- 11,68 Sekunden Vorsprung auf Jamie Coward nach vier Runden über 242,88 Kilometer
- Schnellste Rennrunde von Dunlop in Runde zwei: 128,596 mph (206,96 km/h)
- Nur 19 von 44 gestarteten Fahrern sahen die Zielflagge
Die Senior Classic TT 2026 bildete den Abschluss des Rennprogramms auf dem Snaefell Mountain Course. Startberechtigt waren die schnellsten Fahrer aus den Qualifyings der Formula-One-, Lightweight- und Junior-600-Klasse, gefahren wurde über vier Runden mit einem Boxenstopp. Michael Dunlop ging auf der Suzuki GSX-R750 SRAD von Team Classic Suzuki an den Start, also auf derselben Maschine, mit der er zwei Tage zuvor das Formula-One-Rennen gewonnen hatte. Der Ulster-Road-Racing-Veteran Phillip McCallen gab das Feld frei.

Wie verlief die Senior Classic TT 2026?
Dunlop übernahm nach der ersten Runde die Führung und baute seinen Vorsprung anschließend kontinuierlich aus. Am Ende lagen 11,68 Sekunden zwischen ihm und Jamie Coward.
Der Beginn war allerdings offen. Jamie Coward auf der Kawasaki ZXR750 von Greenall Racing lag bei Glen Helen 0,2 Sekunden vorn, an der Ballaugh Bridge waren es vier Zehntel. Nathan Harrison folgte auf Rang drei, 2,468 Sekunden zurück. Am Ramsey Hairpin drehte sich das Bild: Dunlop hatte Coward überholt und lag eine halbe Sekunde vorn.
Nach der ersten Runde stand es 1,867 Sekunden für Dunlop, der aus dem Stand 127,070 mph (204,50 km/h) fuhr. Coward kam auf 126,849 mph (204,14 km/h), Harrison auf 126,096 mph (202,93 km/h). In der zweiten Runde legte Dunlop die schnellste Rennrunde nach: 128,596 mph, umgerechnet 206,96 km/h. Vor dem Boxenstopp betrug sein Vorsprung 7,037 Sekunden.
Coward holte an der Box ein paar Sekunden zurück, doch bei Glen Helen in der dritten Runde lagen wieder knapp sieben Sekunden zwischen beiden. Dunlops dritte Runde inklusive Boxenstopp wurde mit 121,127 mph (194,95 km/h) gewertet, der Vorsprung wuchs auf 11,230 Sekunden. In der Schlussrunde verwaltete Dunlop den Abstand und kam mit einer letzten Runde von 128,031 mph (206,05 km/h) ins Ziel.
Warum musste Dunlops Suzuki vor dem Rennen zerlegt werden?
Nach Dunlops Rekordsieg im Formula-One-Rennen am Sonntag wurde gegen seine Maschine Protest eingelegt. Das Team musste daraufhin den Motor auseinanderbauen und ihn wegen der eng getakteten Renntage in kurzer Zeit wieder zusammensetzen.
Ein Protest ist im Motorsport ein formaler Einspruch gegen die Regelkonformität eines Fahrzeugs. Wird er zugelassen, prüfen die Technischen Kommissare das betroffene Motorrad, häufig durch Zerlegen des Motors. Dunlop schilderte die Folgen nach dem Rennen so: „We were protested the other day so they made us strip the engine, then obviously with the races being so close together we just had to scramble together again and we’ve obviously had a wee leak somewhere.“ Übersetzt: „Wir wurden neulich protestiert, also mussten wir den Motor zerlegen, und weil die Rennen so dicht aufeinander folgen, mussten wir alles hastig wieder zusammenbauen, und offenbar haben wir jetzt irgendwo ein kleines Leck.“
Dieses Leck begleitete ihn durch das gesamte Rennen. „I was nervous for a lap or two there, we’ve got a bit of a leak“, sagte er, auf Deutsch: „Ich war ein, zwei Runden lang nervös, wir haben ein kleines Leck.“ Er ergänzte: „We spent the race slipping off the pegs, but apart from that it’s not anybody’s fault apart from the protest, we had to strip the motor.“ Übersetzt: „Wir sind das ganze Rennen über von den Rasten gerutscht, aber davon abgesehen ist niemand schuld außer dem Protest, wir mussten den Motor zerlegen.“
Die Rennleitung meldete für den gesamten Mountain Course perfekte Bedingungen. Dunlop selbst beschrieb die Lage differenzierter und sprach von etwas Wind sowie von einem Hinterrad, das immer wieder durchdrehte. Sobald er seine Verfolger im Blick hatte, habe er das Tempo nicht weiter erhöht und die Maschine ins Ziel gebracht.

