- Schätzpreis 750.000 bis 950.000 Pfund (circa 877.000 bis 1.110.000 Euro / 1.023.000 bis 1.296.000 US-Dollar), zuzüglich Aufgeld
- Versteigerung am Sonntag, 15. November 2026, ab 11 Uhr Ortszeit im NEC Birmingham
- Dieselbe Maschine wechselte 1997 für 169.388 Pfund den Besitzer
Es gibt Rennmaschinen, die für eine Ära stehen, und es gibt Rennmaschinen, die für einen einzigen Fahrer gebaut wurden. Die Honda RC173 gehört in beide Kategorien. Honda baute die 349 cm³ große Vierzylindermaschine 1966 eigens für Mike Hailwood, damit er neben der 250er- und der 500er-Klasse auch die 350er-Weltmeisterschaft bestreiten konnte. Nach Angaben des Auktionshauses Iconic Auctioneers existiert von diesem Modell nur dieses eine Exemplar. Am 15. November 2026 kommt es im Rahmen der Iconic Motorcycle Sale bei der Classic Motor Show im NEC Birmingham unter den Hammer.

Warum gilt die Honda RC173 als so wertvoll?
Der Wert ergibt sich vor allem aus der Herkunft: Die Maschine wurde von Honda für Hailwood gebaut, gewann in seinen Händen einen WM-Titel und blieb danach eng mit seiner Geschichte verbunden. Mark Bryan, Motorcycle Manager bei Iconic Auctioneers, fasst es so zusammen: „The provenance of this motorcycle speaks for itself.“ Auf Deutsch: „Die Herkunft dieses Motorrads spricht für sich.“
Bryan verweist außerdem darauf, dass Werksrennmaschinen dieser Bedeutung nur selten überhaupt auf den Markt kommen. Aus seiner Sicht geht es hier nicht nur um eine Maschine, die Hailwoods Laufbahn geprägt hat, sondern um eines der Motorräder, die den Rennsport des 20. Jahrhunderts mitbestimmt haben. Das Auktionshaus selbst spricht von einer der historisch bedeutendsten Hondas, die in den vergangenen Jahren angeboten wurden.
Dazu kommt der Zustand. Die RC173 ist fahrbereit und wurde in den Originalzustand zurückversetzt. Rahmen und Motor tragen weiterhin die zusammengehörenden Originalnummern, im Katalog geführt als Rahmennummer RC173F und Motornummer RC173E. Bei historischen Rennmaschinen ist das ein zentraler Punkt, weil viele Werksmaschinen im Laufe der Jahrzehnte mit Ersatzmotoren oder Nachbaurahmen überlebt haben.
Wie viel soll die Hailwood-Honda einbringen?
Iconic Auctioneers schätzt die RC173 auf 750.000 bis 950.000 Pfund (circa 877.000 bis 1.110.000 Euro / 1.023.000 bis 1.296.000 US-Dollar). Hinzu kommt das Aufgeld für den Käufer von 15 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer, was 18 Prozent inklusive Mehrwertsteuer entspricht.
Wird das obere Ende der Schätzung erreicht, rückt die Maschine in die Nähe des bisherigen Bestpreises für ein Motorrad. Diesen hält bislang die „Captain America“, eine Harley-Davidson Panhead aus dem Film Easy Rider, die Peter Fonda gefahren hat. Sie wurde 2014 für 1,35 Millionen US-Dollar verkauft, damals rund 990.000 Pfund, umgerechnet etwa 1.157.000 Euro.

