- 2.832 Menschen starben 2025 im Straßenverkehr, 62 mehr als im Jahr zuvor.
- Die Zahl der getöteten Motorradfahrer ging nach vorläufigen Zahlen um rund acht Prozent zurück.
- Die Zahl der Schwerverletzten sank auf den niedrigsten Stand seit 1991.
Das Statistische Bundesamt hat die endgültigen Zahlen zum Unfallgeschehen des vergangenen Jahres vorgelegt. Danach kamen 2025 in Deutschland 2.832 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind 62 Getötete mehr als 2024 und etwa so viele wie 2023, als 2.839 Menschen starben. Für Motorradfahrer fällt die Bilanz anders aus als für fast alle anderen Verkehrsteilnehmer. Ihre Gruppe ist die einzige, bei der die Zahl der Todesopfer nicht gestiegen, sondern gesunken ist. Damit reiht sich das Jahr 2025 in das laufende Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung für den Zeitraum von 2021 bis 2030 ein, dessen Ziele nach aktuellem Stand deutlich verfehlt werden.
Wie viele Menschen starben 2025 im deutschen Straßenverkehr?
Im Jahr 2025 starben 2.832 Menschen auf deutschen Straßen. Das waren 62 Todesopfer oder gut zwei Prozent mehr als 2024, als 2.770 Menschen ums Leben kamen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls und lag bei rund 371.000 Personen, ein Plus von 1,7 Prozent. Rund 322.000 Menschen wurden leicht verletzt, das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Schwerverletzten ging die Zahl dagegen um 2,9 Prozent auf rund 49.200 zurück. Das ist der niedrigste Wert seit 1991, dem ersten Jahr, in dem schwer und leicht Verletzte getrennt erfasst wurden. Im Durchschnitt starben damit jeden Tag acht Menschen im Straßenverkehr, 135 wurden schwer und 882 leicht verletzt.
Warum sind Motorradfahrer die Ausnahme in der Statistik?
Motorradfahrer sind die einzige größere Gruppe, deren Zahl der Todesopfer 2025 gesunken ist. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ging sie um rund acht Prozent zurück. Zum Vergleich: 2024 kamen 513 Fahrer von Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen ums Leben, also von Motorrädern im klassischen Sinn. In den Jahren zuvor war diese Zahl stetig gestiegen, von 473 im Jahr 2021 über 492 im Jahr 2022 auf 497 im Jahr 2023 und schließlich 513 im Jahr 2024. Der Rückgang 2025 unterbricht diesen Aufwärtstrend zum ersten Mal seit mehreren Jahren. Die endgültigen Zahlen zur Verteilung auf die einzelnen Verkehrsarten stehen allerdings noch aus. Sie können vom vorläufigen Ergebnis noch leicht abweichen.
Welche Verkehrsteilnehmer sind besonders gefährdet?
Besonders gefährdet waren 2025 Radfahrer sowie Fahrer von E-Scootern und Kleinkrafträdern. Bei den Radfahrern zählte das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Zahlen 462 Getötete, ein Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit war jede sechste im Straßenverkehr getötete Person mit dem Fahrrad unterwegs. Von den getöteten Radfahrern saßen 217 auf einem Pedelec, also einem Fahrrad mit elektrischer Tretunterstützung, das umgangssprachlich oft E-Bike genannt wird. Zum Vergleich: 2015 waren es erst 36 getötete Pedelec-Fahrer. Deutlich zulegten auch andere Zweiradgruppen. Bei den Kleinkrafträdern mit Versicherungskennzeichen, also Mofas, Mopeds und kleinen Rollern, stieg die Zahl der Getöteten im Zeitraum von Januar bis November um 28 Prozent. Bei den E-Scootern gab es ein Plus von 25 Prozent. Auch bei den Autoinsassen nahm die Zahl der Todesopfer zu, hier lag der Anstieg bei vier Prozent. Regional gab es große Unterschiede. Gemessen an der Einwohnerzahl starben die meisten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit 60 und in Brandenburg mit 50 Getöteten je eine Million Einwohner. Am niedrigsten war der Wert in den Stadtstaaten Berlin mit 10 und Hamburg mit 11.
