- 21-Zoll-Vorderrad und 18-Zoll-Hinterrad mit Speichen, bereift mit Metzeler Karoo
- Boxermotor mit 145 PS (107 kW) und 149 Nm (110 lb-ft) bleibt offenbar weitgehend unverändert
- Ein Marktstart noch vor der Saison 2027 gilt als wahrscheinlich, offiziell bestätigt ist bislang nichts
Der Buchstabe M steht bei BMW seit den 1980er Jahren für Motorsport. Lange war das Kürzel den Autos vorbehalten, inzwischen tragen es auch drei Motorräder: die M 1000 RR ab 36.300 Euro, die M 1000 R ab 23.290 Euro und die M 1000 XR ab 26.590 Euro. Dass ein viertes Modell folgen würde, zeichnete sich früh ab. Schon 2019 sicherte sich BMW die Namensrechte an der Bezeichnung M 1300 GS. Im Frühjahr 2022 tauchten die Kürzel R 1300 GS, R 1400 GS und M 1300 GS zusätzlich verfrüht auf einer BMW-Serviceseite auf und verschwanden dort kurz darauf wieder. Eine offizielle Bestätigung gab es nie. Jetzt liefern neue Aufnahmen den bislang deutlichsten Hinweis darauf, dass die Entwicklung auf die Zielgerade einbiegt.

Was zeigen die neuen Erlkönig-Fotos der BMW M 1300 GS?
Die Fotos zeigen einen fast fertig entwickelten Prototyp, der unter einer Plane transportiert wurde. Fahrende Erprobungsfahrzeuge, also getarnte Vorserienmodelle, bekam der Fotograf Bernhard M. Höhne nicht vor die Linse.
Trotzdem lässt sich einiges ablesen. Ein wichtiges Indiz ist der Reifegrad: In frühen Entwicklungsstadien fehlen an Prototypen aller Hersteller üblicherweise Details wie Beschriftungen. Genau die sind hier vorhanden. Am Rad prangt das M-Logo, am linken Ventildeckel finden sich die seit Jahren etablierten M-Farben. Bis zu einer Vorstellung dürfte es also nicht mehr allzu lange dauern.
Aufgenommen wurde die Szene Ende Juli 2026, und zwar im Doppelpack. Direkt neben der M 1300 GS stand ein zweites abgedecktes Motorrad, bei dem es sich laut Medienberichten um die überarbeitete R 1300 GS handelt. Der Vergleich beider Fahrzeuge macht die Unterschiede erst richtig sichtbar.
Warum bekommt die M 1300 GS ein 21-Zoll-Vorderrad?
Das größere Vorderrad ist das klarste Zeichen dafür, dass die M 1300 GS deutlich geländetauglicher werden soll als jede andere Boxer-GS. Vorn kommt ein 21-Zoll-Rad zum Einsatz, hinten ein 18-Zöller, beide in Speichenbauweise.
Diese Kombination kennt man von der luft- und ölgekühlten R 12 G/S. Sie sorgt dafür, dass ein Motorrad Wurzeln, Steine und tiefe Spurrillen besser überrollt, kostet auf Asphalt aber etwas Handlichkeit. Der gezeigte Prototyp trug dazu passend grobstollige Metzeler Karoo. Unter dem Abdecktuch verbergen sich außerdem längere Federwege sowie eine stabilere und überarbeitete Abstützung der Kardanschwinge, also jener Konstruktion, die den Antrieb zum Hinterrad führt.
Damit unterscheidet sich das Konzept grundlegend von der HP-Version der Vorgängerin R 1250 GS. Diese war im Kern eine optisch aufgewertete Ausstattungsvariante. Bei der M 1300 GS deutet dagegen alles auf einen tiefgreifenden Umbau hin. Gut erkennbar sind zudem die stärkeren M-Bremsen mit der charakteristischen blauen Färbung der Bremssättel.

Wie viel Leistung hat der Boxermotor der M 1300 GS?
Am Antrieb ändert sich offenbar wenig. Der 1300 Kubikzentimeter große, wassergekühlte Boxer der R 1300 GS leistet 145 PS (107 kW) bei 7.750 Umdrehungen pro Minute und stellt 149 Nm (110 lb-ft) bei 6.500 Umdrehungen bereit.
Ein paar PS mehr dürften die Ingenieure noch herausholen, zwingend nötig wäre das allerdings nicht. Denn der entscheidende Hebel liegt woanders: Die M 1300 GS soll spürbar leichter werden als die Basis. Weniger Masse verbessert das Leistungsgewicht, ohne dass am Motor etwas verändert werden muss. Genau davon profitiert ein Motorrad im schweren Gelände am meisten.
Titan, Tank und Radar: Wo BMW Gewicht sparen kann
Beim Abspecken setzt BMW offenbar an mehreren Stellen an. Ein Teil soll über konstruktive Maßnahmen kommen, ein anderer über hochwertige Materialien. Titan wird demnach unter anderem in der Auspuffanlage zum Einsatz kommen.
Anders als bei der R 1300 GS Adventure dürfte bei der M-Version außerdem der Standardtank der regulären R 1300 GS verbaut werden. Das spart nicht nur Gewicht, sondern verteilt die vorhandene Masse günstiger. Wie tief die optischen Änderungen gehen, ist noch offen. Eine überarbeitete Sitzeinheit gilt als sicher, ein neuer Heckrahmen als sehr wahrscheinlich. Auch ein Wegfall der Radareinheiten an Front und Heck wäre nicht überraschend, weil auch dieser Schritt Gewicht sparen würde. Die Radartechnik steuert bei den aktuellen Modellen den abstandsgeregelten Tempomat und die Warnung vor Fahrzeugen im toten Winkel, im Gelände bringt sie dagegen wenig.
Unterm Strich rückt die M 1300 GS damit weg von der klassischen Reiseenduro und hin zu einem Sportgerät, das zeigen soll, was mit einer GS heute möglich ist.

