- Versteigerung am 11. und 12. November 2026 in Mexiko-Stadt, Anmeldung bis 10. November
- Startpreise von 21.500 bis 2.547.200 Pesos (circa 1.030 bis 121.980 Euro / 1.150 bis 136.190 US-Dollar)
- Darunter zahlreiche Ducati Desmosedici GP, 500er-Zweitakter aus den 1980ern und eine Honda RC213V
Als die Bilder im Dezember 2025 um die Welt gingen, war von einem Schatz im Wert von circa 35,8 Millionen Euro (40 Millionen US-Dollar) die Rede: lange Reihen von Rennmaschinen in einer Lagerhalle, viele davon in den Farben des Ducati-Werksteams aus der MotoGP. Knapp ein Jahr später kommt die Motorradsammlung von Ryan Wedding unter den Hammer. Das mexikanische Institut zur Rückgabe von Gestohlenem an das Volk (Instituto para Devolver al Pueblo lo Robado, kurz INDEP) bietet die Motorräder zusammen mit Flugzeugen, Booten, Schmuck und gepanzerten Autos in einer großen Präsenzauktion an. Die Startpreise zeigen schon vorab, wie weit Schätzung und Markt auseinanderliegen.

Wann und wo wird die Ryan Wedding Motorradsammlung versteigert?
Die Auktion findet am Mittwoch, 11. November, und am Donnerstag, 12. November 2026, jeweils ab 9 Uhr im Veranstaltungssaal Ambrosía am Periférico Sur 3395 in Mexiko-Stadt statt. Wer mitbieten will, muss sich bis Dienstag, 10. November, anmelden und bis zum selben Tag eine Sicherheitsleistung zahlen.
Insgesamt umfasst die Versteigerung 620 Lose mit beweglichen Gütern. Die Motorräder sind nur ein Teil davon, aber der Teil, den die Behörde selbst in den Vordergrund stellt. Bedingungen, Ablauf und die komplette Losliste veröffentlicht das INDEP auf seinem Auktionsportal. Dort lässt sich jedes Motorrad über seine Losnummer finden, samt Startpreis. Damit alles korrekt abläuft, sind während der Auktion Vertreter der internen Kontrollstelle des Instituts, ein Notar und Mitglieder der Leitung anwesend.
Gelagert werden alle Motorräder an derselben Adresse im Stadtbezirk Azcapotzalco im Norden von Mexiko-Stadt. Es handelt sich um eines der Grundstücke, die im Dezember durchsucht wurden.
Rechtlich ist der Fall noch nicht ganz abgeschlossen. Die Motorräder befinden sich im mexikanischen Verfahren zur Vermögenseinziehung, der sogenannten extinción de dominio. Dabei zieht der Staat Güter ein, die aus Straftaten stammen sollen, auch ohne dass es dafür ein Strafurteil gegen den Besitzer braucht.
Welche Motorräder stecken in der Sammlung?
Die Sammlung besteht aus klassischen Motorrädern, Superbikes und echten Grand-Prix-Prototypen aus der Zeit von den 1960er-Jahren bis 2020. Vertreten sind vor allem Ducati, Honda, Kawasaki, MV Agusta, Suzuki und Yamaha.
Den größten Block bilden die Ducati Desmosedici GP. Das sind Werksmaschinen, die nur für die MotoGP gebaut wurden und nie in den freien Verkauf gingen. Im Katalog stehen Desmosedici aus vielen Generationen, darunter die GP7, die GP8, die GP11 und die GP18, einige davon sogar doppelt. Dazu kommt eine Honda RC213V von 2018, also ein moderner MotoGP-Prototyp der Japaner.
Aus der Zweitakt-Ära stammen mehrere Lose. Angeboten werden eine Honda NS500 von 1984, eine Honda NSR500 von 1987 und eine Suzuki RGB500 von 1981, alles Grand-Prix-Maschinen der alten 500er-Klasse. Ebenfalls dabei sind eine Honda RVF750R von 1984, eine MV Agusta von 1976 und ein Elf-Prototyp von 1987, der im Katalog unter Ducati und Honda geführt wird. Diese Maschine fällt durch ihre ungewöhnliche Vorderradführung und die Einarmschwinge auf, bei der das Rad nur von einer Seite gehalten wird. Eine Ducati 996 Superbike von 2001 verbindet der Katalog mit dem Jahr, in dem Troy Bayliss auf Ducati Superbike-Weltmeister wurde.
