- Umsatz im zweiten Quartal 2026: 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar) gegenüber 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar) im Vorjahresquartal
- 48.672 verkaufte Motorräder von KTM, Husqvarna und GasGas außerhalb Indiens, ein Plus von 71 Prozent zum Vorjahr
- Erwartete EBITDA-Marge von rund 8,7 Prozent nach minus 55,6 Prozent ein Jahr zuvor
Nach knapp zwei Jahren mit Produktionsstopps, Stellenabbau und einem gerichtlichen Sanierungsverfahren liefert KTM erstmals wieder Zahlen, die auf eine echte Erholung hindeuten. Die börsennotierte Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG, früher PIERER Mobility AG, meldet für das zweite Quartal 2026 spürbar mehr Umsatz, höhere Stückzahlen und eine operative Marge, die nach klar negativen Vorjahreswerten wieder im positiven Bereich liegt. Die Angaben sind vorläufig, geben aber einen ersten belastbaren Hinweis darauf, wie weit der Weg aus der Krise schon fortgeschritten ist.

Was steht im Q2-Bericht von Bajaj Mobility?
Der Bericht weist für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar) aus, nach 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar) im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Zuwachs von rund 60 Prozent. Im Motorradsegment, das auch Komponenten und zugehörige Aktivitäten umfasst, stieg der Umsatz von 330 Millionen Euro (376 Millionen US-Dollar) im ersten Quartal auf 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar) im zweiten Quartal. Gegenüber dem Vorjahreswert von 205 Millionen Euro (234 Millionen US-Dollar) bedeutet das ein Plus von 80 Prozent. Bei den Stückzahlen verkaufte die Gruppe im zweiten Quartal 48.672 Motorräder der Marken KTM, Husqvarna und GasGas außerhalb Indiens. Das sind 71 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 21 Prozent mehr als im ersten Quartal 2026.
Wie stark sind die Verkäufe im ersten Halbjahr gestiegen?
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 setzte die Gruppe weltweit 147.572 Motorräder ab, ein Plus von 81 Prozent gegenüber 81.336 Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2025. Außerhalb Indiens wurden 89.004 Motorräder von KTM, Husqvarna und GasGas verkauft. Hinzu kamen 58.568 Motorräder über den strategischen Partner und Mutterkonzern Bajaj Auto, nach 34.950 im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz im Motorradsegment kletterte im Halbjahr auf rund 700 Millionen Euro (798 Millionen US-Dollar), verglichen mit 373 Millionen Euro (425 Millionen US-Dollar) ein Jahr zuvor.

Warum ist die EBITDA-Marge das entscheidende Signal?
Weil sie zeigt, ob das operative Geschäft wieder Geld verdient, und nicht nur durch Sondereffekte in der Bilanz entstand. EBITDA steht für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen eine EBITDA-Marge von rund 8,7 Prozent, nach minus 55,6 Prozent im Vorjahresquartal. Für das erste Halbjahr liegt der erwartete Wert bei rund 5,4 Prozent, nach minus 43,3 Prozent. Wichtig ist dabei ein Detail, das das Unternehmen selbst betont: Diese Marge ist nach Abzug von Sanierungsgewinnen ausgewiesen.
Dieser Punkt trennt den aktuellen Bericht von der Vorjahresbilanz. Für das Jahr 2025 hatte Bajaj Mobility einen Nettogewinn von 590 Millionen Euro (673 Millionen US-Dollar) gemeldet. Darin steckte allerdings ein Sanierungsgewinn von 1,193 Milliarden Euro (1,36 Milliarden US-Dollar), der vor allem dadurch entstand, dass Gläubiger auf große Teile ihrer Forderungen verzichteten. Dieser Buchgewinn reparierte die Bilanz, sagte aber nichts über die operative Ertragskraft aus. Die nun gemeldete EBITDA-Marge klammert solche Effekte aus und deutet darauf hin, dass Verkäufe, Kostensenkungen und die neue Struktur langsam ein tragfähiges Geschäft ergeben. Schon das erste Quartal hatte ein positives EBITDA von 5,5 Millionen Euro (6 Millionen US-Dollar) gebracht, während unter dem Strich noch ein Verlust stand. Das stärkere zweite Quartal zeigt, dass sich die Erholung im Jahresverlauf beschleunigt hat.
Wie kam es zur Krise und zur Übernahme durch Bajaj?
KTM war in eine schwere Finanzkrise geraten, weil das Unternehmen in den Boomjahren zu stark auf Wachstum gesetzt hatte und dann auf großen Lagerbeständen sitzenblieb. Sinkende Nachfrage, hohe Zinsen und volle Lager bei Händlern und Importeuren banden viel Kapital, während der Markt abkühlte. Im November 2024 rutschte die KTM AG gemeinsam mit zwei Tochtergesellschaften in ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Die Gläubiger stimmten einem Plan zu, der eine Barquote von 30 Prozent der anerkannten Forderungen vorsah, zahlbar bis zum 23. Mai 2025.
Um diese Hürde zu nehmen, brauchte KTM frisches Geld. Den entscheidenden Betrag steuerte Bajaj Auto bei: 450 Millionen Euro (513 Millionen US-Dollar) direkt an die KTM AG und weitere 150 Millionen Euro (171 Millionen US-Dollar) an die börsennotierte Mutter. Damit war zugleich der Weg für einen Eigentümerwechsel frei. Bis November 2025 übernahm der indische Konzern über eine Tochtergesellschaft die alleinige Kontrolle und hielt danach rund 74,9 Prozent an der damaligen PIERER Mobility. Das Unternehmen wurde in Bajaj Mobility AG umbenannt, der Sitz nach Mattighofen verlegt. KTM, Husqvarna, GasGas und die Komponentenmarke WP bilden seither den Kern eines schlankeren, klar auf Motorräder ausgerichteten Konzerns.

