- Stärkstes Wachstum in Rumänien (plus 60,7 Prozent), Polen (plus 52,6 Prozent) und Großbritannien (plus 39,4 Prozent)
- Rückgänge in Italien (minus 3,9 Prozent) und Frankreich (minus 15,3 Prozent)
- Pressekonferenz auf der EICMA am Dienstag, 3. November, um 11:45 Uhr in Halle 22, Stand 195
Für Indian Motorcycle ist 2026 ein besonderes Jahr. Die Marke feiert ihr 125-jähriges Bestehen und ist seit Anfang Februar ein eigenständiges Unternehmen ohne den Mutterkonzern Polaris. Jetzt legt der Hersteller erste Zahlen vor, die zeigen, wie sich der Verkauf in Europa seitdem entwickelt hat. Das Bild ist überwiegend positiv, aber nicht einheitlich. Während Märkte in Ost- und Mitteleuropa deutlich zulegen, verliert Indian in Frankreich und Italien an Boden. Die Messe in Mailand soll nun zeigen, wie es weitergeht.

Wie haben sich die Verkäufe von Indian Motorcycle in Europa entwickelt?
Indian Motorcycle hat seine Verkäufe in sieben der zehn wichtigsten europäischen Märkte gesteigert. Grundlage ist ein Vergleich mit dem Vorjahr bis Ende August 2026.
Laut Hersteller sieht die Entwicklung in den Top 10 so aus:
- Rumänien: plus 60,7 Prozent
- Polen: plus 52,6 Prozent
- Großbritannien: plus 39,4 Prozent
- Tschechien: plus 20,1 Prozent
- Spanien: plus 14,0 Prozent
- Deutschland: plus 11,1 Prozent
- Schweden: plus 7,9 Prozent
- Schweiz: unverändert
- Italien: minus 3,9 Prozent
- Frankreich: minus 15,3 Prozent
Wichtig für die Einordnung: Indian vergleicht nur das aktuelle Modellprogramm mit dem Vorjahr. Modelle, die nicht mehr angeboten werden, fließen also nicht in die Rechnung ein. Absolute Stückzahlen nennt das Unternehmen nicht. Die Prozentwerte sagen deshalb nichts darüber aus, wie viele Motorräder in den einzelnen Ländern tatsächlich verkauft wurden. Ein hohes Plus in einem kleineren Markt wie Rumänien kann auf vergleichsweise wenigen Fahrzeugen beruhen.
Warum verkauft Indian in Deutschland mehr Motorräder?
Indian Motorcycle hat in Deutschland bis Ende August 11,1 Prozent mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt der deutsche Markt im Mittelfeld der europäischen Top 10.
Gründe für die Entwicklung in einzelnen Ländern nennt der Hersteller nicht. Klar ist aber, wo Indian seinen Schwerpunkt setzt. CEO Mike Kennedy hat schon kurz nach dem Eigentümerwechsel erklärt, dass sich die Marke auf Cruiser, Bagger und Tourer konzentrieren will. Bagger sind große Tourenmotorräder mit festen Seitenkoffern. Bald sollen auch Trikes dazukommen, also dreirädrige Motorräder. Ein günstiges Einsteigermodell in der Preisklasse von 6.000 bis 7.000 US-Dollar (circa 5.340 bis 6.230 Euro) wird es dagegen nicht geben. Kennedy verweist stattdessen auf die Scout Sixty Bobber, die in den USA 9.999 US-Dollar (circa 8.900 Euro) kostet. Auch eine Reiseenduro ist nicht geplant, und die FTR wurde bereits eingestellt.
Laut Kennedy hat Indian im vergangenen Jahr in den USA bei Cruisern und Tourern Marktanteile gewonnen, obwohl der Gesamtmarkt für Straßenmotorräder dort um 6,5 Prozent geschrumpft ist. Die Verkäufe von Indian in Nordamerika gingen 2025 allerdings ebenfalls zurück, nach Angaben des Unternehmens um einen hohen einstelligen Prozentsatz.

