- Schulter im zweiten freien Training ausgekugelt, Platz 19 im Sprint, Aufgabe im Grand Prix nach acht Runden
- Untersuchung in der Türkei, Razgatlioglu hofft auf eine Behandlung ohne Operation
- Nächstes Rennen ist der Grand Prix von Australien auf Phillip Island vom 23. bis 25. Oktober 2026
Eigentlich verband Toprak Razgatlioglu mit Mandalika nur gute Erinnerungen. Auf der Strecke in Indonesien holte er 2021 mit Yamaha seinen ersten Titel in der Superbike-WM. Ein Jahr später gewann er dort alle drei Rennen, 2023 kamen ein weiterer Sieg und zwei zweite Plätze dazu. Danach verschwand Mandalika aus dem Superbike-Kalender. Die Rückkehr mit dem MotoGP-Motorrad von Pramac Yamaha endete für den 29-Jährigen nun mit einer Schulterverletzung, einem Platz am Ende des Sprints und einer Aufgabe im Rennen am Sonntag.

Was ist Toprak Razgatlioglu in Mandalika passiert?
Razgatlioglu stürzte am Samstagvormittag im zweiten freien Training schwer und kugelte sich dabei die rechte Schulter aus. Die Schulter wurde noch an der Strecke wieder eingerenkt.
Trotzdem trat der Türke kurz darauf im ersten Qualifying und anschließend im Sprint an. Dort kam er auf Platz 19 ins Ziel, mit 23,8 Sekunden Rückstand auf Sieger Marc Marquez. Hinter ihm landete nur Aleix Espargaro, der bei Honda als Ersatzfahrer im Einsatz war. Seine Gesprächsrunde mit den Medien sagte Razgatlioglu ab, um sich zu erholen. In einer schriftlichen Stellungnahme beschrieb er den Sturz so: „Vor dem Qualifying hatte ich heute einen heftigen Sturz, bei dem ich mir die Schulter auskugelte und wieder einrenkte. Ich spüre Schmerzen, was normal ist.“
Schon im Sprint merkte er, dass ihm in der rechten Schulter Kraft fehlte. Dazu kamen Probleme mit dem Motorrad. Er sprach davon, dass die Elektronik in einigen Kurven besser abgestimmt werden müsse, weil er vor allem im zweiten Streckenabschnitt Zeit verliere. Für den Sonntag hoffte er noch auf ein deutlich besseres Ergebnis, auch wenn die volle Renndistanz für jeden Fahrer schwierig sei.
Warum hat Razgatlioglu das Rennen in Mandalika aufgegeben?
Ihm fehlte die Kraft in der rechten Schulter, vor allem beim Bremsen. Nach acht Runden bog er deshalb in die Box ab und gab auf.
Über Nacht hatte sich sein Zustand deutlich verschlechtert. Als Razgatlioglu am Sonntag aufwachte, waren die Schmerzen viel stärker als am Samstag, und die Schulter ließ sich nur noch eingeschränkt bewegen. Schmerzmittel halfen zwar gegen die Beschwerden, aber nicht gegen das eigentliche Problem. „Bereits am Morgen spürte ich, dass es Probleme mit der Schulter gibt. Am Samstag war es nicht so schlimm, ich konnte den Sprint absolvieren. Doch einen Tag später spürte ich starke Schmerzen und hatte eingeschränkte Beweglichkeit. Ich nahm Schmerzmittel. Doch die Schmerzen waren nicht das größte Problem. Mir fehlte die Kraft, vor allem beim Bremsen. Es gibt hier viele Rechtskurven und meine Schulter war einfach nicht stark genug“, erklärte er.
Besonders schwer fielen ihm die schnellen Richtungswechsel im flotten Streckenteil. Dabei muss der Fahrer das Motorrad mit viel Kraft von einer Seite auf die andere legen.
Sein Team hatte ihm schon vor dem Start nahegelegt, gar nicht erst zu fahren oder das Rennen abzubrechen, falls die Schmerzen zu groß würden. Razgatlioglu wollte es trotzdem versuchen. „Ich sprach mit dem Team. Sie meinten, dass ich aufgeben soll oder gar nicht erst starten soll. Ich wollte es zumindest probieren und mein Bestes geben.“ Nach der Aufgabe stellte er klar: „Die Schulter war mein größtes Problem, nicht das Motorrad.“

Braucht Razgatlioglu eine Operation an der Schulter?
Das ist noch offen. Razgatlioglu fliegt am Montag in die Türkei und lässt die Schulter dort genau untersuchen.
Erst danach dürfte feststehen, wie schwer die Verletzung ist und welche Behandlung nötig wird. Der Pramac-Fahrer selbst hofft, ohne Eingriff auszukommen: „Wir haben jetzt eine Woche Pause. Ich fliege am Montag in die Türkei und lasse meine Schulter untersuchen. Ich hoffe, dass ich keine Operation benötige und ich mich einfach nur ausruhe bis zum nächsten Rennen.“
Kann Razgatlioglu beim Grand Prix von Australien fahren?
Ob Razgatlioglu auf Phillip Island an den Start geht, hängt vom Ergebnis der Untersuchung ab. Der Grand Prix von Australien findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 statt.
Gerade diese Strecke verlangt den Fahrern körperlich viel ab. Auf Phillip Island folgen schnelle Richtungswechsel aufeinander, und gerade mit den modernen MotoGP-Motorrädern braucht es dafür viel Kraft. Eine Woche nach Australien steht bereits der Grand Prix von Malaysia in Sepang auf dem Programm, danach folgt Katar.

