- Eintrag bei der australischen Verkehrsbehörde vom 16. Oktober 2026: Typ LE650L, Variante LE650N, Modellname KLE 650 (SE)
- Technische Daten nennen die Unterlagen nicht, Kawasaki selbst hat das Modell noch nicht angekündigt
- Naheliegender Kandidat für den Antrieb ist der 650er-Reihenzweizylinder aus Versys 650 und Ninja 650
In der Mittelklasse der Reiseenduros war Kawasaki bisher kaum vertreten. Jetzt ist der Name KLE 650 in amtlichen Papieren aufgetaucht, und zwar ohne den Zusatz Versys, der früher einmal daneben stand. Wie das Motorrad aussieht und was es kann, bleibt zwar offen. Doch schon der Eintrag zeigt, wohin Kawasaki im Adventure-Segment steuern könnte, und einiges lässt sich aus dem aktuellen Modellprogramm ableiten.

Was steht in den Zulassungsunterlagen zur Kawasaki KLE 650?
Die Unterlagen nennen den Kawasaki-Typ LE650L, eine Variante LE650N und die Modellbezeichnung KLE 650 (SE). Datiert ist die Anmeldung bei der australischen Verkehrsbehörde auf den 16. Oktober 2026.
Mehr geben die Papiere allerdings nicht her. Angaben zu Motor, Leistung, Fahrwerk oder Radgrößen fehlen. Eine offizielle Ankündigung von Kawasaki gibt es ebenfalls noch nicht. Bei der Anmeldung handelt es sich auch nicht um ein Patent, sondern um einen Eintrag für die Typgenehmigung. Der Name allein ist aber schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass Kawasaki sein Angebot an echten Adventure-Bikes über die 500er-Klasse hinaus erweitern könnte.
Woher kommt der Name KLE bei Kawasaki?
Der Name KLE hat bei Kawasaki eine lange Tradition. Die erste KLE 500 kam 1991 auf den Markt, als Mittelklasse-Twin mit 21-Zoll-Vorderrad und mit dem Anspruch, möglichst vielseitig zu sein.
Spannend ist die Vorgeschichte der Bezeichnung KLE 650. Als die Versys 650 im Jahr 2006 erschien, lief sie zunächst unter genau diesem Typkürzel. Nach einigen Jahren strich Kawasaki das KLE aus dem Namen. Seitdem heißt das Crossover-Modell mit 17-Zoll-Rädern und Straßenreifen nur noch Versys 650.
Ende 2024 heizte Kawasaki die Gerüchte um eine neue KLE selbst an. Auf der Messe Motorcycle Live in Großbritannien stand ein Motorrad, das aus einer Kiste mit KLE-Schriftzug und dem Spruch „life’s a rally“ (Das Leben ist eine Rallye) ragte. Zu sehen waren ein Zweizylinder, lange Federwege, Nissin-Bremsen, ein 21-Zoll-Vorderrad und eine hohe Verkleidung im Rallye-Stil. Schon damals wurde über eine KLE 650 spekuliert. Auf den Markt kam für das Modelljahr 2026 dann zunächst die neue KLE 500 mit 451 Kubikzentimetern und einem Fahrwerk für Straße und leichtes Gelände.

