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Motorcycles.News – Motorrad Magazin
Startseite » Veloláser: Spaniens 130 versteckte Mini-Radare und was jetzt noch dazukommt
Guardia-Civil-Beamter in gelber Warnweste steht an einer Straßenkreuzung neben einem auf Stativ montierten, kompakten schwarz-gelben Veloláser-Radargerät, im Hintergrund ein dunkler Pkw und Warnkegel auf der Fahrbahn
Guardia Civil de Tráfico bei einer Geschwindigkeitskontrolle mit einem Veloláser-Radar in Spanien
News

Veloláser: Spaniens 130 versteckte Mini-Radare und was jetzt noch dazukommt

By Andreas Denner5 September, 2026
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Spaniens Verkehrsbehörde DGT hat inzwischen 130 Veloláser-Geräte im Einsatz, die kaum größer als ein Unterarm sind und ohne Blitz arbeiten. Wer im Urlaub durch Spanien fährt, sollte wissen, wie diese Geräte messen, wo sie stehen und welche neuen Systeme 2026 und 2027 hinzukommen.
  • 130 Veloláser aus zwei Beschaffungen (60 und 70 Stück), im Einsatz seit 2018
  • Messbereich 30 bis 250 km/h, beide Fahrtrichtungen, Tag und Nacht, kein Blitz
  • Zusätzlich neue dynamische Laserradare für 1.020.000 Euro netto (circa 1.183.000 US-Dollar), laut Medienberichten 15 Stück, sowie ein Plan mit 122 festen Messstellen

Die spanische Dirección General de Tráfico, kurz DGT, baut ihre Geschwindigkeitskontrollen weiter aus. Im Mittelpunkt steht dabei ein Gerät, das seit 2018 auf spanischen Straßen unterwegs ist und trotz Drohnen, Streckenradaren und KI-Kameras nicht an Bedeutung verloren hat: der Veloláser. Laut Medienberichten verfügt die Guardia Civil aktuell über 130 dieser tragbaren Laserradare. Parallel dazu hat die DGT im Frühjahr 2026 einen Auftrag über mehr als eine Million Euro für neue dynamische Radargeräte vergeben. Was der Veloláser genau kann, wo er steht und was die neuen Geräte davon unterscheidet, zeigt dieser Überblick.

Graues, kastenförmiges Veloláser-Radargerät mit Herstellerlogo auf einem schwarzen Kamerastativ am Straßenrand in Spanien, daneben eine kleine schwarze Zusatzkamera, im Hintergrund eine leere Straße und ein Radweg
Veloláser-Radar der DGT auf Stativ – kompaktes, kaum sichtbares Lasermessgerät am Straßenrand

Was ist ein Veloláser-Radar?

Der Veloláser ist ein tragbares Laser-Geschwindigkeitsmessgerät, das die DGT, die Guardia Civil und einzelne Ortspolizeien in Spanien seit 2018 einsetzen. Es ist rund 50 Zentimeter hoch, wiegt je nach Quelle zwischen 1,2 und knapp 2 Kilogramm (circa 2,6 bis 4,4 Pounds) und arbeitet komplett kabellos.

Die erste Charge von 60 Geräten kaufte die DGT Anfang 2018 für insgesamt 860.310 Euro (circa 998.000 US-Dollar), also rund 14.339 Euro (circa 16.630 US-Dollar) pro Stück. Später kamen weitere 70 Geräte hinzu, sodass die Flotte heute 130 Einheiten umfasst. Hersteller soll die französische Firma Mesta sein, in Spanien wurde das Gerät über die Firmen Invia Sistemas und Labrax vertrieben. Diese Herstellerangabe stammt allerdings von einem Anbieter für Radarwarner und ließ sich nicht über eine offizielle Quelle bestätigen.

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Der Name Veloláser hat sich in Spanien als fester Begriff durchgesetzt. Im Alltag sprechen Autofahrer und Motorradfahrer oft von den „radares indetectables“, den nicht erkennbaren Radaren. Das ist technisch nicht ganz korrekt, beschreibt aber gut, worum es geht: Die Geräte sind klein, geben kein sichtbares Signal ab und stehen oft dort, wo niemand mit einer Kontrolle rechnet.

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Wie funktioniert die Messung mit dem Veloláser?

