- Renntermin in Lusail ist derzeit der 8. November, ursprünglich war der 12. April geplant
- Die Formel 1 hat ihr Bahrain-Rennen bereits nach Sepang in Malaysia verlegt, dort wird vom 2. bis 4. Oktober gefahren
- Nur zwei Wochen nach Katar folgt der Grand Prix von Portugal, eine Woche später das Finale in Valencia
Der Konflikt am Persischen Golf beschäftigt den Motorsport seit Monaten. Nachdem mehrere Serien ihre Kalender umgestellt haben, steht nun auch das Rennen der MotoGP in Katar erneut zur Debatte. Sportdirektor Carlos Ezpeleta hat gegenüber Medienvertretern eingeräumt, dass ein anderer Austragungsort nicht ausgeschlossen ist. Offiziell arbeitet der Promoter weiter darauf hin, in Lusail zu fahren. Parallel dazu werden Alternativen geprüft.

Warum steht der Katar-GP überhaupt zur Debatte?
Der Grund ist die Sicherheitslage in der Region am Persischen Golf, wo vor einigen Monaten ein bewaffneter Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran ausgebrochen ist. Der Katar-GP 2026 war deshalb schon einmal verschoben worden, vom April in den November.
Neben den grundsätzlichen Sicherheitsbedenken gibt es ein praktisches Problem, das im Fahrerlager selten offen angesprochen wird. Nach Informationen der berichtenden Redaktion haben einzelne Unternehmen, die in der Motorrad-WM tätig sind, interne Richtlinien. Diese verbieten es ihnen, Mitarbeiter in Gebiete zu schicken, die als risikoreich eingestuft sind. Betroffen sind vor allem Zulieferer. Ohne deren Personal lässt sich ein Rennwochenende aber kaum durchführen.
Wie geht die Formel 1 mit dem gleichen Problem um?
Die Formel 1 hat ihr Bahrain-Rennen kurzerhand in ein anderes Land verlegt. Gefahren wird nun vom 2. bis 4. Oktober auf dem Sepang International Circuit in Malaysia, wo die Formel 1 zuletzt 2017 zu Gast war.
Der Weg dorthin war verschlungen. Ursprünglich standen vier Rennen im Nahen Osten im Kalender der Formel 1. Die Läufe in Bahrain und Saudi-Arabien fielen zunächst weg, wodurch im April eine Lücke von fünf Wochen entstand. Der Grand Prix von Singapur bot dann die Gelegenheit für eine Lösung, denn Sepang liegt nur rund 300 Kilometer entfernt. Bahrain wollte sein Rennen behalten und einigte sich mit dem Automobil-Weltverband FIA, der Formel 1 und Malaysia darauf, dass Sepang als Gastgeber einspringt. Formel-1-Chef Stefano Domenicali sprach davon, dass der Sport erneut seine Fähigkeit gezeigt habe, sich anzupassen und Lösungen zu finden.
Für die MotoGP liegt der Vergleich nahe, denn beide Serien gehören zum selben Eigentümer. „Obviously, the fact that we belong to the same family as F1, Liberty Media, means that this issue is obviously on our minds“, sagt Carlos Ezpeleta. Auf Deutsch: „Die Tatsache, dass wir zur selben Familie gehören wie die Formel 1, zu Liberty Media, führt natürlich dazu, dass uns dieses Thema beschäftigt.“ Er verweist zugleich auf einen Unterschied. Die MotoGP hat nur ein einziges Rennen im Nahen Osten. Aus kommerzieller Sicht sei eine Saison mit 21 statt 22 Stationen klar ausreichend.