Welche Fahrer werden mit den Motorrädern in Verbindung gebracht?
Nach der Beschlagnahme wurden mehrere Maschinen anhand der FBI-Fotos Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso, Loris Capirossi und Andrea Iannone zugeordnet. Hinzu kommen eine Moto2-Maschine aus der frühen Karriere von Marc Márquez und eine 125er mit der Startnummer von Rossi. Das INDEP selbst bestätigt die Renngeschichte der einzelnen Motorräder allerdings nicht. Ob eine Desmosedici wirklich unter einem bestimmten Fahrer Rennen gefahren ist, steht also nicht offiziell fest.
Zweifel gibt es schon länger. Der frühere Grand-Prix-Fahrer Taylor Mackenzie hat zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die Lackierung der 125er von der Farbe abweicht, die Rossis echte Rennmaschinen hatten. Auf dem Sammlermarkt sind Nachbauten und aus Originalteilen neu aufgebaute Motorräder keine Seltenheit.
61 oder 62 Motorräder?
Die mexikanischen Behörden sprechen seit der Beschlagnahme von 62 Motorrädern. In der Liste, die das INDEP zur Auktion veröffentlicht hat, stehen aber nur 61 Losnummern. Eine Erklärung für die Differenz liefert die Behörde nicht.

Was kosten die Motorräder zum Start der Auktion?
Die Startpreise der Motorräder liegen zwischen 21.500 und 2.547.200 Pesos, umgerechnet circa 1.030 bis 121.980 Euro (1.150 bis 136.190 US-Dollar). Das niedrigste Gebot gilt nicht für eine Rennmaschine, sondern für eine KTM 390 Duke.
Am oberen Ende stehen die Ducati Desmosedici GP. Für sie verlangt das INDEP zwischen 2.071.700 und 2.547.200 Pesos, also circa 99.210 bis 121.980 Euro (110.760 bis 136.190 US-Dollar). Den höchsten Startpreis der gesamten Motorradliste hat eine Desmosedici GP7.
Der Startpreis ist dabei nur das Mindestgebot. Ziel der mexikanischen Regierung sollen Einnahmen von mindestens circa 2,7 Millionen Euro (3 Millionen US-Dollar) sein.
Ist die Sammlung wirklich 40 Millionen Dollar wert?
Die bisherigen Auktionspreise für vergleichbare Rennmaschinen sprechen klar dagegen. Bei einer Schätzung von circa 35,8 Millionen Euro (40 Millionen US-Dollar) müsste jedes der 62 Motorräder im Schnitt rund 577.700 Euro (645.000 US-Dollar) wert sein. Das liegt weit über dem, was solche Maschinen bei öffentlichen Auktionen bisher erzielt haben.
Das US-Fachmagazin Roadracing World hat die Schätzung schon im Januar mit echten Verkaufspreisen verglichen. Eine Desmosedici GP11, die Rossi 2011 in Le Mans auf Rang drei gefahren hat, brachte demnach 2012 bei einer Auktion umgerechnet circa 279.900 Euro zum heutigen Kurs (312.500 US-Dollar). Das teuerste jemals öffentlich versteigerte Motorrad erzielte circa 1,18 Millionen Euro zum heutigen Kurs (1,32 Millionen US-Dollar). Selbst eine Sammlung mit vielen echten Werksmaschinen kommt mit solchen Preisen nicht annähernd auf 40 Millionen.
Hinzu kommt ein technischer Punkt. Wenn Hersteller ausgemusterte MotoGP-Motorräder verkaufen, bauen sie oft das Steuergerät aus. Eine Werksmaschine, die komplett fahrbereit mit Originalelektronik angeboten wird, ist deshalb die Ausnahme.
Die Startpreise des INDEP liegen deshalb deutlich näher an den bisher bekannten Auktionsergebnissen als die Schätzung aus dem Dezember. Das Mindestziel von 3 Millionen US-Dollar entspricht weniger als einem Zehntel der genannten 40 Millionen.

