- Rins zeigte nach einem Sturz im Freien Training in Mandalika einem Streckenposten den Mittelfinger
- Die FIM-Stewards sprachen mit ihm, eine Strafe gab es nicht
- Danach erhielt er Nachrichten mit Bezügen zu Tod und Gewalt
Eigentlich wollte Alex Rins am Freitag in Mandalika nur zurück an seine Box. Nach einem Sturz kurz vor Ende des Freien Trainings geriet der Yamaha-Fahrer aber in einen lautstarken Streit mit mehreren Streckenposten. Am Ende zeigte er einem von ihnen den Mittelfinger. Die Szene wurde gefilmt und verbreitete sich schnell im Netz. Rins entschuldigte sich, bekam danach aber trotzdem Drohungen. Für Yamaha war der Grand Prix von Indonesien ohnehin ein weiteres schwieriges Wochenende in der Saison 2026. Es ist die erste Saison mit dem neuen V4-Motor, nachdem der Hersteller den bekannten Crossplane-Reihenvierzylinder abgelöst hat.

Was ist zwischen Alex Rins und dem Streckenposten in Mandalika passiert?
Alex Rins stürzte am Freitagnachmittag kurz vor Ende des Freien Trainings in der letzten Kurve und ließ sich von einem Streckenposten auf dem Roller mitnehmen. Statt ihn zur Box zu bringen, setzte ihn der Streckenposten unterwegs ab. Es kam zum Streit, und Rins zeigte den Mittelfinger.
Dass Rins überhaupt auf den Roller angewiesen war, hat mit einer neuen Regel in der MotoGP zu tun. Geht bei einem Sturz der Motor aus, darf der Fahrer das Motorrad nicht mehr direkt am Streckenrand neu starten. Er muss dafür erst eine Notausfahrt erreichen. Bei nur noch zwei Minuten Restzeit war es für Rins nicht mehr möglich, seine Yamaha wieder anzuwerfen und in die Session zurückzukehren.
Ein Video eines indonesischen Motorrad-Influencers zeigt, wie Rins hinten auf dem Roller eines Streckenpostens sitzt. Kurz darauf entsteht eine hitzige Diskussion mit weiteren Streckenposten. Rins steigt ab, zeigt den Mittelfinger und fährt schließlich bei einem Fotografen mit. In seiner Medienrunde nach dem Training sprach er den Vorfall nicht an.
Warum brachte der Streckenposten Alex Rins nicht zur Box?
Nach Rins‘ Schilderung wollte ihn der Streckenposten nicht bis zur Box fahren, sondern ihn in ein Auto steigen lassen. Den genauen Grund kennt auch Rins nicht.
Am Samstag nach dem Sprint erzählte er den Ablauf ausführlich. Nach seinem Sturz standen zwei oder drei Streckenposten mit Rollern bereit. Sie stritten sich darüber, wer ihn mitnehmen darf. Rins stieg bei einem von ihnen auf. Der Streckenposten fuhr mit ihm über die Start-Ziel-Gerade und ließ ihn dann stehen. Rins sollte stattdessen in ein Auto steigen. Er bestand darauf, zur Box gebracht zu werden. Auch zwei andere Streckenposten forderten ihren Kollegen dazu auf, doch der lehnte weiter ab.
„And then in this nervous moment, I gave him the finger. I apologised, because it’s not a good sign“, sagt Rins. Auf Deutsch: „Und dann, in diesem nervösen Moment, habe ich ihm den Finger gezeigt. Ich habe mich entschuldigt, weil das kein gutes Zeichen ist.“ Er verweist darauf, dass junge Fans zuschauen, und beschreibt sich in dem Moment als sehr gestresst.
Zwischenzeitlich hieß es, der Streckenposten habe seinen Platz nicht verlassen dürfen, weil er einen Feuerlöscher dabeihatte. Rins widerspricht dem: „It was a regular scooter“, auf Deutsch: „Es war ein normaler Roller.“ Der Streckenposten habe nicht gewollt, dass er durch den Tunnel zur Box fährt. „Maybe he was doing his job, but it was the first time that the marshal didn’t bring me to the box“, sagt Rins. Auf Deutsch: „Vielleicht hat er nur seinen Job gemacht, aber es war das erste Mal, dass mich ein Streckenposten nicht zur Box gebracht hat.“

Wurde Alex Rins für die Geste bestraft?
