- Termin: 10. bis 12. Juli 2026 am Utah Motorsports Campus in Grantsville, Utah
- Gesamtpreisgeld: 2.860.000 US-Dollar (circa 2.515.000 Euro) pro Veranstaltung
- Rennformat: 48 Starter, davon 30 im Finale, eine einzige Klasse für alle Motorräder
Motorcycle Racing hat ein neues Projekt: World Moto Clash, kurz WMC, positioniert sich als Gegenentwurf zu allem, was der etablierte Rennsport bisher kannte. Keine Hubraumklassen, keine Homologationsvorschriften, keine technischen Einschränkungen. Wer ein Motorrad hat, das schnell genug ist, darf grundsätzlich starten. Das Konzept nennt sich intern „Go-Fast Class“ und soll alles von seriennahen Sportmaschinen über umgebaute Prototypen bis hin zu ehemaligen Grand-Prix-Maschinen auf ein und dieselbe Strecke bringen.

Stanford Crane: Serienunternehmer mit Rennsport-Vergangenheit
Hinter dem Projekt steht Stanford W. Crane Jr., der in Branchenberichten als „serieller Unternehmer“ beschrieben wird. Crane war selbst Superbike-Rennfahrer, Teambesitzer und Sponsor und war nach eigenen Angaben auch als Fan Teil des Rennsports. Er ist zudem Gründer eines Silicon-Valley-Inkubators und hält nach Unternehmensangaben mehr als 170 Patente. Crane formuliert die Grundidee von WMC so: „Ich hatte eine einzigartige Perspektive, die mir erlaubt hat, WMC zu schaffen. Ich war Fahrer, Teambesitzer, Sponsor und Fan, aber auch disruptiver Unternehmer. Die eine Seite gab mir das Wissen und die Perspektive, die andere die Fähigkeit, ein einzigartiges Unterhaltungsprodukt mit einer überlegenen Geschäftslösung zu schaffen.“
Seine Kritik am Status quo ist deutlich: Er sieht viele Motorsportstrukturen als Relikte aus der Nachkriegszeit, die auf Einnahmen aus dem Eingangsbereich ausgelegt waren, also auf möglichst viele Teilnehmer. WMC sei dagegen für die Unterhaltung konzipiert, weil man nicht von einer „fehlerhaften Vergangenheit“ belastet sei.
Das Rennformat: 48 Starter, 30 im Finale, kein Regelwerk
Das Rennwochenende ist auf drei Tage und sechs Rennen ausgelegt. Zunächst nehmen 48 Fahrer an den Qualifikationsläufen teil, bevor das Starterfeld für das Finale auf 30 Fahrer reduziert wird. Wie genau dieser Auswahlprozess abläuft, hat WMC bislang nicht im Detail veröffentlicht. Bekannt ist, dass es eine App-basierte Fan-Abstimmung geben soll: Fahrer, die die automatische Qualifikation verpassen, können demnach per Fan-Vote doch noch ins Hauptrennen gewählt werden.
Der Zeitplan für das erste Event listet Trainingssessions in zwei Kategorien, „Red“ und „Black“, ohne dass bislang erläutert wurde, nach welchem Kriterium diese Einteilung erfolgt. Ob Hubraum, Höchstgeschwindigkeit, Fahrerklasse oder ein anderer Faktor dahintersteckt, ist öffentlich nicht kommuniziert worden. Ebenso fehlen veröffentlichte Sporting Regulations, die üblicherweise Gridauswahl, Progressionsregeln und die Struktur eines gemischten Starterfelds über ein Rennwochenende hinweg festlegen.
WMC selbst beschreibt das Ziel als „leistungsbasierte Klassifizierung“, die einen fairen und spannenden Wettkampf sicherstellen soll. Wie diese Klassifizierung bei stark unterschiedlichen Maschinenkonfigurationen funktioniert, wenn also ein turbogeladener Sportler neben einem ehemaligen Rennprototyp startet, bleibt eine der zentralen offenen Fragen.

