- Aprilia hat Martins Reise nach Lusail bestätigt, über einen Start entscheidet der Medizincheck am Donnerstag
- Marc Marquez ist in Katar Weltmeister, wenn er 30 Punkte mehr holt als Martin und 8 mehr als Bezzecchi
- Auch Raul Fernandez will es bei Trackhouse trotz gebrochenem Finger versuchen
Zu Beginn der Saison sah alles nach einem Aprilia-Jahr aus. Jetzt geht es für den Hersteller aus Noale vor allem darum, den Titelkampf in der MotoGP-Saison 2026 nicht schon in Katar zu verlieren. Marc Marquez führt die WM mit 399 Punkten an, Jorge Martin folgt mit 355, Marco Bezzecchi mit 332 Punkten. Schon am Sonntag, 8. November, kann der Ducati-Pilot in Lusail seinen achten Titel in der Königsklasse feiern. Damit würde er Valentino Rossi überholen und mit Giacomo Agostini gleichziehen. Die beiden Aprilia-Werksfahrer gehen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in dieses Wochenende.

Fährt Jorge Martin beim Grand Prix von Katar?
Jorge Martin reist nach Katar und will fahren. Ob er tatsächlich startet, hängt vom Medizincheck am Donnerstag ab und davon, ob er im rechten Arm genug Kraft zum Bremsen hat.
Aprilia hat die Reise am Mittwoch bestätigt. Gerade das harte Anbremsen war in Malaysia das größte Problem. Nach seinem Rückzug in Sepang flog Martin zurück nach Spanien, um die Behandlung dort fortzusetzen und möglichst fit nach Katar zu kommen. Dass er es in Malaysia überhaupt versuchen konnte, wertet er schon als Erfolg. Wie weit es in Lusail geht, will er Schritt für Schritt herausfinden: „Now we’ll see how the body responds, and we’ll start working with the team on Thursday and see how far I can go.“ (Übersetzt: „Jetzt schauen wir, wie der Körper reagiert. Ab Donnerstag arbeiten wir mit dem Team und sehen, wie weit ich gehen kann.“)
Wie schwer ist die Verletzung von Jorge Martin?
Martin hat sich die Speiche im rechten Unterarm gebrochen, knapp oberhalb des Handgelenks. Der Bruch stammt vom Sprint auf Phillip Island vor zwei Wochen und ist noch nicht verheilt.
Martin stürzte in Australien bei hohem Tempo, als er mit Marc Marquez um den Sieg kämpfte. Für das Hauptrennen am Sonntag fiel er damit aus, das dann wegen Regen und Nebel ohnehin abgesagt wurde. Sechs Tage später saß er in Sepang ohne Operation, Gips oder Schiene wieder auf dem Motorrad. Im ersten freien Training fehlten ihm fast zwei Sekunden auf die Bestzeit. Am Nachmittag hörte er nach drei Runden auf, am Samstagmorgen war im zweiten Training nach acht Runden endgültig Schluss. Kurz vor dem ersten Qualifying zog er sich zurück.
Martin beschreibt die Heilung zwar als sehr schnell, aber noch nicht schnell genug für ein MotoGP-Motorrad. In Sepang konnte er nach eigener Aussage vielleicht eine Runde lang fast ohne Schmerzen fahren, danach kamen sie mit voller Wucht zurück. Konstant schnelle Runden waren so nicht möglich. Seitdem schont er den Arm und trägt eine stabilisierende Schiene aus Kunststoff.

Warum hat Jorge Martin den WM-Titel abgeschrieben?
Für Martin selbst ist die Meisterschaft bereits verloren, auch wenn sie rechnerisch noch möglich ist. Weil Marquez 44 Punkte vor ihm liegt und er nicht fit ist, denkt er nach eigener Aussage kaum noch an den Titel.
Aufgeben heißt das für ihn aber nicht. Martin will bis zum letzten Rennen kämpfen, allerdings nicht mehr in erster Linie für sich selbst. Weltmeister sei er ja schon, sagt der 28-Jährige mit Blick auf seinen Titel von 2024. Antreiben würden ihn jetzt vor allem sein Team und die Menschen um ihn herum. Bleibt Martin in Katar ohne Punkte, reicht Marquez gegen ihn schon ein Sieg im Grand Prix und ein fünfter Platz im Sprint. Ist Martin nicht dabei, entscheidet allein das Ergebnis von Bezzecchi, ob die WM noch offen bleibt.
Kann Marco Bezzecchi noch Weltmeister werden?
Rechnerisch ja, realistisch wird es sehr schwer. Bezzecchi liegt 67 Punkte hinter Marquez und weiß das selbst, will aber erst aufgeben, wenn die Mathematik gegen ihn spricht.
An einem Rennwochenende sind bis zu 37 Punkte zu holen, 12 im Sprint und 25 im Grand Prix. Holt Marquez in Katar mindestens acht Punkte mehr als Bezzecchi, ist der Italiener aus dem Rennen. Danach blieben nur noch Portimão und Valencia. Bezzecchi beschreibt die Lage als sehr schwierig. Der Grand Prix in Malaysia, in dem er sich schwertat, sei genau zum falschen Zeitpunkt gekommen. Die Antwort darauf sei noch mehr Arbeit, zu Hause und an der Strecke. Auf Lusail freut er sich: Die Strecke liegt ihm, und nach dem langen Rennen in Sepang will er es diesmal besser machen.