Der Veloláser misst die Geschwindigkeit mit unsichtbaren Infrarot-Laserimpulsen und braucht dafür keinen Blitz. Das Gerät sendet Lichtimpulse aus, die vom Fahrzeug zurückgeworfen werden, und berechnet aus der Laufzeit die Entfernung. Aus der Veränderung dieser Entfernung in kurzer Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit.

Der Laser arbeitet nach Angaben von Fachseiten mit einer Wellenlänge von 905 Nanometern, also im Infrarotbereich. Für das menschliche Auge ist dieser Strahl unsichtbar. Klassische Radarwarner, die auf Mikrowellen im K- oder Ka-Band reagieren, schlagen bei einem Lasergerät nicht an. Die Messung selbst dauert nur Bruchteile einer Sekunde, laut Herstellerangaben rund 0,3 Sekunden.

Entscheidend für die Praxis ist die Vernetzung. Der Veloláser verfügt über WLAN und eine 4G-Mobilfunkverbindung. Die Beamten müssen also nicht neben dem Gerät stehen. Sie können in einigem Abstand im Streifenwagen sitzen und bekommen die Bilder und Messwerte in Echtzeit auf ein Tablet. Dort prüfen sie den Verstoß und geben ihn frei, danach läuft die Anzeige automatisch weiter. Der interne Akku reicht für bis zu fünf Stunden Betrieb.

Detailaufnahme eines dunkelgrünen Veloláser-Gehäuses mit gelben Streifen und rundem Guardia-Civil-Wappen, in der Hand gehalten auf einem Tisch, im Hintergrund unscharf ein Stuhl
Nahaufnahme eines Veloláser-Radargeräts mit Wappen der Guardia Civil de Tráfico

Was kann der Veloláser messen?

Der Veloláser erfasst Geschwindigkeiten zwischen 30 und 250 km/h und überwacht dabei beide Fahrtrichtungen gleichzeitig. Damit deckt er alles ab, von der Tempo-30-Zone in der Stadt bis zur Autobahn.

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Das Gerät arbeitet bei Tag und Nacht und unter verschiedenen Wetterbedingungen. Es unterscheidet zwischen Fahrzeugtypen wie Pkw, leichten Nutzfahrzeugen und Lkw und kann deshalb für jede Fahrzeugklasse ein eigenes Tempolimit hinterlegen. Nach Angaben von Fachseiten überwacht der Veloláser bis zu drei Fahrspuren gleichzeitig, mit unterschiedlichen Grenzwerten je Spur. Ältere Berichte aus dem Jahr 2018 sprachen noch von zwei Spuren. Der optimale Messabstand liegt bei 15 bis 50 Metern. Die Kennzeichen liest die Software automatisch aus.

Ein Detail betrifft die Toleranz. Nach einem Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs gilt für den Veloláser ein Messfehlerabzug von 5 Prozent statt der 7 Prozent, die bei anderen mobilen Radaren üblich waren. Das Gerät wird damit wie ein fest installierter Radar behandelt. In der Praxis bedeutet das: Bei einem Limit von 120 km/h kann ein Bußgeld bereits ab etwa 126 km/h statt ab 128 km/h fällig werden.

Wo setzt die Guardia Civil die Veloláser ein?

Die Guardia Civil setzt die Veloláser vor allem an Unfallschwerpunkten und auf Landstraßen ein, wo überhöhte Geschwindigkeit ein besonders hohes Risiko darstellt. Die DGT hat bestätigt, dass die sogenannten Tramos de Concentración de Accidentes, also Streckenabschnitte mit vielen Unfällen, Priorität haben.

Dank der geringen Größe passt das Gerät fast überall hin. Es wird auf Leitplanken und Metallhalterungen montiert, per Magnet an Verkehrsschilder gehängt oder auf ein Stativ gestellt, das dann hinter Bushaltestellen, Bäumen, Büschen, Brückenpfeilern, Schilderbrücken oder Laternen steht. Auch auf der Karosserie oder hinter der Windschutzscheibe getarnter DGT-Fahrzeuge kommt der Veloláser zum Einsatz. Als Neuheit galt 2018 zudem, dass die Geräte erstmals auch von Motorradstreifen der Guardia Civil mitgeführt werden konnten.

