- 44,5 PS (32,7 kW) bei 12.500 U/min aus einem neuen Desmodromik-Einzylinder mit 249,7 cm³ Hubraum
- 103 kg Nassgewicht ohne Kraftstoff, Fünfgang-Getriebe mit Quickshifter und dreistufige Traktionskontrolle
- Marktstart ab Juli 2026 in Europa, Preise je nach Markt ab 8.995 Pfund (UK) bzw. 10.595 US-Dollar (USA)
Ein Jahr nach dem Marktstart der Desmo450 MX schickt Ducati mit der Desmo250 MX das zweite Serienmodell für den Motocross-Einsatz ins Rennen. Die neue Maschine zielt auf die hart umkämpfte MX2-Klasse und wurde unter Rennbedingungen in der italienischen Prestige-MX2-Meisterschaft entwickelt. Verantwortlich dafür war Alessandro Lupino, achtfacher italienischer Meister, der bereits die größere Desmo450 MX zur Serienreife gebracht hatte. Im Zentrum steht ein komplett neuer Motor, der Ducatis Markenzeichen in eine Hubraumklasse trägt, die bislang fest in der Hand japanischer und österreichischer Hersteller liegt. Mit der Desmo250 MX vervollständigt Ducati im Jahr des hundertjährigen Firmenjubiläums den dritten Baustein seines Offroad-Programms nach der Desmo450 MX und der kürzlich vorgestellten Desmo450 EDS als erstem modernen Enduro-Modell.

Was steckt im neuen 249,7-cm³-Motor der Desmo250 MX?
Der Motor der Desmo250 MX ist eine komplette Neuentwicklung. Der Einzylinder-Viertakter mit doppelter obenliegender Nockenwelle und vier desmodromisch gesteuerten Ventilen leistet 44,5 PS (32,7 kW) bei 12.500 U/min und liefert ein maximales Drehmoment von 28,3 Nm (20,9 lb-ft) bei 8.800 U/min. Die Maximaldrehzahl beträgt 15.000 U/min.
Bohrung und Hub von 81 x 48,4 mm entsprechen exakt den Abmessungen der Panigale V4 R. Ducati betont allerdings, dass Strömungsführung, Kanalgeometrie, Ventilsteuerzeiten und Schwungmasse vollständig auf den Motocross-Einsatz abgestimmt wurden. Die Einlassventile bestehen aus Titan mit einem Durchmesser von 34 mm, die Auslassventile aus Stahl mit 27,5 mm Durchmesser. Sowohl Ventile als auch Kipphebel stammen vom Motor der Panigale V4 R. Die Kipphebel und der Kolbenbolzen tragen eine DLC-Beschichtung zur Reibungsreduzierung.
Die desmodromische Ventilsteuerung ermöglicht im Vergleich zu konventionellen Ventilfedern aggressivere Nockenprofile bei identischen Ventildurchmessern. Durch die mechanische Schließung der Ventile werden höhere Ventilbeschleunigungen und größere Hubwerte möglich, was eine breitere und gleichmäßigere Drehmomentkurve ergeben soll. Gleichzeitig entfällt der Reibungswiderstand durch die Federvorspannung klassischer Ventilsteuerungen, was besonders bei niedrigen und mittleren Drehzahlen zusätzliches Drehmoment freisetzen soll.
Das Verdichtungsverhältnis liegt bei 14,5:1. Magnesiumdeckel für Lichtmaschine, Zylinderkopf und Kupplung sparen Gewicht. Das gesamte Triebwerk soll unter 25 kg wiegen. Eine Ausgleichswelle mit integrierter Wasserpumpensteuerung reduziert sowohl Vibrationen als auch die Anzahl der Bauteile. Die Kurbelwelle ist als Verbundkonstruktion ausgeführt, das Pleuel einteilig. Der Kettenspanner arbeitet hydraulisch und soll eine präzisere Funktion bieten als eine konventionelle mechanische Lösung.
Wie hängt die Desmo250 MX mit der Panigale V4 R zusammen?
Die Verbindung zur Panigale V4 R geht über die identischen Bohrung-Hub-Maße hinaus. Ducati beschreibt den Desmo250-Motor als eine Entwicklung, die auf dem Know-how des Superbike-Programms aufbaut. Entscheidende Motorparameter werden geteilt, während Geometrien, Massen und Strömungsdynamik für den Offroad-Einsatz komplett überarbeitet wurden. Das System der mechanisch geschlossenen Ventile, das Ducati seit Jahrzehnten in seinen Straßen- und Rennmaschinen einsetzt, kommt hier erstmals in einem reinen Wettbewerbs-Einzylinder für den Offroad-Bereich zum Einsatz.
Die Gemischaufbereitung übernimmt eine mechanisch gesteuerte Mikuni-Drosselklappe mit 44 mm Durchmesser. Als Luftfilter dient ein TwinAir-Element. Die Abgasanlage ist eine Neukonstruktion aus einem Stahl-Aluminium-Mix mit Resonator und erfüllt die FIM-Lärmschutzvorschrift von 2025 mit einem maximalen Geräuschpegel von 109 dB zuzüglich 2 dB Toleranz.

