- Freitag, 5. Juni 2026, zwischen 18:15 und 18:30 Uhr: Öl in zwei Kurven der B308 am Rohrach bei Scheidegg
- Unbekannte warfen Plastikbeutel voller Öl auf die Straße, verletzt wurde niemand
- Ermittelt wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, die Polizei bittet um Hinweise
Im West-Allgäu hat jemand an einem Freitagabend im Juni Öl auf eine bei Motorradfahrern beliebte Kurvenstrecke gebracht. Betroffen ist die B308 bei Scheidegg im Landkreis Lindau. Die Polizei geht davon aus, dass das kein Versehen war. Verletzt wurde niemand. In der Region erinnert der Fall trotzdem viele an eine Serie von Ölanschlägen, die im April 2011 im Unterallgäu mit dem Tod eines Motorradfahrers endete und nie aufgeklärt wurde.
Was ist auf der B308 bei Scheidegg passiert?
Am Freitag, 5. Juni 2026, haben Unbekannte in zwei Kurven der B308 bei Scheidegg Plastikbeutel mit Öl auf die Straße geworfen. Die Beutel sind aufgeplatzt, das Öl lief über einen größeren Teil der Fahrbahn.
Der Abschnitt im Bereich Rohrach ist kurvenreich, die Polizei spricht von einer Passstraße. Gegen 18:30 Uhr erfuhr die Polizeiinspektion Lindenberg von den Ölflecken. Nach dem Stand der Ermittlungen wurden die Beutel kurz vorher geworfen, zwischen 18:15 und 18:30 Uhr. Die Polizei sperrte die Strecke, die Feuerwehr reinigte die Fahrbahn. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt.
Wer ermittelt und welche Zeugen werden gesucht?
Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und geht von Vorsatz aus. Die Ermittlungen hat inzwischen die Kriminalpolizei Lindau übernommen, die zum Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten gehört.
Besonders interessiert die Ermittler ein Motorradfahrer, der das Öl offenbar als einer der Ersten bemerkt hat. Er hat die Stellen mit Laub notdürftig abgedeckt und ist danach weitergefahren. Er ist bisher nicht bekannt. Gesucht werden außerdem alle, die am 5. Juni zwischen 18:15 und 18:30 Uhr an der B308 im Bereich Rohrach verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben. Hinweise nehmen die Kriminalpolizei Lindau unter 08382 910-0 und die Polizeiinspektion Lindenberg unter 08381 92010 entgegen.
Zu Einzelheiten hält sich die Polizei zurück. Welche Art von Beuteln und welches Öl verwendet wurden, ob es Zeugen gibt und ob nach DNA-Spuren gesucht wird, ist nicht bekannt.
Was geschah bei den Ölanschlägen von 2011?
Am Palmsonntag, dem 17. April 2011, starb im Unterallgäu ein 37 Jahre alter Motorradfahrer. Sein Motorrad rutschte in einer Kurve auf Öl weg, er stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen.
Der Unfall passierte auf der Staatsstraße 2013 zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren. Der Mann war Vater von zwei Kindern. Die Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass das Öl absichtlich auf die Straße gebracht worden war. Später zeigte sich, dass es schon seit 2007 ähnliche Taten in Bayern und Baden-Württemberg gegeben hatte. Meist zerbrachen dabei Glasflaschen voller Altöl auf der Straße. Das Polizeipräsidium in Kempten bildete eine eigene Ermittlungsgruppe. An mehreren Scherben fanden die Beamten DNA derselben Person. Den Täter fanden sie trotzdem nicht, der Fall ist bis heute ungeklärt.
Hängt der Fall von Scheidegg mit der alten Serie zusammen?
Ob es einen Zusammenhang gibt, ist offen. Die Polizei prüft mögliche Parallelen, hat den neuen Fall aber nicht der früheren Serie zugeordnet.
Einiges ähnelt sich. Auch diesmal geht die Polizei von Absicht aus, wieder traf es Kurven, und Scheidegg liegt weniger als 100 Kilometer von den Orten der früheren Taten entfernt. Ein wichtiger Punkt ist aber anders: Früher kam das Öl in Glasflaschen auf die Straße, jetzt in Plastikbeuteln. Für ein Urteil reicht der bisher bekannte Stand nicht aus.
Warum ist Öl in Kurven für Motorradfahrer so gefährlich?
Ein Motorrad hat nur zwei schmale Aufstandsflächen auf der Straße. In der Kurve brauchen die Reifen einen großen Teil ihres Grips, um das Motorrad in Schräglage auf Kurs zu halten. Trifft ein Reifen dann auf Öl, verliert er den Halt fast schlagartig. Für eine Reaktion bleibt dem Fahrer kaum Zeit.
Gefährlich ist eine Ölspur auch für Radfahrer und Autofahrer. Wer Öl auf der Fahrbahn entdeckt, sollte andere warnen und sofort die Polizei oder die Feuerwehr verständigen. So kam es auch am 5. Juni: Weil die Ölflecken rasch gemeldet wurden, konnte die Strecke gesperrt werden.
Häufige Fragen
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Was ist auf der B308 bei Scheidegg passiert?
Unbekannte haben am 5. Juni 2026 in zwei Kurven der B308 im Bereich Rohrach bei Scheidegg Plastikbeutel mit Öl auf die Fahrbahn geworfen. Beim Aufprall rissen die Beutel, und das Öl verteilte sich. Verletzt wurde niemand.
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Wann wurden die Ölfallen im Allgäu entdeckt?
Die Polizeiinspektion Lindenberg wurde am Freitag, 5. Juni 2026, gegen 18:30 Uhr über die Ölflecken informiert. Die Beutel wurden nach dem Stand der Ermittlungen zwischen 18:15 und 18:30 Uhr geworfen.
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Gibt es einen Zusammenhang mit dem tödlichen Ölspur-Fall von 2011?
Das ist offen. Die Polizei prüft Parallelen, hat den Fall aber nicht der alten Serie zugeordnet. Ein Unterschied ist das Tatmittel: Früher wurden Glasflaschen geworfen, in Scheidegg Plastikbeutel.
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Wie gefährlich sind Ölspuren für Motorradfahrer?
In einer Kurve kann Öl für Motorradfahrer lebensgefährlich sein. In Schräglage brauchen die Reifen viel Grip, auf Öl verlieren sie ihn fast sofort. Im April 2011 kam im Unterallgäu ein Motorradfahrer auf diese Weise ums Leben.
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An wen können sich Zeugen wenden?
Hinweise nehmen die Kriminalpolizei Lindau unter 08382 910-0 und die Polizeiinspektion Lindenberg unter 08381 92010 entgegen. Gesucht wird unter anderem ein Motorradfahrer, der das Öl mit Laub abgedeckt hat und dann weitergefahren ist.











