- Ziel: mehr als 400 mph (643,7 km/h), der aktuelle Rekord liegt bei 376,363 mph (605,7 km/h)
- Antrieb: zwei Suzuki-Hayabusa-Motoren mit Turboaufladung
- Ort und Zeitplan: Hakskeen Pan in Südafrika, der Versuch soll 2027 stattfinden
Peter Hickman gehört zu den erfolgreichsten Fahrern der TT. Auf dem rund 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course hat er 14 Rennen gewonnen. Doch jetzt sucht der Brite eine ganz andere Art von Geschwindigkeit. Zusammen mit dem Projekt GreyhoundLSR will er den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Motorräder brechen. Dabei geht es nicht um eine Kurvenstrecke, sondern um eine gerade Fläche in der Wüste und um eine Marke, die bisher noch kein Motorrad offiziell geknackt hat: 400 Meilen pro Stunde.

Was hat Peter Hickman mit GreyhoundLSR vor?
Peter Hickman soll den Rekordversuch des britischen Teams GreyhoundLSR fahren. Ziel ist es, als erstes Team schneller als 400 mph (643,7 km/h) auf zwei Rädern zu sein und den Rekord damit zurück nach Großbritannien zu holen.
Das Vorhaben läuft unter dem Namen „Project 400“. GreyhoundLSR hat Hickman offiziell als Fahrer vorgestellt. Er soll das eigens gebaute Rekordmotorrad sowohl bei den Tests als auch bei den eigentlichen Rekordversuchen fahren. Eingebunden ist er nach Angaben des Teams aber schon länger. Hickman soll von Anfang an bei der Entwicklung mitgeholfen haben. Mit seiner Körperhaltung habe er Rahmen, Bedienelemente und die aerodynamische Form der Maschine mitbestimmt, heißt es vom Team.
Hickman selbst erklärt seinen Schritt so: „Throughout my career, I’ve always been drawn to projects that push boundaries and GreyhoundLSR are doing exactly that. That’s why I’m super excited to join the team and see what we can achieve together.“ Auf Deutsch: „Während meiner gesamten Karriere haben mich Projekte angezogen, die Grenzen verschieben, und genau das macht GreyhoundLSR. Deshalb freue ich mich sehr, Teil des Teams zu sein und zu sehen, was wir gemeinsam erreichen können.“
Warum wird das Rekordmotorrad um Peter Hickman herum gebaut?
Bei Geschwindigkeiten über 640 km/h entscheidet der Luftwiderstand über Erfolg oder Misserfolg. Deshalb soll die Verkleidung so klein wie möglich sein, und das geht nur, wenn sie genau an die Maße des Fahrers angepasst ist.
Um das zu erreichen, hat das Team Hickmans Körper mit 3D-Scannern vermessen. Dafür saß er in einem nackten Metallgerüst, das die Form des späteren Rahmens nachbildet. Die Daten flossen in eine sogenannte CFD-Analyse. Das ist eine Computersimulation, die zeigt, wie die Luft um ein Fahrzeug strömt. Am Ende soll die Maschine wie eine zweite Haut um den Fahrer liegen. Wichtig ist das nicht nur für die Stromlinienform, sondern auch für die Stabilität bei hohem Tempo.
Für Hickman ist das eine besondere Aufgabe. Der Brite ist rund 1,88 Meter groß, die Maschine dagegen ist bewusst sehr kompakt gebaut. Der Rahmen besteht aus Rohren und zieht sich über den Fahrer hinweg. Ein Video zeigt Hickman zum ersten Mal im Inneren des Streamliners. Er muss sich dabei deutlich verbiegen und falten, um überhaupt eine Sitzposition zu finden. Auch die ersten Renderings lassen erahnen, wie wenig Platz im Cockpit bleibt. Das Team spricht darüber, dass nach Monaten mit Entwürfen, Scans und Messungen nun erstmals zu sehen sei, wie eng es für Hickman tatsächlich wird.

