- 48.672 Motorräder von KTM, Husqvarna und GasGas im zweiten Quartal 2026 außerhalb Indiens verkauft, 71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor
- Quartalsumsatz der Bajaj Mobility AG: rund 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar) nach 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar)
- EBITDA-Marge ohne Sanierungsgewinn: rund 8,7 Prozent, im Vorjahresquartal minus 55,6 Prozent
Die Bajaj Mobility AG hat Mitte Juli 2026 eine Ad-hoc-Meldung mit vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Die Holding hieß bis zur Übernahme durch Bajaj Auto noch PIERER Mobility AG und ist die Muttergesellschaft von KTM, Husqvarna und GasGas. Sie meldet für das Quartal mehr verkaufte Motorräder, mehr Umsatz und eine positive operative Marge, die ohne Einmaleffekte aus der Sanierung von Ende 2024 berechnet ist. Endgültig sind die Werte noch nicht, der vollständige Halbjahresbericht folgt Ende August.

Wie viele Motorräder hat die KTM-Gruppe im zweiten Quartal 2026 verkauft?
Von April bis Juni 2026 hat die Gruppe außerhalb Indiens 48.672 Motorräder der Marken KTM, Husqvarna und GasGas abgesetzt. Das sind 71 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2025 und 21 Prozent mehr als im ersten Quartal 2026.
Beim Blick auf den Vorjahresvergleich hilft der Hintergrund: Im ersten Halbjahr 2025 lief die Fertigung in Österreich wegen der Sanierung nur eingeschränkt, und der Konzern belieferte den Handel bewusst zurückhaltend, damit die Bestände bei Händlern und Importeuren sinken konnten.
Über das ganze erste Halbjahr gerechnet kommt die Gruppe auf 147.572 verkaufte Motorräder weltweit. Ein Jahr zuvor waren es 81.336, das Plus liegt bei 81 Prozent. In dieser Summe stecken zwei Vertriebswege: 89.004 Maschinen von KTM, Husqvarna und GasGas gingen außerhalb Indiens an die Kunden, 58.568 weitere verkaufte der Partner und Mehrheitseigentümer Bajaj Auto. Über Bajaj waren es im ersten Halbjahr 2025 noch 34.950 Motorräder.
Wie hoch war der Umsatz von Bajaj Mobility im zweiten Quartal?
Der Konzern nennt für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von rund 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar). Im gleichen Quartal 2025 waren es 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar). Das entspricht einem Plus von rund 60 Prozent.
Für das Motorradsegment, zu dem neben den Fahrzeugen auch Komponenten und verwandte Aktivitäten zählen, weist die Meldung rund 330 Millionen Euro (376 Millionen US-Dollar) im ersten und rund 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar) im zweiten Quartal aus. Zusammen ergibt das für das Halbjahr etwa 700 Millionen Euro (798 Millionen US-Dollar). Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Segment 373 Millionen Euro (425 Millionen US-Dollar) umgesetzt.

Was sagt die EBITDA-Marge von 8,7 Prozent aus?
Die Marge zeigt, wie viel vom Umsatz im laufenden Geschäft übrig bleibt, bevor Zinsen, Steuern und Abschreibungen abgezogen werden. Bajaj Mobility erwartet für das zweite Quartal rund 8,7 Prozent und für das erste Halbjahr rund 5,4 Prozent. Ein Jahr zuvor lagen die Werte bei minus 55,6 und minus 43,3 Prozent.
Ausdrücklich weist das Unternehmen darauf hin, dass beide Werte nach Abzug des Sanierungsgewinns berechnet sind. Das ist wichtig, weil der Abschluss 2025 stark von genau diesem Effekt geprägt war. Bajaj Mobility hatte für 2025 einen Nettogewinn von 590 Millionen Euro (673 Millionen US-Dollar) ausgewiesen. Darin enthalten war ein Sanierungsgewinn von 1,193 Milliarden Euro (1,36 Milliarden US-Dollar). Er entstand vor allem, weil die Gläubiger nur 30 Prozent ihrer anerkannten Forderungen erhielten und auf den Rest verzichteten. Mit dem Verkauf von Motorrädern hatte dieser Gewinn nichts zu tun.
Schon im ersten Quartal 2026 war das EBITDA mit 5,5 Millionen Euro (6 Millionen US-Dollar) knapp positiv. Nach Zinsen, Abschreibungen und Steuern stand für diese drei Monate aber noch ein Verlust in den Büchern.

Wie wurde Bajaj Auto zum Eigentümer von KTM?
Bajaj Auto stellte das Geld bereit, mit dem KTM die Sanierung abschließen konnte, und übernahm danach die Kontrolle über die Muttergesellschaft. Auslöser war eine Finanzkrise, die sich 2024 zuspitzte. In den Boomjahren nach der Pandemie hatte KTM die Produktion stark ausgebaut. Als die Nachfrage nachließ und die Zinsen stiegen, standen bei Händlern und Importeuren viele unverkaufte Motorräder, die Kapital banden.
Im November 2024 beantragte die KTM AG zusammen mit zwei Tochterfirmen ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Der Sanierungsplan, dem die Gläubiger zustimmten, sah eine Barquote von 30 Prozent vor. Diese musste bis zum 23. Mai 2025 bezahlt sein. Bajaj Auto steuerte dafür 450 Millionen Euro (513 Millionen US-Dollar) direkt an die KTM AG und 150 Millionen Euro (171 Millionen US-Dollar) an die börsennotierte Holding bei.
Im November 2025 hatte der indische Hersteller über eine Tochtergesellschaft die alleinige Kontrolle übernommen und hielt danach rund 74,9 Prozent an der Holding. Aus PIERER Mobility wurde die Bajaj Mobility AG mit Sitz in Mattighofen. Zum Konzern gehören heute KTM, Husqvarna, GasGas und die Komponentenmarke WP.
Wann legt Bajaj Mobility die vollständigen Halbjahreszahlen vor?
Der vollständige Halbjahresbericht ist für den 27. August 2026 angekündigt. Bis dahin gelten alle hier genannten Werte als vorläufig. Angaben zum Nettoergebnis des zweiten Quartals enthält die Ad-hoc-Meldung noch nicht.

Häufige Fragen
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Was hat Bajaj Mobility AG im zweiten Quartal 2026 umgesetzt?
Der Umsatz lag laut vorläufigen Zahlen bei rund 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar). Im zweiten Quartal 2025 waren es 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar).
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Wie viele Motorräder hat die KTM-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 verkauft?
Weltweit waren es 147.572 Motorräder, 81 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Davon verkaufte die Gruppe 89.004 Maschinen von KTM, Husqvarna und GasGas außerhalb Indiens, 58.568 weitere liefen über Bajaj Auto.
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Warum steckte KTM in einer Finanzkrise?
Nach den Boomjahren sank die Nachfrage, während viele unverkaufte Motorräder bei Händlern und Importeuren standen und hohe Zinsen die Lage verschärften. Im November 2024 beantragte die KTM AG ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung, die Gläubiger erhielten eine Barquote von 30 Prozent.
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Was bedeutet die EBITDA-Marge von 8,7 Prozent?
Sie gibt an, welcher Anteil des Umsatzes vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen als Ergebnis bleibt. Bajaj Mobility berechnet den Wert ohne den Sanierungsgewinn, im zweiten Quartal 2025 lag er bei minus 55,6 Prozent.
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Wann veröffentlicht Bajaj Mobility die vollständigen Halbjahreszahlen?
Der vollständige Halbjahresbericht ist für den 27. August 2026 angekündigt. Bis dahin sind die gemeldeten Zahlen vorläufig.











