- Andrew Fox von der Linfox Property Group stellt klar, dass die Strecke nicht zum Verkauf steht und Rennstrecke bleibt
- Auslöser der Spekulationen war ein offener Brief des Streckendesigners Bob Barnard, der inzwischen gelöscht wurde
- MotoGP wechselt 2027 zu einem Straßenkurs nach Adelaide, die Superbike-WM zieht 2028 zur Strecke The Bend
Rund um die Rennstrecke Phillip Island kursierten zuletzt hartnäckige Gerüchte über die Zukunft des Geländes. Nachdem feststeht, dass sowohl die MotoGP als auch die Superbike-Weltmeisterschaft die Insel südöstlich von Melbourne verlassen, verbreitete sich die Behauptung, der traditionsreiche Kurs könne abgerissen und in einen Golfplatz umgewandelt werden. Der Eigentümer hat diese Darstellung nun deutlich zurückgewiesen.

Wer hat das Gerücht um einen Golfplatz ausgelöst?
Ausgangspunkt der Spekulationen war ein offener Brief des Streckendesigners Bob Barnard. Barnard gilt als eine der prägenden Figuren hinter der heutigen Streckenführung von Phillip Island, er brachte das Motorrad-Weltmeisterschaftsrennen 1989 nach Australien und zeichnete außerdem für den ursprünglichen Formel-1-Straßenkurs in Adelaide verantwortlich.
In seinem Schreiben, das zunächst über sein LinkedIn-Profil und später über den Journalisten Mat Oxley verbreitet wurde, äußerte er die Sorge, dass die Strecke nach dem Wegfall beider Großveranstaltungen ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren könnte. Wörtlich hieß es dort: „Recent comments suggest that after losing both the GP and the WSBK the owner of the Phillip Island Circuit property, Lindsay Fox, may turn it into a golf course.“ Barnard verwies zudem darauf, dass Fox angeblich bereits an einem neuen Kurs im victorianischen Avalon arbeite. Das ursprüngliche LinkedIn-Schreiben wurde später gelöscht.
Wie reagiert der Eigentümer auf die Golfplatz-Gerüchte?
Andrew Fox, Sohn von Lindsay Fox und Geschäftsführer der Linfox Property Group, hat die Gerüchte ausdrücklich dementiert. Das Unternehmen hatte die Strecke 2004 erworben.
Gegenüber der australischen Motorradpresse erklärte er: „The track is definitely not for sale, and we have no interest in building a golf course on our land at Phillip Island. Nor is it on the market. It never has been. The land will definitely remain a racetrack.“ Fox betonte, er wolle das im Namen der Familie sehr deutlich machen. Mit Blick auf die Golfplatz-Debatte erinnerte er daran, dass ein entsprechender Vorschlag für ein benachbartes Grundstück beim letzten Mal vom zuständigen Gemeinderat abgelehnt worden sei. Er stellte die Frage, warum die Familie erneut Zeit darauf verwenden sollte, noch dazu um den Preis, die Strecke zu zerstören.
Für zusätzliche Einordnung sorgt ein weiterer Umstand: Die Familie Fox erwarb zuletzt einen Golfplatz auf der Mornington-Halbinsel. Einen weiteren Platz von Grund auf neu zu errichten und dafür eine bestehende Rennstrecke aufzugeben, wäre vor diesem Hintergrund ein ungewöhnlicher Schritt.

