- Zwei technische Ausfälle am Samstagvormittag, im FP2 und im Qualifying
- Startplatz acht, Rang neun im Sprint nach einem Fehler in Kurve 7
- Erster MotoGP-Start ohne Holeshot-Device an der Vorderradgabel
Beim zehnten Saisonlauf der MotoGP 2026 auf dem TT Circuit Assen stand bei Red Bull KTM Factory Racing weniger der sportliche Ertrag im Mittelpunkt als die Technik. Pedro Acosta wurde am Samstagvormittag gleich zweimal von einem Defekt gestoppt, einmal im zweiten Freien Training und einmal im Qualifying. Bei anhaltender Hitzewelle über den Niederlanden blieb dem Spanier kaum Fahrzeit, ehe er den Sprint von Startplatz acht in Angriff nahm. Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Zuverlässigkeitsproblemen ein, die KTM seit mehreren Rennwochenenden begleitet und die auch den weiteren Saisonverlauf beeinflussen könnte.

Was passierte Pedro Acosta am Samstag in Assen?
Pedro Acosta blieb am Samstagvormittag zweimal mit technischen Problemen stehen und ging dadurch nur als Achter in den Sprint. Schon zu Beginn des zweiten Freien Trainings musste er seine RC16 neben der Strecke abstellen. Das kurz darauf angesetzte Q2 nahm er auf dem Ersatzbike in Angriff, doch auch diese Maschine streikte, kurioserweise an nahezu identischer Stelle nach dem schnellen Rechtsknick Meeuwenmeer. Dass sich beide Vorfälle so stark ähnelten, deutete früh auf eine elektronische statt einer mechanischen Ursache hin. Den Verlust an Vorbereitung machte Acosta nach dem Sprint hörbar zu schaffen: „Es zieht eine Menge Probleme nach sich, wenn man nicht bereit ist für das Rennen.“
Wie erklärt KTM die Defekte an der RC16?
Laut Teammanager Aki Ajo löste ein Sensor durch die Fahrt über die Curbs den Notlaufmodus des Motorrads aus, woraufhin die RC16 zum Stillstand kam. Ein MotoGP-Motorrad arbeite mit zahlreichen Sensoren, von denen einige der Sicherheit dienten. Beim Überfahren der Randsteine seien Werte erreicht worden, die zuvor noch nie aufgetreten seien, woraufhin das System abregelte. „Mit dem Motorrad ist alles in Ordnung und der Fahrer hat alles richtig gemacht, aber wir mussten richtig reagieren, und jetzt ist das Problem gelöst“, erklärte Ajo vor dem Sprint. Einen Zusammenhang mit dem früheren Defekt von Barcelona wies der Finne zurück: „Ich möchte unterstreichen, dass wir in Barcelona ein anderes Problem hatten.“ Acosta selbst schilderte eines der Probleme so, dass das Gas trotz Schließens geöffnet geblieben sei, was er als Sicherheitsthema einstufte.

Der Sprint: Aufholjagd nach frühem Fehler
Im Sprint über 13 Runden erwischte Acosta zunächst einen guten Start, verlor die achte Position aber an Fabio Quartararo. In der zweiten Runde fuhr er in Kurve 7 zu weit und rutschte bis auf Position 15 zurück. Anschließend arbeitete sich der Mann aus Murcia mit mehreren Überholmanövern wieder nach vorn und sah als Neunter die Zielflagge, einen Platz schlechter als seine Startposition. Die fehlende Vorbereitung benannte er als Hauptgrund für den Fehler: „Wenn du im FP2 und in der Qualifikation in Summe nur sechs gezeitete Runden fahren kannst, dann gibt es kaum eine Möglichkeit, sich gut vorzubereiten und es passieren Fehler wie meiner.“ Den Sprintsieg holte Raul Fernandez vor Ai Ogura und Fabio Di Giannantonio. Bester KTM-Pilot war Enea Bastianini auf Rang acht, Brad Binder und Maverick Viñales kamen auf den Plätzen 14 und 16 ins Ziel.
Warum kritisiert Acosta den Start ohne Holeshot-Device?
Acosta hält den Start ohne Holeshot-Device an der Vorderradgabel für gefährlicher, weil das Motorrad ohne die Vorrichtung stärker zu Wheelies neige. Für ihn war es der erste MotoGP-Start ohne die mittlerweile untersagte Starthilfe, eine Neuerung, auf die er sich wegen der wenigen Trainingskilometer schlechter vorbereiten konnte als die Konkurrenz. „Ich glaube, ohne die Vorrichtung ist der Start noch gefährlicher als davor, denn das Motorrad neigt viel mehr zu Wheelies. Darüber sollte man noch einmal nachdenken“, sagte der zweifache Weltmeister. Auch eine Entschuldigung des Teams hilft ihm in der aktuellen Lage wenig: „Die bringt uns nichts. Dass das Problem behoben wird und nicht wieder auftritt, das brauchen wir!“