Fünfgang-Getriebe mit Quickshifter und hydraulischer Kupplung
Das speziell für die Desmo250 MX entwickelte Fünfgang-Getriebe arbeitet mit einem Quickshifter, der ausschließlich beim Hochschalten eingreift. Die Übersetzungen wurden gezielt auf die 250er-Klasse abgestimmt. Die Getriebetrommel besteht aus Aluminium, was Gewicht und Massenträgheit reduziert.
Die hydraulisch betätigte Brembo-Kupplung nutzt ein 7-Platten-Paket mit Tellerfeder. Im Vergleich zur Desmo450 MX, die mit acht Kupplungsscheiben arbeitet, fällt die Kupplung kompakter und leichter aus. Das hintere Kettenblatt ist in den Kupplungskorb integriert und besteht aus Aluminium. Als Kette kommt eine DID DMS 520 zum Einsatz.
Wie ist das Fahrwerk der Desmo250 MX aufgebaut?
Die Desmo250 MX übernimmt den Aluminium-Brückenrahmen der Desmo450 MX mit angepassten Motoraufnahmen. Der Rahmen besteht aus einer Kombination von Guss-, Schmiede- und Strangpressteilen. Die Steifigkeitsbalance wurde gezielt auf die leichtere 250er-Maschine abgestimmt, mit besonderem Augenmerk auf Bremsstabilität und Präzision bei der Kurveneinfahrt.
Vorne arbeitet eine voll einstellbare 49-mm-Upside-down-Gabel von Showa im geschlossenen Patronendesign mit Kashima-Beschichtung auf den Tauchrohren. Der Federweg beträgt 310 mm, das Gabelbein hat ein Offset von 33 mm. Externe Einsteller für Druck- und Zugstufendämpfung ermöglichen eine individuelle Abstimmung. Hinten kommt ein voll einstellbares Showa-Federbein mit 301 mm Radweg zum Einsatz, montiert zentral auf der gegossenen Aluminium-Schwinge mit geschmiedeten progressiven Umlenkungen. Das Federbein bietet Einstellmöglichkeiten für Federvorspannung, Druckstufendämpfung in Hoch- und Niedergeschwindigkeit sowie die Zugstufe.
Die geschmiedeten Aluminium-Gabelbrücken werden nach dem Schmiedevorgang nochmals maschinell bearbeitet, um das Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht zu optimieren.

Welche Bremsen und Reifen kommen zum Einsatz?
Die Bremsanlage entspricht der der Desmo450 MX. Vorne bremst ein Brembo-Zwei-Kolben-Schwimmsattel auf einer 260-mm-Galfer-Scheibe, hinten ein Ein-Kolben-Schwimmsattel auf einer 240-mm-Galfer-Scheibe. Die Scheiben wurden auf geringes ungefedertes Gewicht und reduzierten Kreiseleffekt ausgelegt.
Die Takasago-Excel-Aluminiumfelgen mit Alpina-Speichen messen vorne 21 x 1,60 Zoll und hinten 19 x 2,15 Zoll. Serienmäßig montiert sind Pirelli Scorpion MX32 Mid-Soft-Reifen in den Dimensionen 80/100-21 vorne und 100/90-19 hinten.
Die Kühler haben eine rautenförmige statt einer rechteckigen Bauform, was die Kühlfläche laut Ducati um 6,5 Prozent vergrößert, ohne die Bewegungsfreiheit des Fahrers durch breitere Seitenverkleidungen einzuschränken.
Das Nassgewicht ohne Kraftstoff liegt bei 103 kg (227 lbs). Der Tankinhalt beträgt 7,2 Liter, die Sitzhöhe 970 mm, der Radstand 1.499 mm. Der Lenkkopfwinkel liegt bei 26,9 Grad, der Nachlauf bei 117 mm.
Was kann die Elektronik der Desmo250 MX?
Das Elektronikpaket ist vom System der Desmo450 MX abgeleitet, wurde aber für die 250er neu kalibriert und optimiert. Es stehen zwei Leistungsmodi (Power Modes) und zwei Fahrmodi (Riding Modes) zur Verfügung. Die Ducati Traction Control (DTC) bietet drei Eingriffsstufen, die Engine Brake Control zwei Stufen und die Launch Control drei Stufen. Der Quickshifter ist serienmäßig, ebenso die Ducati Fall Detection.
Das Traktionskontrollsystem berechnet die Intervention auf Basis des tatsächlichen Hinterradschlupfs, nicht nur anhand von Drehzahl- oder Drosselverhältnissen. Dadurch soll die Leistungsreduzierung genauer und linearer erfolgen als bei konventionellen Systemen. Diese Technologie basiert auf der Erfahrung aus dem MotoGP– und WorldSBK-Programm von Ducati.
Alle Einstellungen lassen sich über die optionale Ducati X-Link-App auf dem Smartphone konfigurieren. Über dieselbe App wird auch die vorausschauende Wartungslogik gesteuert, die von Ducati Corse entwickelt wurde.

