- Start kurz vor 17:40 Uhr Ortszeit nahe dem Dodger Stadium, Festnahme gegen 18:45 Uhr in South Los Angeles
- Rund sechs Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber waren beteiligt, verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand
- Die Polizei fand keine Waffe, das Dirtbike war als gestohlen gemeldet
Verfolgungsjagden gehören in Los Angeles seit Jahrzehnten zum Fernsehalltag. Was sich am Mittwochabend, dem 19. August 2026, über mehr als eine Stunde im Süden der Stadt abspielte, fällt trotzdem aus dem Rahmen. Ein Fahrer auf einem geländetauglichen Motorrad ohne Scheinwerfer, Rücklicht und Blinker führte die Polizei durch halb South Los Angeles, hielt zwischendurch zweimal zum Tanken an und telefonierte während der Fahrt. Die Jagd wurde live übertragen und dauerte am Ende länger als eine Stunde.
Wie begann die Verfolgungsjagd in Los Angeles?
Die Jagd begann kurz vor 17:40 Uhr Ortszeit in der Nähe des Dodger Stadium. Auslöser war nach Angaben des Los Angeles Police Department der Verdacht, dass der Fahrer im öffentlichen Straßenverkehr eine Schusswaffe mitgeführt und gezeigt haben soll.
Von dort ging es weiter durch die Innenstadt, dann über die Figueroa Street nach Süden. Der größte Teil der Jagd spielte sich anschließend im Bereich Watts, Compton und den angrenzenden Vierteln ab. Der Fahrer blieb dabei fast durchgehend in einem überschaubaren Gebiet, drehte mehrfach um und kehrte in dieselben Straßenzüge zurück. Für die Beamten war das ein Hinweis darauf, dass er die Gegend gut kennt.
Weil ein Waffenverdacht im Raum stand, blieben die Streifenwagen deutlich näher dran, als es bei einem reinen Verkehrsdelikt üblich wäre. Rund sechs Fahrzeuge folgten dem Motorrad, dazu kreiste ein Polizeihubschrauber über der Szene und gab die Positionen durch.
Warum konnte die Polizei das Motorrad nicht stoppen?
Ein leichtes Geländemotorrad ist im dichten Stadtverkehr kaum einzuholen, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Genau das machte die Verfolgung so zäh.
Der Fahrer nutzte die Lücke zwischen den Fahrspuren, fuhr auf der Mittellinie an stehenden Autos vorbei, wechselte auf die Gegenfahrbahn und schnitt über Parkplätze ab. Die Streifenwagen folgten ihm bewusst nicht auf die falsche Straßenseite, weil das andere Fahrer in Gefahr gebracht hätte. Aus der Luft war die Maschine ebenfalls schwer zu halten, weil Bäume und Häuser die Sicht immer wieder unterbrachen.
Dazu kam ein Detail, das den Fall zusätzlich schwierig machte: Die Maschine war nicht für die Straße zugelassen. Ohne Licht und Blinker fällt sie im Dunkeln kaum auf, und sie ist schmal und leicht genug, um durch Fußgängerdurchgänge und über Grünflächen zu fahren, wo kein Streifenwagen hinterherkommt. Der Fahrer trug keinen Helm. Nach Angaben der Polizei war das Motorrad zuvor als gestohlen gemeldet worden.
Während der Fahrt streifte er ein Auto und riss dabei dessen Außenspiegel ab. Verletzt wurde dabei nach Polizeiangaben niemand.

Was passierte an der Tankstelle?
Gegen 18:20 Uhr hielt der Fahrer an einer Tankstelle an der Alameda Street und begann zu tanken. Als sich ein Streifenwagen näherte, fuhr er los, ohne die Zapfpistole auszuhängen.
Schlauch und Pistole schleiften noch etwa einen Block weit neben dem Motorrad her, bevor sie sich lösten. Der Fahrer hatte in dieser Zeit sichtbar ein Mobiltelefon in der linken Hand. Über den gesamten Verlauf hinweg schrieb er Nachrichten und telefonierte offenbar mehrfach. Laut Medienberichten sprach er dabei zeitweise sogar mit einem Kameramann eines Fernsehsenders, der die Jagd aus der Luft begleitete.
Zwischenstopp im Park mit Benzinkanister
Der zweite Tankstopp fand nicht an einer Tankstelle statt. Der Fahrer verließ die Straße, fuhr über die Rasenfläche des Earvin Magic Johnson Park und steuerte anschließend den Athens Park an. Dort lag ein Kanister mit rund vier Litern Benzin bereit, den offenbar jemand für ihn abgestellt hatte. Wer den Kanister dort deponierte, ist bislang nicht geklärt.
Etwa die Hälfte davon füllte er in den Tank, während ein Streifenwagen bereits dicht hinter ihm stand. Dann fuhr er quer über den Sportplatz davon. Auf dem Gelände trainierten zu diesem Zeitpunkt Kinder Fußball. Auf den Bildern ist zu sehen, wie Spieler, Trainer und Eltern zur Seite laufen, um dem Motorrad auszuweichen.
Kurzzeitig schlossen sich zwei weitere Motorradfahrer der Kolonne an und filmten das Geschehen mit ihren Telefonen, bevor sie wieder abdrehten.
Warum waren die Luftbilder zwischendurch lückenhaft?
Die Hubschrauber der Fernsehsender durften den Luftraum rund um den Flughafen Los Angeles nicht durchfliegen und mussten deshalb weiträumig ausweichen. In dieser Phase war das Motorrad zeitweise nur aus großer Entfernung oder gar nicht zu sehen.
