- Motor: Achtliter-V10 aus einem Dodge Viper, rund 500 PS (368 kW) und 712 Nm (525 lb-ft)
- Schätzwert: 100.000 bis 150.000 Pfund (rund 116.000 bis 174.000 Euro / 132.000 bis 198.000 US-Dollar)
- Auktion: 22. Juli 2026, H&H Classics, National Motorcycle Museum Solihull
Der britische Ingenieur und Eigenbau-Spezialist Allen Millyard trennt sich von einer seiner bekanntesten Konstruktionen. Seine Viper V10, ein straßenzugelassenes Motorrad mit einem kompletten V10-Triebwerk aus einem Dodge Viper, wechselt über das Auktionshaus H&H Classics den Besitzer. Für Millyard ist es nach eigenen Angaben das erste Mal, dass er eines seiner Werke direkt selbst über ein Auktionshaus anbietet.

Was ist die Millyard Viper V10?
Die Millyard Viper V10 ist ein Einzelstück, das Allen Millyard rund um einen Achtliter-V10-Motor aus einem Dodge Viper aufgebaut hat. Millyard ist als Konstrukteur außergewöhnlicher Motorräder bekannt und tritt im Fernsehformat „The Motorbike Show“ auf.
Das Triebwerk stammt aus dem Supersportwagen Dodge Viper und bildet zugleich das tragende Element des Motorrads. An den Motor sind vorne ein Hilfsrahmen aus Stahlrohr und hinten ein Hilfsrahmen aus Aluminium verschraubt. Die Einarmschwinge ist direkt am Getriebe befestigt. Allein der Motor wiegt laut Medienberichten etwa so viel wie eine komplette Honda Gold Wing, was eine Vorstellung von den Dimensionen der Maschine gibt.
Wie viel Leistung hat die Viper V10?
Die Viper V10 leistet rund 500 PS (368 kW) und stellt ein Drehmoment von 712 Nm (525 lb-ft) bereit. Diese Werte gibt die Auktionsplattform H&H Classics für das Triebwerk an.
Damit Fahrwerk und Anbauteile diese Kräfte aufnehmen können, hat Millyard zahlreiche Komponenten selbst gefertigt oder aus anderen Fahrzeugen umfunktioniert. Die Gabel ist eine Sonderanfertigung und nutzt 75 Millimeter starke Hydraulikzylinder aus dem JCB-Baumaschinenbereich. Die Dämpferstangen stammen umgebaut aus einem Vauxhall Carlton, dazu kommen Federn von Hagon. Am Heck arbeiten zwei neu abgestimmte Stoßdämpfer einer Yamaha R1. Die Auspuffkrümmer sind handgefertigt und keramikbeschichtet, die Endtöpfe orientieren sich an denen einer Suzuki TL1000S.

Welche Geschwindigkeitsrekorde hält die Maschine?
Die Viper V10 erreichte bei einem Hochgeschwindigkeitstest auf einer Landebahn rund 333 km/h (207 mph) und hält zudem einen Guinness-Weltrekord für Tandem-Motorräder. Laut Medienberichten saß bei dem Spitzenlauf der Tester Bruce Dunn im Sattel, die offiziell genannte Bestmarke liegt bei 207,101 mph.
Den Tandem-Weltrekord stellte Millyard gemeinsam mit dem „Motorbike Show“-Moderator Henry Cole auf, der als Sozius mitfuhr. Das Duo absolvierte im Mai 2023 auf dem Elvington Airfield in North Yorkshire einen offiziell gezeiteten Lauf von rund 295 km/h (183,5 mph) und übertraf damit die vorherige Bestmarke um knapp fünf Meilen pro Stunde. Trotz ihrer Auslegung als Rekordmaschine ist die Viper V10 in Großbritannien zugelassen und straßenlegal. Millyard hat damit über 9.000 Meilen (rund 14.500 Kilometer) zurückgelegt, darunter Fahrten nach Guernsey, auf die Isle of Wight und auf die Isle of Man, wo er mit der Maschine die Strecke der TT abfuhr. Insgesamt sollen erst drei Personen die Viper V10 gefahren sein: Millyard selbst sowie die Tester Bruce Dunn und Trevor Franklin.
Wie ist die Viper V10 entstanden?
Die Viper V10 entstand aus einem V10-Motor, den Millyard 2004 aus einem Dodge Viper GTS des Baujahrs 1995 erwarb. Bis zur Straßenzulassung im Jahr 2009 vergingen mehrere Jahre, in denen Millyard den Aufbau Schritt für Schritt vorantrieb.
Den eigentlichen Bau nahm er nach eigenen Angaben ab 2007 ernsthaft in Angriff, das Chassis stand bis Weihnachten desselben Jahres. Die reine Arbeitszeit am Projekt soll bei etwa einem Jahr gelegen haben, fertiggestellt wurde die Maschine im Juli 2009. Als Ziel hatte Millyard ursprünglich eine Höchstgeschwindigkeit von rund 402 km/h (250 mph) ausgegeben, erreicht wurden die bereits genannten 207 mph. Bereits 2001 hatte Millyard ein V8-Motorrad gebaut und später verkauft.