Wie hat Bezzecchi seinen Vorsprung verloren?
Der Wendepunkt kam im Sommer. Bezzecchi startete mit drei Grand-Prix-Siegen in Folge als Favorit in die Saison und lag zwischenzeitlich 102 Punkte vor Marquez. In nur vier Monaten hat der Spanier diesen Rückstand in eine fast uneinholbare Führung verwandelt.
Im Juni wurde Bezzecchi beim Grand Prix von Ungarn von Martin abgeräumt, danach folgte eine Sperre für das Rennen in Tschechien, weil er einen Streckenposten getroffen hatte. Den größten Schaden richtete aber der Sturz am Sachsenring an. Seitdem plagen ihn Verletzungen an Schlüsselbein und Knie, die ihn bis heute einschränken. Nach der Sommerpause gewann er nur noch einen Grand Prix, stand aber regelmäßig auf dem Podium.
In Sepang wurde er im Sprint Dritter. Im Grand Prix leistete er sich in der letzten Runde einen Fehler, ließ Enea Bastianini auf der Tech3-KTM vorbei und kam als Sechster ins Ziel. Der 27-Jährige räumt ein, dass ihm seit den Verletzungen etwas fehlt. Vor allem zu Beginn eines Wochenendes mangele es ihm an der Spritzigkeit, die man braucht, um sofort schnell zu sein. Manchmal finde er sie schneller, manchmal langsamer. Weil er sich schon einmal zurückgekämpft habe, glaube er daran, es wieder zu schaffen.
Wie steht es um Raul Fernandez und die anderen Aprilia-Fahrer?
Auch bei Trackhouse ist ein Start offen. Raul Fernandez reist mit gebrochenem rechten Zeigefinger nach Katar und muss wie Martin am Donnerstag den Medizincheck bestehen.
Die Verletzung stammt vom Sprint in Mandalika und trifft ihn an einer heiklen Stelle: Mit dem rechten Zeigefinger bedient Fernandez normalerweise allein den Bremshebel für das Vorderrad. Im Grand Prix von Indonesien fuhr er trotz des Bruchs noch auf Platz zwei. Im Sprint auf Phillip Island musste er dann nach etwa der halben Distanz aufgeben, in Sepang war nach dem ersten freien Training Schluss. In Spanien folgten intensive Behandlung und Physiotherapie. Lusail ist für ihn ein besonderes Rennen, weil dort nachts unter Flutlicht gefahren wird. Punkte hat er dort in der MotoGP nach eigener Aussage aber noch nie geholt. Ob Aprilia mit Lorenzo Savadori einen Ersatz bereithält, falls Martin oder Fernandez nicht fahren können, hat der Hersteller noch nicht gesagt.
Fallen beide aus, wäre Aprilia in Katar deutlich geschwächt. Das Feld ist ohnehin klein, weil Yamaha mit allen vier Motorrädern fehlt und auch bei Honda und Gresini Stammfahrer ausfallen.

Häufige Fragen
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Fährt Jorge Martin in Katar?
Jorge Martin reist nach Katar und will fahren. Ob er startet, entscheidet sich beim Medizincheck am Donnerstag und in den ersten Trainings. Entscheidend ist, ob er mit seinem gebrochenen rechten Unterarm genug Kraft zum Bremsen hat.
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Können Martin und Bezzecchi noch Weltmeister werden?
Rechnerisch können Martin und Bezzecchi noch Weltmeister werden. Martin liegt 44 Punkte, Bezzecchi 67 Punkte hinter Marc Marquez. Holt Marquez in Katar 30 Punkte mehr als Martin und 8 mehr als Bezzecchi, steht er vorzeitig als Champion fest.
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Wann kann Marc Marquez Weltmeister werden?
Marc Marquez kann am Sonntag, 8. November, beim Grand Prix von Katar Weltmeister werden. Es wäre sein achter Titel in der Königsklasse. Gelingt das nicht, folgen noch Portimão und Valencia.
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Welche Verletzung hat Jorge Martin?
Jorge Martin hat sich beim Sturz im Sprint auf Phillip Island die Speiche im rechten Unterarm gebrochen, knapp oberhalb des Handgelenks. Der Bruch wurde nicht operiert. Seit Sepang trägt er eine stabilisierende Schiene.