Die Behörden gehen bei Hubschrauberflügen im Nahbereich großer Flughäfen seit einem schweren Flugunfall im Raum Washington offenbar deutlich strenger vor. Für die Polizei war das weniger problematisch, weil ihr eigener Hubschrauber weiter mitfliegen konnte. Die Kommentatoren der Übertragung mussten sich in dieser Zeit auf den Funkverkehr stützen, um überhaupt zu wissen, wo sich die Jagd gerade abspielte.
Wie endete die Verfolgungsjagd?
Die Jagd endete auf der 111th Street, als dem Motorrad das Benzin ausging. Der Fahrer ließ die Maschine stehen und rannte zu Fuß weiter.
Über die genaue Abfolge gehen die Darstellungen auseinander. Ein Teil der Berichte beschreibt, dass der Fahrer schlicht liegen blieb und das Motorrad abstellte. Andere Darstellungen sprechen davon, dass er zuvor gestürzt sei. Sicher ist, dass er anschließend über mehrere Hinterhöfe flüchtete, Zäune und Mauern überkletterte und dabei sichtbar humpelte, also offenbar eine Verletzung davongetragen hatte.
Die Polizei riegelte das Viertel ab, statt sofort hinterherzulaufen. Wenig später fanden die Beamten den Fahrer in einer blauen Wertstofftonne in der Nähe der 112th Street und der South Broadway. Mit gezogenen Waffen forderten sie ihn auf, herauszukommen. Er hob die Hände und ließ sich in einer Hofeinfahrt widerstandslos festnehmen. Das war gegen 18:45 Uhr, gut eine Stunde nach dem Beginn.
Welche Vorwürfe erhebt die Polizei?
Nach Angaben des Los Angeles Police Department wurde der Fahrer wegen schwerer Flucht vor der Polizei, wegen Sachbeschädigung und wegen des Besitzes eines gestohlenen Fahrzeugs in Gewahrsam genommen. Aus Haftakten geht hervor, dass er 19 Jahre alt ist und am Tag der Festnahme Geburtstag hatte.
Bemerkenswert ist der Punkt, der die ganze Sache überhaupt ausgelöst hat. Die Polizei war davon ausgegangen, dass der Fahrer bewaffnet sein könnte. Nach der Festnahme bestätigte sie, dass keine Waffe gefunden wurde. Der Verdacht, der die Beamten dazu brachte, so dicht dranzubleiben, ließ sich also nicht belegen. Während der Jagd war der Fahrer zeitweise noch als Mann Anfang zwanzig beschrieben worden, was sich später über die Haftakten korrigierte.
Warum solche Jagden für die Polizei ein Dilemma sind
Bei Verfolgungsjagden mit leichten Geländemotorrädern steht die Polizei regelmäßig vor derselben Abwägung: nah dranbleiben und damit Risiko für Unbeteiligte in Kauf nehmen, oder abbrechen und den Fahrer entkommen lassen. Der Fall aus Los Angeles zeigt beide Seiten dieser Abwägung sehr deutlich.
Die Streifenwagen hielten sich an die Vorgabe, nicht auf die Gegenfahrbahn zu wechseln, und fuhren nicht schneller, als es die Straßenverhältnisse zuließen. Genau dadurch entstanden aber die Lücken, die der Fahrer für seine Tankstopps nutzen konnte. Ohne den Hubschrauber wäre er nach Einschätzung der Beteiligten mehrfach verloren gegangen.
Fälle wie dieser reihen sich in eine Entwicklung ein, die in Kalifornien schon länger für Diskussionen sorgt. Nicht zugelassene Geländemotorräder tauchen dort immer häufiger im normalen Straßenverkehr auf, oft ohne Kennzeichen, ohne Beleuchtung und ohne Helm. Für die Behörden ist das ein doppeltes Problem, weil sich solche Maschinen im Nachhinein kaum identifizieren lassen und im Ernstfall auch nicht sinnvoll gestoppt werden können.

Häufige Fragen
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Wann fand die Verfolgungsjagd in Los Angeles statt?
Die Jagd begann am Mittwochabend, dem 19. August 2026, kurz vor 17:40 Uhr Ortszeit in der Nähe des Dodger Stadium. Die Festnahme erfolgte gegen 18:45 Uhr in South Los Angeles. Insgesamt dauerte die Verfolgung damit etwas mehr als eine Stunde.
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Wurde bei dem Fahrer eine Waffe gefunden?
Nein. Die Polizei hatte zunächst angenommen, dass der Fahrer bewaffnet sein könnte, und begründete damit ihr Vorgehen. Nach der Festnahme bestätigte sie, dass keine Schusswaffe sichergestellt wurde.
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Wie kam der Fahrer während der Flucht an Benzin?
Er hielt zweimal an. Zuerst an einer Tankstelle an der Alameda Street, die er verließ, ohne die Zapfpistole auszuhängen. Später nahm er im Athens Park einen bereitgestellten Kanister mit rund vier Litern Benzin auf und füllte ungefähr die Hälfte davon in den Tank.
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Welche Vorwürfe stehen im Raum?
Nach Angaben des Los Angeles Police Department wurde der 19-Jährige wegen schwerer Flucht vor der Polizei, Sachbeschädigung und Besitzes eines gestohlenen Fahrzeugs in Gewahrsam genommen. Das Motorrad war zuvor als gestohlen gemeldet worden. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.
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Wie endete die Flucht genau?
Dem Motorrad ging auf der 111th Street der Sprit aus. Der Fahrer ließ die Maschine stehen, flüchtete über mehrere Hinterhöfe und versteckte sich in einer blauen Wertstofftonne, wo ihn die Beamten kurz darauf fanden und festnahmen.