Strecke und Veranstaltungsort
Das erste WMC-Event findet am Utah Motorsports Campus in Grantsville, Utah statt. Die Strecke trägt inzwischen den Sponsornamen Burt Brothers Motorpark. Gefahren wird auf dem sogenannten Outer Loop, einer 3,05 Meilen (circa 4,9 Kilometer) langen Variante mit 15 Kurven. WMC bewirbt die zu erwartenden Höchstgeschwindigkeiten mit über 200 mph (rund 322 km/h) und Schräglagenwinkel von mehr als 60 Grad.
Das Preisgeld: Mehr als in jeder anderen Motorrad-Rennserie
WMC bezeichnet sich selbst als das reichste Motorradrennen der Geschichte. Das Gesamtpreisgeld pro Veranstaltung beläuft sich auf 2.860.000 US-Dollar (circa 2.515.000 Euro). Der Sieger erhält 1.000.000 US-Dollar (circa 880.000 Euro), der Zweite 500.000 US-Dollar (circa 440.000 Euro), der Dritte 250.000 US-Dollar (circa 220.000 Euro). Selbst der 30. Platz soll noch 10.000 US-Dollar (circa 8.800 Euro) einbringen. Crane unterstreicht die finanzielle Komponente ausdrücklich: „Wenn du auf dem zweiten Platz bist, jagst du einer halben Million Dollar mehr nach. Wenn du auf dem zehnten bist, kämpfst du immer noch um eine lebensverändernde Summe.“
Gleichzeitig soll beim WMC-Wochenende auch ein Custom-Bike-Wettbewerb stattfinden, bei dem Umbauten aus dem ganzen Land um ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar (circa 44.000 Euro) konkurrieren.
Die Super-Teams: Bekannte Namen aus dem amerikanischen Rennsport
WMC führt ein Teamformat unter dem Namen „Super Teams“ ein. Drei namhafte Persönlichkeiten aus dem amerikanischen Motorsport wurden als Teamchefs verpflichtet:
Colin Edwards, zweifacher Superbike-Weltmeister und bekannt als „Texas Tornado“, führt das Team Texas Tornadoes. Er kommentiert das Konzept knapp: „WMC wird den Sport auf den Kopf stellen.“
Miguel Duhamel, fünffacher Sieger des Daytona 200, leitet das Team Vegas Venom. Auch er äußert sich enthusiastisch: „Das ist die großartigste Sache überhaupt. Da können wir uns alle einig sein.“
Gregg Smrz, ehemaliger Profi-Rennfahrer und Hollywood-Stunt-Koordinator, ist Teamchef der Action Stars.
Zusätzlich zu den drei Super Teams ist eine vierte Gruppe namens „The Privateers“ vorgesehen, die unabhängige Fahrer ohne Teamzugehörigkeit zusammenfasst. Welche Fahrer konkret für welches Team starten werden und mit welchen Maschinen, hat WMC bislang nicht kommuniziert.
Reality-TV trifft Rennsport: Die Medienstrategie
WMC setzt von Beginn an stark auf eine mediale Verwertung. Crane hat Emmy-Preisträger Tom Shelly, bekannt als Executive Producer der Sendung Survivor, sowie Michael A. Simon, Regisseur und Produzent von Ridiculousness, für die Produktion von Unterhaltungsformaten rund um das Event verpflichtet. Shelly formuliert seine Einschätzung so: „Die inhärente Dramatik, die beeindruckenden Bilder und die faszinierenden Charaktere des professionellen Motorradrennens machen es zum perfekten Thema für unscripted Television.“
Die globalen Medienrechte werden exklusiv von Will Staeger von Sonoma Sports & Entertainment vertreten, die Rennproduktion übernimmt Chet Burks.
Rahmenprogramm und Fan-Erlebnis
Das Wochenende ist ausdrücklich als Festival konzipiert. Neben den Rennen sind unter anderem Stunt-Shows, Drift-Bike-Vorführungen und Streetstyle-Präsentationen in einer eigens eingerichteten „Clash Arena“ geplant. Hersteller sollen mit Probefahrten, Prototypen-Präsentationen und Ausrüstungsmessen vertreten sein, der Paddock soll für Besucher zugänglich sein. Auch Live-Musik, regionale Gastronomie und Angebote für Kinder sind Teil des geplanten Programms. Kinder bis zwölf Jahre haben laut WMC freien Eintritt.
WMC plant zudem, Fahrer aus Europa, Asien, Südamerika, Afrika und den USA anzusprechen. Die Veranstaltung soll als Pilotauftakt fungieren, ein zweiter WMC-Termin für 2026 und ein ausgeweiteter Kalender für 2027 sind nach Unternehmensangaben in Vorbereitung.
Was noch offen bleibt
Was WMC auf dem Papier verspricht, ist zweifellos ungewöhnlich für den Motorradrennsport. Gleichzeitig bleiben zentrale Details weiterhin vage: Wie genau die leistungsbasierte Einteilung im gemischten Starterfeld funktioniert, wie sichergestellt wird, dass Maschinen mit grundlegend verschiedenen Leistungsniveaus gemeinsam auf der Strecke sind, und wie das Qualifying-Eliminationsformat im Detail aussieht, ist öffentlich nicht dokumentiert. Die Fachpresse merkt an, dass ausgerechnet Regelwerke im Rennsport oft jenen Mechanismus liefern, der enge und spannende Rennen erst ermöglicht. Ob WMC einen tragfähigen Ersatz für diese Struktur findet, wird das Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 zeigen müssen.
Häufige Fragen
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Was ist World Moto Clash?
World Moto Clash ist eine neue Motorrad-Rennserie, die ohne technische Klassen oder Hubraumbeschränkungen auskommt. Das erste Event findet vom 10. bis 12. Juli 2026 am Utah Motorsports Campus in Grantsville, Utah statt.
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Wie hoch ist das Preisgeld beim World Moto Clash?
Das Gesamtpreisgeld beträgt 2.860.000 US-Dollar (circa 2.515.000 Euro) pro Veranstaltung. Der Sieger erhält 1.000.000 US-Dollar (circa 880.000 Euro), der Zweite 500.000 US-Dollar (circa 440.000 Euro).
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Wer sind die Teamchefs beim World Moto Clash?
Als Teamchefs wurden Colin Edwards (Texas Tornadoes), Miguel Duhamel (Vegas Venom) und Gregg Smrz (Action Stars) bestätigt.
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Welche Motorräder dürfen beim World Moto Clash starten?
WMC erlaubt grundsätzlich jede Art von Motorrad, von Seriensportlern über umgebaute Prototypen bis zu ehemaligen Rennmaschinen. Es gibt eine einzige Klasse ohne technische Vorgaben.
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Wann findet das erste World Moto Clash statt?
Das erste Event findet vom 10. bis 12. Juli 2026 am Utah Motorsports Campus in Grantsville, Utah statt.

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