- Letztes MotoGP-Rennen auf Phillip Island vom 23. bis 25. Oktober 2026
- Adelaide soll vom 12. bis 14. November 2027 erstmals Gastgeber sein
- Stoner gewann sein Heimrennen von 2007 bis 2012 sechsmal in Folge
Seit 1997 wird der Grand Prix von Australien auf Phillip Island ausgetragen. Nach der Saison 2026 ist damit Schluss, denn das Rennen zieht auf einen neuen Stadtkurs in Adelaide um. Für Casey Stoner ist die Strecke eng mit seiner Karriere verbunden. Er holte dort sechs MotoGP-Siege in Folge. In einem YouTube-Interview mit Chris Vermeulen, der wie Stoner als Australier in der MotoGP fuhr, blickt er auf das diesjährige Rennen voraus. Dabei geht es um seine Enttäuschung über die Entscheidung, um die Sicherheit auf Stadtkursen und um zwei Rennen, die er nie vergessen wird.

Wie reagiert Casey Stoner auf das Aus von Phillip Island?
Stoner ist nach eigenen Worten massiv enttäuscht. Er hätte nie damit gerechnet, dass Phillip Island einmal aus dem Kalender gestrichen wird.
„Disappointment, massively. I honestly never thought that Phillip Island would be taken off the calendar.“
Auf Deutsch: „Enttäuschung, massiv. Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass Phillip Island aus dem Kalender genommen wird.“
Die Schwächen der Strecke sieht Stoner dabei durchaus. Er räumt ein, dass sich auf Phillip Island einiges ändern müsse. Die Boxenanlage und das Umfeld bräuchten eine Auffrischung, und auch das Event selbst könne etwas anders gestaltet werden, damit es mehr Schwung bekommt. Sportlich sieht er dagegen keinen Grund für den Abschied.
„But year after year, it produces some of the greatest racing you’ll ever see. And to take that sort of thing off the calendar is very, very surprising for me and to replace it with a street circuit isn’t something I really agree with.“
Auf Deutsch: „Aber Jahr für Jahr gibt es dort einige der besten Rennen, die man je sehen wird. So etwas aus dem Kalender zu nehmen, überrascht mich sehr, sehr, und es durch einen Stadtkurs zu ersetzen, ist nichts, dem ich wirklich zustimme.“
Warum sieht Stoner den Stadtkurs in Adelaide kritisch?
Stoner geht es vor allem um die Sicherheit. Motorradfahrer haben keine schützende Hülle um sich, und auf einem Stadtkurs kann ein Fehler schnell schwere Folgen haben.
Die neue Strecke in Adelaide muss erst noch gebaut werden. Sie entsteht in einer Parklandschaft, und für den Bau könnten rund 400 Bäume gefällt werden. Die MotoGP betont, dass bei den Auslaufzonen nicht gespart werden soll. Stoner überzeugt das nicht. Er spricht darüber, dass die Fahrer beim Thema Sicherheit schon lange deutliche Worte finden, weil manches zugunsten des Spektakels übersehen werde. Schließlich stehe das Leben der Fahrer auf dem Spiel.
„We don’t have four walls around us [like a car]. We don’t have a cockpit. As soon as something goes wrong, you lock a brake, generally you go down and it can get horribly nasty.“
Auf Deutsch: „Wir haben keine vier Wände um uns [wie in einem Auto]. Wir haben kein Cockpit. Sobald etwas schiefgeht und eine Bremse blockiert, stürzt man in der Regel, und das kann richtig übel ausgehen.“
Dazu kommen Gefahren, mit denen Fahrer kaum rechnen können. Stoner nennt eine Ölspur, die niemand erwartet, und nasse Fahrbahn. Bei Regen fühle es sich nach einem Sturz fast so an, als würde man noch schneller werden, weil nichts den Fahrer abbremst. In diesem Bereich gebe es aus seiner Sicht noch einiges genau zu prüfen.