Wie oft muss die Desmo250 MX gewartet werden?
Die Wartungsintervalle der Desmo250 MX passen sich an die tatsächliche Nutzungsintensität an. Ein von Ducati Corse entwickelter Algorithmus berechnet die Motorbelastung in Echtzeit anhand von Betriebsparametern und Fahrbedingungen. Die Ergebnisse lassen sich über die X-Link-App einsehen.
Der Mid-Service umfasst die Kontrolle des Ventilspiels nach 45 Stunden sowie den Kolbenwechsel, der je nach berechnetem Verschleiß zwischen 45 und 60 Betriebsstunden fällig wird. Der Full-Service beinhaltet eine komplette Motorrevision und steht abhängig von den Bedingungen zwischen 90 und 120 Stunden an. Öl- und Filterwechsel sind alle 15 Stunden vorgesehen. Die Garantie beträgt drei Monate oder 20 Betriebsstunden.
Ein Profifahrer unter Rennbedingungen wird demnach kürzere Wartungsintervalle auslösen als ein Hobbyfahrer mit weniger aggressiver Fahrweise.
Bereits im Renneinsatz: Die Desmo250 MX in der WM
Die Desmo250 MX ist bereits im aktiven Wettkampfeinsatz. In der laufenden Saison fährt Ferruccio Zanchi die Maschine in der MX2-Weltmeisterschaft und der EMX250, wo er nach einer anfänglich verletzungsbedingten Pause mehrfach in die Top-10 fuhr. Simone Mancini setzt eine Rennversion in der Europäischen MXGP ein. Über den Ducati-Performance-Katalog lässt sich eine Maschine aufbauen, die dem Wettbewerbsmotorrad weitgehend entspricht. Zum Angebot gehören CNC-gefräste Gabelbrücken, eine komplette Auspuffanlage oder ein Akrapovič-Titan-Slip-on, Brembo-Racing-Bremssättel und Showa-Fahrwerkskomponenten. Einzig das Werks-Showa-Fahrwerk bleibt dem Rennteam vorbehalten.
Ergänzend bietet Ducati in Zusammenarbeit mit Drudi Performance eine Bekleidungskollektion an, bestehend aus einem Alpinestars-Set mit Jersey, Hose, Handschuhen und Stiefeln, einem Arai-Helm, einer Windweste, einem Softshell und einer Spidi-Regenjacke.

Wann und wo ist die Ducati Desmo250 MX erhältlich?
Die Desmo250 MX soll ab Juli 2026 bei ausgewählten Ducati-Händlern in Europa verfügbar sein. Nordamerika folgt im August, anschließend weitere Märkte weltweit. Die Maschine wird ausschließlich in Ducati Red angeboten.
Die bisher bekannten Preise: In Großbritannien liegt der Listenpreis bei 8.995 Pfund, in den USA bei 10.595 US-Dollar, in Australien bei 14.925 AUD und in Neuseeland bei 17.763 NZD. Für den deutschen Markt hat Ducati bislang keinen Preis veröffentlicht. Zum Vergleich: Die größere Desmo450 MX kostet hierzulande 12.490 Euro zuzüglich 345 Euro Liefernebenkosten.

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Was leistet die Ducati Desmo250 MX?
Die Desmo250 MX leistet 44,5 PS (32,7 kW) bei 12.500 U/min und erreicht ein maximales Drehmoment von 28,3 Nm (20,9 lb-ft) bei 8.800 U/min. Die Maximaldrehzahl liegt dank der desmodromischen Ventilsteuerung bei 15.000 U/min.
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Wie viel wiegt die Ducati Desmo250 MX?
Das Nassgewicht ohne Kraftstoff beträgt 103 kg (227 lbs). Der Motor allein wiegt unter 25 kg, was unter anderem durch Magnesiumdeckel für Lichtmaschine, Zylinderkopf und Kupplung erreicht wird.
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Wann kommt die Ducati Desmo250 MX auf den Markt?
Die Markteinführung in Europa ist ab Juli 2026 bei ausgewählten Ducati-Händlern geplant. Nordamerika folgt im August 2026, weitere Märkte weltweit im Anschluss.
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Was kostet die Ducati Desmo250 MX?
In Großbritannien liegt der Preis bei 8.995 Pfund, in den USA bei 10.595 US-Dollar, in Australien bei 14.925 AUD und in Neuseeland bei 17.763 NZD. Ein deutscher Preis wurde bislang nicht kommuniziert.
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Welche Wartungsintervalle hat die Ducati Desmo250 MX?
Die Ventilspielkontrolle steht nach 45 Stunden an, der Kolbenwechsel zwischen 45 und 60 Stunden. Die komplette Motorrevision ist zwischen 90 und 120 Betriebsstunden vorgesehen. Öl- und Filterwechsel erfolgen alle 15 Stunden.












