- Im Mittelpunkt steht die PR-Agentur Noise Media, die seit kurzem für Indian Motorcycle arbeiten soll.
- In einer frühen Mitteilung soll diese Agentur den früheren Trump-Wahlkampfmanager Brad Parscale genannt haben.
- Beweise für eine bezahlte Kampagne gibt es bisher nicht, weder Indian noch die Agentur haben sich geäußert.
Auf Plattformen wie X tauchten innerhalb weniger Tage auffällig viele ähnliche Beiträge auf. Sie werfen Harley-Davidson vor, zu „woke“ und unamerikanisch zu sein, und stellen Indian Motorcycle als die echte amerikanische Marke dar. Weil die Beiträge fast denselben Wortlaut haben, vermuten viele Beobachter dahinter keine zufällige Empörung, sondern eine geplante Werbe- oder Meinungskampagne. Wer diese Kampagne organisiert haben könnte, ist die eigentliche Frage.
Was passiert gerade rund um Harley-Davidson?
Mehrere bekannte, überwiegend rechtsgerichtete Accounts machen seit Ende Mai 2026 gezielt Stimmung gegen Harley-Davidson und loben im selben Beitrag Indian Motorcycle. Den Anfang soll der MMA-Kämpfer Sean Strickland gemacht haben, der öffentlich erklärte, von Harley auf Indian umzusteigen. Schon 2024 hatte er einen ähnlichen Abschied von Harley angekündigt, sein Motorrad den Berichten zufolge aber behalten.
Kurz danach folgten viele weitere Accounts mit fast gleichen Aussagen. Immer wieder fielen dieselben Stichworte: Indian werde dieses Jahr 125 Jahre alt und werde in den USA gebaut. Teilweise wurden auch abwertende und homophobe Begriffe gegen Harley verwendet. Auffällig ist, dass viele dieser Accounts sonst kaum über Motorräder schreiben. Genau diese Gleichförmigkeit ließ den Verdacht aufkommen, dass die Botschaften vorgegeben wurden.
Wie hängen die Beteiligten zusammen?
Der Zusammenhang lässt sich in einfachen Schritten erklären. Im Februar 2026 verkaufte der Konzern Polaris die Mehrheit an Indian Motorcycle an die Beteiligungsgesellschaft Carolwood LP. Diese neuen Eigentümer beauftragten die PR-Agentur Noise Media damit, das Image von Indian zu schärfen.
In einer ersten Mitteilung dieser Agentur tauchte dann ein Name auf, der aufhorchen lässt: Brad Parscale, ein früherer Wahlkampfmanager von Donald Trump. Laut dieser Mitteilung sollte er die Markenausrichtung von Indian leiten, und die Agentur wollte das „through paid media“, also über bezahlte Medien, umsetzen. Diese Stelle mit Parscales Namen soll später von der Internetseite der Agentur entfernt worden sein.
Parscale wiederum ist nicht nur Werbefachmann. Über seine Firma Clock Tower X arbeitet er nach offiziellen Unterlagen auch für die Regierung von Israel und steuert dort bezahlte Influencer-Kampagnen. Solche Kampagnen funktionieren nach einem festen Muster: Viele Accounts posten gleichzeitig fast wortgleiche Botschaften. Und genau dieses Muster zeigt sich auch bei der Welle gegen Harley-Davidson. Daher die Vermutung, dass dieselben Methoden oder dieselben Leute im Hintergrund stehen könnten. Bewiesen ist das nicht.
Wer ist Brad Parscale?
Brad Parscale ist ein früherer Wahlkampfmanager von Donald Trump und heute im Bereich digitaler Werbung tätig. Er gilt als Fachmann dafür, Botschaften über bezahlte Anzeigen und über Influencer gezielt zu verbreiten und zu verstärken. Sein Name in der Indian-Mitteilung ist der zentrale Grund, warum die aktuelle Kampagne so genau betrachtet wird.
Was hat Israel mit der Sache zu tun?