Wo würde die KLE 650 im Kawasaki-Programm stehen?
Die KLE 650 würde die Lücke zwischen der KLE 500 und den straßenorientierten Versys-Modellen füllen. Sie wäre damit die Stufe für Fahrer, die mehr Hubraum wollen, aber eine Enduro mit Geländeanspruch suchen.
Die KLE 500 ist auf die A2-Klasse zugeschnitten. Ihr Reihenzweizylinder leistet 45 PS (33,5 kW) bei 9.000/min, das Gewicht liegt bei 194 kg (428 lbs). Für das Modelljahr 2027 kostet sie ab 6.895 Euro (circa 7.740 US-Dollar), die besser ausgestattete SE-Version 7.695 Euro (circa 8.640 US-Dollar), jeweils inklusive Liefernebenkosten.
Die Versys 650 ist dagegen klar auf Asphalt ausgelegt. Sie rollt auf 17-Zoll-Rädern, leistet 67 PS (49 kW) bei 8.500/min und wiegt laut Hersteller fahrbereit mit vollem 21-Liter-Tank 219 kg (483 lbs). Ihr Preis für 2027 liegt bei 9.070 Euro (circa 10.180 US-Dollar) inklusive Liefernebenkosten. Darüber steht die Versys 1100 als größtes Adventure-Modell, deren Räder ebenfalls für die Straße gemacht sind. Eine große Reiseenduro mit echtem Offroad-Anspruch fehlt damit im Programm weiterhin.
Welcher Motor steckt in der Kawasaki KLE 650?
Bestätigt ist der Motor noch nicht. Der naheliegende Kandidat ist der bekannte Reihenzweizylinder mit 649 Kubikzentimetern, der bereits in der Ninja 650 und der Versys 650 arbeitet.
In der Versys 650 leistet dieser Motor nach der aktuellen Abgasnorm Euro 5+ 67 PS (49 kW) bei 8.500/min. Viel mehr dürfte mit dem Twin kaum möglich sein. Typisch für ihn ist der Hubzapfenversatz von 180 Grad, bei dem sich die beiden Kolben gegenläufig bewegen. Das prägt Klang und Laufgefühl und dürfte sich auch in einer KLE 650 nicht ändern. Ob Kawasaki tatsächlich zu diesem Motor greift oder etwas anderes plant, ist aber offen.
Fahrwerk, Gewicht und Ausstattung
Auch zum Fahrwerk sagen die Unterlagen nichts. Für eine Reiseenduro wäre ein Vorderrad mit Drahtspeichen in 19 oder 21 Zoll denkbar, eventuell kombiniert mit einem 18-Zoll-Hinterrad. Federwege um 200 Millimeter würden zum Konzept passen. Ausgehend von der Versys 650 läge das Gewicht vermutlich bei 220 bis 230 kg (485 bis 507 lbs). Wer unter 200 kg bleiben will, wäre damit weiter bei der KLE 500 richtig.
Bei der Ausstattung könnte sich die KLE 650 im Kawasaki-Regal bedienen. Traktionskontrolle sowie TFT-Display mit Smartphone-Anbindung gibt es bereits in der Versys 650. Außerdem wäre ein Schaltassistent denkbar oder die automatische Fliehkraftkupplung Smartride, die ab 2027 in der KLE 500 SE zum Einsatz kommt. Bei ihr kuppelt das Motorrad beim Anfahren und Anhalten selbst. Auch das alles ist bisher aber nur Spekulation.

Gegen welche Konkurrenz würde die KLE 650 antreten?
Mit einer KLE 650 würde Kawasaki in die gut besetzte Mittelklasse der Reiseenduros einsteigen. Dort treten unter anderem die Yamaha Ténéré 700, die Honda Transalp und die Adventure-Modelle von KTM mit 790 und 890 Kubikzentimetern an. In diesem Segment werden viele Motorräder verkauft.
Bisher hatte Kawasaki dort kein direktes Gegenstück. Die KLR 650 mit Einzylindermotor wurde zuletzt 2023 erneuert und ist technisch einfach gehalten, die Versys-Familie ist eher für die Straße gedacht. Eine KLE 650 mit großem Vorderrad und langen Federwegen würde diese Lücke schließen.
Wann kommt die Kawasaki KLE 650 und was könnte sie kosten?
Einen Termin nennt Kawasaki bisher nicht. Der Zeitpunkt der Anmeldung spricht aber für ein Modell des Jahrgangs 2027, das zumindest in Australien zum Saisonstart erscheinen könnte.
Ob die KLE 650 auch nach Europa kommt, ist noch offen. Falls ja, ließe sich der Preis grob aus dem aktuellen Kawasaki-Preisgefüge ableiten. Zwischen der KLE 500 SE für 7.695 Euro und der Versys 650 für 9.070 Euro wäre ein Preis unter der Marke von 10.000 Euro (circa 11.225 US-Dollar) naheliegend. Damit gehört die KLE 650 zu den Kandidaten unter den Motorrad-Neuheiten für das Modelljahr 2027.

Häufige Fragen
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Was ist die Kawasaki KLE 650?
Die Kawasaki KLE 650 (SE) ist ein neues Motorrad, das am 16. Oktober 2026 bei der australischen Verkehrsbehörde angemeldet wurde. Die Unterlagen nennen den Typ LE650L und eine Variante LE650N. Kawasaki hat das Modell bislang nicht offiziell vorgestellt.
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Wie viel PS hat die Kawasaki KLE 650?
Eine offizielle Leistungsangabe gibt es noch nicht. Falls Kawasaki den bekannten Reihenzweizylinder mit 649 Kubikzentimetern aus der Versys 650 verwendet, wären 67 PS (49 kW) bei 8.500/min zu erwarten. Bestätigt ist das aber nicht.
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Was ist der Unterschied zwischen KLE 500 und KLE 650?
Die KLE 500 ist seit 2026 auf dem Markt und mit 45 PS (33,5 kW) auf den A2-Führerschein ausgelegt. Die KLE 650 wäre die größere Schwester mit mehr Hubraum und vermutlich deutlich mehr Leistung. Sie dürfte mit geschätzt 220 bis 230 kg (485 bis 507 lbs) auch schwerer sein als die 194 kg (428 lbs) schwere KLE 500.
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Wann kommt die Kawasaki KLE 650 auf den Markt?
Ein offizieller Termin steht noch nicht fest. Die Anmeldung deutet auf das Modelljahr 2027 hin. Ob und wann die KLE 650 nach Europa kommt, ist offen.