Wie reiht sich Assen in die KTM-Defektserie ein?
Die Probleme in Assen sind die jüngsten in einer Reihe von Defekten, die bei KTM bis zum Grand Prix von Barcelona zurückreichen. Dort hatte ein technisches Problem an Acostas Maschine einen folgenschweren Auffahrunfall mit Alex Marquez ausgelöst. Eine Woche vor Assen schied der Spanier in Brünn in der letzten Runde aus, während er auf Rang fünf lag, weil sich das Ride-Height-Device verklemmt hatte. Bereits damals forderte er klare Konsequenzen: „KTM muss jetzt alles in die Fabrik schicken und versuchen herauszufinden, was los ist. Sie müssen Antworten liefern, denn das ist jetzt schon sehr oft passiert.“ Auf seine typische Art quittierte er die neue Panne in Assen mit den Worten: „Nein, nein, das war wieder etwas Neues. Jeder Tag bringt eine Überraschung.“ Die Entwicklung der Antriebe ist seit Anfang 2025 für alle Hersteller außer Yamaha eingefroren, die Basis-Spezifikation der RC16 bleibt unverändert. Als Hersteller im Concessions-Rang B stehen jedem Fahrer acht Motoren zur Verfügung, bei Überschreitung drohen Strafen wie ein Start aus der Boxengasse mit fünf Sekunden Rückstand. Berichten zufolge soll KTM die Motoren bereits gedrosselt haben, eine echte Lösung soll erst beim Deutschland-GP im Juli am Sachsenring folgen.
Wie geht es für Pedro Acosta weiter?
Der Grand Prix über 26 Runden sollte am Sonntag mehr Klarheit bringen, vor dem Rennen gab sich Acosta jedoch zurückhaltend. In der WM rutschte er nach dem Sprint auf Rang fünf zurück, angeführt wird die Tabelle von Marco Bezzecchi mit 186 Punkten vor Jorge Martin mit 177 und Di Giannantonio mit 164 Zählern. Am Freitag hatte Acosta mit Platz drei und nur 0,187 Sekunden Rückstand auf Bezzecchi noch die Aprilia-Dominanz durchbrochen, zugleich aber auf das wackelige Verhalten der RC16 in den schnellen Kurven hingewiesen: „Im Moment wäre es haarig und schwierig, 26 Runden so zu fahren.“ Sein Saisonziel bleibt eine Platzierung in den Top 5. Ab 2027 wechselt der 22-Jährige ohnehin an die Seite von Marc Marquez zu Ducati. Ajo zeigte sich trotz der Pannen optimistisch und hofft auf ein solides Rennen.

Häufige Fragen
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Was ist mit Pedro Acosta in Assen passiert?
Pedro Acosta erlitt am Samstagvormittag zwei technische Ausfälle, einen im zweiten Freien Training und einen im Qualifying. Dadurch startete er nur von Position acht und wurde im Sprint Neunter. Beide Bikes blieben an nahezu identischer Stelle stehen.
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Warum hatte Pedro Acosta in Assen technische Probleme?
Laut Teammanager Aki Ajo löste die Fahrt über die Curbs einen Sensor und damit den Notlaufmodus des Motorrads aus. Am Motorrad sei nichts kaputt gewesen, das Problem sei vor dem Sprint gefunden und behoben worden. Mit dem Defekt von Barcelona habe der Vorfall nichts zu tun gehabt.
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Wo steht Pedro Acosta in der MotoGP-WM 2026?
Nach dem Assen-Sprint liegt Pedro Acosta auf dem fünften WM-Rang. Die Spitze bilden Marco Bezzecchi mit 186 Punkten, Jorge Martin mit 177 und Fabio Di Giannantonio mit 164 Punkten.
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Wann will KTM die Zuverlässigkeitsprobleme lösen?
Eine echte Lösung der Defektserie soll laut Medienberichten erst beim Deutschland-GP am Sachsenring im Juli kommen. Zwischenzeitlich soll KTM die Motoren gedrosselt haben, um weitere Ausfälle zu vermeiden.
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Was änderte sich beim Start in Assen?
Erstmals starteten die Piloten ohne Holeshot-Device an der Vorderradgabel. Acosta hält den Start dadurch für gefährlicher, weil das Motorrad ohne die Vorrichtung stärker zu Wheelies neigt.











