- In Japan betroffen: 1.289 Motorräder, gebaut zwischen Juni 2024 und August 2026
- Schlimmster Fall: Kein Gangwechsel mehr möglich, das Motorrad bleibt stehen
- Abhilfe: Die Werkstatt baut eine verbesserte Schaltwelle ein
Den Anfang machte Japan. Yamaha Motor hat den Rückruf am 29. September 2026 beim japanischen Verkehrsministerium MLIT gemeldet, einen Tag später begann die Aktion. Betroffen sind dort die MT-09 S, so heißt die MT-09 Y-AMT in Japan, und die Tracer 9 GT+ Y-AMT. Inzwischen ist der Rückruf auch in Europa angekommen, allerdings bisher nur in einem einzigen Land. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise landet eine solche Meldung schnell im europäischen Warnsystem Safety Gate, und alle EU-Länder übernehmen dann den Rückruf.

Welche Yamaha-Modelle sind vom Y-AMT-Rückruf betroffen?
Betroffen sind die MT-09 und die Tracer 9 mit dem automatisierten Schaltsystem Y-AMT. Die Abkürzung steht für Yamaha Automated Manual Transmission, also ein Getriebe, bei dem das System die Gangwechsel übernimmt.
Die japanische Meldung nennt zwei Modelle. Von der Tracer 9 GT+ Y-AMT sind 686 Motorräder betroffen, gebaut zwischen dem 9. April 2025 und dem 27. Juli 2026. Bei der MT-09 S sind es 603 Motorräder aus der Zeit vom 10. Juni 2024 bis zum 19. August 2026. Zusammen sind das 1.289 Fahrzeuge. Nicht jedes Motorrad aus dem genannten Fahrgestellnummernbereich ist dabei tatsächlich betroffen, auch das steht in der Meldung.
Weltweit sollen alle bisher gebauten Modelle mit CP3-Motor und Y-AMT unter den Rückruf fallen, also die Baujahre 2024 bis 2026.
Was ist an der Schaltwelle der Y-AMT defekt?
Die Schaltwelle hält häufiges Schalten auf Dauer nicht aus. Yamaha begründet den Rückruf damit, dass die Festigkeit des Bauteils bei der Entwicklung nicht ausreichend geprüft wurde. Durch die vielen Gangwechsel kann das Teil mit der Zeit brechen.
Die finnische Rückrufmeldung beschreibt den Schaden etwas genauer. Demnach kann ein Anschlag an der Schaltwelle brechen. Die Schaltwelle gehört zum Schaltmechanismus des Getriebes. Der Fehler steckt damit im mechanischen Teil der Y-AMT und nicht in der Elektronik des Systems.

Welche Warnzeichen gibt es vor einem Bruch der Schaltwelle?
Ein erstes Warnzeichen ist eine Schaltstörung, bei der die Motorkontrollleuchte angeht. Im schlimmsten Fall stellt die Y-AMT ihre Arbeit komplett ein. Dann lässt sich kein Gang mehr wechseln, und das Motorrad kann nicht weiterfahren.
In Japan sind bisher 40 solcher Fehlerfälle bekannt. Unfälle hat es nach Angaben von Yamaha keine gegeben. Auf das Problem aufmerksam wurde der Hersteller durch Hinweise aus dem Markt.
Was passiert in der Werkstatt?
Die Werkstätten bauen bei allen betroffenen Motorrädern eine verbesserte Schaltwelle ein. In Japan informiert Yamaha die Halter per Brief. Die Werkstätten erfahren über die Fachzeitschrift des japanischen Werkstattverbands von der Aktion, außerdem steht der Rückruf auf der Internetseite von Yamaha.

