- 997-cm³-V4 mit über 210 PS (rund 154 kW) und 15.000/min
- Rund 180 kg (circa 397 lbs) trocken, aktive Winglets links und rechts unabhängig gesteuert
- Zusätzlich gibt es die V4SR-RR Carbon Black für die Rennstrecke
Drei Messen, drei Schritte: 2024 stand in Mailand nur der nackte V4-Motor unter dem Namen „V.04“ neben einer Designstudie namens Master of Speed. Ein Jahr später folgte der fahrbereite Prototyp V4 SR-RR. Jetzt hat CFMoto auf der EICMA 2026 das fertige Motorrad gezeigt, das künftig V4SR-RR heißt. Damit steigt der chinesische Hersteller, der bisher vor allem mit Mittelklasse-Sportlern wie der 450SR und der 675SR bekannt war, in die Klasse der 1000er-Superbikes ein. Die V4SR-RR ist zugleich das neue Flaggschiff der Marke und gehört zu den wichtigsten Neuheiten der Mailänder Messe für die Saison 2027.

Welche Leistung hat die CFMoto V4SR-RR?
Die CFMoto V4SR-RR leistet laut Hersteller mehr als 210 PS (rund 154 kW) aus 997 cm³ Hubraum. Der Motor dreht bis 15.000/min und damit 500 Umdrehungen höher als beim Prototyp aus dem Vorjahr.
CFMoto hat den 90-Grad-V4 komplett selbst entwickelt und kauft ihn nicht zu. Eine Besonderheit ist die gegenläufig drehende Kurbelwelle. Sie dreht entgegen der Laufrichtung der Räder und schwächt so den Kreiseleffekt ab, der ein Motorrad in Schräglage aufrecht halten will. Das soll das Einlenken erleichtern und die Neigung zum Wheelie verringern. Diese Lösung stammt aus der MotoGP und findet sich auch bei der Ducati Panigale V4.
Die Pleuel bestehen aus Titan und kommen vom österreichischen Spezialisten Pankl. Aus Patentschriften ist außerdem bekannt, dass CFMoto mit einer variablen Ansauglänge und Schlepphebeln arbeitet. Schlepphebel sitzen zwischen Nockenwelle und Ventil und verringern die Seitenkräfte am Ventilschaft. Der Motor ist tragendes Teil des Rahmens. Ein kurzer Frontrahmen ist direkt an die Zylinderköpfe geschraubt.
Wie schwer ist die CFMoto V4SR-RR?
CFMoto gibt für die V4SR-RR ein Trockengewicht von rund 180 kg (circa 397 lbs) an, also ohne Kraftstoff. Ein fahrfertiges Gewicht hat der Hersteller noch nicht genannt.
Zum Vergleich: Die Ducati Panigale V4 S für 2027 kommt mit ihrem 1.103 cm³ großen V4 auf 218 PS bei 13.500/min. Ducati nennt 187 kg, misst aber ohne Kraftstoff und mit allen übrigen Flüssigkeiten. Direkt vergleichen lassen sich die beiden Gewichtsangaben deshalb nicht. Klar ist aber, dass die CFMoto trotz rund 106 cm³ weniger Hubraum leistungsmäßig nah an der Italienerin liegt.

Wie funktionieren die aktiven Winglets der V4SR-RR?
Die Flügel an der Verkleidung der V4SR-RR sind beweglich und werden links und rechts unabhängig voneinander verstellt. Jedes Winglet hat dafür einen eigenen Stellmotor.
Laut CFMoto erzeugt das System kurz vor dem Bremsen aus 160 km/h am Vorderrad 20 Prozent mehr Abtrieb als feste Winglets. Abtrieb ist die Kraft, die das Motorrad auf die Straße drückt. Bei hohem Tempo können beide Flügel außerdem unterschiedliche Winkel einnehmen. Diese asymmetrische Stellung soll bei schnellen Richtungswechseln helfen.
Patentschriften zeigen, wie das in der Praxis aussehen könnte: Beim Beschleunigen liegen die Flügel fast flach, bei hohem Tempo stellen sie sich für mehr Stabilität auf 10 bis 20 Grad an, und beim harten Bremsen klappen sie auf 45 bis 90 Grad hoch. Abgestimmt wurde die Aerodynamik unter anderem im Windkanal von Pininfarina in Italien. CFMoto spricht von der ersten Serienanwendung dieser Art. Wie gut das System im Alltag und auf der Rennstrecke arbeitet, muss sich allerdings erst zeigen.
Fahrwerk, Bremsen und Komponenten der CFMoto V4SR-RR
Bei den Zulieferern setzt CFMoto auf bekannte Namen aus dem Rennsport. Federelemente liefert Öhlins, gebremst wird mit Bremssätteln vom Typ Brembo Hypure Sport. Die Abgase führt eine komplette Titananlage von Akrapovič ab, und ab Werk sind Pirelli Diablo Supercorsa SP V4 aufgezogen.
Die Fahrwerksgeometrie lässt sich vollständig einstellen und damit an die jeweilige Strecke anpassen. Genaue Einstellbereiche hat CFMoto bisher nicht genannt. An der Abstimmung waren Fahrer aus dem eigenen Rennteam beteiligt: Máximo Quiles und David Alonso, die mit Aspar in den kleineren Grand-Prix-Klassen auf CFMoto starten, haben das Superbike getestet. Alonso drehte bereits mit einem Entwicklungsmotorrad in China seine Runden.

