- Start am 5. September 2026 in Greenwich, zu schlagen sind 19 Tage, 8 Stunden und 25 Minuten
- Mindestens 18.000 Meilen (28.970 Kilometer) auf dem Motorrad, fünf Kontinente, sechs Fahretappen
- Die Startfotos zeigen ein Facelift der Tiger 1200, das Triumph bisher nicht angekündigt hat
Triumph hatte den Rekordversuch mit Pressebildern beworben, auf denen Sam Sunderland auf einer bekannten Tiger 1200 Rally Explorer sitzt. Am Starttag veröffentlichte der zweifache Dakar-Sieger dann selbst Fotos und Videos in seinen Social-Media-Profilen. Darauf ist ein deutlich anderes Motorrad zu sehen. Die Maschine trägt zwar dieselbe Red-Bull-Lackierung, unterscheidet sich aber in mehreren Details klar vom Serienmodell. Aus einer reinen Rekordfahrt ist damit auch eine Modellvorschau geworden.

Welche Änderungen zeigt die neue Triumph Tiger 1200 für 2027?
Auffällig sind vor allem die neuen LED-Scheinwerfer und ein Sensor über der Frontpartie. Dazu kommen ein neu gezeichneter Schnabel und eine veränderte Form der hohen Scheibe.
Der Sensor über den Scheinwerfern deutet auf ein Front-Radar hin. Damit ergänzt Triumph das bereits vorhandene Heck-Radar, das den Totwinkel überwacht. Ein Front-Radar ist die technische Grundlage für einen abstandsgeregelten Tempomat und für Warnsysteme, die vor auffahrenden oder bremsenden Fahrzeugen warnen. Auch die Rückleuchten sehen anders aus als beim aktuellen Modell. Die Fotos vom Start passen zu Erlkönigbildern der nächsten Tiger-Generation, die bereits vorher im Umlauf waren. Auf Anfrage von Medienvertretern äußerte sich ein Triumph-Sprecher nicht dazu und sagte nur: „Kein Kommentar.“
Was bleibt bei Motor und Fahrwerk gleich?
Bei Motor und Fahrwerk sind auf den Bildern keine Änderungen zu erkennen. Es dürfte sich also um ein Facelift mit erweiterter Elektronik handeln, nicht um eine komplette Neuentwicklung.
Die Tiger 1200 Rally Explorer fährt bisher mit einem Reihendreizylinder mit 1.160 Kubikzentimetern. Er leistet 150 PS (110 kW) und stellt 130 Nm (96 lb-ft) bereit. Fahrbereit und mit vollem 30-Liter-Tank wiegt die Rally Explorer 262 Kilogramm (577 Pfund). Offen ist einzig die Größe der schlauchlosen Kreuzspeichenräder. Bisher rollt die Rally Explorer vorn auf 21 Zoll und hinten auf 18 Zoll, was sie klar in Richtung Gelände auslegt. Auf den Startfotos wirkt das Vorderrad eher wie ein 19-Zoll-Rad. Das wäre eine Verschiebung hin zur Reiseenduro und würde zum Einsatzzweck der Rekordfahrt passen. Spätestens zur EICMA im November 2026 dürfte Triumph das Modelljahr 2027 offiziell zeigen.

Welche Route fährt Sam Sunderland?
Die Route besteht aus sechs Fahretappen, dazwischen wird das Motorrad per Luftfracht transportiert. Sie beginnt und endet in London.
Der erste Abschnitt führt von London nach Istanbul. Danach folgt Südostasien mit der Strecke von Bangkok nach Kuala Lumpur. In Australien geht es von Perth nach Sydney quer durch den Kontinent. In Neuseeland fährt Sunderland von Christchurch nach Auckland. Die längste Etappe wartet in Nordamerika zwischen Vancouver und Montreal. Zum Schluss steht die Fahrt von Casablanca zurück nach London an. Unterwegs kommt er unter anderem an den Bonneville Salt Flats vorbei und durchquert das australische Outback. Auf dem Motorrad müssen dabei mindestens 18.000 Meilen zusammenkommen, also 28.970 Kilometer. Rechnet man die Seetransfers hinzu, umfasst die komplette Erdumrundung nach Angaben des Veranstalters 24.900 Meilen.
Wie lauten die Regeln für den Rekord?
Der Rekord folgt einem festen Regelwerk, das ohne Ausnahmen gilt. Fahrer und Motorrad müssen die gesamte Fahrstrecke gemeinsam zurücklegen.
Die Fahrtrichtung darf während der ganzen Reise nicht umgekehrt werden, es geht also durchgehend nach Osten oder durchgehend nach Westen. Start und Ziel müssen am selben Ort liegen. Zwei antipodische Punkte sind Pflicht, also zwei Orte, die sich auf der Erdkugel genau gegenüberliegen. Ein Motorradwechsel ist nicht erlaubt, und Sunderland muss der einzige Fahrer bleiben. Die Uhr läuft nur, solange gefahren wird. Während der Transfers zwischen den Kontinenten wird sie angehalten. Die gesamte Fahrt wird dokumentiert und nachträglich überprüft.