Wer stand neben Dunlop auf dem Podium?
Jamie Coward wurde Zweiter, Nathan Harrison Dritter. Beide fahren für Greenall Racing, das damit zwei Podestplätze in einem Rennen holte.
Coward wiederholte damit sein Ergebnis aus dem Formula-One-Rennen vom Sonntag. Seine schnellste Runde lag bei 127,976 mph (205,94 km/h) und damit ebenfalls sehr dicht an Dunlops Marke. Harrison kam mit 126,765 mph (204,01 km/h) ins Ziel, 33,956 Sekunden hinter seinem Teamkollegen. Shaun Anderson auf der Suzuki GSX-R750 von Stanford Racing by ARD wurde Vierter, weitere 39,559 Sekunden zurück.
Spannender war der Kampf um Platz fünf. Die Mistral-Racing-Teamkollegen Joe Yeardsley und Michael Sweeney lieferten sich über die gesamte Distanz ein Duell, das erst im Ziel entschieden war. Yeardsley setzte sich mit 3,5 Sekunden Vorsprung durch. Dahinter folgten Paul Williams, Joey Thompson, Ryan Whitehall und Kevin Keyes.
Wie viele Fahrer kamen ins Ziel?
Von 44 gestarteten Fahrern beendeten nur 19 die vier Runden. Die Ausfallquote lag damit bei über 50 Prozent.
Schon in der ersten Runde traf es prominente Namen. Rob Hodson stellte die Ducati 916 von CK Racing an der Quarter Bridge ab. Mike Browne, im Formula-One-Rennen noch Dritter und schnellster Qualifikant der Woche, blieb mit der Kawasaki des Teams Electric Van Company in Crosby stehen. Dominic Herbertson erreichte mit der Kawasaki von TAS und Adam Hewitt Racing Orrisdale nicht.
Julian Trummer, der lange in den Top Ten unterwegs war, gab an der Box auf. Dort endete auch das Rennen von Peter Hickman, der die Norton des Teams Wiz Racing abstellte. Conor Cummins verlor nach seinem Boxenstopp viel Zeit, weil die Maschine nicht wieder ansprang. Er fiel aus den Top Ten heraus und arbeitete sich bis zum Ziel auf Platz elf vor. Barry Furber schied nach einer starken Fahrt in der dritten Runde aus.

Was bedeutet der Sieg für Dunlops Bilanz auf dem Mountain Course?
Der Erfolg war Dunlops 48. Sieg auf dem Mountain Course und sein sechster in diesem Jahr. Insgesamt stehen für ihn 67 Podestplätze auf dem 60,72 Kilometer langen Straßenkurs zu Buche.
In der Saison 2026 hatte Dunlop bereits bei der Isle of Man TT im Juni drei Rennen gewonnen. Bei der Classic TT kamen nun drei weitere Siege dazu: das Formula-One-Rennen und das Lightweight-Rennen am Sonntag sowie die Senior Classic TT am Dienstag. Im Lightweight-Rennen saß er auf einer Honda RS250 von Milenco by Padgett’s und fuhr eine schnellste Runde von 119,081 mph (191,63 km/h). Im Formula-One-Rennen stellte er mit 129,078 mph (207,73 km/h) einen neuen Klassenrundenrekord auf und löste damit die neun Jahre alte Bestmarke von Bruce Anstey aus dem Jahr 2017 ab, die bei 127,496 mph (205,18 km/h) lag.
Nach dem Rennen bedankte sich Dunlop bei seinem Team und bei Teameigner Steve Wheatman: „Thanks to the boys, the bike’s been mint all week, so it’s nice to come back here and win more races.“ Auf Deutsch: „Danke an die Jungs, das Motorrad war die ganze Woche über top, und es ist schön, hierher zurückzukommen und weitere Rennen zu gewinnen.“
Wie geht es bei der Classic TT 2026 weiter?
Mit der Zielflagge der Senior Classic TT ist das Rennprogramm der Classic TT 2026 abgeschlossen. Auf dem Mountain Course standen am Nachmittag noch drei Paraden auf dem Plan.
Geplant waren die Back to 1996 Rewind Parade, die Classic Sidecar Parade und die John McGuinness MBE 30 Years Parade. Letztere würdigt drei Jahrzehnte, seit McGuinness sein Debüt auf dem Mountain Course gab. McGuinness hatte am Montag selbst noch das Historic-Senior-Rennen gewonnen und damit einen der emotionaleren Momente dieser Veranstaltung geliefert.

Häufige Fragen
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Wer hat die Senior Classic TT 2026 gewonnen?
Michael Dunlop gewann die Senior Classic TT 2026 auf der Suzuki GSX-R750 SRAD von Team Classic Suzuki. Sein Vorsprung auf Jamie Coward betrug nach vier Runden 11,68 Sekunden. Nathan Harrison komplettierte das Podium.
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Wie schnell war Michael Dunlops schnellste Runde im Rennen?
Dunlops schnellste Rennrunde lag bei 128,596 mph, umgerechnet 206,96 km/h, gefahren in der zweiten Runde. Sein Klassenrekord von 129,078 mph (207,73 km/h) stammt dagegen aus dem Formula-One-Rennen vom Sonntag.
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Warum wurde Michael Dunlops Motor zerlegt?
Nach seinem Sieg im Formula-One-Rennen wurde gegen seine Maschine Protest eingelegt, woraufhin das Team den Motor auseinanderbauen musste. Wegen der dicht aufeinanderfolgenden Renntage blieb wenig Zeit für den Zusammenbau. Dunlop führte darauf ein kleines Leck zurück, das ihn im Finale begleitete.
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Wie viele Siege hat Michael Dunlop auf dem Mountain Course?
Nach dem Erfolg bei der Senior Classic TT stehen für Dunlop 48 Siege auf dem Snaefell Mountain Course zu Buche. Dazu kommen 67 Podestplätze. Allein 2026 gewann er sechs Rennen auf dem Kurs.