Eine feste Standortliste gibt es nicht. Genau das ist der Kern des Konzepts: Die Geräte wechseln laufend den Ort, je nach Unfallstatistik. Auswertungen aus dem Jahr 2018 zeigten, dass ein Veloláser im Schnitt rund 70 Minuten an einem Standort blieb, in 67 Prozent der Fälle auf einem Stativ stand und vor allem zwischen 8 und 13 Uhr eingesetzt wurde. Besonders häufig tauchten die Geräte damals in der Region Madrid, in Galicien und in Murcia auf. Nächtliche Kontrollen sollen seither zugenommen haben.

Was ändert sich 2026 und 2027 bei der DGT?

Die DGT hat im Frühjahr 2026 einen Vertrag über 1.020.000 Euro (circa 1.183.000 US-Dollar) für neue dynamische Radargeräte abgeschlossen, laut Medienberichten geht es um 15 Geräte, und getrennt davon läuft ein Plan mit 122 neuen festen Messstellen. In verschiedenen Medienberichten werden diese beiden Vorhaben mit dem Veloláser vermischt. Die amtlichen Unterlagen zeigen aber ein anderes Bild.

Der Vertrag wurde am 24. Februar 2026 vergeben und am 6. April 2026 im spanischen Amtsblatt BOE veröffentlicht. Der Auftragswert liegt laut BOE bei exakt 1.020.000 Euro, das ist der Nettobetrag ohne Mehrwertsteuer. Eine Stückzahl nennt das Amtsblatt nicht. Die Zahl von 15 Geräten stammt aus Medienberichten über die Vergabeunterlagen. Rechnerisch entspricht das rund 68.000 Euro (circa 78.900 US-Dollar) pro Gerät ohne Steuer. Berichte, die von 83.000 Euro pro Gerät und 1,23 Millionen Euro insgesamt sprechen, rechnen mit den in Spanien üblichen 21 Prozent Mehrwertsteuer, beide Angaben beschreiben also denselben Auftrag. Auftragnehmer ist die Firma Tradesegur, die nach Medienberichten als einziges Unternehmen in Spanien diese Geräte liefern und warten darf. Deshalb wählte die DGT ein Verhandlungsverfahren ohne Ausschreibung, was das spanische Vergaberecht erlaubt, wenn nur ein Anbieter die technischen Anforderungen erfüllt. Es ging genau ein Angebot ein. Die DGT begründet den Kauf damit, dass alte Geräte „obsoletos o con averías irreparables“ seien, also veraltet oder nicht mehr reparierbar.

Bei den neuen Geräten handelt es sich laut Medienberichten um 15 Laserradare des deutschen Herstellers Jenoptik für die Fahrzeuge der Verkehrsabteilung der Guardia Civil. Sie sollen innerhalb von vier Monaten und damit vor dem Sommer 2026 geliefert worden sein. Die technischen Daten gehen deutlich über den Veloláser hinaus: bis zu sechs Fahrspuren in beiden Richtungen, Bilderfassung auf bis zu 1.200 Meter Entfernung, zwei Auslösungen pro Sekunde, Akkulaufzeit von 12 bis 16 Stunden und ein Gewicht von rund 1,5 Kilogramm (circa 3,3 Pounds). Auch diese Geräte unterscheiden Fahrzeugtypen und können vom Stativ oder aus einem getarnten Streifenwagen heraus messen, auch aus dem fahrenden Fahrzeug.

Die Zahl 122 gehört zu einem anderen Programm. Bereits 2025 hatte die DGT angekündigt, 122 neue Geschwindigkeitskontrollpunkte auf Landstraßen und stark befahrenen Strecken einzurichten, überwiegend feste Radare und Streckenradare. Ende Februar 2026 waren davon 106 in Betrieb, allein am 27. Februar gingen 33 neue Anlagen in elf autonomen Gemeinschaften ans Netz. Der Rest soll im Laufe des Jahres 2026 folgen. Zusammen mit den 15 dynamischen Geräten ergibt sich damit ein erheblicher Ausbau in nur zwei Jahren, und die 130 Veloláser bleiben dabei weiterhin fester Bestandteil der Überwachung.

Warum setzt die DGT so stark auf Tempokontrollen?

Die DGT begründet den Ausbau mit der Unfallstatistik: Unangepasste Geschwindigkeit war 2024 bei 24 Prozent der tödlichen Unfälle auf spanischen Straßen ein Faktor, insgesamt bei 307 Unfällen mit Todesfolge. Seit dem ersten Plan für feste Radare im Jahr 2005 sei die Zahl der Verkehrstoten zusammen mit anderen Maßnahmen um 75 Prozent gesunken.

