- Antrieb: 14,5 PS (10,8 kW) und 505 Newtonmeter (rund 372 lb-ft) am Hinterrad, Reichweite 165 km nach indischem Fahrzyklus
- Fahrwerte: 120 kg (rund 265 Pfund), 120 km/h Spitze, 0 auf 60 km/h in 2,9 Sekunden
- Preis in Indien: 175.000 Rupien (etwa 1.900 Euro / 2.050 US-Dollar), Auslieferung ab Juli 2026
Elektrische Motorräder aus Indien ließen sich lange in zwei Schubladen stecken: kleine Pendler-Scooter für den dichten Stadtverkehr auf der einen Seite, futuristisch gezeichnete Sportler auf der anderen, die sich in einer Liga mit etablierten Marken sehen. Die Shockwave von Ultraviolette geht einen dritten Weg. Sie ist als kompakte Enduro angelegt, also als leichtes Motorrad für Asphalt und unbefestigte Wege, und genau diese Ausrichtung macht sie für den Hersteller zu einem strategisch wichtigen Modell. Statt im Westen gegen jahrzehntelange Renntradition anzutreten, zielt die Shockwave auf ein Segment, in dem der Verbrenner zunehmend unter Druck steht.

Was ist die Ultraviolette Shockwave?
Die Ultraviolette Shockwave ist ein vollelektrisches Dual-Sport-Motorrad des indischen Herstellers Ultraviolette, das für die Straße und für leichtes Gelände ausgelegt ist. Nach Angaben des Unternehmens ist sie das erste straßenzugelassene elektrische Dual-Sport-Modell in Indien.
Optisch orientiert sich die Maschine an klassischen Geländemaschinen. Dazu gehören ein hochgezogener vorderer Kotflügel, eine schmale Silhouette, ein im Rallye-Stil gestalteter Aufbau über dem Scheinwerfer sowie gestapelte LED-Projektionsscheinwerfer. Im Cockpit sitzt ein hochkant angeordnetes Fünf-Zoll-TFT-Display. Zum Schutz im Gelände tragen die Bilder einen Unterfahrschutz, Gabelprotektoren und einen Bremsscheibenschutz. Die Shockwave ist wahlweise mit Einzel- oder Doppelsitzbank erhältlich und kommt in den beiden Lackierungen Cosmic Black und Frost White. Den Charakter beschreibt der Hersteller als moderne, elektrische Interpretation der einst populären Zweitakter. Technisch baut die Shockwave auf einer neuen, leichten Plattform auf, die künftig weitere Modelle tragen soll.
Welche technischen Daten hat die Ultraviolette Shockwave?
Die Shockwave kombiniert einen rahmenfest montierten Synchronmotor mit Permanentmagneten und einem Akku mit rund 4 kWh Kapazität. Daraus ergeben sich für ein so leichtes Motorrad ungewöhnlich kräftige Eckwerte.
Motor und Fahrleistungen
Der Elektromotor leistet 14,5 PS (10,8 kW) und gibt am Hinterrad ein Drehmoment von 505 Newtonmetern (rund 372 lb-ft) ab. Die Kraft gelangt per Kette an das Hinterrad. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 120 km/h, den Sprint von 0 auf 60 km/h absolviert die Maschine in angegebenen 2,9 Sekunden. Die Reichweite nennt der Hersteller mit 165 km nach dem indischen Fahrzyklus IDC. Das Leergewicht liegt bei 120 kg (rund 265 Pfund), was die Shockwave nur etwa zehn bis 15 Kilogramm schwerer macht als eine durchschnittliche 450er-Geländemaschine.
Fahrwerk, Bremsen und Ausstattung
An der Front arbeitet eine 37-mm-Gabel mit 200 mm Federweg, hinten ein Monofederbein mit 180 mm Federweg. Die Speichenräder messen 19 Zoll vorn und 17 Zoll hinten und sind mit grobstolligen Reifen der Dimensionen 90/90 R19 sowie 110/90 R17 bestückt. Verzögert wird vorn über eine 270-mm-Scheibe mit axial montiertem Zweikolbensattel, hinten über eine 220-mm-Scheibe mit schwimmend gelagertem Einkolbensattel. Dazu kommen ein abschaltbares Zweikanal-ABS, eine in vier Stufen einstellbare Traktionskontrolle und eine in sechs Stufen regelbare Rekuperation. Der Akku lässt sich laut Hersteller in rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden. Das hochkant verbaute TFT-Display bietet zudem Bluetooth- und e-SIM-Anbindung. Das im Pressebild gezeigte Cockpit weist den Modus Ballistic aus, was auf ähnliche Fahrmodi wie beim Schwestermodell F77 hindeutet.