Warum war Mandalika für Razgatlioglu eine verpasste Chance?
Das Wochenende hatte für Razgatlioglu vielversprechend begonnen. Am Freitag gelang ihm ein guter Einstieg, doch nach dem Sturz am Samstag konnte er darauf nicht mehr aufbauen.
„Ich bin ein bisschen traurig, weil wir am Freitag einen guten Start hatten. Normalerweise verbessere ich mich von Tag zu Tag. Doch nach dem Sturz änderte sich alles“, sagte der Türke.
Vor dem Wochenende hatte er sich auf die Rückkehr an den Ort seines ersten Titels gefreut: „I have very nice memories from Mandalika, especially from 2021 when I won my first World Superbike title with Yamaha.“ Auf Deutsch: „Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Mandalika, besonders an 2021, als ich mit Yamaha meinen ersten Titel in der Superbike-WM gewonnen habe.“ Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Strecke mit einem MotoGP-Motorrad eine ganz andere Erfahrung sei und einen anderen Fahrstil verlange.
Auch für das Pramac-Team stand viel auf dem Spiel. In den beiden Rennen vor Indonesien hatte keiner der beiden Fahrer gepunktet. Teamdirektor Gino Borsoi sprach vor dem Wochenende davon, dass das Team zuletzt nicht mehr so konkurrenzfähig gewesen sei wie zur Saisonmitte. Er hoffte, dass Indonesien zum Wendepunkt wird und Pramac wieder um die Plätze kämpfen kann, die das Team sich selbst zutraut.
Wo steht Razgatlioglu in der MotoGP-WM 2026?
Razgatlioglu verlässt Indonesien als 21. der Weltmeisterschaft mit 18 Punkten. In den vergangenen drei Rennwochenenden holte er keinen einzigen Zähler.
Insgesamt hat er in seiner ersten MotoGP-Saison siebenmal gepunktet. Sein bisher bestes Ergebnis ist Platz elf im Balaton Park in Ungarn, wo er damit auch bester Yamaha-Fahrer war. Die neue Yamaha mit V4-Motor ist noch ein junges Projekt, und gerade beim Topspeed fehlt ihr einiges auf die Konkurrenz. Wer wie Razgatlioglu oft von weit hinten startet, kommt im Rennen deshalb nur schwer an anderen Motorrädern vorbei. Als größte Baustellen des Rookies gelten bisher die Michelin-Reifen, das Bremsen und die Kurvengeschwindigkeit. Genau in diesen Bereichen unterscheidet sich der Fahrstil der MotoGP von dem, den er aus der Superbike-WM gewohnt ist.

Was ändert sich 2027 für Razgatlioglu?
2027 fährt die MotoGP mit neuen 850er-Prototypen und mit Reifen von Pirelli statt Michelin. Pirelli kennt Razgatlioglu aus seiner Zeit in der Superbike-WM.
Die neuen Motorräder sind stärker auf hohe Kurvengeschwindigkeit ausgelegt, also auf einen Bereich, an dem Razgatlioglu weiter arbeiten muss. Zudem bekommt er bei Pramac mit Izan Guevara einen neuen Teamkollegen. Anders als Razgatlioglu kommt Guevara über den klassischen Weg aus der Moto3 und der Moto2 in die Königsklasse. Der Vergleich der beiden im selben Team dürfte zeigen, wie gut der dreifache Superbike-Weltmeister mit dem neuen Reglement zurechtkommt.

Häufige Fragen
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Wie schwer ist die Schulterverletzung von Toprak Razgatlioglu?
Razgatlioglu hat sich im zweiten freien Training in Mandalika die rechte Schulter ausgekugelt, sie wurde noch an der Strecke wieder eingerenkt. Wie schwer die Verletzung genau ist, soll eine Untersuchung in der Türkei klären. Der Pramac-Fahrer hofft, dass keine Operation nötig wird.
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Warum hat Toprak Razgatlioglu in Mandalika aufgegeben?
Ihm fehlte in der verletzten rechten Schulter die Kraft, vor allem beim Bremsen und in den vielen Rechtskurven. Nach acht Runden fuhr er in die Box. Nach eigener Aussage war die Schulter das größte Problem und nicht das Motorrad.
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Fährt Toprak Razgatlioglu beim MotoGP-Rennen auf Phillip Island?
Das steht noch nicht fest und hängt vom Ergebnis der Untersuchung ab. Der Grand Prix von Australien findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 statt. Die Strecke gilt wegen ihrer schnellen Richtungswechsel als körperlich besonders fordernd.












