- Grundlage ist ein früher Prototyp der Super Cruiser, nicht das Serienmodell
- Langhubiges WP-Fahrwerk, entkleidetes Fahrwerk und grob profilierte Reifen
- Eine Serienversion ist weder bestätigt noch terminiert
Buell arbeitet seit einiger Zeit daran, aus einer einzigen Motorradplattform möglichst viele Varianten abzuleiten. Die Super Cruiser, entstanden in Zusammenarbeit mit Roland Sands Design, dient dabei als technisches Grundgerüst. Aus diesem Baukasten stammt nun ein Konzeptmotorrad, das mit dem Ausgangsmodell auf den ersten Blick wenig gemeinsam hat. Es trägt den Namen „The Goat“ und wurde für den Hillclimb-Sport gebaut, also für Wettbewerbe, bei denen es möglichst schnell einen steilen Hang hinaufgeht. Interessant wird die Maschine allerdings nicht durch ihren sportlichen Einsatzzweck, sondern durch das, was der Firmenchef anschließend über ihre Zukunft gesagt hat.

Was steckt hinter dem Konzept The Goat?
„The Goat“ ist ein Einzelstück, das Buell als technisches Experiment gebaut hat. Es soll zeigen, wie weit sich die Architektur der Super Cruiser über ihren ursprünglichen Zweck hinaus verändern lässt.
Als Basis diente nach Angaben aus dem Umfeld des Herstellers ein früher Prototyp der Super Cruiser, also keine fertige Serienmaschine. Das Motorrad entstand damit aus Material, das ohnehin im Haus vorhanden war. Bemerkenswert ist die Zielrichtung: Statt eine sportlichere Straßenversion abzuleiten, ging das Team in die entgegengesetzte Richtung und baute ein Gerät für losen Untergrund und steile Anstiege.
Wie unterscheidet sich The Goat von der Serienmaschine?
Die auffälligsten Unterschiede betreffen Fahrwerk, Bereifung und Auspuffanlage. Aus dem tief liegenden Cruiser wird durch diese Eingriffe ein hochbeiniges Gerät mit Geländeoptik.
Verbaut ist ein langhubiges Fahrwerk von WP, also mit deutlich mehr Federweg als beim Straßenmodell. Das ist nötig, um Schläge auf unebenem Untergrund aufzunehmen. Dazu kommt ein auf das Wesentliche reduzierter Aufbau ohne Verkleidungsteile und mit verlängerter Schwinge. Die Räder tragen grob gestollte Reifen, wie sie im Gelände für Grip sorgen. Die Auspuffanlage wurde ebenfalls neu ausgeführt und fällt optisch stark aus dem Rahmen der Serienmaschine, wobei die vorliegenden Beschreibungen der Anlage voneinander abweichen. Insgesamt wirkt das Ergebnis wie eine Mischung aus einem Motorrad für grobe Spielereien im Dreck und einem Rallye-Prototyp amerikanischer Bauart.

Was sagt Bill Melvin über ein mögliches Serienmodell?
Melvin soll erklärt haben, dass sein Team bereits über eine ernsthafte Adventure-Version der Plattform gesprochen hat. Zwei konkrete Änderungen nennt er dabei: eine angepasste Fahrwerkshöhe und möglicherweise eine Frontverkleidung für längere Etappen.
Damit geht die Aussage über die üblichen vagen Andeutungen hinaus, die bei Konzeptmotorrädern häufig fallen. Eine Frontverkleidung ist im Adventure-Segment ein Kernbauteil, weil sie den Fahrtwind auf langen Strecken ableitet. Eine überarbeitete Fahrwerkshöhe wiederum betrifft die Geometrie und damit die Frage, ob ein Motorrad überhaupt alltagstauglich bleibt. Die Gespräche fanden nach den vorliegenden Angaben direkt mit dem Team statt, das „The Goat“ gebaut hat. Eine offizielle Bestätigung, ein Zeitplan oder gar technische Eckdaten liegen allerdings nicht vor.
Warum ein Adventure-Modell für Buell naheliegt
Buell bietet derzeit vier Modelle an: die Super Cruiser, die SuperTouring, die Hammerhead und die 1190 SX. Keines davon ist für den Adventure-Einsatz ausgelegt. Es handelt sich damit um eines der wenigen großen Segmente, in dem die Marke bislang gar nicht vertreten ist.
Das Adventure-Segment gehört seit Jahren zu den gefragtesten Bereichen im Motorradmarkt, weil diese Maschinen lange Straßenetappen und leichtes Gelände verbinden. Eine bestehende Plattform für ein neues Segment weiterzuentwickeln, ist in der Branche zudem gängige Praxis und spart Entwicklungskosten. Für einen vergleichsweise kleinen Hersteller ist das ein wesentlicher Punkt. Reizvoll wäre der Ansatz auch deshalb, weil viele moderne Adventure-Modelle über die Jahre schwerer und technisch aufwendiger geworden sind. Ein Motorrad auf Basis der leichten Buell-Konstruktion würde in diesem Umfeld eine andere Richtung einschlagen.

Wie wahrscheinlich ist eine Serienfertigung?
Konkret ist bislang nichts. „The Goat“ existiert als Einzelstück und Experiment, nicht als Vorserienmodell, und Buell hat weder ein Serienvorhaben bestätigt noch einen Entwicklungszeitraum genannt.
Dennoch fügt sich der Vorgang in ein erkennbares Muster. Buell hat zuletzt mehrere Umbauten auf Basis der Super Cruiser gezeigt, darunter auch einen Cafe Racer, der ausdrücklich nicht in Serie gehen soll. Solche Studien zeigen in der Regel, woran im Haus gerade gedacht wird. Dass in diesem Fall der Firmenchef selbst über eine mögliche Weiterentwicklung spricht, hebt „The Goat“ von einer reinen Designübung ab. Ob daraus tatsächlich das erste moderne Adventure-Modell der Marke wird, ist damit aber noch nicht entschieden.

Häufige Fragen
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Was ist Buell The Goat?
Buell The Goat ist ein Konzeptmotorrad für Bergrennen, das auf einem frühen Prototypen der Super Cruiser aufbaut. Es entstand als technisches Experiment, um die Vielseitigkeit der Plattform zu testen. Es handelt sich um ein Einzelstück, nicht um ein Serienmodell.
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Baut Buell ein Adventure-Motorrad?
Bestätigt ist das nicht. Firmenchef Bill Melvin soll intern bereits mit dem Entwicklungsteam über eine Adventure-Version der Super-Cruiser-Plattform gesprochen haben, konkret über eine angepasste Fahrwerkshöhe und eine mögliche Frontverkleidung. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.
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Welche Modelle hat Buell aktuell im Programm?
Buell bietet derzeit vier Modelle an: die Super Cruiser, die SuperTouring, die Hammerhead und die 1190 SX. Ein Adventure-Modell ist bislang nicht Teil der Palette.
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Was wurde an The Goat gegenüber der Serienmaschine geändert?
Verbaut sind ein langhubiges WP-Fahrwerk, ein auf das Nötigste reduzierter Aufbau mit verlängerter Schwinge sowie grob gestollte Geländereifen. Auch die Auspuffanlage wurde neu ausgeführt.












