- Guy Martin wurde auf seiner Honda Africa Twin zweimal von Blitzern erfasst
- 12 oder mehr Strafpunkte auf dem Führerschein lösten eine automatische Sperre aus
- Martin akzeptierte das Fahrverbot und verzichtete auf Einspruch
Der 44-jährige Mechaniker, Motorradrennfahrer und Fernsehstar Guy Martin darf für sechs Monate kein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führen. Das entschied ein Einzelrichter am Loughborough Magistrates‘ Court vergangene Woche in einem nichtöffentlichen Verfahren. Grundlage waren zwei Geschwindigkeitsverstöße, die Martin auf seinem Motorrad begangen hatte. Beide Male wurde er von stationären Geschwindigkeitskameras erfasst, beide Male saß er auf seiner Honda Africa Twin.

Zwei Verstöße auf britischen Fernstraßen
Der erste Vorfall ereignete sich am 15. Juli vergangenen Jahres auf der A50 nahe Leicester. Martin war dort kurz vor 17 Uhr mit 46 mph (rund 74 km/h) unterwegs, obwohl auf dem Streckenabschnitt eine Begrenzung von 40 mph (circa 64 km/h) galt. Die Überschreitung betrug damit etwa 10 km/h.
Deutlich gravierender fiel der zweite Verstoß aus. Am 19. März dieses Jahres fuhr Martin um 9:24 Uhr auf der A43 bei Brackley mit 78 mph (circa 126 km/h). Auf diesem Abschnitt galt wegen Bauarbeiten am britischen Hochgeschwindigkeits-Bahnprojekt HS2 ein temporäres Tempolimit von 50 mph (rund 80 km/h), herabgesetzt vom regulären Limit von 70 mph (circa 113 km/h). Martin war also fast 46 km/h schneller als erlaubt.
Beide Verstöße wurden von den Polizeibehörden in Leicestershire und Northamptonshire zur Anzeige gebracht.
Automatische Sperre durch Punktesystem
In Großbritannien führt das Ansammeln von mindestens 12 Strafpunkten auf dem Führerschein zu einer automatischen Fahrsperre, dem sogenannten „Totting Up“. Genau diesen Schwellenwert hatte Martin mit den beiden neuen Vergehen erreicht oder überschritten. Martin hätte die Möglichkeit gehabt, durch einen sogenannten „Exceptional Hardship“-Antrag gegen die Sperre vorzugehen und zu argumentieren, dass das Fahrverbot eine unzumutbare Härte darstellt. Darauf verzichtete er bewusst.
Über seine Anwälte der Kanzlei Chattertons Solicitors ließ Martin dem Gericht mitteilen: „He apologises to the court for his offending. He will not be opposing the totting up six-month disqualification.“ Auf Deutsch: Er entschuldige sich beim Gericht für seine Vergehen und werde die sechsmonatige Fahrsperre nicht anfechten.
Das Verfahren wurde im Rahmen der „Single Justice Procedure“ abgewickelt, einem vereinfachten Verfahren für weniger schwere Vergehen, das ohne öffentliche Verhandlung auskommt. Martin war mit dieser Vorgehensweise einverstanden und erschien nicht persönlich vor Gericht. Neben der Fahrsperre wurde er zur Zahlung von insgesamt 1.329 Pfund (circa 1.550 Euro / 1.720 US-Dollar) verurteilt. Darin enthalten sind die eigentlichen Geldstrafen, Verfahrenskosten und ein Opferzuschlag.

Vom TT-Podium zum Blitzerfoto
Die Ironie des Falls dürfte niemandem entgangen sein. Guy Martin hat seine gesamte Karriere auf Geschwindigkeit aufgebaut. Zwischen 2003 und 2015 sowie nochmals 2017 startete er bei der Isle of Man TT und holte dort 17 Podiumsplatzierungen. Die Tourist Trophy gilt als das gefährlichste Straßenrennen der Welt, bei dem die Fahrer Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 210 km/h erreichen. Martin selbst hat den Kurs mit einem Durchschnittstempo von mehr als 132 mph (circa 212 km/h) umrundet.
Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Rennsport 2017 machte sich der gebürtige Lincolnshirer vor allem als Fernsehpräsentator einen Namen. Seine Sendung „Speed With Guy Martin“ auf Channel 4 wurde zum Publikumserfolg. Daneben stellte er mehrere Weltrekorde auf: den schnellsten Traktor, die schnellste Seifenkiste und die höchste jemals auf einem schwerkraftbetriebenen Schneeschlitten erreichte Geschwindigkeit.
Aktuell arbeitet Martin an seinem bislang ambitioniertesten Projekt. Mit einer umfangreich modifizierten Suzuki Hayabusa will er aus stehendem Start die Marke von 300 mph (circa 483 km/h) über eine Strecke von einer Meile knacken und damit der schnellste Mensch auf einem konventionellen Motorrad werden.
Sechs Monate ohne Motorisierung
Für die kommenden sechs Monate muss Martin auf jegliche motorisierte Fortbewegung im Straßenverkehr verzichten. Da er neben seinem Fernsehjob hauptberuflich als Lkw-Mechaniker arbeitet und als begeisterter Radfahrer bekannt ist, dürfte das Fahrverbot seinen Alltag zumindest teilweise einschränken. Das Fahrrad bleibt ihm allerdings erhalten, wenn auch mit deutlich reduziertem Tempo.
Häufige Fragen
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Warum wurde Guy Martin der Führerschein entzogen?
Martin hatte auf seinem Führerschein mindestens 12 Strafpunkte angesammelt. In Großbritannien führt das Erreichen dieser Schwelle automatisch zu einer sechsmonatigen Fahrsperre, dem sogenannten „Totting Up“. Auslöser waren zwei Geschwindigkeitsverstöße auf dem Motorrad.
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Wie schnell war Guy Martin bei den Verstößen?
Beim ersten Vorfall auf der A50 bei Leicester fuhr Martin 46 mph (circa 74 km/h) bei erlaubten 40 mph. Beim zweiten Vorfall auf der A43 bei Brackley war er mit 78 mph (circa 126 km/h) unterwegs, obwohl wegen HS2-Bauarbeiten ein temporäres Limit von 50 mph galt.
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Welches Motorrad fuhr Guy Martin bei den Geschwindigkeitsverstößen?
Bei beiden Vorfällen war Martin auf einer Honda Africa Twin unterwegs. Das Reiseenduro-Modell von Honda war bei beiden von Blitzern erfassten Fahrten das gleiche Motorrad.
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Wie viele Podiumsplätze hat Guy Martin bei der Isle of Man TT?
Martin holte während seiner aktiven Rennkarriere bei der Tourist Trophy 17 Podiumsplatzierungen. Er startete zwischen 2003 und 2015 sowie einmalig 2017 bei dem Straßenrennen auf der Isle of Man.

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