- Alex Marquez wechselt zur Saison 2027 von Gresini ins KTM-Werksteam und übernimmt den Platz von Pedro Acosta.
- Fabio Di Giannantonio komplettiert das Duo und beendet damit die siebenjährige Werkszeit von Brad Binder bei KTM.
- Beide Piloten sind für mindestens zwei Saisons gebunden und sollen die RC16 für das neue 850er-Reglement mitentwickeln.
Auf dem Fahrermarkt der MotoGP ist Bewegung, und KTM hat an einem einzigen Tag gleich zwei Personalentscheidungen für die Zukunft getroffen. Innerhalb weniger Stunden bestätigte der Hersteller aus Mattighofen am Montag zunächst die Verpflichtung von Alex Marquez und kurz darauf die von Fabio Di Giannantonio. Damit steht das komplette Werksduo für die technische Neuausrichtung der Königsklasse fest, die ab 2027 auf ein Reglement mit 850 Kubikzentimeter Hubraum umstellt. Für KTM bedeutet das einen kompletten Austausch beider Stammplätze, denn sowohl Acosta als auch Binder werden das Werksteam nach dieser Saison verlassen.

Warum wechselt Alex Marquez zu KTM?
Alex Marquez fährt ab 2027 im KTM-Werksteam, weil die Österreicher auf den Abgang von Pedro Acosta zu Ducati reagierten und den amtierenden Vizeweltmeister als dessen Nachfolger verpflichteten. Marquez erhält einen über mehrere Jahre laufenden Vertrag und tritt damit nach KTM-Lesart in die dritte Phase des werkseigenen MotoGP-Projekts ein. Der Spanier soll seine Erfahrung in die Entwicklung der RC16 für das 850er-Format einbringen.
Sportchef Pit Beirer ordnet die Verpflichtung als Signal für die eigenen Ambitionen ein: „We are extremely proud and happy to have secured an exceptional talent like Alex Marquez — the 2025 World Championship runner-up — for our project. Alex brings not only outstanding skill and race intelligence but also determination and a winning mindset that perfectly matches our DNA. Together we share a clear objective: to take the KTM RC16 to the next level and fight at the very front of MotoGP.“ Übersetzt bedeutet das: „Wir sind äußerst stolz und glücklich, ein außergewöhnliches Talent wie Alex Marquez, den Vizeweltmeister von 2025, für unser Projekt gewonnen zu haben. Alex bringt nicht nur herausragendes Können und Rennintelligenz mit, sondern auch Entschlossenheit und eine Siegermentalität, die perfekt zu unserer DNA passt. Gemeinsam verfolgen wir ein klares Ziel: die KTM RC16 auf das nächste Level zu heben und ganz vorne in der MotoGP mitzukämpfen.“ Marquez selbst äußerte sich zunächst nicht, da sein bestehender Vertrag mit Gresini noch bis zum Jahresende läuft.
Alex Marquez: Vom Schattenmann zum Werkspiloten
Alex Marquez bringt eine ungewöhnlich breite Klassenerfahrung mit ins KTM-Werksteam. Er blickt auf 13 Weltmeisterschaftssaisons zurück, holte Titel in der Moto3 und der Moto2 und zählt zu den Fahrern mit Grand-Prix-Siegen in allen drei Klassen. Insgesamt stehen 16 Siege aus 56 Podestplätzen zu Buche, seinen ersten Podestplatz samt Sieg feierte er bereits 2013 auf einer KTM RC4 in der Moto3. In der MotoGP sammelte er inzwischen sechs Jahre Erfahrung.
Lange stand die Nummer 73 dabei im Schatten seines älteren Bruders Marc. Nach mehreren unauffälligen Jahren, unter anderem mit einer 17. Position in der Gesamtwertung 2022, gelang ihm ab 2023 bei Gresini der Neustart, wo er schon in seinem zweiten Rennen für das Team aufs Podium fuhr und im selben Jahr seinen ersten Sprintsieg nachlegte. 2024 kam Bruder Marc ins Team, Alex verbesserte sich auf Rang acht, tat sich mit der damaligen Maschine aber schwer. Der Durchbruch folgte 2025: Mit dem aktuelleren Ducati-Material reihte er zum Saisonstart mehrere zweite Plätze aneinander, führte zwischenzeitlich die Weltmeisterschaft an und feierte in Jerez seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Ein Handbruch bremste ihn rund um die Sommerpause, ehe er beim Heimrennen in Barcelona eine 15 Rennen lange Siegesserie seines Bruders beendete. Wenige Wochen später sicherte er sich in Malaysia die Vizeweltmeisterschaft, am Jahresende standen drei Grand-Prix- und drei Sprintsiege, 21 weitere Podestplätze, eine Pole-Position und 467 WM-Punkte zu Buche. In der laufenden Saison 2026 gewann er auf werksnaher Technik erneut in Jerez und im Sprint von Barcelona, ehe ein schwerer Sturz in Katalonien mit Schlüsselbein- und Wirbelverletzungen folgte. Nach seiner Rückkehr wurde er in Assen Fünfter und liegt vor dem Sachsenring-Wochenende auf Rang neun der Meisterschaft.
Wer ersetzt Alex Marquez bei Gresini?
Gresini tritt 2027 mit einem komplett neuen Duo aus Joan Mir und Dani Holgado an. Mit seinen vier MotoGP-Siegen und dem Vizetitel gilt Marquez als erfolgreichster Gresini-Fahrer seit den erfolgreichen Honda-Jahren mit Sete Gibernau und Marco Melandri. Teambesitzerin Nadia Padovani verabschiedete ihn entsprechend emotional. „Alex, it’s truly hard to let you go“, schrieb sie in einer Team-Mitteilung, auf Deutsch: „Alex, es fällt wirklich schwer, dich gehen zu lassen.“ Sie spricht davon, dass man Emotionen, Wachstum und gemeinsame Momente geteilt habe, die sie für immer in Erinnerung behalte, und dass sie stolz auf den Menschen und den Fahrer sei. Bis zum tatsächlichen Abschied stehe allerdings noch ein gemeinsames Kapitel in dieser Saison aus.
Was bringt Fabio Di Giannantonio zum KTM-Werksteam?
Fabio Di Giannantonio komplettiert das Werksduo und unterschrieb ebenfalls einen Mehrjahresvertrag für die RC16 ab 2027. Wie Marquez gehört auch der Römer zu den wenigen Fahrern im Feld mit Siegen in allen drei Klassen. Der 27-Jährige gab 2016 sein festes Grand-Prix-Debüt, wurde 2018 Moto2-Vizeweltmeister, fuhr in seiner ersten Moto2-Saison aufs Podium und gewann in seinem dritten Jahr der mittleren Klasse ein Rennen. Als MotoGP-Rookie startete er 2022, fand sich 2023 zügig zurecht und holte seine erste Trophäe in Australien sowie kurz darauf seinen ersten Sieg in Katar. In seiner inzwischen fünften Saison der Königsklasse liegt er 2026 in den Top drei der Gesamtwertung. Aus den bisherigen zehn Rennen verbuchte er drei Podestplätze inklusive eines Sieges sowie vier Sprintpodien und mischt damit im Titelkampf mit. Beirer beschreibt ihn als konstanten Spitzenfahrer, an dessen Speed und Einsatz es nichts zu deuteln gebe, und der als Teamplayer gut ins Projekt passe.