Die Viper V10 im Vergleich zu anderen V10-Motorrädern
Motorräder mit V10-Antrieb sind selten, weil Pkw-Motoren für den Einbau in ein Zweirad meist zu schwer und zu sperrig sind. Bekanntester Bezugspunkt ist die Dodge Tomahawk, die der Hersteller 2003 als Studie zeigte.
Die Tomahawk kombinierte einen 8,3-Liter-V10 aus dem Dodge Viper mit vier schmalen Rädern und war nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Von ihr sollen nur wenige, nicht voll fahrtaugliche Exemplare zu Preisen um rund 487.000 Euro (555.000 US-Dollar) verkauft worden sein. Als straßentaugliche Alternative mit großvolumigem Antrieb gelten ansonsten vor allem die V8-Modelle von Boss Hoss. Innerhalb dieses Umfelds ist die Viper V10 als straßenzugelassener Eigenbau mit V10-Motor eine Ausnahme. Das Motorrad besitzt nach Angaben des Auktionshauses einen eigenen Wikipedia-Eintrag und war wiederholt in überregionalen Zeitungen vertreten.
Wann und wo wird die Millyard Viper V10 versteigert?
Die Millyard Viper V10 wird am 22. Juli 2026 ab 10 Uhr Ortszeit im National Motorcycle Museum in Solihull versteigert. Die Auktion führt H&H Classics durch, der Schätzwert liegt zwischen 100.000 und 150.000 Pfund (rund 116.000 bis 174.000 Euro / 132.000 bis 198.000 US-Dollar).
Der genannte Schätzwert versteht sich ohne Aufgeld und Mehrwertsteuer. Millyard begründete die Entscheidung in den sozialen Medien: „I’ve decided to offer my 8000cc Millyard Viper V10 up for sale at the next H&H auction at the National Motorcycle Museum UK on the 22nd July 2026. This has been a very difficult decision for me to make, but it will make way for more exciting projects in the future.“ Auf Deutsch: „Ich habe beschlossen, meine 8000-Kubikzentimeter-Millyard-Viper-V10 bei der nächsten H&H-Auktion im National Motorcycle Museum in Großbritannien am 22. Juli 2026 zum Verkauf anzubieten. Diese Entscheidung ist mir sehr schwergefallen, aber sie macht den Weg frei für weitere spannende Projekte in der Zukunft.“ Er beschreibt seine Beweggründe als gemischt: Die Maschine beanspruche viel Platz und binde Aufwand für die Instandhaltung, zugleich reize ihn das Bauen selbst mehr als der Besitz. Er hofft nach eigener Aussage, dass ein Museum oder ein Sammler die Maschine übernimmt, und plant bereits das nächste Projekt.
Neben der Viper V10 kommen weitere Eigenbauten Millyards zur Auktion, die von ihren aktuellen Besitzern eingeliefert werden. Dazu zählen eine Kawasaki S1 550 von 1978, die aus zwei 250er-Dreizylindern mit zusammengefügten Kurbelgehäusen und einer Sonderkurbelwelle entstand, eine Honda SS250 von 1974 auf Basis einer Honda SS50 mit einem Motor der Kawasaki KX250F von 2006 sowie eine Kawasaki S2 von 1972 mit einem von Millyard gebauten Fünfzylinder mit 415 Kubikzentimetern.

Häufige Fragen
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Was kostet die Millyard Viper V10?
Der Schätzwert für die Millyard Viper V10 liegt zwischen 100.000 und 150.000 Pfund (rund 116.000 bis 174.000 Euro / 132.000 bis 198.000 US-Dollar). Diese Spanne nennt das Auktionshaus und versteht sich ohne Aufgeld und Mehrwertsteuer. Der endgültige Preis ergibt sich erst bei der Versteigerung am 22. Juli 2026.
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Wie viel PS hat die Viper V10?
Die Viper V10 leistet rund 500 PS (368 kW). Dazu kommt ein Drehmoment von 712 Nm (525 lb-ft). Die Leistung stammt aus einem Achtliter-V10-Motor des Dodge Viper.
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Wie schnell ist die Millyard Viper V10?
Die Maschine erreichte bei einem Test auf einer Landebahn rund 333 km/h (207 mph). Gemeinsam mit Henry Cole stellte Millyard zudem einen Tandem-Weltrekord mit rund 295 km/h (183,5 mph) auf. Ursprünglich war eine Höchstgeschwindigkeit von rund 402 km/h (250 mph) angestrebt worden.
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Wer hat die Viper V10 gebaut?
Die Viper V10 stammt von Allen Millyard, einem britischen Ingenieur und Eigenbau-Spezialisten. Er begann den Aufbau mit einem 2004 erworbenen Motor und stellte das Motorrad 2009 fertig. Es ist die erste seiner Konstruktionen, die er selbst über ein Auktionshaus anbietet.
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Wo wird die Viper V10 versteigert?
Die Versteigerung findet am 22. Juli 2026 im National Motorcycle Museum in Solihull statt und wird von H&H Classics durchgeführt. Beginn ist um 10 Uhr Ortszeit. Geboten werden kann nach Angaben des Auktionshauses persönlich, telefonisch oder online.