Nein, gegen Alex Rins wurde keine Strafe ausgesprochen. Die FIM-Stewards, also die Rennkommissare des Motorrad-Weltverbands, sprachen nach dem Vorfall mit ihm, beließen es aber bei diesem Gespräch.
In den Notizen der Stewards vom Freitagabend tauchte der Vorfall zunächst nicht als Untersuchung auf. Rins berichtet von einem kurzen Austausch, bei dem auch die Stewards überrascht reagierten. „It was just a misunderstanding. Sure, it’s the first time it happened. The stewards were surprised also. Strange.“ Auf Deutsch: „Es war nur ein Missverständnis. Klar, es ist das erste Mal, dass so etwas passiert ist. Die Stewards waren auch überrascht. Seltsam.“
Selbstverständlich ist dieser Ausgang nicht. Respektloses Verhalten gegenüber Streckenposten nehmen die Stewards in der MotoGP ernst. In dieser Saison wurde Marco Bezzecchi beim Grand Prix von Tschechien für das Rennen gesperrt. Der Aprilia-Fahrer hatte nach einem Sturz im Sprint einen Streckenposten im Kiesbett geschlagen. Rins‘ Teamkollege Fabio Quartararo bekam 2025 eine Geldstrafe und musste zehn Minuten des ersten Freien Trainings in Silverstone aussetzen. Er hatte beim Grand Prix von Frankreich einen Streckenposten angegangen. Einige Wochen zuvor war er für ein ähnliches Verhalten beim Grand Prix von Spanien noch mit einer mündlichen Verwarnung davongekommen.
Welche Drohungen erhielt Alex Rins nach dem Vorfall?
Alex Rins bekam in den sozialen Medien Nachrichten, die sich auf Tod und Gewalt bezogen. Das machte er am Samstagnachmittag in einer Stellungnahme auf Twitter öffentlich, in der er sich zugleich für seine Geste entschuldigte.
Darin erklärt er zuerst, was aus seiner Sicht passiert war: „I want to clarify what happened yesterday after my crash. There was a misunderstanding with a marshal when I was trying to get back to the box. It was a stressful moment, and I reacted in a way that I shouldn’t have. I apologise for my gesture. It wasn’t right, especially knowing that young fans are watching us. I have a lot of respect for the marshals and the work they do.“
Auf Deutsch: „Ich möchte klarstellen, was gestern nach meinem Sturz passiert ist. Es gab ein Missverständnis mit einem Streckenposten, als ich versucht habe, zurück zur Box zu kommen. Es war ein stressiger Moment, und ich habe so reagiert, wie ich es nicht hätte tun sollen. Ich entschuldige mich für meine Geste. Sie war nicht richtig, vor allem weil ich weiß, dass junge Fans uns zuschauen. Ich habe großen Respekt vor den Streckenposten und ihrer Arbeit.“
Dann wird er deutlich: „However, I’ve also received some very serious comments, including references to death and violence. I understand why people are upset by my reaction, but threats and abuse should never be acceptable. We can all make mistakes, and I take responsibility for mine.“
Auf Deutsch: „Allerdings habe ich auch einige sehr ernste Kommentare bekommen, darunter Bezüge zu Tod und Gewalt. Ich verstehe, warum die Leute über meine Reaktion verärgert sind, aber Drohungen und Beschimpfungen dürfen niemals akzeptabel sein. Wir alle können Fehler machen, und ich übernehme die Verantwortung für meinen.“
Eine offizielle Stellungnahme der MotoGP zu den Nachrichten an Rins gab es zunächst nicht.

Wie verbreitet sind Drohungen gegen Fahrer im Motorsport?
Rins ist mit seinen Erfahrungen kein Einzelfall. Sowohl in der Formel 1 als auch in der MotoGP standen in den vergangenen Monaten Fahrer im Mittelpunkt von Hasskampagnen im Netz.