Wie kamen die Motorräder in staatliche Hand?
Die Motorräder wurden am 24. Dezember 2025 bei vier Durchsuchungen in Mexiko-Stadt und im angrenzenden Bundesstaat México sichergestellt. Beteiligt waren mehrere mexikanische Sicherheitsbehörden, die mit dem FBI, der kanadischen Bundespolizei RCMP und dem Los Angeles Police Department zusammenarbeiteten.
Neben den Motorrädern fanden die Ermittler zwei Luxusautos, Kunstwerke, zwei olympische Medaillen, Munition und Drogen. Das FBI veröffentlichte wenige Tage später Fotos der Halle und ordnete die Sammlung Ryan Wedding zu, der damals noch auf der Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen stand.
Was ist aus Ryan Wedding geworden?
Ryan Wedding wurde in der Nacht zum 23. Januar 2026 in Mexiko-Stadt festgenommen und in die USA geflogen. Am 26. Januar erklärte er sich vor einem Bundesgericht in Santa Ana in Kalifornien für nicht schuldig. Der Prozess soll am 26. Oktober 2027 beginnen.
Wie es zu der Festnahme kam, wird unterschiedlich dargestellt. Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch sprach davon, dass sich Wedding in der US-Botschaft gestellt habe. Das FBI stellte die Festnahme als Ergebnis einer gemeinsamen Aktion mit mehreren Ländern dar. Weddings Anwalt bestreitet die Version, er habe sich freiwillig gestellt. Für Hinweise auf den 44-jährigen Kanadier hatten die USA zuvor eine Belohnung von bis zu circa 13,4 Millionen Euro (15 Millionen US-Dollar) ausgesetzt.
Die US-Justiz wirft Wedding vor, ein Netzwerk geleitet zu haben, das Kokain aus Kolumbien über Mexiko und Südkalifornien nach Kanada gebracht haben soll. Dabei soll er unter dem Schutz des Sinaloa-Kartells gearbeitet haben. Angeklagt ist er außerdem wegen mehrerer Morde, darunter die Tötung eines Zeugen der US-Justiz in Kolumbien. Bewiesen ist davon bisher nichts, für Wedding gilt die Unschuldsvermutung. Bei Olympia trat er nur in einem einzigen Wettbewerb an: 2002 in Salt Lake City startete er für Kanada im Parallel-Riesenslalom.
Häufige Fragen
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Wann wird die Ryan Wedding Motorradsammlung versteigert?
Die Versteigerung findet am 11. und 12. November 2026 ab 9 Uhr in Mexiko-Stadt statt. Veranstalter ist die mexikanische Behörde INDEP. Anmeldung und Sicherheitsleistung sind bis zum 10. November fällig.
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Wie viel kostet ein Motorrad aus der Sammlung mindestens?
Das günstigste Startgebot liegt bei 21.500 Pesos, circa 1.030 Euro (1.150 US-Dollar). Es gilt für eine KTM 390 Duke. Für die Ducati Desmosedici GP beginnen die Gebote bei circa 99.210 Euro (110.760 US-Dollar).
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Welche MotoGP-Motorräder werden angeboten?
Angeboten werden mehrere Ducati Desmosedici GP verschiedener Generationen, darunter die GP7, die GP8, die GP11 und die GP18, sowie eine Honda RC213V von 2018. Einige Maschinen werden Fahrern wie Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso zugeordnet. Das INDEP bestätigt die Renngeschichte der einzelnen Motorräder aber nicht.
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Ist die Sammlung 40 Millionen US-Dollar wert?
Bisherige Auktionspreise sprechen dagegen. Jedes Motorrad müsste dafür im Schnitt circa 577.700 Euro (645.000 US-Dollar) bringen, während bekannte MotoGP-Ducatis bei Auktionen bisher zum heutigen Kurs circa 259.700 bis 286.600 Euro (290.000 bis 320.000 US-Dollar) erzielt haben. Mexiko selbst soll mit Einnahmen von mindestens circa 2,7 Millionen Euro (3 Millionen US-Dollar) rechnen.












