- Drei Beschuldigte im Alter von 23, 24 und 27 Jahren aus dem Landkreis Göttingen, der Stadt Hannover und dem Landkreis Peine
- Vorwurf unter anderem: Überschreitung der erlaubten 60 km/h um rund 100 km/h sowie Überholen trotz Gegenverkehr vor einer Kurve
- Bei einem Beschuldigten wurden Führerschein und Motorrad beschlagnahmt, zusätzlich digitale Speichermedien sichergestellt
Der Rote Berg zwischen Diekholzen und Sibbesse im Landkreis Hildesheim gilt seit langem als beliebte Motorradstrecke. Genau dort sollen drei Männer im März 2026 mit hohem Tempo gefahren sein und dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim und die örtliche Polizeiinspektion ermitteln nun gemeinsam gegen die drei Motorradfahrer. Am Freitagmorgen, dem 29. Mai 2026, durchsuchten die Ermittler die Wohnungen der Beschuldigten und stellten mehrere Gegenstände sicher.
Was wird den drei Motorradfahrern vorgeworfen?
Den drei Beschuldigten werden Gefährdung des Straßenverkehrs sowie verbotene Kraftfahrzeugrennen zur Last gelegt. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei sollen die Männer im März 2026 auf mehreren Teilstrecken der Landesstraße 485 zwischen Diekholzen und Sibbesse versucht haben, möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, und dabei die Gefährdung anderer billigend in Kauf genommen haben.
In einem Fall soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h um etwa 100 km/h überschritten worden sein. Rechnerisch wären die Fahrer dort mit rund 160 km/h unterwegs gewesen. In einer weiteren Situation soll ein Fahrer trotz Gegenverkehrs vor einer Kurve überholt haben. Einem der Tatverdächtigen wird zudem vorgeworfen, wiederholt auf dem Hinterrad gefahren zu sein und andere Verkehrsteilnehmer in dieser Position überholt zu haben.
Wie kamen die Ermittler den Motorradfahrern auf die Spur?
Den Anstoß für das Verfahren gaben Videos, welche die Beschuldigten selbst ins Internet gestellt haben sollen. Auf diesen Aufnahmen sollen die Fahrten über den Roten Berg dokumentiert sein, die nun Gegenstand der Ermittlungen sind.
Damit reiht sich der Fall in eine Entwicklung ein, die Behörden bundesweit beschäftigt. Aufnahmen von schnellen Fahrten, die in sozialen Netzwerken oder auf Videoplattformen geteilt werden, dienen den Ermittlern zunehmend als Ausgangspunkt für Verfahren. Was als Beleg für die eigene Fahrkunst gedacht ist, kann so zum entscheidenden Beweismittel gegen den Fahrer werden.
Welche Gegenstände haben die Ermittler sichergestellt?
Für die Durchsuchungen hatte die Staatsanwaltschaft zuvor richterliche Beschlüsse beantragt, die am Freitagmorgen, dem 29. Mai 2026, vollstreckt wurden. Sichergestellt wurden dabei digitale Speichermedien, die im weiteren Verlauf ausgewertet werden sollen, sowie die zur Tatzeit getragene Motorradkleidung.
Bei einem der Beschuldigten gingen die Maßnahmen weiter. Auf richterliche Anordnung beschlagnahmten die Ermittler bei ihm sowohl den Führerschein als auch das Motorrad, mit dem er die mutmaßlichen Taten begangen haben soll. Welche Erkenntnisse die Auswertung der Speichermedien bringt, ist bislang offen. Die einzelnen Tathandlungen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Warum steht der Rote Berg immer wieder im Fokus?
Der Rote Berg an der L485 zwischen Diekholzen und Sibbesse zählt zu den kurvenreichen Strecken im Landkreis Hildesheim und zieht bei gutem Wetter regelmäßig viele Motorradfahrer an. Die Lage sorgt seit Jahren für Spannungen zwischen Fahrern und Anwohnern, vor allem wegen des Lärms.
Die Polizeiinspektion Hildesheim führt an der Strecke seit langem Kontrollen durch und betreibt dafür eine spezialisierte Kontrollgruppe für Krafträder, die im Jahr 2010 eingerichtet wurde. Geprüft wird dabei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der technische Zustand der Maschinen, etwa unzulässige Veränderungen an der Auspuffanlage. Wird zum Beispiel der sogenannte DB-Eater, ein Einsatz im Schalldämpfer zur Lärmminderung, manipuliert oder entfernt, kann das Motorrad stillgelegt werden.
Wie geht es mit den Ermittlungen weiter?
Die Ermittlungen dauern an, ein Abschluss steht noch aus. Im Mittelpunkt steht nun die Auswertung der sichergestellten digitalen Speichermedien, von denen sich die Behörden weitere Erkenntnisse zu den einzelnen Fahrten versprechen.
Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt für die drei Männer die Unschuldsvermutung. Der Fall zeigt, wie konsequent Behörden inzwischen gegen mutmaßliche illegale Rennen auf beliebten Motorradstrecken vorgehen, und fügt sich in eine Reihe ähnlicher Verfahren rund um bekannte Hotspots in Deutschland ein.
Häufige Fragen
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Was ist am Roten Berg passiert?
Auf der Landesstraße 485 am Roten Berg zwischen Diekholzen und Sibbesse sollen drei Motorradfahrer im März 2026 mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein und andere gefährdet haben. Gegen sie läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotener Kraftfahrzeugrennen.
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Wie schnell sollen die Motorradfahrer am Roten Berg gefahren sein?
In einem Fall soll die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h um etwa 100 km/h überschritten worden sein. Das entspricht rechnerisch einem Tempo von rund 160 km/h.
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Warum ermittelt die Polizei gegen die drei Motorradfahrer?
Auslöser waren Videos der Fahrten, welche die Beschuldigten selbst im Internet veröffentlicht haben sollen. Auf dieser Grundlage leiteten Staatsanwaltschaft und Polizei das Verfahren ein.
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Was wurde bei den Durchsuchungen beschlagnahmt?
Die Ermittler stellten digitale Speichermedien und die zur Tatzeit getragene Motorradkleidung sicher. Bei einem Beschuldigten wurden zusätzlich der Führerschein und das Motorrad beschlagnahmt.