Was macht Phillip Island für die Fans besonders?
Für Stoner ist ein Rennwochenende auf Phillip Island mehr als Motorsport. Er beschreibt es als Erlebnis, für das die Fans an die Küste reisen.
„It’s not just the racing itself. It’s an experience.“
Auf Deutsch: „Es geht nicht nur um das Rennen selbst. Es ist ein Erlebnis.“
Wie schön die Gegend ist, habe er selbst erst vor ein paar Jahren richtig erlebt, erzählt Stoner. Der Blick über den Ozean habe ihn beeindruckt. Er hebt außerdem den Aufwand der australischen Fans hervor. In Europa liege eine MotoGP-Strecke meist nur wenige Stunden Motorradfahrt entfernt. Wer in Australien aus Queensland anreist, ist dagegen mehr als 20 Stunden auf dem Motorrad unterwegs. Dass trotzdem so viele Menschen kommen, um das Rennen auf der seiner Meinung nach „world’s greatest motorcycle track“ (auf Deutsch: „großartigsten Motorradstrecke der Welt“) zu sehen, schätzt er sehr.
Aero und Elektronik: Was den heutigen Fahrern auf Phillip Island fehlt
Stoner glaubt, dass die aktuelle MotoGP-Generation die Strecke nicht mehr voll erleben kann. Die Aerodynamik drückt die Maschinen auf den Boden, und die Elektronik nimmt den Fahrern vieles ab. Er würde sich wünschen, dass sie mehr aus Phillip Island herausholen könnten.
Trotzdem bleibe die Strecke etwas Besonderes. Viele moderne Kurse beschreibt Stoner als am Computer entworfene Anlagen, die einfach auf ein Stück Land gesetzt werden. Im Vergleich dazu hätten die Fahrer auf Phillip Island nach wie vor Freude, ähnlich wie in Mugello oder bei der Rückkehr nach Brno.

Welche Siege auf Phillip Island sind für Stoner die wichtigsten?
Von seinen sechs Heimsiegen in Folge hebt Stoner die letzten beiden hervor, 2011 und 2012.
„2011 is hard to beat“, sagt er. Auf Deutsch: „2011 ist schwer zu übertreffen.“ An diesem Tag passte für ihn vieles zusammen. Mit dem fünften Heimsieg in Folge holte er an seinem Geburtstag den WM-Titel. Ein Duell mit Jorge Lorenzo gab es allerdings nicht, denn der war gestürzt und verpasste das Rennen. Dafür sorgte das Wetter für Abwechslung. Stoner erinnert sich an Sonne, Wind, sinkende Temperaturen und schließlich Regen.
2012 folgte der Abschiedssieg. Zuvor hatte sich Stoner in Indianapolis schwer am Knöchel verletzt, die WM war damit für ihn verloren. Er kehrte schon für die Rennen davor zurück, um wieder in Form zu kommen und auf Phillip Island einen ordentlichen Abschied zu feiern. Das Fahren war wegen des Knöchels schwierig, doch das Tempo war auf der Insel noch da.
„The crowd was something I won’t ever forget.“
Auf Deutsch: „Die Zuschauer werde ich nie vergessen.“
Wie groß der Andrang war, zeigte sich am Tag danach. Die Abreise von der Insel dauerte immer noch drei Stunden. Stoner spricht darüber, dass er allen, die zu seinem letzten Rennen dort gekommen sind, bis heute dankbar ist.
Wann fährt die MotoGP zum letzten Mal auf Phillip Island?
Das letzte MotoGP-Rennen auf Phillip Island ist für den 23. bis 25. Oktober 2026 angesetzt. Adelaide soll vom 12. bis 14. November 2027 erstmals Gastgeber des Grand Prix von Australien sein.
In der MotoGP-Saison 2026 wird der Australien-GP damit zum Abschied von Phillip Island, im Kalender 2027 steht Adelaide an seiner Stelle. Stoner will das nicht hinnehmen.
„For Phillip Island to be off the calendar is just extremely disappointing for me and it’s something I’ll be fighting to get back on the calendar.“
Auf Deutsch: „Dass Phillip Island aus dem Kalender verschwindet, enttäuscht mich einfach sehr, und ich werde dafür kämpfen, dass die Strecke zurückkommt.“
Konkrete Schritte nennt er dabei nicht.

Häufige Fragen
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Warum ist Casey Stoner gegen den Wechsel nach Adelaide?
Stoner hält Phillip Island für eine Strecke, die Jahr für Jahr einige der besten Rennen liefert. Einen Stadtkurs als Ersatz lehnt er ab, vor allem aus Sicherheitsgründen. Motorradfahrer hätten kein Cockpit, und Ölspuren oder Nässe könnten Stürze schnell gefährlich machen.
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Wie oft hat Casey Stoner auf Phillip Island gewonnen?
Stoner gewann den Grand Prix von Australien auf Phillip Island sechsmal in Folge, von 2007 bis 2012. Beim fünften Sieg 2011 holte er an seinem Geburtstag den WM-Titel. 2012 folgte trotz einer Knöchelverletzung sein Abschiedssieg.
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Wann ist das letzte MotoGP-Rennen auf Phillip Island?
Das letzte MotoGP-Wochenende auf Phillip Island ist für den 23. bis 25. Oktober 2026 geplant. Die Strecke war seit 1997 Austragungsort des Grand Prix von Australien.
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Wann fährt die MotoGP zum ersten Mal in Adelaide?
Das erste MotoGP-Rennen in Adelaide ist für den 12. bis 14. November 2027 vorgesehen. Gefahren wird auf einem neuen Stadtkurs in einer Parklandschaft, der erst noch gebaut werden muss.












