- Die Ortsvorsteher von Michelbach und Burg-Hohenstein verlangen eine verkehrsrechtliche Sperrung der B 54 im Aartal.
- Laut einer aktuellen Polizeistatistik soll die Strecke die gefährlichste im Rheingau-Taunus-Kreis sein, gemessen wurden unter anderem 166 km/h in einer Tempo-60-Zone.
- An Wochenenden soll gesperrt werden, einheimische Fahrer könnten über eine Vignette der Gemeindeverwaltungen eine Ausnahme erhalten.
In den Ortsteilen Michelbach und Burg-Hohenstein wächst der Widerstand gegen den Motorradverkehr auf der B 54. Die beiden Ortsvorsteher Alexander Wolf und Volker Mink haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wort gemeldet und verlangen schärfere Maßnahmen. Aus ihrer Sicht hat sich an der Sicherheitslage entlang der Bundesstraße im Aartal nichts gebessert. Anlass ist nach ihren Worten sowohl die Anfang Juni in Rüdesheim ausgetragene Magic Bike, die vom 4. bis 7. Juni 2026 stattfand, als auch die alltägliche Belastung direkt vor der eigenen Haustür.
Warum fordern die Ortsvorsteher eine Sperrung der B 54?
Die beiden Kommunalpolitiker sehen in einer verkehrsrechtlichen Sperrung das letzte Mittel, wenn Prävention und sogenannte weiche Maßnahmen nicht greifen. Sie begründen ihren Vorstoß mit Lärmbelastung, Unfallgefahr und einem aus ihrer Sicht zu großen Entgegenkommen gegenüber der Motorradszene.
Wolf und Mink werfen dem Landkreis vor, im Süden den Motorradverkehr zu begünstigen, während das Aartal die Folgen trage. In ihrer Stellungnahme heißt es wörtlich: „Wir können nicht länger akzeptieren, dass der Landkreis im Süden den Motorrad-Kult hofiert und wir im Aartal die Zeche in Form von Lärmtourismus und Schwerverletzten zahlen.“ Von den Ordnungsbehörden verlangen sie ein entschlosseneres Vorgehen. Man dürfe sich, so ihre Forderung, „nicht länger vor der Motorradlobby wegducken“.
Sollten weiche Maßnahmen und Prävention scheitern, müsse die Strecke nach ihrer Auffassung gesperrt werden, bevor es einen weiteren Verkehrstoten gebe und die Lebensqualität der Bürger in den Ortsteilen weiter leide. Um ihrer Position Gewicht zu verleihen, haben die beiden über die Gemeindegrenze von Aarbergen und Hohenstein hinweg den Schulterschluss gesucht.
Wie gefährlich ist die B 54 im Aartal?
Nach Angaben der Ortsvorsteher hat sich die Bundesstraße laut einer aktuellen Polizeistatistik zur gefährlichsten Strecke im Rheingau-Taunus-Kreis entwickelt. Als Beleg führen sie unter anderem eine kürzlich gemessene Geschwindigkeit von 166 km/h in einer Tempo-60-Zone an.
Solche Messwerte ordnen Wolf und Mink in den Bereich der dokumentierten Kriminalität ein. „Der Verdacht auf illegale Kraftfahrzeugrennen liegt damit auf dem Tisch“, erklären sie.
Welche Maßnahmen blieben bisher wirkungslos?
Bisherige Eingriffe zeigten nach Darstellung der Ortsvorsteher wenig Wirkung. So wurden bereits Rastplätze gesperrt, ohne dass sich die Lage spürbar entspannt habe.
Massive Geschwindigkeitsübertretungen seien weiterhin an der Tagesordnung. Für die Anwohner sei vor allem an den Wochenenden ein normales Leben kaum möglich. Genau dieser Wochenendverkehr steht im Zentrum des aktuellen Vorstoßes.
Wie soll die Vignette-Regelung für Einheimische funktionieren?
Als Kompromiss schlagen Wolf und Mink eine Wochenendsperrung mit Ausnahmeregelung vor. Einheimische Motorradfahrer aus Aarbergen oder Hohenstein sollen über eine Vignette der Gemeindeverwaltungen weiterhin fahren dürfen.
Die Sperrung an Wochenenden sei in letzter Konsequenz aus ihrer Sicht der einzige Weg. Mit dem Verweis auf andere Regionen stellen die Ortsvorsteher ihre Forderung in einen größeren Zusammenhang. „Wir sehen hier in letzter Konsequenz nur die Lösung, die Strecke, wie bereits in anderen Regionen geschehen, an Wochenenden zu sperren“, heißt es in der Stellungnahme. Die ortsansässigen Fahrer wollen sie ausdrücklich nicht treffen, weil diese Gruppe aus ihrer Sicht nicht für die Probleme verantwortlich sei. Es sollten, so der Tenor, nicht die Falschen belastet werden.
Häufige Fragen
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Wird die B 54 im Aartal für Motorradfahrer gesperrt?
Bislang handelt es sich bei der Sperrung der B 54 um eine Forderung und nicht um eine beschlossene Maßnahme. Die Ortsvorsteher von Michelbach und Burg-Hohenstein verlangen eine verkehrsrechtliche Sperrung an Wochenenden. Eine Entscheidung der zuständigen Behörden ist daraus nicht ersichtlich.
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Warum gilt die B 54 als gefährlich?
Laut den Ortsvorstehern hat sich die Strecke einer aktuellen Polizeistatistik zufolge zur gefährlichsten im Rheingau-Taunus-Kreis entwickelt. Als Beispiel nennen sie eine gemessene Geschwindigkeit von 166 km/h in einer Tempo-60-Zone. Aus ihrer Sicht besteht damit der Verdacht auf illegale Kraftfahrzeugrennen.
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Was ist die geplante Vignette für Motorradfahrer?
Die Vignette ist als Ausnahme von der geforderten Wochenendsperrung gedacht. Einheimische Motorradfahrer aus Aarbergen oder Hohenstein sollen damit weiterhin auf der B 54 fahren dürfen. Ausgestellt werden soll sie nach dem Vorschlag von den Gemeindeverwaltungen.