Wie belastbar sind die Zahlen wirklich?
Die Zuwächse fallen auch deshalb so hoch aus, weil die Vergleichsbasis sehr niedrig war. Im ersten Halbjahr 2025 war die Produktion in Österreich massiv gestört, mehrere Modellauslieferungen verzögerten sich, und der Konzern hielt die Belieferung des Handels bewusst zurück, damit die Lager leerer wurden. Vor diesem Hintergrund wirkt das Plus von 71 Prozent bei den Quartalsverkäufen weniger außergewöhnlich, als es zunächst klingt. Aussagekräftiger ist der Anstieg um 21 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026, denn er zeigt, dass die Verkäufe weiter zulegen und nicht nur vom Vergleich mit den schwächsten Monaten der Krise profitieren.
Offen bleiben zentrale Kennzahlen. Zu Nettoverschuldung, Cashflow, Händlerbeständen und Nettoergebnis macht die vorläufige Meldung keine aktualisierten Angaben. Genau diese Werte entscheiden aber darüber, wie viel finanzielle Reparatur noch aussteht. Der aktuelle Bericht ordnet sich damit in eine längere Reihe von Etappen ein, mit denen sich KTM seit Ende 2024 Schritt für Schritt aus der Existenzkrise arbeitet.
Wann kommen die vollständigen Zahlen?
Die kompletten Halbjahreszahlen will Bajaj Mobility am 27. August 2026 vorlegen. Erst dieser Bericht soll genauere Angaben unter der EBITDA-Linie liefern, also zu Gewinn, Cashflow, Schulden und Lagerbeständen sowie zum weiteren Verlauf des Sparprogramms. Bis dahin bleiben die jetzt genannten Werte vorläufig.

Häufige Fragen
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Was hat Bajaj Mobility AG im zweiten Quartal 2026 umgesetzt?
Die Bajaj Mobility AG meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 370 Millionen Euro (422 Millionen US-Dollar). Im Vorjahresquartal waren es 231 Millionen Euro (263 Millionen US-Dollar), was einem Zuwachs von rund 60 Prozent entspricht.
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Wie viele Motorräder hat die KTM-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 verkauft?
Weltweit wurden 147.572 Motorräder abgesetzt, ein Plus von 81 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Davon entfielen 89.004 Einheiten auf Verkäufe von KTM, Husqvarna und GasGas außerhalb Indiens, weitere 58.568 liefen über Bajaj Auto.
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Warum steckte KTM in einer Finanzkrise?
KTM hatte in den Boomjahren zu stark auf Wachstum gesetzt und blieb dann auf hohen Lagerbeständen sitzen. Im November 2024 folgte ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung, das eine Barquote von 30 Prozent der Forderungen an die Gläubiger vorsah.
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Was bedeutet die EBITDA-Marge von 8,7 Prozent?
Die Marge zeigt die operative Ertragskraft vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und liegt nach Abzug von Sanierungsgewinnen bei rund 8,7 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte sie noch bei minus 55,6 Prozent gelegen.
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Wann veröffentlicht Bajaj Mobility die vollständigen Halbjahreszahlen?
Die vollständigen Halbjahreszahlen sind für den 27. August 2026 angekündigt. Sie sollen Details zu Gewinn, Cashflow, Schulden und Lagerbeständen enthalten.