Warum verlässt Brad Binder das KTM-Werksteam?
Mit der Verpflichtung von Di Giannantonio endet die siebenjährige Zeit von Brad Binder im KTM-Werksteam. Wie es für den Südafrikaner weitergeht, ist laut Medienberichten offen. Der zweite frei werdende Platz war der von Pedro Acosta, der nach dieser Saison zu Ducati wechselt. Damit richtet sich der Blick auf das Satellitenteam Tech3 KTM, das seine eigene Aufstellung für 2027 noch bekannt geben muss. Berichten zufolge könnte dort ein bisheriger Fahrer neben einem Moto2-Aufsteiger bleiben, zudem soll ein erfahrener Pilot für eines der Cockpits infrage kommen.
Wie ist KTM im MotoGP-Feld 2027 aufgestellt?
Mit beiden bestätigten Werksplätzen zählt KTM zu den Herstellern, die ihr Aufgebot für 2027 früh fixiert haben, neben Ducati, Aprilia und Yamaha. Offen ist demnach nur noch das Werksteam von Honda, wobei eines der beiden Cockpits angeblich an den Weltmeister von 2021, Fabio Quartararo, gehen soll. Der Doppelschlag von KTM reiht sich in eine bewegte Wechselperiode ein, in der vor der Regelumstellung auf 850 Kubikzentimeter zahlreiche Fahrer den Hersteller tauschen. Für die Österreicher ist die frühe Festlegung auf ein erfahrenes Duo zugleich ein Baustein für die Entwicklung der neuen RC16, die in dieser Konstellation über die kommenden Jahre reifen soll.

Häufige Fragen
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Wann fährt Alex Marquez für KTM?
Alex Marquez fährt ab der Saison 2027 für das KTM-Werksteam. Er unterschrieb einen Mehrjahresvertrag und übernimmt den Platz von Pedro Acosta.
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Wer sind die KTM-Werksfahrer 2027?
Das KTM-Werksteam tritt 2027 mit Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio an. Beide ersetzen die bisherigen Piloten Pedro Acosta und Brad Binder, dessen siebenjährige Werkszeit damit endet.
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Warum verlässt Alex Marquez Gresini?
Alex Marquez verlässt Gresini, weil er bei KTM Werksstatus erhält. Bei Gresini war er mit vier MotoGP-Siegen und dem Vizetitel der erfolgreichste Fahrer seit der Honda-Ära des Teams. Für 2027 stellt Gresini ein neues Duo aus Joan Mir und Dani Holgado auf.
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Was ändert sich für KTM mit dem 850er-Reglement?
Ab 2027 gilt in der MotoGP ein neues technisches Reglement mit 850 Kubikzentimeter Hubraum. Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio sollen die KTM RC16 für dieses Format mitentwickeln.
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In welcher Klasse fährt Fabio Di Giannantonio aktuell?
Fabio Di Giannantonio startet in der Saison 2026 in der MotoGP und liegt dort in den Top drei der Meisterschaft. Er zählt zu den wenigen Fahrern mit Grand-Prix-Siegen in allen drei Klassen.












