- Josef Honeder verantwortet ab Juni 2026 die gesamte technische Entwicklung aller neuen BMW-Motorradmodelle
- Der Ingenieur bringt über 20 Jahre Erfahrung in der BMW Group mit, zuletzt im Bereich Antriebsstrang und Kraftstoffversorgungssysteme
- Vorgänger Christof Lischka verlässt BMW nach knapp sieben Jahren an der Spitze der Motorrad-Entwicklung
Bei BMW Motorrad steht ein Führungswechsel an, der weit mehr sein dürfte als eine routinemässige Personalentscheidung. Josef Honeder, bislang verantwortlich für die Entwicklung von Antriebsstrang und Kraftstoffversorgungssystemen innerhalb der BMW Group, rückt zum 1. Juni 2026 an die Spitze der Motorrad-Entwicklung. Er übernimmt damit die gesamte technische Konzeption, Konstruktion, Erprobung und Weiterentwicklung aller neuen Motorradmodelle der Marke. Die Besetzung des Postens mit einem ausgewiesenen Antriebsspezialisten fällt in eine Phase, in der sich die Motorradindustrie zunehmend mit strengeren Abgasnormen, Elektrifizierung und alternativen Antriebskonzepten auseinandersetzen muss.

Wer ist Josef Honeder?
Josef Honeder ist Maschinenbau-Ingenieur und seit mehr als zwei Jahrzehnten in verschiedenen Führungspositionen innerhalb der BMW Group tätig. Seine Schwerpunkte lagen dabei in der Gesamtfahrzeugentwicklung und im Antriebsbereich. Zuletzt leitete er die Entwicklung von Antriebsstrang und Kraftstoffversorgungssystemen, also genau jenen Bereich, der angesichts immer strikterer Emissionsvorschriften und der Debatte um alternative Kraftstoffe an Bedeutung gewinnt.
Für BMW Motorrad ist Honeder kein Unbekannter. Bereits zwischen 2011 und 2013 war er für verschiedene Entwicklungsaufgaben in der Zweiradsparte verantwortlich. Laut BMW ist der Familienvater zudem ein langjähriger und leidenschaftlicher Motorradfahrer. Mit der neuen Position verbindet er also seine berufliche Laufbahn mit seiner persönlichen Begeisterung für das Zweirad.
BMW-Motorrad-CEO Markus Flasch ordnete die Personalentscheidung ein: „BMW Motorrad has demonstrated a unique product offensive in recent years. I am very pleased that we have been able to appoint an experienced development expert in Josef Honeder, who will enrich BMW Motorrad with his comprehensive knowledge across the entire field of vehicle development.“ (Auf Deutsch: „BMW Motorrad hat in den letzten Jahren eine einzigartige Produktoffensive gezeigt. Ich freue mich sehr, dass wir mit Josef Honeder einen erfahrenen Entwicklungsfachmann gewinnen konnten, der BMW Motorrad mit seinen umfassenden Kenntnissen in der gesamten Fahrzeugentwicklung bereichern wird.“)
Was hat Christof Lischka bei BMW Motorrad bewegt?
Christof Lischka hatte die Leitung der Entwicklung am 1. August 2019 übernommen und war damit knapp sieben Jahre lang für die technische Ausrichtung der Marke verantwortlich. Er folgte damals auf Karl Viktor Schaller, der in den Ruhestand gegangen war. Unter Lischkas Verantwortung brachte BMW Motorrad eine Reihe erfolgreicher Modelle auf den Markt, darunter die aktuelle BMW R 1300 GS, die BMW R 1300 GS Adventure, die BMW F 900 GS, die BMW F 900 GS Adventure, die BMW F 800 GS sowie die für die nahe Zukunft angekündigte BMW F 450 GS.
Lischkas Ära war insbesondere von einer sportlicheren und offroad-orientierteren Ausrichtung des gesamten GS-Lineups geprägt. Die Modelle erhielten leistungsstärkere Motoren, fortschrittlichere Elektronik und verbesserte Fahrwerke. Für die BMW R 1300 GS wurde zudem der legendäre Boxermotor komplett neu entwickelt. Lischka selbst war nicht nur Ingenieur, sondern auch ein erfahrener Enduro- und Motocross-Fahrer. Bereits mit acht Jahren fuhr er BMX-Rennen, stieg später auf Motocross und Enduro um und konnte sich unter anderem als Gewinner des „Accept no Limits“ und als Vizemeister im „Master of Dirt“ auszeichnen. Auch die anspruchsvolle Rallye „Roof of Africa“ beendete er gleich zweimal erfolgreich, 2003 und 2018.
Lischka verlässt die BMW Group laut Unternehmensangaben Ende Mai 2026 auf eigenen Wunsch. Über die genauen Gründe oder seine weiteren Pläne machte BMW keine Angaben.

