- Dean Harrison fährt die schnellste Superbike-Runde des Abends mit rund 133 mph
- Michael Dunlop beendet die Session vorzeitig nach Problemen an Honda-Superbike und BMW-Superstock
- Josh Brookes setzt mit 131,9 mph die Bestzeit in der Superstock-Klasse
Am Mittwochabend rollten die Superbike- und Superstock-Piloten bei perfekten Bedingungen zum dritten Qualifying der Isle of Man TT 2026 an den Start. Die Sonne schien, die Temperaturen waren hoch, und die Voraussetzungen hätten für schnelle Rundenzeiten kaum besser sein können. Was folgte, war eine Session voller Gegensätze: Während Dean Harrison seine Ausnahmestellung im Feld untermauerte, erlebte Michael Dunlop einen Abend zum Vergessen. Dazu kamen ein Motorschaden, ein Ausflug in die Hecke und ein Zwischenfall, der einen Fahrer per Hubschrauber ins Krankenhaus brachte.

Wie schnell war Dean Harrison im dritten Qualifying?
Dean Harrison bestätigte am Mittwochabend einmal mehr seine Favoritenrolle bei der TT 2026. Der Honda-Racing-UK-Pilot fuhr auf der Superbike die schnellste Runde der Session mit einer Geschwindigkeit im Bereich von 133 mph und setzte sich damit klar an die Spitze der Klasse. Schon in der Nachmittags-Session hatte Harrison mit seinem Superstock-Bike Maßstäbe gesetzt, als er mit 133,867 mph als einziger Fahrer die 17-Minuten-Marke unterbot.
Was Harrison besonders auszeichnet: Er wirkt nicht, als würde er am Limit fahren. Im kurzen Interview vor der Session gab er sich wortkarg und fokussiert. Sein Ziel waren lediglich ein paar Anpassungen an der Superbike, um das Handling zu verbessern. Der Blick ist bereits fest auf den Freitag gerichtet, wenn die Rennen beginnen. Die Kommentatoren waren sich einig, dass Harrison noch Reserven hat und im Rennen weitere Steigerungen möglich sein dürften.
Hinter den Kulissen spielt sein Sohn Ewan eine wichtige Rolle. Der selbsternannte Statistik-Enthusiast analysiert die Sektorzeiten seines Vaters und gibt ihm nach jeder Runde eine Einschätzung. Je nach Bedarf liefert er einen Motivationsschub oder eine nüchterne Einordnung der Daten. In dieser Woche schaute Ewan die Session erstmals von einer Stelle direkt an der Strecke statt vom Grandstand aus und zeigte sich beeindruckt von der Geschwindigkeit und Präzision der Piloten aus nächster Nähe.
Michael Dunlop: Was lief schief an beiden Maschinen?
Michael Dunlop erlebte den schwierigsten Abend seiner bisherigen TT-Woche. Zunächst ging er auf seiner Hawk-Racing-Honda-Superbike auf die Strecke, kehrte jedoch bereits nach kurzer Distanz in die Boxengasse zurück. Laut Beobachtungen aus dem Fahrerlager war Dunlop sichtlich unzufrieden mit dem Verhalten der Maschine. Eine sofortige Reparatur oder Anpassung schien in der verbleibenden Sessionszeit nicht machbar, sodass die Superbike abgestellt wurde.
Anschließend wechselte Dunlop auf seine BMW-Superstock, um zumindest auf diesem Bike Rundenzeit zu sammeln. Doch auch hier trat ein Problem auf, das ihn zur vorzeitigen Rückkehr zwang. Beide Maschinen standen am Ende der Session ungenutzt im Fahrerlager. Was genau die technischen Ursachen waren, blieb zunächst unklar. Aus dem Dunlop-Lager drangen wie gewohnt wenig Informationen nach außen.
Für Dunlop bedeutet das zusätzlichen Druck. Am Donnerstag steht ein Ruhetag an, an dem die Teams zwar arbeiten können, aber keine Streckenzeit zur Verfügung steht. Die letzte Qualifying-Möglichkeit vor den Rennen am Freitag fällt damit umso wichtiger aus. In der Gesamtwertung des Superbike-Qualifyings lag Dunlop nach der Nachmittags-Session auf dem dritten Platz hinter Peter Hickman und John McGuinness, mit einer Bestzeit von 130,233 mph.

