- 73 Unfälle insgesamt gegenüber 97 im Vorjahr
- 448.166 Fahrzeuge fuhren während der zehn Tage nach Sturgis
- 108 Drogendelikte im Straftatbereich, vier mehr als 2025
Jedes Jahr im August verwandelt sich die Kleinstadt Sturgis im US-Bundesstaat South Dakota für zehn Tage in einen der größten Treffpunkte der Motorradwelt. Hunderttausende Fahrzeuge rollen in die Black Hills, und mit ihnen kommen jedes Mal auch Unfälle, Kontrollen und Festnahmen. Die South Dakota Highway Patrol dokumentiert das in einer täglichen Statistik, die unter dem Namen Rally Tally veröffentlicht wird. Für die 86. Auflage fällt diese Bilanz überwiegend positiv aus, auch wenn ein Wert aus der Reihe fällt.
Wie viele Unfälle gab es bei der Sturgis Rallye 2026?
Die Highway Patrol registrierte 73 Unfälle, das sind knapp 25 Prozent weniger als die 97 Unfälle im Vorjahr. Drei davon endeten tödlich, 39 forderten Verletzte, 31 blieben ohne Personenschaden.
Der Rückgang zieht sich durch fast alle Kategorien. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Unfällen mit Verletzten: 2025 waren es noch 66, in diesem Jahr 39. Das entspricht einem Minus von rund 41 Prozent. Bei den tödlichen Unfällen sank die Zahl von vier auf drei. Nur die Unfälle ohne Verletzte nahmen leicht zu, von 27 auf 31.
Auch im längeren Vergleich steht das Jahr 2026 gut da. 2024 hatten die Beamten noch 92 Unfälle aufgenommen, 2025 dann 97. Die aktuelle Zahl liegt also rund 21 Prozent unter dem Niveau von vor zwei Jahren.
Sank die Unfallzahl nur, weil weniger Motorräder unterwegs waren?
Der geringere Verkehr erklärt den Rückgang nur teilweise. Nach Zählungen des Verkehrsministeriums von South Dakota fuhren 448.166 Fahrzeuge während der zehn Rallye-Tage nach Sturgis, das sind knapp 17 Prozent weniger als die 537.459 Fahrzeuge im Vorjahr, während die Unfälle um rund 25 Prozent zurückgingen.
Der Vergleichswert aus 2025 ist allerdings kein normaler Maßstab. Damals feierte die Rallye ihr 85. Jubiläum, und runde Jahrestage ziehen traditionell mehr Besucher an. Aussagekräftiger ist deshalb der Fünfjahresschnitt von 498.042 Fahrzeugen. Davon lag das diesjährige Aufkommen etwa zehn Prozent entfernt.
Der Start verlief dabei durchaus kräftig. Am Eröffnungstag passierten mehr als 54.000 Fahrzeuge die Zählstellen, am darauffolgenden Samstag waren es knapp 59.000. Im Verlauf der Woche nahm der Verkehr dann kontinuierlich ab. Wichtig für die Einordnung: Gezählt werden Fahrzeuge an neun Einfahrtsstraßen, nicht einzelne Personen. Eine exakte Besucherzahl lässt sich daraus nicht ableiten, zumal viele Teilnehmer die Stadt mehrfach befahren.
Warum stiegen die Drogendelikte, obwohl weniger los war?
Die Zahl der schweren Drogendelikte kletterte von 104 auf 108, während die leichteren Fälle von 266 auf 221 zurückgingen. Damit bewegen sich beide Kategorien in unterschiedliche Richtungen.
Der Anstieg im Straftatbereich fällt mit vier zusätzlichen Fällen klein aus, wiegt aber schwerer, weil gleichzeitig weniger Verkehr unterwegs war. Pro Fahrzeug betrachtet, hat sich die Quote also erhöht. Die Vorjahreszahlen liefern dazu einen interessanten Kontext: 2024 hatte die Highway Patrol noch 163 solcher Fälle registriert, 2025 dann 104. Der aktuelle Wert liegt somit weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2024.
Bei den Trunkenheitsfahrten setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Streifen nahmen 114 Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fest, im Vorjahr waren es 119 und 2024 sogar 155.
Wie viele Anzeigen schrieb die Highway Patrol?
Die Beamten stellten 1.709 Anzeigen aus, rund zwölf Prozent mehr als die 1.524 im Vorjahr. Die Zahl der schriftlichen Verwarnungen sank dagegen von 4.959 auf 4.572.
Diese gegenläufige Entwicklung ist bemerkenswert, weil sie auf eine veränderte Kontrollpraxis hindeutet. Weniger Verkehr bei mehr Anzeigen bedeutet, dass bei Kontrollen häufiger formal geahndet statt verwarnt wurde. Hinzu kommen 228 Festnahmen mit Gewahrsam und beschlagnahmtes Bargeld im Wert von rund 5.230 Euro (6.116 US-Dollar). Fahrzeuge wurden in diesem Jahr keine sichergestellt, 2025 war es eines wegen Drogenbesitzes.