Warum setzt BMW auf einen Antriebsspezialisten?
Die Besetzung der Entwicklungsleitung mit einem Experten für Antriebsstrang und Kraftstoffversorgungssysteme ist kein Zufall. Die Motorradbranche steht vor einem Umbruch, der in den kommenden Jahren an Dynamik zunehmen dürfte. Strengere europäische Abgasnormen setzen die Grenzen herkömmlicher Verbrennungsmotoren zunehmend unter Druck. Gleichzeitig investieren die grossen Hersteller in Elektrifizierung, Hybridkonzepte und alternative Kraftstoffe.
BMW Motorrad hat mit dem CE 04 bereits gezeigt, dass das Unternehmen die Elektromobilität auf zwei Rädern ernst nimmt. Dazu kommen Patente und Konzeptstudien, die auf Fahrassistenzsysteme, Radartechnologie und vernetzte Fahrzeugarchitekturen hindeuten. Gleichzeitig weiss BMW, dass die Kernkundschaft weiterhin grosse, verbrennungsbetriebene Touren- und Abenteuermaschinen mit hoher Reichweite und viel Drehmoment erwartet. Die Herausforderung besteht also darin, Leistungsziele mit strengeren Emissionsvorschriften in Einklang zu bringen und zugleich die Identität der Marke zu bewahren.
Ein Entwicklungsleiter mit Honeders Profil könnte genau an dieser Schnittstelle ansetzen. Sein Hintergrund in der Antriebsstrangentwicklung legt nahe, dass BMW die Weichen für effizientere Motorenkonzepte, smarte Motorsteuerungen und möglicherweise auch Hybridlösungen stellen will, ohne dabei die DNA der Marke aufzugeben. Das Profil seines Vorgängers Lischka, der als Enduro-Fahrer und Offroad-Experte die sportliche Ausrichtung vorangetrieben hatte, war für die zurückliegenden Jahre die passende Besetzung. Für die nächste Phase der Motorradentwicklung scheint BMW nun bewusst auf technologische Tiefe im Antriebsbereich zu setzen.
Was bedeutet der Wechsel für die BMW-Motorrad-Produktpalette?
BMW Motorrad befindet sich mitten in einer anhaltenden Produktoffensive. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Modelle überarbeitet oder komplett neu aufgelegt. Das Tempo dürfte sich unter Honeder fortsetzen. Die Frage ist, in welche Richtung sich die Technik weiterentwickelt.
Die grössten Boxermotoren lassen sich nicht beliebig weiter optimieren, wenn die Emissionsgrenzen enger werden. Gleichzeitig erwarten viele Fahrer von einer BMW GS weiterhin das charakteristische Laufverhalten des Boxertriebs, der im Leerlauf typisch von Seite zu Seite wippt. BMW stand in den vergangenen zehn Jahren vor der Aufgabe, immer mehr Elektronik und Assistenzsysteme in seine Modelle zu integrieren, ohne den Charakter der Maschinen zu verlieren. Mit Josef Honeder an der Spitze der Entwicklung dürfte sich dieser Balanceakt nun verstärkt auf den Antriebsstrang selbst verlagern.
Im Kontext der BMW-Motorrad-Neuheiten 2026 reiht sich die Personalentscheidung in eine Reihe strategischer Weichenstellungen ein. Die Ernennung eines Antriebsexperten zum Entwicklungschef signalisiert, dass BMW die nächste Generation seiner Motorräder nicht nur in Sachen Elektronik und Fahrwerk weiterentwickeln will, sondern gezielt am Herzstück jedes Motorrads arbeitet: dem Motor und seinem Zusammenspiel mit künftigen Kraftstoff- und Antriebstechnologien.
Häufige Fragen
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Wer wird neuer Entwicklungsleiter bei BMW Motorrad?
Josef Honeder übernimmt zum 1. Juni 2026 die Leitung der Entwicklung bei BMW Motorrad. Er ist Maschinenbau-Ingenieur mit über 20 Jahren Erfahrung in der BMW Group und war zuletzt für die Entwicklung von Antriebsstrang und Kraftstoffversorgungssystemen verantwortlich.
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Warum verlässt Christof Lischka BMW Motorrad?
Christof Lischka verlässt die BMW Group Ende Mai 2026 auf eigenen Wunsch. Über die genauen Hintergründe oder seine weiteren beruflichen Pläne hat das Unternehmen keine Angaben gemacht. Unter seiner Führung entstanden unter anderem die BMW R 1300 GS und die BMW F 450 GS.
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Was ändert sich durch den neuen BMW-Motorrad-Entwicklungschef?
Mit Josef Honeder setzt BMW einen Antriebsspezialisten an die Spitze der Motorrad-Entwicklung. Das deutet darauf hin, dass die Marke in den kommenden Jahren verstärkt auf effizientere Motorenkonzepte, alternative Antriebstechnologien und die Einhaltung strengerer Emissionsvorschriften setzen wird.
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Hat Josef Honeder Erfahrung mit Motorrädern?
Ja, Honeder war bereits von 2011 bis 2013 für verschiedene Entwicklungsaufgaben bei BMW Motorrad verantwortlich. Laut BMW ist er zudem ein langjähriger begeisterter Motorradfahrer, der seine berufliche Expertise nun mit seiner persönlichen Leidenschaft verbindet.

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