- Produktion der Revolution-Max-Plattform kehrt in die Werke in Pennsylvania und Wisconsin zurück
- Abschluss vor dem Anlauf des Modelljahres 2028 im Jahr 2027 geplant
- Über 100.000 Motorräder sollen 2027 allein im Werk York entstehen
Harley-Davidson zieht einen Teil seiner Fertigung wieder ins eigene Land. Der Hersteller aus Milwaukee hat angekündigt, die Produktion der Revolution-Max-Plattform für den nordamerikanischen Markt von Thailand zurück in die USA zu holen. Damit wandern nicht nur die Motoren, sondern auch Zerspanung, Antriebsmontage, Lackierung und Endmontage wieder in die heimischen Werke. Eingebettet ist die Maßnahme in die größere Neuausrichtung, die das Unternehmen seit dem Frühjahr 2026 unter dem Namen Back to the Bricks verfolgt.

Was hat Harley-Davidson zur Revolution-Max-Produktion angekündigt?
Harley-Davidson bringt die Fertigung der Revolution-Max-Plattform für Nordamerika zurück in die USA, konkret in die Werke in Pennsylvania und Wisconsin. Verlagert werden gleich mehrere Arbeitsschritte: die Bearbeitung der Bauteile, die Montage des Antriebsstrangs, die Lackierung sowie die Endmontage der kompletten Motorräder. Das Unternehmen spricht von Dutzenden zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Fertigung, viele davon gewerkschaftlich organisiert. Die Revolution-Max-Baureihe ist Harleys moderner, flüssigkeitsgekühlter V2 und bildet damit die technische Grundlage für die sportlicheren und reisetauglichen Modelle der Marke.
Welche Modelle sind von der Rückverlagerung betroffen?
Betroffen sind die Pan America, die Sportster S und die Nightster. Diese drei Modelle nutzen die Revolution-Max-Plattform und werden künftig wieder in den USA gebaut. Die Pan America ist das Reiseenduro-Modell der Marke, während die Sportster S und die Nightster im Segment der modernen Roadster und Cruiser angesiedelt sind. Für Käufer in Nordamerika ändert sich damit perspektivisch das Herkunftsland dieser Maschinen, auch wenn sich an der Modellpalette selbst zunächst nichts verschiebt.

Wann läuft die US-Produktion an?
Der Produktionswechsel soll noch vor dem Start der Modelljahr-2028-Fertigung im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Die ersten in den USA gebauten Revolution-Max-Maschinen werden damit voraussichtlich als Modelljahr 2028 in den Handel kommen. Für das Werk in York in Pennsylvania rechnet Harley-Davidson für 2027 mit einer Ausbringung von über 100.000 Motorrädern. Der Umbau einer Fertigung dieser Größenordnung lässt sich nicht über Nacht umsetzen, weshalb das Unternehmen den Übergang über mehrere Monate streckt.
Warum kehrt die Produktion in die USA zurück?
Als Hauptgrund nennt Harley-Davidson die veränderte US-Handelspolitik unter der Trump-Regierung sowie Verschiebungen im globalen Handelsumfeld. Nach Darstellung des Unternehmens haben diese Rahmenbedingungen neue Anreize geschaffen, wieder verstärkt im Inland zu fertigen. Die Entscheidung sei über mehrere Monate gereift und solle die Fertigungsbasis langfristig stärken. Der Schritt passt zugleich in die Erzählung der Marke, die sich seit jeher über amerikanische Handarbeit und ihre Herkunft definiert. Harley-Davidson verweist auf eine Geschichte von 123 Jahren ununterbrochener Motorradfertigung seit 1903 und auf ein Netz von mehr als 500 Händlern in den USA.

Von Thailand zurück nach Pennsylvania und Wisconsin
Die Verlagerung markiert eine Kehrtwende gegenüber einer Entscheidung aus dem Jahr 2024. Damals war die Fertigung der Nightster, der Sportster S und der Pan America nach Thailand verlagert worden. Das Unternehmen bezeichnete diesen Schritt seinerzeit als vorübergehend, nannte aber keinen Zeitplan für eine Rückkehr. Hält Harley-Davidson den nun angekündigten Fahrplan ein, wären rein rechnerisch nur die Modelljahre 2025 bis 2027 der Revolution-Max-Modelle von der Auslandsfertigung betroffen gewesen. Die Rückverlagerung bündelt die Wertschöpfung wieder an den traditionellen Standorten in York und Wisconsin.
Was bedeutet die Entscheidung für Harley-Davidson und den Markt?
Die Rückverlagerung ist ein Baustein der Strategie Back to the Bricks, mit der der neue Vorstandschef Artie Starrs den Hersteller nach einer Phase rückläufiger Geschäfte neu aufstellen will. Bereits Anfang Mai 2026 hatte das Unternehmen diesen Plan samt Zielen für 2027 vorgestellt, im selben Zeitraum fielen die Quartalszahlen deutlich schwächer aus als im Vorjahr. An der Börse notierte die Harley-Davidson-Aktie zuletzt bei rund 21,57 Euro (24,91 US-Dollar) und damit etwa 20 Prozent unter ihrem Zwölfmonatshoch von rund 27,06 Euro (31,25 US-Dollar). Der Börsenwert des Unternehmens lag bei etwa 2,23 Milliarden Euro (2,58 Milliarden US-Dollar). Bill Davidson, Vizepräsident, Sonderberater des Vorstandschefs und Markenbotschafter sowie Nachfahre eines der Firmengründer, beschreibt die Rückkehr der Fertigung als weiteren Schritt zu den Wurzeln des Unternehmens und verweist auf den Stolz und die Handwerkskunst der amerikanischen Belegschaft. Die Ankündigung fällt zudem in eine Phase, in der die Marke laut Medienberichten Ziel einer Kampagne von Mitbewerbern und Influencern war, die unter anderem die Auslandsfertigung kritisierten. Das Unternehmen selbst stellt die Entscheidung als langfristig geplant dar.

Häufige Fragen
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Welche Harley-Davidson-Modelle werden wieder in den USA gebaut?
Betroffen sind die Pan America, die Sportster S und die Nightster. Diese Modelle nutzen die Revolution-Max-Plattform, deren Fertigung für Nordamerika in die Werke in Pennsylvania und Wisconsin zurückkehrt.
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Wann ist die Rückverlagerung der Harley-Davidson Revolution Max abgeschlossen?
Der Übergang soll vor dem Start der Modelljahr-2028-Produktion im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Die ersten in den USA gefertigten Maschinen kommen damit voraussichtlich als Modelljahr 2028 auf den Markt.
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Wie viele Motorräder will Harley-Davidson 2027 in York bauen?
Harley-Davidson rechnet damit, 2027 über 100.000 Motorräder im Werk York in Pennsylvania zu fertigen. Diese Steigerung steht im Zusammenhang mit der Rückverlagerung der Revolution-Max-Produktion.
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Warum verlagert Harley-Davidson die Produktion zurück in die USA?
Das Unternehmen nennt die veränderte US-Handelspolitik und Verschiebungen im globalen Handelsumfeld als Auslöser. Die Maßnahme ist Teil der Strategie Back to the Bricks und soll die heimische Fertigung stärken.
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Wo wurde die Revolution Max zuvor produziert?
Die Fertigung der drei Modelle war 2024 nach Thailand verlagert worden. Dieser Schritt galt damals als vorübergehend, ohne dass ein Zeitplan für eine Rückkehr genannt wurde.