Wer hat in der Superstock-Klasse überzeugt?
Josh Brookes setzte in der Superstock-Klasse die Bestzeit des Abends. Der DAO-Racing-Pilot fuhr eine Runde mit 131,9 mph und verbesserte sich damit deutlich gegenüber seinen bisherigen Sessions. Brookes wirkte nach der Runde trotzdem nicht restlos zufrieden, was weniger an der Geschwindigkeit als am Gefühl auf dem Bike gelegen haben soll. Gemeinsam mit seinem Crew Chief diskutierte er unmittelbar nach der Rückkehr mögliche Änderungen, bevor er direkt auf die Superbike wechselte, um auch dort noch Rundenzeit mitzunehmen.
John McGuinness lieferte einmal mehr den Beweis, dass Erfahrung auf dem Mountain Course durch nichts zu ersetzen ist. Der Honda-Racing-UK-Pilot fuhr Runden im 130-mph-Bereich und gab sich dabei betont gelassen. Sein Plan für den Abend: zwei saubere Runden auf der Superstock, dann Feierabend. Für den Ruhetag am Donnerstag hatte er bereits ein Programm, das vor allem aus Entspannung und einem Eis bestehen sollte. McGuinness sieht sich nach eigener Aussage im Kampf um das Podium, auch wenn ein paar Fahrer aktuell außer Reichweite seien. Für ihn war es die erste Superstock-Session der Woche, nachdem er zuvor bei BSB-Tests in Spanien unterwegs gewesen war.
Nathan Harrison zeigte sich ebenfalls in guter Form und fuhr Runden im 130-mph-Bereich auf der Superstock. Peter Hickman, der in der Nachmittags-Session die schnellste Superbike-Runde gedreht hatte, wechselte nach seinem Superbike-Einsatz ebenfalls auf die Superstock und sammelte weitere Daten.
Welche Zwischenfälle gab es in der Abend-Session?
Die Session war nicht frei von Zwischenfällen. Jamie Coward konnte gar nicht erst antreten. Der Motor seiner Superstock-Honda war bereits vor der Session ausgefallen. Sein Team arbeitet an einem Ersatzmotor, wobei als Honda-Pilot die Chancen auf Ersatzteile im Fahrerlager gut stehen dürften.
Brian McCormack sorgte für einen der kurioseren Momente des Abends. Der Ire hatte Probleme mit der Launch Control seiner Maschine, die bereits in der Startaufstellung für Aufsehen sorgten. Während seiner Runde verpasste er anschließend in einer Passage die ideale Linie, geriet zu weit an den Streckenrand und kollidierte mit einer Hecke. Der Aufprall traf Helm und Schulter, blieb aber ohne ernsthafte Folgen. McCormack konnte die Fahrt fortsetzen.
Ernster war der Zwischenfall von Mikey Evans. Der Pilot kam bei Greeba Castle von der Strecke ab und wurde vorsorglich per Hubschrauber ins Noble’s Hospital geflogen. Nähere Informationen zu seinem Zustand lagen zunächst nicht vor.
Barry Furber kämpfte derweil mit Setup-Problemen an seiner Superbike. Die vor der Session vorgenommenen Änderungen verschlechterten das Fahrverhalten spürbar. Das Bike fühle sich instabil an, als ob Vorder- und Hinterrad nicht in einer Linie laufen würden, so Furber. Er brach die Superbike-Session ab, um sich auf seine anderen Maschinen zu konzentrieren. Auch Conor Cummins schien auf seiner Bathams-Racing-BMW nicht voll zu pushen und blieb unter seinen Möglichkeiten.

Wie sieht die Gesamtlage vor dem Renntag aus?
Nach drei Qualifying-Sessions kristallisiert sich das Kräfteverhältnis bei der TT 2026 zunehmend heraus. Dean Harrison ist der Mann, den es in beiden großen Klassen zu schlagen gilt. Seine Geschwindigkeit auf Superbike und Superstock ist in dieser Woche unerreicht, und er wirkt dabei auffallend kontrolliert.
Hinter Harrison formiert sich eine starke Verfolgergruppe. Peter Hickman und Josh Brookes haben sich als ernsthafte Konkurrenten etabliert. John McGuinness zeigt, dass mit ihm auf dem Podium zu rechnen ist. Michael Dunlop hat zweifellos die Fähigkeit und die Erfahrung, um am Renntag ganz vorne mitzufahren, muss aber zunächst die technischen Probleme in den Griff bekommen.
Am Donnerstag steht ein Ruhetag auf dem Programm, bevor am Freitag die Rennen beginnen. Für einige Teams wird dieser Tag entscheidend, um letzte Setup-Anpassungen vorzunehmen und mechanische Probleme zu lösen. Die Qualifying-Woche der TT 2026 hat bereits gezeigt, dass die Leistungsdichte im Feld hoch ist und am Mountain Course wie immer die Zuverlässigkeit über Sieg und Niederlage mitentscheidet.

Häufige Fragen
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Wer war der schnellste Fahrer beim TT 2026 Qualifying am Mittwochabend?
Dean Harrison war der schnellste Fahrer in der Superbike-Klasse beim dritten Qualifying der Isle of Man TT 2026 mit einer Runde im 133-mph-Bereich. In der Superstock-Klasse setzte Josh Brookes mit 131,9 mph die Bestzeit. Harrison führt zudem die Gesamtwertung der Woche mit seiner Superstock-Bestzeit von 133,867 mph aus der Nachmittags-Session an.
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Welche Probleme hatte Michael Dunlop beim TT 2026 Qualifying?
Michael Dunlop stellte beim dritten Qualifying am Mittwochabend sowohl seine Honda-Superbike als auch seine BMW-Superstock vorzeitig ab. An beiden Maschinen traten Probleme auf, die eine Fortsetzung der Session unmöglich machten. Die genauen technischen Ursachen wurden nicht öffentlich kommuniziert.
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Wann finden die Rennen der Isle of Man TT 2026 statt?
Nach dem Ruhetag am Donnerstag beginnen die Rennen der Isle of Man TT 2026 am Freitag. Die Qualifying-Woche diente der Vorbereitung, bei der die Fahrer ihre Maschinen einstellten und sich auf dem Mountain Course an die Bedingungen anpassten.












