP-Piloten können nicht teilnehmen, weil am selben Wochenende der Große Preis von Australien auf Phillip Island stattfindet. Die FIM hat diesen Termin auf den 23. bis 25. Oktober 2026 gelegt, also exakt parallel zum Formel-1-Rennen in Texas.
Eine Terminverschiebung kommt für keine der beiden Seiten infrage. Damit bleibt nur eine Lösung: Der Auftritt in Austin muss ohne das aktive Fahrerfeld auskommen. Ein früher Entwurf sah vor, ehemalige Fahrer der jeweiligen Hersteller oder Teams auf die Maschinen zu setzen. Festgelegt ist das aber noch nicht, die Details sind laut Medienberichten weiterhin in Abstimmung.

Was sind MotoGP Show Bikes?
Show Bikes sind voll funktionsfähige Ausstellungsmaschinen, die auf aktuellen oder älteren Prototypen der jeweiligen Hersteller basieren. Sie sind fahrbereit und damit für Demonstrationsrunden geeignet, anders als reine Standmodelle.
Das ist ein spürbarer Unterschied zur bisherigen Praxis. Bei Werbeauftritten haben die meisten Teams bislang auf Serienmotorräder zurückgegriffen, die lediglich im MotoGP-Design lackiert waren. Optisch passte das, technisch hatte es mit einem echten Prototyp wenig zu tun.
Genau hier setzen die neuen Verträge an, die der Promoter mit den Teams abgeschlossen hat. Darin verpflichtet sich jeder Teilnehmer, einsatzfähige MotoGP-Prototypen vorzuhalten, die für genau solche Auftritte genutzt werden können. Der Plan für Austin ist damit einer der ersten praktischen Anwendungsfälle dieser Regelung.
Welche Fragen sind vor dem Auftritt noch offen?
Ungeklärt ist vor allem die Kostenfrage. Es steht noch nicht fest, wer den Transport der Maschinen und des benötigten Personals bezahlt.
Die MotoGP Sports Entertainment Group, die das kommerzielle und werbliche Geschäft der Meisterschaft verantwortet, hat bereits Gespräche mit den Herstellern aufgenommen. Dabei geht es zunächst um die grundsätzliche Bereitschaft, sich zu beteiligen. Innerhalb der Serie gilt das Vorhaben als wichtiger Baustein der Strategie, die Präsenz in den Vereinigten Staaten auszubauen. Sowohl der Promoter als auch die Hersteller sehen darin nach Angaben aus dem Umfeld eine sinnvolle Gelegenheit, die Fanbasis in einem Schlüsselmarkt zu vergrößern. Die Feinheiten werden aktuell noch verhandelt.

Der Hintergrund: Was Liberty Media mit beiden Serien vorhat
Seit Liberty Media die Übernahme von Dorna abgeschlossen hat, wird im Fahrerlager über gemeinsame Formate spekuliert. Ein Auftritt der MotoGP im Rahmen eines Formel-1-Wochenendes wäre der bislang konkreteste Ausdruck dieser Überlegungen.
Die Vereinigten Staaten sind für die Motorrad-Weltmeisterschaft ein schwieriger Markt. Die Serie hat dort einen festen Rennkalenderplatz, kommt aber bei der Reichweite nicht an die Formel 1 heran, die in Austin regelmäßig sechsstellige Zuschauerzahlen erreicht. Ein Gastauftritt vor diesem Publikum ist deshalb weniger ein sportliches als ein werbliches Vorhaben.
Warum verliert Phillip Island das Rennen nach 2026?
Der Vertrag für den Australien-GP auf Phillip Island läuft Ende 2026 aus und wird nicht verlängert. Der Streitpunkt war der Wunsch des Rechteinhabers, das Rennen nach Melbourne in den Albert Park zu verlegen.
Die Regierung des Bundesstaates Victoria lehnte das ab. Sportminister Steve Dimopoulos begründete das damit, dass man alle anderen Forderungen erfüllt habe. „We met the licence fee. We met everything else.“ Auf Deutsch: „Wir haben die Lizenzgebühr gezahlt. Wir haben alles andere erfüllt.“ Nach seinen Angaben lag die letzte Forderung darin, die Veranstaltung in die Stadt zu verlegen, und dazu war die Regierung nicht bereit. Er verwies zudem auf rund 91.000 Zuschauer im Vorjahr, den nach seiner Darstellung besten Wert seit 13 Jahren.
Die Strecke selbst gilt bei Fahrern und Fans als beliebt. Der 4,45 Kilometer lange Kurs direkt am Meer hat fünf Rechts- und sieben Linkskurven und zählt zu den schnellsten im Kalender. Kritisiert wird die Infrastruktur, unter anderem gelten die Boxengebäude als zu klein und veraltet. Mit dem Oktober-Rennen endet eine Ära, die 1989 mit dem Sieg von Wayne Gardner begann und seit 1997 fast ohne Unterbrechung fortgesetzt wurde. Nur 2020 und 2021 fiel die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie aus.
Wohin der Australien-GP ab 2027 wandert, ist offiziell noch nicht bestätigt. Aus dem Umfeld des Promoters heißt es, Adelaide solle die neue Heimat werden, im Gespräch ist der Motorsport Park The Bend rund 100 Kilometer südlich der Stadt. Der Stadtkurs von Adelaide selbst dürfte die Sicherheitsanforderungen der Motorrad-Weltmeisterschaft kaum erfüllen.

Kommt ein gemeinsames Rennwochenende von Formel 1 und MotoGP?
Kurzfristig nicht. Gespräche über ein gemeinsames Event hat es auf Führungsebene zwar gegeben, konkrete Pläne für einen kombinierten Grand Prix gibt es derzeit aber nicht.
Der geplante Auftritt in Austin ist deshalb eher als Testballon zu verstehen. Er zeigt, was organisatorisch möglich ist, wenn beide Serien denselben Rechteinhaber haben, und wo die Grenzen liegen. Der Kalender ist dabei das größte Hindernis. Solange sich Termine überschneiden, bleibt ein echtes Doppelwochenende schwierig.

Häufige Fragen
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Wann findet der Formel-1-Lauf in Austin 2026 statt?
Der Große Preis der USA am Circuit of the Americas läuft vom 23. bis 25. Oktober 2026. An diesem Wochenende sollen die MotoGP-Maschinen ihre Demonstrationsrunden absolvieren.
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Fährt die MotoGP in Austin ein echtes Rennen?
Nein. Geplant sind ausschließlich Demonstrationsrunden im Rahmen des Formel-1-Wochenendes. Ihren eigenen Lauf am Circuit of the Americas hat die Serie bereits am 29. März 2026 ausgetragen.
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Wer soll die Maschinen in Austin fahren?
Das ist noch nicht entschieden. Ein erster Entwurf sah ehemalige Fahrer der beteiligten Hersteller und Teams vor, weil die aktiven Piloten zeitgleich in Australien im Einsatz sind.
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Warum ist 2026 das letzte MotoGP-Rennen auf Phillip Island?
Der Vertrag läuft Ende 2026 aus. Der Rechteinhaber wollte die Veranstaltung nach Melbourne verlegen, die Regierung von Victoria lehnte das ab. Ab 2027 soll der Australien-GP voraussichtlich nach Südaustralien wechseln.