Ablenkung als wachsende Gefahr im Straßenverkehr
Ablenkung spielt bei Unfällen eine immer größere Rolle. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, bei denen Ablenkung als Ursache erfasst wurde, stieg von rund 8.700 auf etwa 9.500 und damit um neun Prozent. Bei den Alkoholunfällen gab es dagegen einen leichten Rückgang um ein Prozent auf rund 34.800. Rückläufig waren auch die Kreuzungsunfälle auf Landstraßen. Ihre Zahl sank von 294 auf 280, ein Minus von fünf Prozent. Bei diesen Unfällen ging die Zahl der Schwerverletzten von 4.900 auf 4.600 zurück. Auffällig bleibt der hohe Anteil der Alleinunfälle. Das sind Unfälle, bei denen kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt ist, ein Fahrer also etwa allein von der Fahrbahn abkommt. Mehr als ein Drittel der Getöteten kam bei solchen Alleinunfällen ums Leben.
Was fordert der Verkehrssicherheitsrat für Motorradfahrer?
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert gezielte Maßnahmen, um Motorradfahrer besser zu schützen. Dazu zählen bessere Fahrbahnmarkierungen, griffige Fahrbahnen und ein Unterfahrschutz an Schutzplanken. Ein solcher Unterfahrschutz ist eine zusätzliche Verkleidung unterhalb der Leitplanke. Sie soll verhindern, dass ein gestürzter Fahrer unter die Planke rutscht und sich an den Pfosten schwer verletzt. Darüber hinaus verlangt der DVR mehr Sicherheit an Kreuzungen, Einmündungen und Kreisverkehren sowie verbindliche Sicherheitsprüfungen auch für Landes- und Kreisstraßen. Bund und Länder sollen zudem ein absolutes Alkoholverbot am Steuer durchsetzen und die Kontrollen im Straßenverkehr ausbauen.
Erreicht Deutschland das Ziel der Vision Zero?
Nach dem aktuellen Stand wird Deutschland das gesetzte Ziel voraussichtlich verfehlen. Die Bundesregierung will die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2021 und 2030 um 40 Prozent senken. Ausgehend von 2.562 Getöteten im Jahr 2021 dürften es 2030 höchstens 1.537 sein. Davon ist die Statistik weit entfernt. Seit dem pandemiebedingten Tiefstand 2021 haben sich die Zahlen wieder bei einem Wert um 2.800 eingependelt. Ein deutlicher Rückgang, wie ihn das Programm vorsieht, zeichnet sich bislang nicht ab. Der Rückgang bei den Motorradfahrern zeigt jedoch, dass sich die Bilanz einzelner Gruppen von der Gesamtentwicklung abkoppeln kann.
Häufige Fragen
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Wie viele Verkehrstote gab es 2025 in Deutschland?
Im Jahr 2025 starben 2.832 Menschen im Straßenverkehr. Das waren 62 Todesopfer mehr als 2024 und etwa so viele wie 2023 mit 2.839 Getöteten.
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Wie viele Motorradfahrer starben 2025 im Straßenverkehr?
Nach vorläufigen Zahlen ging die Zahl der getöteten Motorradfahrer um rund acht Prozent zurück. Damit sind sie die einzige größere Gruppe mit einem Rückgang. Zum Vergleich: 2024 kamen 513 Motorradfahrer ums Leben.
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Welche Verkehrsteilnehmer waren 2025 besonders gefährdet?
Besonders betroffen waren Radfahrer mit 462 Getöteten, darunter 217 Pedelec-Fahrer. Auch bei E-Scootern und bei Mofas und Mopeds stieg die Zahl der Todesopfer deutlich an.
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Erreicht Deutschland das Ziel der Vision Zero?
Nach aktuellem Stand voraussichtlich nicht. Die Zahl der Verkehrstoten soll bis 2030 um 40 Prozent auf höchstens 1.537 sinken, liegt aber weiterhin bei einem Wert um 2.800.