Welche Rolle spielt Europa für Indian nach der Trennung von Polaris?
Europa soll für Indian Motorcycle auch nach dem Eigentümerwechsel ein wichtiger Markt bleiben. Mike Kennedy hat angekündigt, die Anstrengungen im europäischen Vertrieb noch zu verstärken.
Das Unternehmen gehört seit Februar 2026 mehrheitlich der Investmentgesellschaft Carolwood LP. Polaris hält nur noch eine Minderheitsbeteiligung. Laut Kennedy setzt Indian rund 500 Millionen US-Dollar (circa 445 Millionen Euro) um und beschäftigt etwa 900 Mitarbeiter. Weltweit verkaufen rund 600 Händler die Motorräder der Marke.
Kennedy selbst kennt den europäischen Markt. Er war 26 Jahre bei Harley-Davidson und leitete dort von 2004 bis 2006 die Tochtergesellschaft für Großbritannien und Irland. Im Frühjahr sprach er darüber, dass der starke Fokus auf eine Produktion in den USA nicht als Rückzug aus dem Ausland verstanden werden soll. Wörtlich sagte er: „But our effort, commercially in Europe, is only going to be intensified, in my opinion.“ (Deutsch: „Aber unsere kommerziellen Anstrengungen in Europa werden meiner Meinung nach nur noch verstärkt.“) Kurz darauf traf er sich in Spanien mit allen europäischen Händlern und Importeuren.
Wo werden Indian-Motorräder künftig gebaut?
Alle Indian-Motorräder für den weltweiten Markt sollen künftig im Werk in Spirit Lake im US-Bundesstaat Iowa entstehen. Unter Polaris gab es zusätzlich Produktionsstandorte in Polen und Vietnam.
Die Montage in Vietnam wird nicht fortgeführt. In Polen sollte die Produktion nach Kennedys Angaben vom Februar noch etwa sechs Monate weiterlaufen. Auch die Motorenfertigung zieht von Osceola in Wisconsin nach Spirit Lake um. Im Werk in Monticello im Bundesstaat Minnesota werden weiterhin die Aluminiumteile für die Motoren gegossen und bearbeitet. Bauteile von Zulieferern aus Europa und Asien sollen weiterhin verwendet werden.
Kennedy begründet den Schritt mit der Auslastung. Fünf Produktionsstätten auf drei Kontinenten seien jeweils nur zu etwa einem Drittel ausgelastet gewesen. Das mache die Steuerung kompliziert und teuer. Die Bündelung soll die Abläufe vereinfachen und dem Unternehmen helfen, finanziell wieder Fuß zu fassen.
Was zeigt Indian Motorcycle auf der EICMA 2026?
Indian Motorcycle will auf der EICMA einen Überblick über die Geschäftsentwicklung geben und die erste Welle seiner Neuheiten für das Modelljahr 2027 vorstellen. Die Pressekonferenz ist für Dienstag, den 3. November, um 11:45 Uhr in Halle 22 an Stand 195 angesetzt.
Konkrete Modelle nennt der Hersteller vorab nicht. Damit gehört Indian zu den Marken, die die Mailänder Messe für den Ausblick auf den Jahrgang 2027 nutzen. Mike Kennedy spricht davon, dass 2026 die Geschichte der Marke gewürdigt, sie aber vor allem als eigenständiges Unternehmen nach vorne gebracht habe. 2027 soll nach seinen Worten ein spannendes Jahr werden, in dem Indian das Angebot ausbauen und die Beziehungen zu Händlern und Kunden weiter verbessern will.
Das erste neue Modell unter dem neuen Eigentümer war die Chief Vintage. Sie greift die Optik der Chief aus den 1940er-Jahren auf. Kennedy hat bereits im Frühjahr angekündigt, dass weitere Modelle folgen sollen, darunter auch Trikes.

Wie hat Indian die King of the Baggers 2026 gewonnen?
Das Werksteam von Indian, die sogenannte Wrecking Crew, hat 2026 die Meisterschaft der King of the Baggers gewonnen. Die US-Rennserie wird mit großen Tourenmotorrädern mit Seitenkoffern ausgetragen, Indian setzt dabei auf die Challenger.
Den Titel holte Hayden Gillim. Er sicherte sich die Meisterschaft schon vor dem Saisonfinale auf dem Circuit of the Americas in Austin. Bis dahin hatte er acht von zwölf Rennen gewonnen. Gillim war 2023 bereits mit Harley-Davidson Meister geworden und ist damit der erste Fahrer, der den Titel für zwei verschiedene Hersteller gewonnen hat. Das Team wird seit dieser Saison von Vance & Hines betreut, der Rennsport-Partnerschaft, die Kennedy kurz nach seinem Amtsantritt eingefädelt hatte.

Häufige Fragen
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Wann ist die Pressekonferenz von Indian Motorcycle auf der EICMA?
Die Pressekonferenz von Indian Motorcycle auf der EICMA findet am Dienstag, 3. November 2026, um 11:45 Uhr statt. Ort ist Stand 195 in Halle 22. Dort will der Hersteller einen Geschäftsbericht vorlegen und die ersten Neuheiten für 2027 zeigen.
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Wie stark wächst Indian Motorcycle in Deutschland?
Indian Motorcycle hat in Deutschland bis Ende August 2026 ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt. Verglichen wird dabei nur das aktuelle Modellprogramm. Absolute Verkaufszahlen nennt der Hersteller nicht.
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In welchen europäischen Ländern verliert Indian Motorcycle?
Indian Motorcycle verzeichnet unter den zehn wichtigsten europäischen Märkten Rückgänge in Frankreich und Italien. In Frankreich liegt das Minus bei 15,3 Prozent, in Italien bei 3,9 Prozent. In der Schweiz blieben die Verkäufe unverändert.
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Wo werden Indian-Motorräder gebaut?
Indian-Motorräder sollen künftig ausschließlich im Werk in Spirit Lake in Iowa gebaut werden. Die bisherigen Standorte in Polen und Vietnam werden aufgegeben. Die Aluminiumteile für die Motoren entstehen in Monticello in Minnesota.
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Wem gehört Indian Motorcycle?
Indian Motorcycle gehört seit Februar 2026 mehrheitlich der Investmentgesellschaft Carolwood LP. Polaris hält nur noch eine Minderheitsbeteiligung. Geführt wird das Unternehmen von CEO Mike Kennedy, der lange für Harley-Davidson tätig war.