Gibt es den Yamaha-Rückruf auch in Deutschland?
Einen offiziellen Rückruf für Deutschland gibt es bisher nicht. Stand 10. Oktober 2026 taucht die Aktion weder in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) noch im EU-Warnsystem Safety Gate auf.
In Europa ist bisher nur Finnland dabei. Die dortige Verkehrsbehörde Traficom führt den Rückruf unter dem Kampagnencode MC320. Er betrifft 40 Motorräder vom Typ MT-09 und Tracer 9 mit Y-AMT und startet am 13. Oktober 2026. Verantwortlich ist die finnische Niederlassung von Yamaha Motor Europe. In der Meldung stehen außerdem drei europäische Typgenehmigungen. Es geht also nicht um ein spezielles Modell für Finnland, sondern um die Versionen, die in ganz Europa verkauft werden.
Auch im niederländischen Rückrufregister fehlt die Aktion bisher, obwohl Yamaha Motor Europe seinen Sitz in den Niederlanden hat.
Bei früheren Rückrufen lief das in Deutschland anders. Als Yamaha im Februar 2025 über 12.000 Motorräder wegen eines Problems am Drosselklappensensor zurückrief, ermittelte das KBA die Adressen der Halter. Diese bekamen dann ein offizielles Schreiben. Auch beim Fußrasten-Rückruf für die MT-09 im April 2025 war das KBA eingebunden. Für die Schaltwelle der Y-AMT gibt es diesen Schritt bisher nicht.
Wie passt der Rückruf zu früheren Problemen bei MT-09 und Tracer 9?
Es ist nicht der erste Rückruf für diese Modellfamilie in den vergangenen Jahren. Im Februar 2025 meldete Yamaha in Japan 13.624 Motorräder wegen der Motorsteuerung. Durch eine fehlerhafte Programmierung verschlissen die Kontakte des Drosselklappensensors zu schnell. Die Drehzahl konnte dadurch schwanken, im schlimmsten Fall ging der Motor aus. Damals gab es 274 Fehlerfälle. Betroffen waren neben XSR900, MT-10 und Niken GT auch 471 MT-09 S, also Y-AMT-Modelle aus dem Jahr 2024. Es war bereits der zweite Anlauf, weil eine Maßnahme aus dem Jahr 2022 nicht gereicht hatte.
In Deutschland betraf dieser Rückruf über 12.000 Motorräder, die zwischen Mai 2021 und Dezember 2024 gebaut wurden. Die Werkstätten spielten ein Software-Update auf und tauschten bei bereits gefahrenen Maschinen den Sensor.
Im April 2025 folgte in Deutschland ein Rückruf für 1.185 MT-09, MT-09 SP und MT-09 Y-AMT der Baujahre 2024 und 2025. Die Fahrer-Fußrasten hatten eine falsche Form und entsprachen nicht der EU-Richtlinie. Die korrekten Rasten erkennt man an einem blauen Farbpunkt auf der Unterseite.
Auch die Schaltwelle war schon einmal ein Thema. Bei einem älteren Rückruf für MT-09, MT-09 Tracer und XT 1200Z konnten beim Schalten mit dem Fußschalthebel Risse entstehen. Auch damals ersetzten die Werkstätten die Schaltwelle. Der aktuelle Fall betrifft dagegen das automatisierte Schaltsystem, das Yamaha seit 2024 in der MT-09 anbietet.
Häufige Fragen
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Welche Modelle betrifft der Yamaha Y-AMT Rückruf?
Der Rückruf betrifft die MT-09 und die Tracer 9 mit dem automatisierten Schaltsystem Y-AMT. In Japan sind 686 Tracer 9 GT+ Y-AMT und 603 MT-09 S betroffen, gebaut zwischen Juni 2024 und August 2026. In Finnland sind es 40 Motorräder beider Modelle.
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Was passiert, wenn die Schaltwelle der Y-AMT bricht?
Dann lässt sich kein Gang mehr wechseln, und das Motorrad kann nicht weiterfahren. Ein erstes Warnzeichen ist eine Schaltstörung mit leuchtender Motorkontrollleuchte.
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Ist der Yamaha-Rückruf auch in Deutschland aktiv?
Stand 10. Oktober 2026 nicht. Der Rückruf steht weder beim KBA noch im EU-Warnsystem Safety Gate. In Finnland startet die Aktion am 13. Oktober 2026, verantwortlich ist Yamaha Motor Europe.
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Wie behebt Yamaha den Fehler an der Y-AMT?
Die Werkstatt ersetzt die Schaltwelle durch ein verbessertes Bauteil. Das gilt für alle betroffenen Fahrzeuge.