Warum könnte die Shockwave außerhalb Indiens Sinn ergeben?
Die Shockwave gilt als das Modell, mit dem Ultraviolette außerhalb Indiens leichter Fuß fassen könnte als mit einem teuren Elektro-Sportler. Der Hersteller hat seine Aktivitäten zuletzt nach Europa ausgeweitet und will mittelfristig rund ein Drittel seines Umsatzes außerhalb Indiens erzielen.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Wer ein elektrisches Superbike im Ausland verkaufen will, tritt gegen Marken mit langer Renngeschichte und treuer Anhängerschaft an. Ein leichtes elektrisches Geländemotorrad bewegt sich dagegen in einem anderen Wettbewerb. In Europa geraten kleine Verbrenner-Enduros durch strengere Abgasvorgaben und Zufahrtsbeschränkungen in Innenstädten zunehmend unter Druck, während sich elektrische Trail- und Dirtbikes vom Nischenprodukt zu einer eigenständigen Kategorie entwickeln. Hinzu kommt, dass Käufer einer Enduro andere Erwartungen haben als Sportfahrer. Im Vordergrund stehen Zugänglichkeit, Drehmoment und Alltagstauglichkeit, nicht die absolute Höchstgeschwindigkeit. Der elektrische Antrieb passt dabei gut ins Anforderungsprofil: Das sofort anliegende Drehmoment hilft im technischen Gelände, der leise Lauf verringert Konflikte mit Anwohnern, und der Wartungsaufwand fällt geringer aus. Innerhalb der Neuheiten des Jahrgangs 2026 reiht sich die Shockwave damit in den Trend zunehmend ernst zu nehmender Elektro-Geländemotorräder ein.
Wie positioniert sich die Shockwave gegen die Konkurrenz?
In Indien hat die Shockwave derzeit keinen direkten elektrischen Gegenspieler, da sie dort als erstes und bislang einziges straßenzugelassenes Elektro-Dual-Sport gilt. Als nächste Alternativen mit Verbrennungsmotor nennt der Hersteller die Kawasaki KLX 230 sowie die Hero XPulse 200 4V und die Hero XPulse 210.
International fällt der Vergleich vor allem über den Preis auf. Als nächster elektrischer Mitbewerber gilt die Zero XB, die mit rund 373 Newtonmetern (275 lb-ft) weniger Drehmoment liefert, mit etwa 63 kg (139 Pfund) jedoch deutlich leichter ausfällt und zu einem Kurs von rund 3.885 Euro / 4.195 US-Dollar angeboten wird. Am anderen Ende der Skala steht die Stark Future mit rund 1.036 Newtonmetern (764 lb-ft) und einem Gewicht von 120 kg (264 Pfund), die mit etwa 11.950 Euro / 12.900 US-Dollar allerdings ein Vielfaches kostet. Zum Vergleich: Der Sportler F77 desselben Herstellers startete bei umgerechnet etwa 3.430 Euro / 3.700 US-Dollar.

Was kostet die Ultraviolette Shockwave und wann kommt sie?
In Indien liegt der reguläre Preis bei 175.000 Rupien (etwa 1.900 Euro / 2.050 US-Dollar). Für die ersten Käufer hatte der Hersteller einen Einführungspreis von rund 150.000 Rupien (etwa 1.630 Euro / 1.765 US-Dollar) angesetzt.
Die Auslieferung war ursprünglich für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Nach Angaben des Herstellers sollen die ersten Maschinen nun ab Juli 2026 an die Kunden gehen. Vorbestellungen sind bereits möglich, Berichten zufolge soll die Shockwave seit der Vorstellung mehr als 7.000 Reservierungen gesammelt haben. Diese Preisangaben beziehen sich zunächst auf den indischen Markt. In anderen Regionen wären entsprechend abweichende Preise zu erwarten, da Ultraviolette seine Expansion über die kommenden Jahre vorantreiben will und dabei Europa als vorrangiges Ziel nennt.

Häufige Fragen
-
Was kostet die Ultraviolette Shockwave?
Die Ultraviolette Shockwave kostet in Indien regulär 175.000 Rupien (etwa 1.900 Euro / 2.050 US-Dollar). Für die ersten Kunden gab es einen Einführungspreis von rund 150.000 Rupien (etwa 1.630 Euro / 1.765 US-Dollar). Die Angaben beziehen sich auf den indischen Markt, in anderen Regionen sind abweichende Preise zu erwarten.
-
Wann wird die Ultraviolette Shockwave ausgeliefert?
Die Auslieferung soll laut Hersteller ab Juli 2026 beginnen. Ursprünglich war der Marktstart für das erste Quartal 2026 geplant. Vorbestellungen sind bereits möglich.
-
Wie viel Leistung und Drehmoment hat die Shockwave?
Die Shockwave leistet 14,5 PS (10,8 kW) und stellt am Hinterrad 505 Newtonmeter (rund 372 lb-ft) bereit. Damit erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und beschleunigt in 2,9 Sekunden von 0 auf 60 km/h. Der Antrieb erfolgt über einen rahmenfest montierten Synchronmotor mit Permanentmagneten.
-
Welche Reichweite hat die Shockwave?
Die Shockwave kommt nach dem indischen Fahrzyklus IDC auf eine Reichweite von 165 km. Sie nutzt dafür einen Akku mit rund 4 kWh, der sich in etwa 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lässt. Reichweitenangaben nach diesem Zyklus fallen in der Praxis erfahrungsgemäß niedriger aus.
-
Gibt es zur Shockwave direkte elektrische Konkurrenz?
In Indien gibt es derzeit kein direkt vergleichbares elektrisches Dual-Sport-Modell. International werden die deutlich teureren Modelle Zero XB und Stark Future als Mitbewerber genannt. Als Alternativen mit Verbrennungsmotor gelten die Kawasaki KLX 230 sowie die Hero XPulse 200 4V und XPulse 210.