Was spricht gegen eine kurzfristige Verlegung?
Gegen einen schnellen Ortswechsel sprechen vor allem Termine und Logistik. Eine Ersatzstrecke müsste die Sicherheitsstandards der MotoGP erfüllen und gleichzeitig frei sein, und beides ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres schwer zu finden.
„We are at a point in the year when most European circuits are already occupied“, erklärt Carlos Ezpeleta, also: „Wir befinden uns in einer Phase des Jahres, in der die meisten europäischen Rennstrecken bereits belegt sind.“ Dazu kommt der enge Zeitplan am Saisonende. Nur zwei Wochen nach dem Katar-Termin muss die komplette Ausrüstung in Portugal bereitstehen. Ezpeleta betont, dass seine Priorität weiterhin die Reise nach Katar ist. „Honestly, I hope we can go, and that’s what we’re focused on right now“, sagt er, auf Deutsch: „Ehrlich gesagt hoffe ich, dass wir fahren können, und darauf konzentrieren wir uns gerade.“
Wie hat sich die Haltung der MotoGP verändert?
Die Serie hat ihre Position deutlich verschoben. Anfang März hatte MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta einen Ausweichort noch klar abgelehnt, jetzt hält die Führung genau diese Möglichkeit offen.
Damals, bei einer Veranstaltung in Madrid, sprach er darüber, dass ein Rennen am ursprünglichen Termin schwierig werde, ein Aus aber nicht feststehe. Es gebe immer einen Plan B, und man sei seit den Ereignissen des vorangegangenen Sonntags im Gespräch mit Katar. Auf die Frage nach einem anderen Austragungsort antwortete er knapp: „Going somewhere else? Certainly not.“ Also: „Woanders hinfahren? Sicher nicht.“ Stattdessen verwies er darauf, dass man im Erstellen von Kalendern sehr gut sei. Wenige Tage später folgte die Verschiebung in den November. Dass nun offen über einen anderen Standort gesprochen wird, markiert einen Kurswechsel.

Wie sieht der Kalender 2026 derzeit aus?
Der Katar-GP ist aktuell für den 8. November angesetzt, das Rennwochenende umfasst den 6. bis 8. November. Danach folgen der Grand Prix von Portugal in Portimao am 22. November und das Saisonfinale in Valencia am 29. November.
Diese Reihenfolge geht auf die offizielle Mitteilung vom 15. März zurück. Darin heißt es, die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem Motorrad-Weltverband FIM, dem Promoter und den örtlichen Behörden in Katar getroffen worden. Alle übrigen Läufe der Saison 2026 blieben unverändert. Carmelo Ezpeleta erklärte damals, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Beteiligten hätten stets Vorrang, und kündigte an, dass Ticketinhaber ihre Karten auf die nächste Veranstaltung übertragen können. FIM-Präsident Jorge Viegas unterstützte die Verlegung ebenfalls und stellte den Schutz von Fahrern, Teams, Offiziellen und Zuschauern in den Vordergrund. Aus Katar kam Zustimmung von Abdulrahman bin Abdullatif Al Mannai, dem Präsidenten der Qatar Motor & Motorcycle Federation und des Lusail International Circuit.
Was bedeutet das für die Saison 2027?
Auch der Auftakt der kommenden Saison könnte betroffen sein. Der Saisonstart 2027 ist für den 7. März in Thailand geplant, eine Woche später soll Katar als zweite Station folgen.
Ob das so bleibt, hängt von der weiteren Entwicklung am Persischen Golf ab. Die MotoGP SEG hat sich bis Ende August Zeit gegeben, um über den diesjährigen Katar-Termin zu entscheiden. Je nachdem, wie diese Entscheidung ausfällt, müsste auch der Plan für den Beginn der Saison 2027 angepasst werden.

Häufige Fragen
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Wann findet der Katar-GP 2026 statt?
Der Katar-GP 2026 ist derzeit für den 8. November auf dem Lusail International Circuit angesetzt, das Rennwochenende läuft vom 6. bis 8. November. Ursprünglich war der 12. April vorgesehen. Die Verschiebung wurde am 15. März offiziell bestätigt.
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Wird der Katar-GP abgesagt?
Eine Absage steht nicht im Raum. Die MotoGP prüft stattdessen, das Rennen möglicherweise in einem anderen Land auszutragen, hält aber offiziell weiter an Lusail fest. Eine Entscheidung soll bis Ende August fallen.
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Warum wurde der Katar-GP verschoben?
Auslöser ist der bewaffnete Konflikt in der Region am Persischen Golf zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran. Nach Angaben der Verantwortlichen stand die Sicherheit aller Beteiligten im Vordergrund. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit der FIM, dem Promoter und den Behörden in Katar.
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Was passiert mit bereits gekauften Tickets?
Ticketinhaber sollen ihre Karten auf die nächste Veranstaltung übertragen können. Das hatte MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta bei der Bekanntgabe der Verschiebung angekündigt. Wie sich ein möglicher Ortswechsel darauf auswirken würde, ist bislang offen.
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Wann endet die MotoGP-Saison 2026?
Die Saison endet mit dem Grand Prix von Valencia am 29. November. Zuvor steht am 22. November der Grand Prix von Portugal in Portimao auf dem Programm. Durch die Katar-Verschiebung fällt das Saisonende später aus als zunächst geplant.