Die Behörde verweist darauf, dass höhere Geschwindigkeit nicht nur das Unfallrisiko erhöht, sondern auch die Reaktionszeit verkürzt und die Verletzungen schwerer macht. Ziel der Kontrollpunkte sei deshalb nicht nur, tödliche Unfälle zu verhindern, sondern auch die Zahl der Schwerverletzten zu senken.

Zugleich ist das Thema für die Staatskasse relevant. Nach Medienberichten verzeichnete die DGT 2025 einen Rekord von mehr als 6,3 Millionen Anzeigen und rund 540 Millionen Euro (circa 626 Millionen US-Dollar) an Bußgeldern. Etwa 60 Prozent davon entfielen auf Geschwindigkeitsverstöße.

Gibt es solche Radargeräte auch in Deutschland?

In Deutschland sind Lasermessgeräte seit über 30 Jahren im Einsatz, allerdings meist als Handgeräte, die ein Beamter selbst bedient. Die erste „Laserpistole“ wurde am 2. November 1992 von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt für die Verkehrsüberwachung zugelassen. Seit etwa 1994 sind bundesweit drei ähnlich arbeitende Handlasergeräte verbreitet: das Riegl LR 90-235/P aus Österreich, das LTI 20.20 TS/KM aus den USA und das LAVEG von Jenoptik.

Der Unterschied zum spanischen Konzept liegt in der Bedienung. Bei einem Gerät wie dem Riegl FG 21-P, das etwa die Polizei Brandenburg innerorts sowie auf Landes- und Bundesstraßen nutzt, visiert ein Messbeamter das Fahrzeug an und löst die Messung aus. Ein zweiter Beamter dient als Zeuge. Es entsteht kein Foto. Der Fahrer wird direkt angehalten und erfährt den Messwert vor Ort. Das Gerät misst auf 30 bis 1.000 Meter Entfernung und bis 250 km/h. Ein unbemanntes Lasergerät, das an einer Leitplanke hängt und per Funk an ein Tablet meldet, ist in Deutschland in dieser Form nicht üblich. Für stationäre und mobile Anlagen mit Foto kommen hierzulande eher Laserscanner-Systeme wie PoliScan Speed zum Einsatz.

Häufige Fragen

  • Was ist ein Veloláser-Radar?

    Der Veloláser ist ein tragbares Laser-Geschwindigkeitsmessgerät der spanischen Verkehrsbehörde DGT. Es ist rund 50 Zentimeter hoch, wiegt unter zwei Kilogramm und arbeitet kabellos mit Akku, WLAN und 4G. Die Guardia Civil setzt es seit 2018 ein, aktuell sind 130 Geräte im Umlauf.

  • Wie viel misst der Veloláser?

    Der Veloláser erfasst Geschwindigkeiten zwischen 30 und 250 km/h in beiden Fahrtrichtungen. Er arbeitet bei Tag und Nacht, unterscheidet Fahrzeugtypen und überwacht laut Fachseiten bis zu drei Fahrspuren gleichzeitig.

  • Warum gilt der Veloláser als nicht erkennbar?

    Das Gerät misst mit unsichtbaren Infrarot-Laserimpulsen und braucht keinen Blitz. Klassische Radarwarner, die auf Mikrowellen reagieren, schlagen deshalb nicht an. Zudem ist es so klein, dass es hinter Leitplanken, Schildern oder in getarnten Fahrzeugen kaum auffällt.

  • Wo stehen die Veloláser in Spanien?

    Vor allem an Unfallschwerpunkten und auf Landstraßen, die Standorte wechseln ständig. Eine feste Liste gibt es nicht. Ältere Auswertungen zeigten besonders viele Einsätze in der Region Madrid, in Galicien und in Murcia.

  • Kauft die DGT jetzt neue Veloláser?

    Nein, der im April 2026 veröffentlichte Auftrag über 1.020.000 Euro netto betrifft dynamische Laserradare von Jenoptik für die Guardia Civil, laut Medienberichten 15 Stück zu rund 68.000 Euro netto je Gerät. Die 122 neuen Kontrollpunkte gehören zu einem separaten Plan für feste und Streckenradare aus dem Jahr 2025. Die 130 Veloláser bleiben daneben im Einsatz.

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