Welcher Motor steckt im Streamliner von GreyhoundLSR?
Angetrieben wird der Streamliner von zwei Motoren der Suzuki Hayabusa, beide mit Turboaufladung. Ein Streamliner ist ein komplett verkleidetes Rekordmotorrad, das nur für Höchstgeschwindigkeit auf gerader Strecke gebaut wird.
Für die Motoren setzt das Team auf die ältere Generation der Hayabusa. Diese soll mehr Leistung haben als die neueren Versionen, weil die späteren Modelle strengere Abgasvorschriften erfüllen müssen. Der Serienmotor ist dabei nur die Basis. Entwickelt wird das Triebwerk zusammen mit Horsepower Factory. Die Firma baut Dragster-Motorräder für Beschleunigungsrennen, die ebenfalls auf der Hayabusa basieren. Konkrete Leistungsangaben hat das Team bisher nicht veröffentlicht.
GreyhoundLSR betont, dass es sich nicht um ein umgebautes Serienmotorrad handelt. Das Team beschreibt die Maschine so: „is not a conventional superbike project. It is the development of a purpose-built, record-breaking motorcycle engineered from the ground up to operate beyond 400 mph.“ Auf Deutsch: „Das ist kein herkömmliches Superbike-Projekt. Es ist die Entwicklung eines eigens gebauten Rekordmotorrads, das von Grund auf dafür konstruiert wird, jenseits von 400 mph zu funktionieren.“
Wer steht hinter dem Projekt GreyhoundLSR?
GreyhoundLSR ist ein britisches Ingenieursteam, zu dem auch ehemalige Mechaniker und Ingenieure aus der Formel 1 gehören. Mitgegründet wurde es von Adam Fawsitt.
Einer der bekannten Namen im Team ist Alaster Gibson. Er war vier Jahre lang leitender Mechaniker beim Formel-1-Team Benetton und danach zehn Jahre Chefmechaniker bei den Grand-Prix-Teams von BAR und Honda. Seit Juli arbeitet GreyhoundLSR außerdem mit RAF Motorsport zusammen, also dem Motorsportverband der britischen Luftwaffe. Paul Lloyd, Präsident der RAF Motor Sports Association, spricht darüber, dass große Leistungen entstehen, wenn Menschen gemeinsam Grenzen verschieben und andere dazu anregen, es ihnen nachzumachen.
Für Fawsitt soll Project 400 mehr sein als eine Rekordjagd. Er spricht darüber, dass das Projekt junge Menschen begeistern und ihnen einen Blick auf Ingenieursarbeit auf höchstem Niveau ermöglichen soll. Seine Wahl des Fahrers begründet er so: „Peter is one of the few riders in the world with the experience, skill set and mindset for this challenge. It’s not just about speed, it’s about pushing limits and that’s why we’re delighted he’s a part of the team.“ Auf Deutsch: „Peter ist einer der wenigen Fahrer auf der Welt, der die Erfahrung, die Fähigkeiten und die Einstellung für diese Herausforderung hat. Es geht nicht nur um Geschwindigkeit, es geht darum, Grenzen zu verschieben, und deshalb freuen wir uns sehr, dass er Teil des Teams ist.“