In der Formel 1 fiel 2026 mehrfach die argentinische Fangemeinde von Franco Colapinto auf. Sein Alpine-Teamkollege Pierre Gasly berichtete, dass seine Familie und seine Freundin nach einem Zwischenfall beim Grand Prix von Spanien Morddrohungen bekamen. Lando Norris wurde beschimpft, nachdem er gesagt hatte, dass Colapinto seinen Platz in der Formel 1 nicht verdiene und nach einer Kollision in Aserbaidschan für ein Rennen hätte gesperrt werden müssen. Schon früher in der Saison bekam Esteban Ocon Drohungen nach einer Kollision mit Colapinto in China. Colapinto selbst wurde ebenfalls zum Ziel, nach einem Zwischenfall mit Ollie Bearman beim Grand Prix von Japan.
Auch die MotoGP kennt solche Fälle. Im Oktober 2025 musste Marc Marquez seine eigenen Fans beruhigen. Damals wurde Marco Bezzecchi massiv beschimpft, nachdem er mit Marquez kollidiert war und sich der Weltmeister dabei verletzt hatte. Viele Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, haben die Rennserien nicht. Über das Sperren von Konten hinaus, die bestimmten Seiten folgen wollen, stehen ihnen kaum wirksame Mittel zur Verfügung.
Was sagt Alex Rins nach dem Rennen in Mandalika?
Nach dem Rennen am Sonntag wollte Alex Rins das Thema abschließen. Er hofft, dass sich auch der Streckenposten entschuldigt hat, will aber keine weitere Zeit darauf verwenden.
Vor Journalisten sagte er: „Was a big chaos. Nothing to say. I already apologised. I hope, I hope, that the marshal also apologised because it was a really extreme situation. But I mean, we don’t need to lose time on this. And that’s all.“
Auf Deutsch: „Es war ein großes Chaos. Nichts zu sagen. Ich habe mich bereits entschuldigt. Ich hoffe, ich hoffe, dass sich der Streckenposten auch entschuldigt hat, denn es war eine wirklich extreme Situation. Aber ich meine, wir müssen damit keine Zeit verlieren. Und das ist alles.“
Sportlich lief es für den sechsfachen MotoGP-Rennsieger ebenfalls nicht gut. Im Rennen über 27 Runden kam Rins auf Platz 15 ins Ziel, mit 31,6 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Er spricht davon, dass sich das Motorrad schon ab der ersten Runde schlecht anfühlte, ganz anders als am Freitag und Samstag. Die Motorbremse, also die Bremswirkung des Motors beim Gaswegnehmen, arbeitete nach seiner Aussage ungleichmäßig. Bei der Traktionskontrolle sei es genauso gewesen. Dazu kamen überhitzte Reifen, für Rins nach eigener Aussage ein bekanntes Problem.
Eigentlich wollte er nach dem Warm-up den weichen Reifen fahren. Sein Team riet ihm aber eindringlich davon ab. Rins folgte dem Rat und trägt die Entscheidung mit: „I don’t regret it. We are a team. What I regret is the bike that we have.“ Auf Deutsch: „Ich bereue es nicht. Wir sind ein Team. Was ich bereue, ist das Motorrad, das wir haben.“

Häufige Fragen
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Warum hat Alex Rins einem Streckenposten den Mittelfinger gezeigt?
Alex Rins zeigte die Geste, weil ihn ein Streckenposten nach seinem Sturz im Freien Training nicht zur Box bringen wollte. Der Streckenposten hatte ihn zunächst auf seinen Roller steigen lassen, ihn nach der Start-Ziel-Gerade aber abgesetzt. Rins beschreibt den Moment als sehr stressig und hat sich für die Geste entschuldigt.
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Wurde Alex Rins für den Vorfall in Mandalika bestraft?
Nein, Alex Rins erhielt keine Strafe. Die FIM-Stewards führten nur ein kurzes Gespräch mit ihm und waren nach seiner Aussage selbst überrascht über den Ablauf.
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Welche Drohungen hat Alex Rins bekommen?
Alex Rins erhielt in den sozialen Medien Nachrichten mit Bezügen zu Tod und Gewalt. Er machte das in einer Stellungnahme auf Twitter öffentlich und betonte, dass Drohungen und Beschimpfungen niemals akzeptabel sein dürfen.
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Auf welchem Platz landete Alex Rins beim Grand Prix von Indonesien?
Alex Rins wurde im Rennen in Mandalika Fünfzehnter. Nach 27 Runden hatte er 31,6 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Als Gründe nannte er eine ungleichmäßig arbeitende Motorbremse und Traktionskontrolle sowie überhitzte Reifen.