Was kostet die BMW M 1300 GS voraussichtlich?
Ein Preis ist nicht bekannt, die bisherigen M-Modelle liefern aber einen Anhaltspunkt. In Europa liegen M 1000 XR und M 1000 R ohne Extras im Schnitt 6.000 bis 8.000 Euro über der jeweils nächstgünstigeren Version.
Auf dem US-Markt fällt der Abstand größer aus. Dort trennen die beiden M-Modelle rund 8.000 bis 12.000 US-Dollar von der jeweils nächstgünstigeren Variante. Für die M 1300 GS ist ein ähnlicher Abstand zur Basis zu erwarten. Dazu passen geringere Stückzahlen bei gleichzeitig höherer Marge für den Hersteller. Die M 1300 GS dürfte damit sowohl beim Können als auch beim Preis an der Spitze der Boxer-Palette stehen.
Wann kommt die BMW M 1300 GS auf den Markt?
Ein offizielles Datum gibt es nicht. Ein Start noch vor der Saison 2027 gilt jedoch als wahrscheinlich.
Davor steht noch eine sanfte Überarbeitung des Bestsellers R 1300 GS an, möglicherweise bereits im Frühherbst. Ein Indiz dafür liefert die offizielle BMW-Liste zum Modelljahrgang 2027, veröffentlicht am 2. Juli 2026 und gültig ab August 2026. Darin fehlen die R 1300 GS und die R 1300 GS Adventure komplett, ebenso die F 450 GS und die F 900 GS. Aus der Enduro-Ecke ist lediglich die Retro-Variante R 12 G/S aufgeführt, und zwar mit der neuen Farbe Frozen Brooklyngrau metallic. Fehlende Modelle in einer solchen Liste sind meist ein Hinweis darauf, dass etwas Neues folgt. Die überarbeitete R 1300 GS dürfte laut Medienberichten direkt nach den Werksferien im September in Produktion gehen, unter anderem in einem hellen Gelb, das beim Erlkönig durch die Abdeckung schimmerte.

Die GS-Baureihe wird 2027 breiter aufgestellt
Für den Jahrgang 2027 zeichnet sich damit eine Dreiteilung der Boxer-GS ab. Neben der überarbeiteten R 1300 GS und der R 1300 GS Adventure soll die M 1300 GS als neue Spitze dazukommen.
Die drei Modelle würden unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die R 1300 GS bleibt die Allrounderin, die Adventure mit großem Tank die Langstreckenspezialistin, und die M 1300 GS besetzt die sportliche Geländeecke. Damit reagiert BMW auf einen Trend, der sich in der gesamten Klasse zeigt: Reiseenduros werden zunehmend in Richtungen aufgefächert, statt alles in einem Modell abzubilden. Bestätigt ist dieser Plan bislang nicht, die Indizien aus Erlkönig-Fotos und Modelllisten deuten aber klar in diese Richtung.

Häufige Fragen
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Ist die BMW M 1300 GS offiziell bestätigt?
Nein. BMW hat das Modell bis heute nicht offiziell angekündigt. Belegt sind die 2019 gesicherten Namensrechte, der Eintrag der Bezeichnung auf einer BMW-Serviceseite im Jahr 2022 sowie die aktuellen Aufnahmen eines weit entwickelten Prototyps.
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Wie viel PS hat die BMW M 1300 GS?
Ein offizieller Wert liegt nicht vor. Der Boxer der R 1300 GS leistet 145 PS (107 kW) und 149 Nm (110 lb-ft) und soll weitgehend unverändert bleiben. Ein leichter Leistungszuwachs wäre möglich, gilt aber nicht als zwingend.
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Was unterscheidet die M 1300 GS von der R 1300 GS?
Der größte Unterschied liegt im Fahrwerk: 21-Zoll-Vorderrad, 18-Zoll-Hinterrad, längere Federwege und eine verstärkte Abstützung der Kardanschwinge. Dazu kommen M-Bremsen mit blauen Sätteln, der kleinere Standardtank und Leichtbau mit Titanteilen.
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Wann kommt die überarbeitete BMW R 1300 GS?
Die Überarbeitung wird für den Frühherbst 2026 erwartet. Da die R 1300 GS in der ab August 2026 gültigen Modelljahresliste fehlt, dürfte die Produktion direkt nach den Werksferien im September starten.
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Was bedeutet das M bei BMW-Motorrädern?
Das M steht seit den 1980er Jahren für Motorsport und kennzeichnet die sportlichsten Modelle der Marke. Bei den Motorrädern tragen es bislang die M 1000 RR, die M 1000 R und die M 1000 XR.