Warum verliert Phillip Island MotoGP und die Superbike-WM?
Phillip Island verliert beide Weltmeisterschaftsläufe innerhalb von zwei Jahren an den Bundesstaat South Australia. Die MotoGP wechselt ab 2027 auf einen überarbeiteten Straßenkurs in Adelaide, die Superbike-WM zieht 2028 zur Strecke The Bend.
Damit endet eine lange Ära: Der Kurs gehört seit 1989 zum Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft und zählt zu den bekanntesten Strecken des Rennsports. Die Saison 2026 markiert somit den letzten Auftritt der MotoGP auf der Insel, bevor der australische Grand Prix in die Innenstadt von Adelaide verlegt wird. Für die Superbike-WM folgt der Abschied zwei Jahre später. Dieser doppelte Verlust bildet den eigentlichen Nährboden für die Spekulationen über die weitere Nutzung des Geländes.
Welche Folgen hat der Verlust für die Region?
Der Wegfall beider Rennen trifft die lokale Wirtschaft empfindlich. Nach Schätzung örtlicher Tourismusvertreter kostet der Verlust der beiden Motorrad-Events die Region jährlich rund 70 Millionen australische Dollar (circa 40 Millionen Euro / 46 Millionen US-Dollar).
Vor Ort wächst die Sorge um Arbeitsplätze und Tourismus. Geschäftsleute und Vertreter der Gemeinde haben bereits auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des MotoGP-Abschieds hingewiesen. Kritisiert wurde außerdem, dass der letzte Auftritt der Serie kaum gewürdigt werde und es an Nachdruck bei der Suche nach Ersatzveranstaltungen fehle. Ein Lichtblick zeichnet sich dennoch ab: Die australische Tourenwagenserie Supercars soll sich derzeit in Gesprächen über eine Rückkehr nach Phillip Island befinden, auch um die örtliche Wirtschaft zu stützen.

Zwischen Tradition und Kommerz: die politische Dimension
Barnards Kritik zielt über die Golfplatz-Frage hinaus vor allem auf den geplanten Umzug selbst. Er argumentiert, der neue Kurs in den Parklands von Adelaide sei nicht mit dem früheren Formel-1-Straßenkurs vergleichbar und werde weder diesen noch Phillip Island ersetzen können. Australien laufe Gefahr, zwei international bekannte Anlagen zu beschädigen, um eine ungewisse neue Strecke zu schaffen. Zum Vergleich zog er den Traditionskurs in Bathurst heran und fragte, welcher Aufschrei entstünde, würde dieser umgebaut oder gar für einen Golfplatz geschlossen. Der erste australische Grand Prix fand demnach bereits 1923 in Phillip Island statt.
Auch die politische Ebene spielt eine Rolle. Der frühere victorianische Minister John Pandazopoulos verwies darauf, dass ungelöste Fragen rund um Unterkünfte, die Erschließung des Geländes und die Anbindung der Insel bei jeder Vertragsverlängerung erneut aufgetaucht seien. Regierungen hätten Lösungen wie eine Autofähre und einen Infrastrukturausbau unterstützt, doch Widerstand vor Ort und lokale Untätigkeit hätten dies wiederholt verhindert. In South Australia wird der Ausbau des Motorsports dagegen mit Nachdruck vorangetrieben. Premierminister Peter Malinauskas bezeichnete den Superbike-Deal als weiteren Schritt, um den Bundesstaat als Motorsport-Zentrum des Landes zu festigen. Zugleich äußerte sich die Oberbürgermeisterin von Adelaide zurückhaltend und erklärte sinngemäß, der Aufwand eines MotoGP-Laufs stehe nicht im Verhältnis zum Nutzen.

Häufige Fragen
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Wird Phillip Island in einen Golfplatz umgewandelt?
Nein. Nach Angaben von Andrew Fox von der Linfox Property Group steht die Strecke nicht zum Verkauf und bleibt eine Rennstrecke. Ein früherer Golfplatz-Vorschlag für ein benachbartes Grundstück war zuvor bereits vom Gemeinderat abgelehnt worden.
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Warum verliert Phillip Island die MotoGP?
Die MotoGP verlässt Phillip Island nach der Saison 2026 und wechselt ab 2027 auf einen Straßenkurs in Adelaide. Der Kurs war seit 1989 Teil der Motorrad-Weltmeisterschaft.
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Wann verlässt die Superbike-WM Phillip Island?
Die Superbike-Weltmeisterschaft wechselt ab 2028 zur Strecke The Bend in South Australia. Damit verliert Phillip Island innerhalb von zwei Jahren beide internationalen Weltmeisterschaftsläufe.
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Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden für die Region um Phillip Island?
Nach Schätzung örtlicher Tourismusvertreter kostet der Verlust beider Motorrad-Events die Region jährlich rund 70 Millionen australische Dollar (circa 40 Millionen Euro / 46 Millionen US-Dollar). Als möglicher Ausgleich stehen Gespräche über eine Rückkehr der Supercars-Serie im Raum.