Was 1997 für dieselbe Maschine bezahlt wurde
Die RC173 war schon einmal auf dem Markt, und der damalige Preis zeigt, wie sich der Sammlerwert historischer Rennmotorräder entwickelt hat. 1997 löste die Familie Hailwood die persönliche Sammlung des Fahrers komplett auf. Das Auktionshaus Coys versteigerte die Honda in London für 169.388 Pfund einschließlich Aufgeld, umgerechnet rund 198.000 Euro / 231.000 US-Dollar nach heutigem Kurs.
Im selben Verkauf ging die Suzuki RG500, mit der Hailwood 1979 auf der Isle of Man gewann, für 35.288 Pfund (circa 41.000 Euro / 48.000 US-Dollar) weg. Verkauft wurde damals praktisch alles, von Lederkombis über Pokale bis hin zu Jacken. Gemessen an der aktuellen Schätzung liegt die untere Erwartung für die RC173 heute beim mehr als Vierfachen des Preises von 1997.
Welche Rennen gewann Hailwood 1966 mit der RC173?
Hailwood gewann mit der Maschine sechs Grands Prix: in Westdeutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Finnland und Ulster. Dazu kamen zahlreiche schnellste Rennrunden.
Am Ende der Saison stand er in der 350er-Wertung vor Giacomo Agostini auf MV Agusta und Renzo Pasolini auf Benelli. Für Honda war 1966 ein besonderes Jahr, weil Hailwood parallel in gleich drei Hubraumklassen antrat und die Marke damit an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfte. Nach dem Saisonende behielt Hailwood die RC173 und setzte sie 1967 noch bei ausgewählten Einladungsrennen ein, unter anderem in Mallory Park und Oulton Park.

Wie kam die Maschine nach Japan und wieder zurück?
Die Honda Collection Hall im japanischen Motegi fragte im Juni 2005 beim Besitzer an, ob sie die Maschine ausleihen dürfe. Während dieser Zeit wurde sie in Japan komplett überholt und kehrte im Juni 2006 zum Eigentümer zurück.
Vor der Japan-Reise hatte die RC173 bereits mehrere Stationen hinter sich. Nach der aktiven Rennzeit gehörte sie viele Jahre zur Wheatcroft Donington Collection. 1997 folgte der Verkauf durch die Familie Hailwood an den heutigen britischen Besitzer, der sie seither hält. In den rund 30 Jahren danach wurde sie in fahrbereiten Zustand versetzt und bei Veranstaltungen und Paraden in Großbritannien bewegt. Bei der Überholung in Motegi kümmerten sich die Techniker sowohl um den Rahmen als auch um den Motor, ohne die originalen Nummern anzutasten.
Was zum Lieferumfang gehört
Der Käufer bekommt nicht nur die Maschine. Zum Los gehören verschiedene Spezialwerkzeuge, ein originaler Satz Vergaserdüsen und der Originalständer. Dazu kommt ein neuerer Ständer, den Honda anfertigte, während die Maschine im Werk war.
Ebenfalls dabei ist ein Schild aus Acrylglas, das in der Honda Collection Hall als Ausstellungsbeschriftung diente, sowie eine maßgefertigte Abdeckung für Motorrad und Scheibe. Das Auktionshaus verweist außerdem auf eine umfangreiche Dokumentenmappe zur Geschichte der Maschine.