Warum zählt der Rekord nicht mehr bei Guinness?
Guinness World Records führt diese Kategorie aus Sicherheitsgründen nicht mehr. Der Rekord existiert trotzdem weiter, allerdings nur nach dem klassischen Regelwerk und ohne offizielle Ratifizierung.
Sunderland hält sich an genau dieses überlieferte Regelwerk. Für die Anerkennung in der Szene ist deshalb die lückenlose Dokumentation entscheidend. Das erklärt auch, warum jeder Kilometer und jede Pause erfasst wird.
Wer hält den Rekord seit 2002?
Die Bestmarke von 19 Tagen, 8 Stunden und 25 Minuten stammt von Kevin und Julia Sanders. Das britische Paar fuhr sie im Jahr 2002 auf einer BMW R 1150 GS.
Die beiden legten damals 19.461 Meilen zurück, also rund 31.300 Kilometer über fünf Kontinente. Seither hat die Zeit über zwei Jahrzehnte gehalten. Kevin Sanders unterstützt den aktuellen Versuch und hat Sunderland seine Erfahrungen sowie die geltenden Anforderungen erklärt. Er spricht darüber, dass Rekorde dazu da sind, gebrochen zu werden, und dass Sunderland es mit ganz neuen Herausforderungen zu tun bekommt. Am Starttag in Greenwich trafen sich beide noch einmal persönlich.

Was der Versuch dem Fahrer abverlangt
Um die Zeit zu unterbieten, muss Sunderland täglich fast 1.000 Meilen schaffen, also rund 1.600 Kilometer. Das entspricht in etwa der Länge Großbritanniens, und zwar an jedem einzelnen Tag.
Zum Vergleich: Bei der Rallye Dakar liegen die Tagesetappen meist zwischen 500 und 900 Kilometern. Nach Angaben von Triumph sitzt Sunderland an manchen Tagen bis zu 17 Stunden im Sattel. Er selbst rechnet mit 15 bis 16 Stunden bei Kälte, Regen, Hitze und Wind und sagt dazu schlicht: “It’s going to be brutal.” Auf Deutsch: Es wird brutal. Zur Belastung kommen Schlafmangel, Jetlag und ständig wechselnde Straßenverhältnisse. Über die Zeitzonen hinweg summiert sich das auf.
Sunderland wollte den Rekord bereits 2025 angehen, musste die Pläne aber nach einem Rückenbruch verschieben. Es folgten Monate mit Reha und Training, dazu ein Start beim Red Bull Romaniacs auf einer Triumph Tiger 900. Aus dem Team heißt es, der Versuch verlange nicht nur Tempo, sondern kluge Planung, Disziplin und den Umgang mit dem Unerwarteten.
Am Motorrad selbst wurde nach Angaben aus dem Umfeld wenig verändert. Die Tiger fährt weitgehend in Serienspezifikation, unterstützt durch Tempomat und den großen Tank. Als Bereifung kommen Michelin Anakee Road zum Einsatz. Nötige Wartungsarbeiten unterwegs sollen über das weltweite Händler- und Servicenetz von Triumph laufen. Triumph selbst bezeichnet die Rally Explorer als naheliegende Wahl für diese Aufgabe. Die Rückkehr nach London ist für Ende September geplant. Bis dahin bleibt offen, ob am Ende ein Rekord steht oder vor allem eine Modellpremiere in Erinnerung bleibt.

Häufige Fragen
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Was ändert sich an der Triumph Tiger 1200 2027?
Sichtbar sind neue LED-Scheinwerfer, ein neu gezeichneter Schnabel, eine veränderte Scheibe und geänderte Rückleuchten. Dazu kommt ein Frontsensor, der auf ein Radar-System hindeutet. Motor und Fahrwerk scheinen unverändert zu bleiben.
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Wann wird die neue Triumph Tiger 1200 offiziell vorgestellt?
Ein offizieller Termin steht nicht fest, Triumph äußert sich bisher nicht dazu. Wahrscheinlich ist eine Präsentation spätestens zur EICMA im November 2026.
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Wie schnell muss Sam Sunderland die Welt umrunden?
Er muss unter 19 Tagen, 8 Stunden und 25 Minuten reiner Fahrzeit bleiben. Dafür sind täglich rund 1.600 Kilometer nötig. Die Uhr pausiert nur während der Transfers zwischen den Kontinenten.
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Wer hält den Rekord für die schnellste Motorrad-Weltumrundung?
Kevin und Julia Sanders halten die Bestmarke seit 2002. Sie fuhren damals eine BMW R 1150 GS und legten rund 31.300 Kilometer zurück. Guinness World Records führt die Kategorie inzwischen nicht mehr.
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Welche Rolle spielt die Flugzeit beim Rekord?
Flugzeiten zählen nicht zur Rekordzeit. Gewertet wird ausschließlich die Zeit auf dem Motorrad. Fahrer und Maschine müssen aber die komplette Fahrstrecke gemeinsam absolvieren.












