- Drei Meter mehr Abstand zwischen den Startreihen ab dem Sachsenring am 12. Juli
- Verbot der Ride-Height-Devices am Start ab dem Großen Preis von Großbritannien
- Erster Test der neuen Prozedur bereits beim Grand Prix in Brünn
Die Häufung schwerer Startunfälle hat in der MotoGP eine Diskussion über die Sicherheit in der ersten Kurve ausgelöst. Nach mehreren Gesprächsrunden haben sich die Teams nun auf ein Bündel an Maßnahmen verständigt, das das gefährliche Gedränge beim Anbremsen der ersten Kurve entschärfen soll. Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen und beginnt bereits im Sommer.

Was ändert die MotoGP an der Startaufstellung?
Der Abstand zwischen den einzelnen Startreihen wird um drei Meter vergrößert, damit die Fahrer beim Losfahren mehr Platz und größere Lücken zueinander haben. Darauf haben sich die Teams verständigt, um die Zahl der Maschinen zu entzerren, die gleichzeitig in die erste Kurve einbiegen.
Hintergrund ist die Beobachtung, dass sich die meisten Startunfälle genau dort ereignen, wo das gesamte Feld dicht gedrängt und mit hohem Tempo auf den ersten Bremspunkt zufährt. Mehr Raum zwischen den Reihen soll den Fahrern in dieser Phase etwas mehr Spielraum verschaffen.
Ab wann gelten die neuen Regeln?
Der größere Reihenabstand greift ab dem Lauf auf dem Sachsenring am 12. Juli, das Verbot der Startsysteme folgt ab dem Großen Preis von Großbritannien Mitte August, dem ersten Rennen nach der Sommerpause. Damit werden die beiden Maßnahmen zeitlich gestaffelt eingeführt.
Zunächst soll die überarbeitete Startprozedur beim nächsten Lauf in Brünn getestet werden. Verläuft dieser Test zufriedenstellend, geht der Vorschlag an die Grand Prix Commission, das zuständige Regelgremium der Serie, das die entsprechende Anpassung des Reglements offiziell beschließen muss. Angesichts der breiten Zustimmung aller Beteiligten gilt dieser Schritt als Formsache.

Warum werden die Startsysteme am Start verboten?
Mit dem Verbot der sogenannten Ride-Height-Devices am Start will die Serie das explosive Beschleunigen aus dem Stand begrenzen. Diese Vorrichtungen senken das Heck der Maschine ab und sorgen so für einen besseren Vortrieb beim Start, verschärfen aber zugleich das Gedränge in die erste Kurve.
Das Verbot war ursprünglich erst im Rahmen des neuen technischen Reglements für die kommende Saison vorgesehen, der Unfall in Barcelona hat die Einführung jedoch beschleunigt. Anders als bei den ab 2027 geltenden Regeln dürfen die Fahrer das hintere System während des Rennens weiterhin nutzen. Zunächst stand zur Debatte, das Verbot nur auf Strecken mit besonders schnellen ersten Kurven wie Silverstone und Phillip Island anzuwenden. Letztlich entschied man sich jedoch dafür, die Einschränkung auf allen Strecken greifen zu lassen.
Was war der Auslöser für die Maßnahmen?
Ausgangspunkt der Diskussion ist der Massensturz beim ersten Neustart des Großen Preises von Katalonien Mitte Mai. In dessen Folge zog sich Johann Zarco eine schwere Knieverletzung zu, von der er sich noch nicht vollständig erholt hat. Sein linkes Bein hatte sich nach einer Kettenreaktion beim Anbremsen der ersten Kurve im Heck der Ducati von Francesco Bagnaia verfangen.
Seit diesem Vorfall trafen sich Vertreter des Serienpromoters mit der Herstellervereinigung MSMA und den Teams mehrfach, um eine Strategie gegen das Gedränge in der ersten Kurve zu erarbeiten. Bei einer abschließenden Besprechung am Samstagnachmittag entstand schließlich der nun beschlossene Zwei-Stufen-Plan. MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta hatte die Maßnahmen zuvor angedeutet und mit Blick auf das Geräteverbot erklärt: „This is a discussion with an expiry date because the devices will no longer be part of the sport in 2027.“ Auf Deutsch heißt das, dass die Debatte ein Ablaufdatum hat, weil die Vorrichtungen ab 2027 ohnehin aus dem Sport verschwinden. Die offene Frage sei daher, ob sich bereits in diesem Jahr etwas ändern lasse.
Die Diskussion fügt sich in eine ganze Reihe von Sicherheitsdebatten ein, die die Saison 2026 prägen und mit denen die Serie auf die zuletzt gehäuften Startunfälle reagiert.

Häufige Fragen
-
Was ändert sich an der MotoGP-Startaufstellung?
Ab dem Sachsenring am 12. Juli rücken die Startreihen um drei Meter weiter auseinander, damit die Fahrer beim Anbremsen der ersten Kurve mehr Platz zueinander haben.
-
Ab wann gilt der größere Startabstand?
Der vergrößerte Reihenabstand wird beim Grand Prix auf dem Sachsenring am 12. Juli eingeführt. Zuvor soll die neue Prozedur beim Lauf in Brünn getestet werden.
-
Wann werden die Ride-Height-Devices am Start verboten?
Das Verbot der Startsysteme greift ab dem Großen Preis von Großbritannien Mitte August, dem ersten Rennen nach der Sommerpause. Während des Rennens dürfen die Fahrer das hintere System weiterhin nutzen.
-
Warum ändert die MotoGP die Startregeln?
Auslöser war der Massensturz beim Neustart des Großen Preises von Katalonien, bei dem sich Johann Zarco schwer am Knie verletzte. Seitdem erarbeiten Teams, Hersteller und Serienpromoter gemeinsam Maßnahmen gegen das Gedränge in der ersten Kurve.