Was ist die CFMoto V4SR-RR Carbon Black?
Die V4SR-RR Carbon Black ist eine noch stärker auf die Rennstrecke ausgerichtete Ausführung derselben Plattform. Sie hat mehr Teile aus Kohlefaser, eine komplett schwarze Optik und eigene Aerodynamik-Elemente an der Verkleidung.
CFMoto hat sie in Mailand als letztes Modell enthüllt. Dazu kommen ausgewählte Performance-Teile und Zubehör, die der Hersteller noch nicht im Detail aufgelistet hat. Die Carbon Black soll vor allem zeigen, wie weit sich die Basis technisch ausbauen und individualisieren lässt.
Rekordfahrt mit 316 km/h als Vorgeschichte
Schon vor der Messe hatte die V4SR-RR für Schlagzeilen gesorgt. Am 15. Juni 2026 erreichte ein Vorserien-Prototyp auf dem CCCC-Testgelände in Shangrao 315,82 km/h. Die Fahrt fand im Rahmen der China Motorcycle Topspeed Record Challenge statt, wurde vor Ort notariell beglaubigt und gilt als Geschwindigkeitsrekord für ein in China gebautes Motorrad mit Verbrennungsmotor.
Seitdem war das Superbike als Prototyp auf Rennstrecken, Messen und bei Händlern unterwegs. Mit der Serienversion ist dieser Status nun vorbei.

Wann kommt die CFMoto V4SR-RR auf den Markt und was kostet sie?
Einen Preis und einen Verkaufsstart hat CFMoto für die V4SR-RR noch nicht genannt. Auch Spezifikationen und Ausstattung stehen laut Hersteller unter Vorbehalt der endgültigen Bestätigung.
Bisher galt ein Marktstart im Jahr 2027 als wahrscheinlich, schon wegen des bisherigen Zeitplans von Motor, Prototyp und Serienversion. Das Schweizer Fachmagazin moto.ch berichtet dagegen unter Berufung auf eine verlässliche Quelle, dass die V4SR-RR wohl erst ab Frühjahr 2028 zu haben sein wird. Die Carbon Black soll demnach erst nach dem Basismodell in Produktion gehen. Offiziell bestätigt hat CFMoto beides nicht.
Spannend wird damit vor allem der Preis. Mit Öhlins, Brembo Hypure, Titanpleueln und Akrapovič ist die V4SR-RR erkennbar nicht als günstige Alternative ausgelegt. Wie weit CFMoto unter den europäischen V4-Superbikes bleibt, dürfte darüber entscheiden, wie stark das Motorrad den etablierten Herstellern Konkurrenz macht.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die CFMoto V4SR-RR?
Die CFMoto V4SR-RR leistet laut Hersteller mehr als 210 PS (rund 154 kW). Der 997 cm³ große V4 dreht bis 15.000/min.
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Wie schwer ist die CFMoto V4SR-RR?
CFMoto nennt ein Trockengewicht von rund 180 kg (circa 397 lbs). Eine Angabe zum fahrfertigen Gewicht gibt es noch nicht.
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Was kostet die CFMoto V4SR-RR?
Einen Preis hat CFMoto noch nicht veröffentlicht. Das gilt sowohl für die Basisversion als auch für die V4SR-RR Carbon Black.
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Wann kommt die CFMoto V4SR-RR?
Ein offizieller Verkaufsstart steht noch nicht fest. Erwartet wurde bisher 2027, nach einem Bericht von moto.ch könnte es aber Frühjahr 2028 werden.
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Was bringen die aktiven Winglets?
Die beweglichen Flügel sollen laut CFMoto kurz vor dem Bremsen aus 160 km/h 20 Prozent mehr Abtrieb am Vorderrad erzeugen als feste Winglets. Bei hohem Tempo können sie zudem unterschiedlich angestellt werden, um Richtungswechsel zu unterstützen.
➜ Alle technischen Daten zum Modell findest du in unserer Motorrad-Datenbank: CFMoto V4SR-RR 2027.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2027: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.
➜ Mehr zum Thema auch in unserem Überblick: EICMA 2026: Alle Neuheiten und Premieren aus Mailand im Überblick.