Sturgis’ Bürgermeister Kevin Forrester wurde bereits im Vorjahr gefragt, warum die Festnahmen sinken, obwohl mehr Verkehr herrscht. Seine Antwort damals: „I’d like to think it’s people behaving“, auf Deutsch: „Ich würde gerne glauben, dass die Leute sich benehmen.“ Er verwies zusätzlich auf einen praktischen Punkt, den ihm Einsatzkräfte geschildert hätten. Bei geringerem Andrang komme die Polizei schlicht besser voran und könne ihre Arbeit leichter erledigen, bei starkem Andrang sei das Gegenteil der Fall.
Wie schnitten die örtlichen Behörden ab?
Auch bei Stadtpolizei und Sheriff gingen die Einsatzzahlen zurück. Die Polizei von Sturgis registrierte 482 Festnahmen, Anzeigen und Parkverstöße zusammengenommen, nach 538 im Vorjahr.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Trunkenheitsfahrten aus, die von 58 auf 37 sanken. Das Sheriff’s Office des Meade County rückte zu 1.200 Einsätzen aus, im Vorjahr waren es 1.487. Auch Verkehrskontrollen und Festnahmen wegen Alkohol am Steuer verzeichneten dort weniger Fälle.
Was ist über die tödlichen Unfälle bekannt?
Drei Menschen kamen ums Leben, die Unfälle ereigneten sich in der Nähe von Spearfish, Hill City und Custer. Betroffen waren ein 63-jähriger Mann aus Connecticut, ein 46-Jähriger aus Minnesota und ein 72-Jähriger aus Oklahoma.
Ein weiterer schwerer Unfall fiel in die letzten Stunden der Rallye. Am Samstagmorgen, dem 15. August, verlor ein 69-jähriger Fahrer auf der Interstate 90 zwischen Box Elder und New Underwood bei Regen die Kontrolle über sein Harley-Davidson-Trike, ein Modell des Baujahrs 2018. Das Fahrzeug prallte gegen eine Leitplanke aus Stahlseilen, der Fahrer wurde abgeworfen. Er trug einen Helm und erlitt schwere Verletzungen, die nicht lebensgefährlich waren. Er kam in ein Krankenhaus in Rapid City.
Was die Statistik nicht erfasst
Der Rally Tally bildet ausschließlich die Einsätze der South Dakota Highway Patrol ab. Zahlen der Stadtpolizei von Sturgis oder der Sheriff-Büros der umliegenden Countys fließen nicht ein.
Zwei weitere Einschränkungen sind für die Einordnung wichtig. Erstens beginnt der Erfassungszeitraum erst am 8. August um 6 Uhr und endet am 16. August um 6 Uhr, während die Rallye bereits am 7. August startete. Der Eröffnungstag fehlt in der Bilanz also. Zweitens bezeichnet die Behörde ihre Angaben ausdrücklich als vorläufig, weil einzelne Unfalluntersuchungen noch laufen und sich Werte im Nachhinein verschieben können.
Trotz dieser Lücken bleibt das Gesamtbild eindeutig. Die 86. Auflage war ruhiger als das Jubiläumsjahr davor, und zwar nicht nur beim Verkehr, sondern auch bei den Folgen für Leib und Leben.
Häufige Fragen
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Wie viele Menschen starben bei der Sturgis Rallye 2026?
Drei Menschen kamen bei Unfällen ums Leben, die von der Highway Patrol erfasst wurden. Im Vorjahr waren es vier. Die Unfälle ereigneten sich bei Spearfish, Hill City und Custer.
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Wie viele Besucher hatte die Sturgis Rallye 2026?
Eine exakte Besucherzahl gibt es nicht. Das Verkehrsministerium von South Dakota zählte 448.166 Fahrzeuge, die während der zehn Tage nach Sturgis fuhren. Da Fahrzeuge und keine Personen gezählt werden, taugt der Wert nur als grober Anhaltspunkt.
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Warum gab es 2025 so viel mehr Verkehr als bei der Sturgis Rallye 2026?
2025 stand das 85. Jubiläum an, und runde Jahrestage ziehen traditionell mehr Teilnehmer an. Damals wurden 537.459 Fahrzeuge gezählt, elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der aktuelle Wert liegt rund zehn Prozent unter dem Fünfjahresschnitt von 498.042 Fahrzeugen.
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Was ist der Rally Tally?
Der Rally Tally ist die tägliche Statistik der South Dakota Highway Patrol während der Rallye. Sie enthält Angaben zu Unfällen, Festnahmen, Anzeigen und Verwarnungen. Erfasst werden ausschließlich Vorgänge, die von der Highway Patrol selbst bearbeitet wurden.