Mit Indian Motorcycle selbst hat Israel nichts zu tun. Die Verbindung läuft allein über Brad Parscale. Seine Firma Clock Tower X musste sich nach öffentlich einsehbaren Unterlagen als Vertreter der israelischen Regierung registrieren. Das ist deshalb wichtig, weil dort dieselbe Methode bezahlter Influencer-Kampagnen zum Einsatz gekommen sein soll, die jetzt auch bei der Harley-Kampagne auffällt.
Ein erster Vertrag mit Israel soll rund 5,6 Millionen Euro (6 Millionen US-Dollar) umfasst haben. Über eine internationale Mediengesellschaft sollen später mehr als 14 Millionen Euro (15 Millionen US-Dollar) geflossen sein, von denen ein Teil an weitere Firmen weitergereicht worden sein soll. Außerdem soll die israelische Regierung ihr Budget für solche Öffentlichkeitsarbeit stark erhöht haben, von rund 140 Millionen Euro (150 Millionen US-Dollar) im Jahr 2025 auf etwa 679 Millionen Euro (730 Millionen US-Dollar) im Jahr 2026. Wichtig bleibt: Dass Geld aus diesen Töpfen in die Indian-Kampagne geflossen ist, ist nicht belegt. Die Israel-Spur erklärt nur, wie Parscale arbeitet, nicht, wer die Motorrad-Kampagne bezahlt hat.
Was sagen Indian Motorcycle und die Agentur dazu?
Bisher gibt es keine Antwort. Weder Indian Motorcycle noch die Agentur Noise Media haben den Berichten zufolge auf Anfragen reagiert. Deshalb bleibt vieles offen: Ob die Kampagne wirklich geplant und bezahlt wurde, ob Geld geflossen ist und ob die Mitarbeiter von Indian überhaupt davon wussten. Möglich ist auch, dass einzelne Beiträge unabhängig voneinander entstanden sind.
Ist Harley-Davidson wirklich „woke“?
Belege dafür liefern die Berichte nicht. Die wirtschaftlichen Probleme von Harley-Davidson haben demnach andere Gründe: eine immer ältere Kundschaft, ein wenig flexibles Modellangebot und hohe Preise. Das Unternehmen hat zuletzt auch die Führung gewechselt und frühere Diversitäts-Programme zurückgefahren.
Interessant ist dabei ein Punkt, der oft vergessen wird: Auch Indian Motorcycle hat in der Vergangenheit ähnliche Aussagen zu Vielfalt verwendet und später entfernt. Beide Marken standen also unter demselben Druck. Dass jetzt nur Harley angegriffen und Indian gelobt wird, ist einer der Hauptgründe, warum so viele an der Kampagne zweifeln.
Häufige Fragen
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Steht Indian Motorcycle hinter der Kampagne gegen Harley-Davidson?
Das ist nicht bewiesen. Es gibt Hinweise auf eine beauftragte PR-Agentur und auf bezahlte Medienarbeit, aber weder Indian noch die Agentur haben sich geäußert. Ob Geld geflossen ist, bleibt offen.
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Wer ist Brad Parscale?
Brad Parscale ist ein früherer Wahlkampfmanager von Donald Trump und arbeitet heute im Bereich digitaler Werbung. In einer Mitteilung der Agentur Noise Media soll er als Verantwortlicher für die Markenausrichtung von Indian Motorcycle genannt worden sein.
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Wem gehört Indian Motorcycle inzwischen?
Die Mehrheit an Indian Motorcycle ging im Februar 2026 von Polaris an die Beteiligungsgesellschaft Carolwood LP über. Geschäftsführer ist seitdem Mike Kennedy, Polaris hält nur noch einen kleinen Anteil.
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Was hat Israel mit Indian Motorcycle zu tun?
Direkt nichts. Die Verbindung besteht nur über Brad Parscale, dessen Firma auch für die israelische Regierung bezahlte Influencer-Kampagnen steuert. Diese Kampagnen folgen demselben Muster wie die Welle gegen Harley-Davidson.