Wer war Mike Hailwood?
Mike Hailwood, geboren 1940 in der Nähe von Oxford, gilt als einer der erfolgreichsten Motorradrennfahrer überhaupt. Er gewann 76 Grands Prix und neun Weltmeisterschaften.
Seine Laufbahn begann früh. 1958 holte er mit 18 Jahren drei britische Meisterschaften, ein Jahr später gewann er alle vier Klassen von 125 bis 500 cm³. Auf der Isle of Man siegte er 14-mal, darunter bei seinem Comeback bei der TT 1978 auf einer Ducati im Alter von 38 Jahren. Während seiner siebenjährigen Pause vom Motorradsport fuhr er Autorennen und wurde 1969 bei den 24 Stunden von Le Mans auf einem Ford GT40 Dritter. Hailwood starb 1981 im Alter von 40 Jahren bei einem Autounfall in Warwickshire.
Welche weiteren Maschinen kommen bei der Auktion unter den Hammer?
Die Versteigerung umfasst insgesamt 44 Lose, darunter zwei weitere Rennmaschinen mit prominenter Geschichte. Die höchste Schätzung nach der RC173 trägt eine Aprilia RS-GP 20 aus der MotoGP-Saison 2020.
Diese Maschine fuhr Aleix Espargaró in jener Saison, und sie wird direkt von ihm angeboten. Seit 2022 gehörte sie zu seiner Privatsammlung. Mitverkauft werden seine Lederkombi, sein Helm, Stiefel und Handschuhe aus dieser Saison sowie die Werkspapiere und Lieferscheine von Aprilia. Technisch ist sie mit der Werkszündung von Marelli, einer Akrapovic-Auspuffanlage, einem speziell abgestimmten Öhlins-Fahrwerk und Brembo-Bremsen mit Carbon-Scheiben vorn ausgestattet. Sie läuft, benötigt vor einem Einsatz aber Unterstützung durch Aprilia. Die Schätzung liegt bei 200.000 bis 300.000 Pfund (circa 234.000 bis 351.000 Euro / 273.000 bis 409.000 US-Dollar).
Dazu kommt eine Honda CBR1000RR8 Fireblade der Jahre 2008 und 2009, gefahren von Guy Martin für Sean Muir Racing in der Superstock-Klasse, in den Lackierungen von Hydrex, Red Torpedo und SMR. Auf dieser Maschine erzielte Martin seine besten Ergebnisse bei der Tourist Trophy: Platz zwei in der Superstock-TT 2009 und Platz drei 2008, dazu Rang vier beim Superstock-Rennen des Ulster Grand Prix 2009. Ein Echtheitszertifikat, unterschrieben vom Chefingenieur Mick Shanley, liegt bei. Die Maschine lief in den vergangenen Jahren, braucht vor dem Einsatz aber die üblichen Kontrollen und eine leichte Wiederinbetriebnahme. Geschätzt wird sie auf 15.000 bis 20.000 Pfund (circa 17.500 bis 23.400 Euro / 20.500 bis 27.300 US-Dollar).

Häufige Fragen
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Wann und wo wird die Honda RC173 versteigert?
Die Versteigerung findet am Sonntag, 15. November 2026, ab 11 Uhr Ortszeit im NEC in Birmingham statt. Sie ist Teil der Iconic Motorcycle Sale bei der Classic Motor Show. Insgesamt kommen dort 44 Lose unter den Hammer.
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Was kostet die Honda RC173 voraussichtlich?
Das Auktionshaus schätzt sie auf 750.000 bis 950.000 Pfund (circa 877.000 bis 1.110.000 Euro / 1.023.000 bis 1.296.000 US-Dollar). Dazu kommt ein Aufgeld von 15 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer, also 18 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Der Endpreis für den Käufer liegt damit deutlich über dem Zuschlag.
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Wie viele Exemplare der Honda RC173 gibt es?
Nach Angaben des Auktionshauses existiert nur dieses eine Exemplar. Honda baute die Maschine speziell für Mike Hailwoods Einsatz in der 350er-Klasse. Sie ergänzte seine Programme in der 250er- und der 500er-Klasse.
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Welches Motorrad ist bisher das teuerste der Welt?
Den bisherigen Bestpreis hält die „Captain America“, eine Harley-Davidson Panhead aus dem Film Easy Rider. Sie wurde 2014 für 1,35 Millionen US-Dollar verkauft, damals etwa 990.000 Pfund. Erreicht die RC173 das obere Ende ihrer Schätzung, kommt sie diesem Wert nahe.
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Wem gehörte die Honda RC173 nach Hailwoods Rennzeit?
Die Maschine gehörte zunächst viele Jahre zur Wheatcroft Donington Collection. 1997 versteigerte die Familie Hailwood sie an den heutigen britischen Besitzer. Zwischen Juni 2005 und Juni 2006 war sie als Leihgabe in der Honda Collection Hall in Motegi.