Wo und wann soll der Weltrekordversuch stattfinden?
Der Rekordversuch soll auf der Hakskeen Pan in Südafrika stattfinden und ist für 2027 geplant. Einen genauen Termin hat das Team noch nicht genannt.
Die Hakskeen Pan ist eine ausgetrocknete Fläche aus festgepresstem Lehm. Dort steht eine sehr ebene Strecke von rund 12 Meilen (etwa 19 Kilometer) zur Verfügung. Das ist wichtig, denn ein Streamliner braucht einen langen Anlauf, um auf Rekordtempo zu kommen, und genug Platz zum Abbremsen. Ein weiterer Punkt spricht laut Team für Südafrika: Die Fläche liegt vergleichsweise niedrig. Die Luft ist dort dichter als an manchen anderen Rekordstrecken. Das soll den beiden Turbomotoren helfen, mehr Leistung zu entwickeln.
Bevor es nach Südafrika geht, will das Team die Maschine in Großbritannien ausprobieren. Dort ist ein sogenannter Shakedown geplant, also eine erste Testfahrt, bei der die Technik grundlegend geprüft wird. In den kommenden Monaten will GreyhoundLSR außerdem regelmäßig Einblicke in Entwicklung, Tests und Teamarbeit geben.
Wie schnell ist der aktuelle Motorrad-Weltrekord?
Der aktuelle Weltrekord liegt bei 376,363 mph (605,7 km/h). Aufgestellt hat ihn der US-Amerikaner Rocky Robinson im Jahr 2010 auf den Bonneville Salt Flats im US-Bundesstaat Utah.
Robinson fuhr damals die Top 1 Ack Attack. Auch dieser Streamliner hatte zwei Motoren der Suzuki Hayabusa. Mit seiner Fahrt überschritt erstmals ein Motorrad offiziell die Marke von 600 km/h. Seitdem ist der Rekord unangetastet. Robinson hatte seinen ersten Rekord bereits 2006 aufgestellt. Davor hielt Dave Campos die Bestmarke mehr als 16 Jahre lang, er war 1990 mit 322,150 mph (518,5 km/h) unterwegs. Insgesamt liegt der absolute Motorrad-Geschwindigkeitsrekord seit 1956 in den Händen der USA.
GreyhoundLSR ist mit dem Ziel 400 mph nicht allein. Erst wenige Wochen vor der Vorstellung von Hickman hatte auch das Team der Top 1 Ack Attack angekündigt, die 400-mph-Grenze angreifen zu wollen, und zwar auf den Salzflächen in Bolivien. Damit arbeiten derzeit zwei Teams daran, als Erste diese Marke zu knacken.

Was hat Peter Hickman bisher bei der TT erreicht?
Peter Hickman hat 14 Rennen bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man gewonnen und hält den absoluten Rundenrekord. Den stellte er 2023 auf einer BMW M 1000 RR auf.
Für eine Runde auf dem Mountain Course brauchte er 16 Minuten und 36,115 Sekunden. Das entspricht einem Schnitt von 136,358 mph, also mehr als 219 km/h. Gefahren wird dabei auf normalen Landstraßen, die eng und uneben sind. Links und rechts stehen Steinmauern, Hecken, Bordsteine und Zuschauer, dazu kommen immer wieder Sprünge. Der Weltrekordversuch ist für Hickman also ein Wechsel in eine ganz andere Welt: statt Kurven, Kuppen und Mauern eine schnurgerade Fläche, auf der es nur noch um Höchstgeschwindigkeit, Stabilität und Nerven geht.

Häufige Fragen
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Was ist der Peter Hickman Weltrekord-Versuch?
Peter Hickman will mit dem britischen Team GreyhoundLSR als erster Motorradfahrer offiziell schneller als 400 mph (643,7 km/h) fahren. Dafür baut das Team einen Streamliner mit zwei turboaufgeladenen Motoren der Suzuki Hayabusa. Das Projekt trägt den Namen Project 400.
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Wann und wo will Peter Hickman den Rekord brechen?
Der Rekordversuch ist für 2027 auf der Hakskeen Pan in Südafrika geplant. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Vorher will das Team die Maschine in Großbritannien testen.
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Wie hoch ist der aktuelle Geschwindigkeitsrekord für Motorräder?
Der Rekord liegt bei 376,363 mph (605,7 km/h). Rocky Robinson stellte ihn 2010 mit der Top 1 Ack Attack auf den Bonneville Salt Flats in Utah auf.
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Wie viele TT-Siege hat Peter Hickman?
Peter Hickman hat 14 Rennen bei der Tourist Trophy gewonnen. Außerdem hält er seit 2023 den Rundenrekord auf dem Mountain Course mit 16 Minuten und 36,115 Sekunden.












